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X30 Neo

Natural Born Gamer
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James Bond 007 First Light

Für die Story habe ich nun rund 18 Stunden auf der PS5 Pro gebraucht, habe aber zwischendurch die Kämpfe auf "leicht" gespielt, weil ich hauptsächlich der Story folgen wollte, statt mich in langen Gefechten aufzuhalten. Die Kämpfe haben es nämlich ordentlich in sich. Durch die vielen Gadgets kommt man manchmal durcheinander, wenn man noch nicht so gut mit ihnen umzugehen weiss. Das klappt beim nächsten Durchlauf bestimmt besser. Das Spiel hat nämlich das Potenzial zum mehrmaligen durchspielen, ähnlich wie auch die Hitman-Reihe.

First Light ist aber kein Hitman-Light, auch wenn es von den selben Machern stammt. Die Dänen von IOI haben sich aber hier ein Actionfeuerwerk ausgedacht, dass stellenweise locker an das Popcornkino von Call of Duty heranreicht. Jedoch hat unser junger Bond mehr Charakter, das Gameplay wesentlich mehr Spieltiefe und die Story ist größtenteils ernstzunehmen und intelligent geschrieben.

Das Gameplay besteht meistens aus erkunden/Informationen sammeln, einem ordentlichen Anteil schleichen und oftmals viel Krach-Bumm am Ende einer Mission mit Action satt. Dabei steht einem offen, ob man den Großteil des Spiels schleichen will, oder die Rambo-Methode vorzieht, die aber die schwerere Option ist.

Bond bereist die halbe Welt und die Schauplätze sind großartig! Ein Schlosshotel in der Hohen Tatra, ein Schwarzmarkt in Mauretanien, eine Hotelanlage in der Ha-long Bay in Vietnam oder ein geheimnisvolles Ski-Resort am Polarkreis - überall wo Bond hingelangt, wird das Flair der bekannten Filme erreicht.
Auch Moneypenny, M und Q sind mit von der Partie, wobei mir Q als gutgekleideter britischer Gentleman im Hauptquartier des MI6 besonders gut gefallen hat.
Natürlich kommen auch seine Gadgets, wie Blitzbombe, Raketenfüllfederhalter oder Uhrenlaser zum Einsatz. In einer Szene werden Martinis getrunken, ein "Bondgirl", wenn man das so nennen kann, gibt's auch und natürlich einen bzw. mehrere Gegenspieler vom jungen James, der zu Beginn des Spiels erst frisch die Akademie verlassen hat.
Bond wächst mit seinen Aufgaben in die Story hinein und das funktioniert erstaunlich gut. Viel besser als damals bei der weinerlichen Lara Croft im Tomb Raider Reboot. Vielleicht ist es auch ganz gut, dass sich das Spiel nicht immer nach Uncharted anfühlt, da Bond nie auf solch riesige Gegenerdimensionen stösst, wie Nathan Drake. Dafür sind Gegner hier vielfältiger, abwechslungsreicher und gefährlicher: Fiese Auftragskiller, Worlords, Paramilitärs und am Ende sogar ein noch gefährlicherer Gegner .

Möchte man sich mehr auf die Kämpfe fokussieren, kann man das im Bereich "TacSim" im Hauptmenü machen. Dort gibt es unterschiedliche Herausforderungen um nochmals den Wiederspielwert zu erhöhen und die Kämpfe zu perfektionieren. Kleinere Herausforderungen können aber auch bei der Story abgeschlossen werden. Wie bei Hitman gibt es verschiedene optionale Ziele, die einem z.B. bei Ermittlungen weiterhelfen, indem man z.B. ein Gespräch belauscht, um einen Geheimweg oder eine Schlüsselkarte zu finden.

Auch wenn sich das Spiel deutlich einiger Mechaniken von Hitman bedient, so erinnert die Spielweise mehr an ein Splinter Cell oder auch Deus Ex. Vielleicht nicht in dieser Komplexität, aber atmosphärisch sehr nah dran. Denn auch bei Bond gibt es irgendwo immer einen Luftschacht, der zum Ziel führen kann.
Die Kämpfe, bei denen die Munition oft knapp ist und Bond auf die Waffen der Gegner sowie stets auf seine Gadgets zurückgreifen sollte, fühlen sich kompetenter als bei Uncharted an. Es explodiert vieles in spektakulären Feuerbällen und durch seine Hacking-Fähigkeiten kann Bond mehr mit seiner Umwelt interagieren um die Gegner auf kreative Art und Weise zur Strecke zu bringen.

Grafik und Sound sind so gut wie man es von IOI erwarten konnte, inklusiver lizensierter Bond-Soundtrack, Autos von Range Rover, Aston Martin und Jaguar, Uhren von Omega usw. Aber das fällt nicht störend auf und gehört meiner Meinung nach einfach dazu, wie in den Filmen.
DIe Story ist großartig, aber dazu kann ich nicht viel sagen, ohne einige wichtige Dinge zu verraten. Jedenfalls wird das Spiel stellenweise sogar etwas emotional und das sogar auf eine recht glaubhafte Weise.

Als störend habe ich eigentlich nur einige Oldschool-Spielelemente empfunden. Einerseits gehören in so einen Blockbuster Trial-and-Error-Passagen, Quicktime-Events oder falsch getroffene Entscheidungen unter Zeitdruck einfach dazu. Sogar die wenigen Verfolgungsfahrten in einem Auto können Spaß machen, wenn man sich darauf einlässt. Das ist Fluch und Segen gleichzeitig- Glücklicherweise kam so etwas nur gelegentlich vor, so dass man sich schnell wieder davon erholt hatte.

Andererseits ist First Light genau der Action-Höhepunkt des Jahres und auch gerade deshalb! Jedenfalls wenn man Bond-Fan ist, Spiele wie Hitman oder Uncharted mag und auch mal ganz gerne leise in fremden Hotels herumschnüffelt.
Der neue Bond ist mir sehr sympathisch, das Spiel war insgesamt super, bietet einen hohen Wiederspielwert (für ein Singleplayer-Actionspiel) und wie es bereits im Abspann steht: Bond will return. Hoffentlich, denn das Comeback in die Spielewelt hat er sich redlich verdient!

8,5/10
 

Kindra

Rentenbezieher
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Mina the Hollower

TL;DR: Super charmantes, grandios fluffig spielbares Action-Adventure mit wunderbarer GBC-Ästhetik, clever und kreativ designten Dungeons, aber etwas lahmer, zum Ende hin im positiven Sinne überraschend konsequenter Story, das vor allem aufgrund eines den Spieler stark bevorteilenden, sauschlechten Balancings hinter meinen (mitunter falschen) Erwartungen zurückbleibt.

7/10

Langversion:
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Wulgaru

Pförtner des Altenheims
Assassins Creed III

Ich spiele ja über die Jahre die Reihe bisher chronologisch nach, aber eben auch jeweils mit ordentlich Abstand. Der trotz Titel bis zu diesem Zeitpunkt fünfte Hauptteil ist meiner Meinung nach der mit Abstand beste Teil, weil er alle Elemente die die Serie hat sinnvoll erweitert und interessante neue Elemente hinzufügt.

Wir haben hier zum Beispiel wieder Recruitment von Assasinen, aber das ist diesmal personalisierter, genauso wie die Homebase viel schöner erzählt ist und man die einzelnen Figuren und Bewohner viel besser kennenlernt. Gleichzeitig sind die Nebenmissionen interessanter gestaltet und nicht einfach 50 dahingeklatschte Kill-Missions. Klar, es ist letztendlich immer noch sehr repetitiv, aber im Vergleich abwechslungsreicher. Dann natürlich sinnvolle neue Gameplaysachen wie das Baumklettern oder schießen und sicherlich das größte Element der Schiffe, was zwar ein bisl arcadig war, aber ein gutes Feeling hatte, gerade wenn es stürmte.

Zur Story fand ich es solala. Der erste Protagonist ist der mit Abstand stärkste der Serie und seine Gentlemanart und deutlicher Ehrenkodex war eine angenehme Abwechslung zu den typischen jungen Heisspornen, den wir danach auch wieder kriegen. Der Twist war zwar 10 Meilen gegen den Wind zu riechen, aber ich fand es eigentlich ganz gut, dass man mal ein bisschen das schwarz-weiß-Schema aufbrechen wollte und die Templer diesmal nicht nur Cartoon-Villains waren. Das gesagt ist die Story absoluter Müll. Der Independence-War-Teil macht aus der Sicht des Protagonisten überhaupt keinen Sinn. Seine anfängliche Rache bzw. Templer aufhalten Geschichte gerät schnell in den Hintergrund und man fragt sich die ganze Zeit warum man überhaupt mit den Amis kämpft. Es hilft nicht das einen das Spiel durch die Villains ständig darauf stößt...ja ach....aber ich muss das machen...es ist das Spiel. Die Desmondstory war nie gut, das Schicksal von Lucy ist noch dümmer, wenn man sich mit dem Grund in der Realität beschäftigt und wird hier auch noch geredconned. Ich fand das Ende zwar cool, aber ein kurzes Google lässt mich erfahren das sie das NIE weitergeführt haben und das ganze in nem Comic mündet, während die Spiele irgendnen anderen Scheiß machen? Fünf Spiele läuft alles auf das hier hinaus und das wars? Bescheuert.

Wie auch immer...wie gesagt war es spielerisch der beste Teil. Story wie bei allen Teilen bisher Müll mit Lichtblicken.

Edit: Witzig übrigens die ganzen Bugs. Ein besonders schwerer in Sequence 10 scheint seit den allerersten Vanillaversionen von vor 14 Jahren zu bestehen. Absurd das man da niemals so essentiell rangegangen ist, das halbwegs zu fixen.
 

X30 Neo

Natural Born Gamer
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Arizona Sunshine Remake (2025, PSVR 2)

Die Einzelspielerkampagne war bereits nach 4,5 Stunden vorbei, aber dafür sind noch die beiden DLC übrig, die im Upgrade für 9,99€ (für Besitzer des PSVR1-Originalspiels) bereits enthalten waren. Ebenso existiert noch ein Endlos-Hordemodus.

Die Kampagne kann man alleine oder im Koop spielen. Ich war alleine auf dem mittleren Schwierigkeitsgrad unterwegs und habe sie locker an zwei Abenden durchgespielt. Die Stimmung ist bedrückend, wie üblich in diesem Genre, wird aber durch die hübsche Landschaft und die witzigen Sprüche und Kommentare des Protagonisten aufgelockert. Hier und dort erschrickt man kurz, obwohl man eigentlich schon wusste, was hinter der Klotür ist. Aber meist fühlt man sich mächtig, denn das Balancing ist so ausgelegt, dass man immer dann eine Kiste Munition findet, kurz bevor sie einem ausgeht. Es kann also meistens sorglos Blei in die Untoten gestopft werden.

Das Spiel ist dank des US-amerikanischen Settings der reinste Waffenporno. Die Modelle von AK-47, über deutscher Stilhandgranate bis zur Magnum, sind hervorragend ausgearbeitet und mit den Sense-Controllern nahezu perfekt zu bedienen. Ob ein- oder beidhändig, das Zielen ist eine Freude, es gibt platzende Köpfe am Fließband.
Gelegentlich kann man auch mal ein Snipergewehr oder eine Gatling-Gun bedienen. Auch das klappt hervorragend und viel besser als beim Original mit der hakeligen und ungenauen PSVR1 Steuerung. Die Grafik wurde auch gehörig aufgemotzt. Auf der PS5 Pro ist die Optik knackscharf und die Weitsicht fabelhaft. Auch der Gore-Effekt ist nochmals überarbeitet worden. Die Freds werden jetzt von einer Schrotflinte entsprechend zerstückelt und dahinterstehende Feinde ebenfalls getroffen. Man kennt das ja aus anderen Spielen.

In VR ist Arizona Sunshine immer noch einer der besten Zombie-Shooter überhaupt. Das zerlegen, zerteilen und Köpfe zerplatzen lassen macht auf PSVR 2 besonders viel Laune und ist genau der richtige Titel, wenn man sich mal virtuell austoben will.

8/10
 

X30 Neo

Natural Born Gamer
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Arizona Sunshine 2 (von Dez. 2023, PSVR 2)

Nun im Anschluss auch noch den etwas längeren zweiten Teil zuende gebracht. Die Spielzeit der Einzelspielerkampagne dauerte rund 7 Stunden auf dem normalen Schwierigkeitsgrad.
Ausser dass man nun Granaten, Molotovcocktails, Minen und Klebegranaten an bestimmten Orten mit Ressourcen craften kann, hat sich fast nichts geändert. Die Grafik gegenüber dem Remake ist teils besser, da es sich um eine Fortsetzung handelt. Spielerisch fällt der Titel aber sogar hinter dem Remake zurück, das mit mehr Liebe zum Detail gestaltet wurde. Insbesondere im letzten Level des Sequels fällt auf, wie wenig Abwechslung in den immer gleichen Räumen herrscht. Na gut, es ist ein Krankenhaus, aber das ging im ersten Teil auch irgendwie kreativer.

Größter Unterschied bei AS2 ist wohl die Tatsache, dass man nicht mehr alleine unterwegs ist. Schäferhund Buddy ist nun der ständige Begleiter des Protagonisten. Auf der Suche nach Patient Null wird der Hund dann auch zu einer Schlüsselfigur und es entwickelt sich tatsächlich so etwas wie eine Story. Eine ziemlich gute sogar, in dessen Verlauf man zu Buddy eine richtige Beziehung aufbaut.
Zudem hilf Buddy im Kampf gegen die Freddys und apportiert auch mal einen Schlüssel an den der "Überlebende" (der Spieler) nicht herankommt.

Auch hier gibt es wieder über 40 Waffen, eine Gatling-Gun, Schrotflinten und Sturmgewehre. Die Schauplätze sind größtenteils neu, aber nicht sonderlich spektakulär. Es geht über einen Flughafen, durch Army-Camps, über eine Autobahn und ein Zugdepot. Mehrmals geht es durch eine langweilig Kanalisation. Die ist weder besonders aufregend, noch sonderlich gruselig. Trotzdem sollte man immer alle Ecken nach Munition absuchen um nicht gegen eine plötzlich auftauchende Übernachtung alt auszusehen.
Was bleibt, ist hervorragendes VR-Gameplay. Die Holländer von Vertigo ("Metro Awakening") wissen einfach, wie man simple Schlauchshooter zu einem einzigartigen Erlebnis wachsen lassen kann. Die präzise Steuerung und die spannenden Shootouts gegen die allgegenwärtige Zombie-Bedrohung machen hier den Unterschied zum Einheitsbrei-VR-Allerlei.

8/10
 

X30 Neo

Natural Born Gamer
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Control

Ich bin ein Kind von Max Payne und Alan Wake. Mit Quantum Break hatte ich meine Probleme und Alan Wake 2 fand ich furchtbar. Warum also dieses mega-philosophische Metroidvania von Sam Lake mit seinen wirren Vorstellungen vom perfekten Videospiel mir auch noch antun? Ganz einfach: Ich war neugierig.

Angefangen habe ich das Spiel 2019 und beendet habe ich es 2026. Spielzeit also 6 Jahre und 10 Monate. Natürlich war meine Spielzeit in Wahrheit kürzer, aber so weit weg ist die Vorstellung gar nicht und in Bezug zu dem Spiel sind Zeit und Raum relativ. Tatsächlich betrug meine Spielzeit etwa 8 Stunden. Aber möchte man jede Nebenmission spielen, jedes Sammelstück finden und sich auch noch alles durchlesen, dazu gibt es noch zwei Story-DLC's, käme man auf 50 Spiestunden oder mehr.

Gut, dass es einen Easy-Mode gibt, der die Gegner zu Kanonenfutter macht. Dann kann man sich vor allem auf die Story und die Wegfindung konzentrieren. Denn diese (die Wegfindung) ist hier das Kernstück des erwähnten Metroidvania-Prinzips. Die Story müsst ihr mal selber googeln, das würde hier den Rahmen sprengen. Nur kurz soviel: Namensgebend ist das fiktive Federal Bureau of Control. Die Hauptfigur Jesse Faden (gespielt von Courtney Hope) setzt telekinetische Fähigkeiten und futuristische Waffen ein, um die im brutalistischen Stil gebaute Behörde von einer übernatürlichen Macht zu befreien.

Die Finnen von Remedy hatten mal wieder viele verrückte ideen, wie sie aus einem Sci-Fi-Shooter ein völlig abgedrehtes Mystery-Spiel mit unzähligen Geheimnissen machen, bei dem man am Anfang meistens nur Bahnhof versteht. Nach und nach ergibt sich eine fantastische Story (ich sage nur "Aschenbecherlabyrinth"), die einem am Ende zwar eine gewisse Erkenntnis anbietet, aber ebenso viele neue Fragezeichen auftauchen lässt. Mystery eben.

Nimmt man die Story als zentrales Element des Spiels, war das Spiel "gut". Als Shooter war es nur "befriedigend", weil Gegnertypen und Abwechslung heute nicht mehr Standard sind, siehe Alan Wake. Aber als Kunstwerk kann man es bedenkenlos mit "sehr gut" bewerten.
Vieles hat micht überrascht, einiges habe ich nicht verstanden. Aber Spaß gemacht hat es trotzdem. Vor allem weil Jesse nach einiger Zeit auch das schweben lernt und das Gunplay (leider erst) gegen Spielende so richtig seine Wucht ausspielen kann.
Wahrer Held des Spiels ist natürlich das Bureau of Control-Gebäude, das so verschachtelt wie ein Zauberwürfel ist und auch an fensterlose Geheimdienst-Bauten im Real Life erinnert. Es ist einfach riesengross und ohne Schellreise würde man sich wohl ständig verlaufen, weil die Karte absichtlich nicht immer gleich alles preisgibt. Deshalb gibt es auch sicher Leute, die so etwas lieben und es lieber ohne Marker, HuD, Zielhilfen usw. spielen wollen. Das bietet sich auf jeden Fall an. Aber auch ich, als eher ungeduldige Natur, hatte meinen Spaß und kann nun sagen, dass es zwar erzählerisch nicht an Max Payne oder Alan Wake heranreicht, aber gut aussieht, sich flott spielt und mir ein paar nette Abende beschert hat.

8/10
 

illmotion

Altenpfleger
The Outer Worlds - Spacers Choice Edition.

Dank Gamepass für Xbox und PC.

Hatte damals schon die Standard Version inklusive der DLCs gespielt.
Abgesehen von den weiten Strecken die man unnötigerweise laufen muss, ist es echt ein gutes Spiel.

Habe vorgestern die PC Version komplettiert und gestern mit der Xbox Version gestartet.

Bei der PC Version hatte ich unzählige Abstürze. Ich hoffe das bleibt mir bei der Xbox erspart 🤞
 

Krule

Frührentner
Mina the Hollower

Ein großartiges Retro-inspiriertes Action-Adventure mit Game-Boy-Color-Ästhetik, das versucht, ein kampffokussiertes Zelda-Spiel mit einer Prise Castlevania und Bloodborne zu verbinden.

In einigen Aspekten ist das Spiel für mich sogar ein kleines Meisterwerk. Vor allem das Leveldesign und das Gegnerdesign holen wirklich alles aus der Retro-Vorlage heraus. Die abwechslungsreiche, offene Welt steckt voller Geheimnisse und jedes Gebiet bringt eigene Mechaniken, Ideen und kleine Twists mit. Die Erkundung fühlt sich ständig belohnend an und bildet für mich das Herzstück des Spiels.

Auch die Gegnervielfalt ist beeindruckend. Praktisch jede Region verfügt über ihre eigene Auswahl an Gegnertypen, Angriffsmustern und Encounter-Konstellationen. Dadurch bleibt das Spiel über weite Strecken frisch und abwechslungsreich.

Die Retro-Vorlage ist für mich allerdings nicht nur Segen, sondern zugleich auch Fluch. Dadurch, dass man lediglich in vier Richtungen angreifen kann, während viele Gegner diagonal auf einen zustürmen, fehlt mir manchmal die notwendige Präzision. Gerade in hektischeren Bosskämpfen wirken die Kämpfe dadurch stellenweise etwas hakeliger, als sie eigentlich sein müssten.

Das Spiel kompensiert diesen Umstand vor allem dadurch, dass die Spielfigur im Verlauf des Abenteuers immer mächtiger wird und man viele Treffer schlicht wegstecken kann. Persönlich hätte ich mir einen anderen Ansatz gewünscht: Weniger Lebenspunkte, dafür aber das Gefühl, dass jeder Angriff und jedes Bossmuster prinzipiell sauber und ohne Schaden vermeidbar ist.

Hinzu kommt das Schmucksystem, mit dem sich das Gameplay teilweise massiv verändern und an den eigenen Spielstil anpassen lässt. Das ist grundsätzlich eine tolle Idee, führt aber auch dazu, dass einige Kombinationen so stark ausfallen, dass man große Teile der Herausforderung praktisch aus dem Spiel nehmen kann.

Das Balancing ist deshalb für mich die größte Schwäche des Titels. Nie wieder wird Mina the Hollower so anspruchsvoll wie in seinen ersten Spielstunden - und das ist eigentlich ein eher ungünstiges Verhältnis. Auch die Ingame-Währung "Knochen" fließt sehr großzügig. Die Spielökonomie wirkt insgesamt etwas unausgeglichen und die wichtigsten Upgrades hat man bereits im ersten Drittel des Spiels erworben.

Summa summarum bleibt Mina the Hollower für mich dennoch ein großartiges Erlebnis und eines der Highlights des Jahres. Diese Welt hat eine Sogwirkung entwickelt, wie sie nur wenigen Spielen gelungen ist. Die Erkundung macht durchgehend Spaß, das Abenteuer steckt voller Ideen und Yacht Club Games beweist einmal mehr ein außergewöhnliches Gespür für Leveldesign.

Die kleineren Probleme beim Balancing verhindern für mich zwar den Sprung in die absolute Spitzenklasse, ändern aber nichts daran, dass Mina the Hollower für mich zu den besten Spielen des Jahres gehört. Für einen GotY-Kandidaten reicht es am Ende knapp nicht - direkt dahinter würde ich es aber problemlos einordnen.

8/10
 

X30 Neo

Natural Born Gamer
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Horizon - Call of the Mountain

Der Berg hatte gerufen. Ausschließlich auf der PS5 beheimatet, bin ich mit Sonys PSVR 2 Brille rund 10 Stunden auf der PS5 Pro durch Carja- und Nora-Gebiet geklettert. Ich hatte das Spiel 2023 begonnen, aber kurz darauf eine VR-Unlust entwickelt, so dass ich erst jetzt wieder in den Genuss eines der besten VR-Titel auf der PS5 gekommen bin.

Wer mit den beiden "großen" Horizon-Titeln vertraut ist, wird sich gleich heimisch fühlen. Man selbst spielt zwar nicht Aloy, sondern Ryas, einen Schatten-Carja, der aus dem Gefängnis befreit wird, um die immer häufiger werdenden Maschinenangriffe zu untersuchen. Dazu muss er die höchsten Berge des Sonnenreichs erklimmen und seinem Bruder Urid folgen. Die Geschichte ich leidlich spannend, aber man kann froh sein, dass es überhaupt eine gibt, denn sie ist eigentlich nicht wichtig. Wir wollen schließlich klettern und Maschinenwesen bekämpfen.

Das Spiel ist in mehrere Schlauchlevel unterteilt, es gibt also keine offene Spielwelt. Lediglich einige alternative Wege, die Kletter-Herausforderungen sind, verzweigen sich abseits des Hauptpfades. Man kann sich frei oder schwingend bewegen. Je nach evtl. Anfälligkeit für Motion-Sickness.
Der Names des Titels ist Programm. Die Hauptaufgabe des Spielers besteht meistens darin, Felswände zu erklimmen, Seile herunterzurutschen oder hinaufzuklettern oder (superleichte) kleinere Rätsel zu lösen, damit man weiter voran kommt.
Das geht ganz schön in die Arme und (wenn man nicht sitzend spielt) die Beine und erfordert ein, wenn auch geringes, Maß an Fitness. Andererseits wird man am folgenden Tag mit leichten Nackenschmerzen und Muskelkater aufwachen.
Denn es geht hoch hinaus. Die Klettereien dauern zwar oftmals nur ein paar Minuten und man gelangt dann wieder auf eine Ebene zum verschnaufen. Aber mit zunehmender Spieldauer spürt man leichte Belastungen. Das gibt einem aber das einzigartige Gefühl, endlich irgendwo angekommen zu sein. Das geht nur bei einem VR-Titel.
Auf den Zwischenebenen kommt es gelegentlich auch zu Kämpfen. Erst mit kleineren Exemplaren aus den Hauptspielen, wie z.B. den Wächtern, Plünderern oder Grauhabichten. Später nimmt man es sogar mit einem Brüllrücken, einem Donnerkiefer oder einem Sturmvogel auf. Gegen andere Menschen wird nicht gekämpft.

Ryas wehrt sich mit seinem Bogen und später auch der Zwille. Es gibt bekannte Munitionstypen wie Brand-, Schock- oder Abrisspfeile. Die Munition wird aus Loot gesammelt, der in den Zwischenebenen mal mehr und mal weniger gut versteckt ist. Hier kann man auch einige Sammelstücke finden oder Panzerplatten für die Ausrüstung.
Die Kämpfe in VR ähneln der Abfolge nach den Hauptspielen, finden aber meist auf großen Plätzen mit Arena-Charakter statt. Dort kann man kurzzeitig in eine Zeitlupe schalten um die Waffenauswahl zu treffen oder die Munition auszuwählen, was sehr hilfreich in den hektischen Gefechten ist.
Ausweichen ist ein zentraler Kernpunkt. Mit dem linken Stick vom Sense-Controller macht man einen mehrere Meter langen Schritt zur Seite, so dass man den oder die Gegner schnell umkreisen kann, um ihnen von Hinten oder von der Seite zuzusetzen.
Natürlich kann man den Gegner auch zuvor wie in den normalen Spielen scannen, um seine Schwachstellen auszumachen und die Rüstung zu schwächen. Das funktioniert prima und ist eine recht gute Wahl für die Kämpfe in VR.

Die Kräfte zehrenden Klettereien, unterbrochen von den nicht weniger anstrengenden Kämpfen, lohnen sich dann aber auch, wenn man mal auf einem Gipfel ist. Und davon gibt es so einige zu erklimmen bei Call of the Mountain. Die Ausblicke, insbesondere auf der PS5 Pro, sind atemberaubend schön und die Weitsicht fantastisch.
Auch wenn man mit einer Hand an einer Klippe hängt, sich ein hunterte Meter tiefer Abgrund unter einem auftut und man mit der anderen Hand den Seilwerfer punktgenau auf eine Öse treffen muss, sind Momente, die man nicht so schnell vergisst.

Hat man das Abenteuer überstanden, winken noch einige Sammelsachen oder Nebenaufgaben wie Steinhaufen stapeln oder, besonders nett, auf Zielscheiben schießen, die überall in den Levels teilweise gut versteckt sind.
Eigentlich ist Call of the Mountain ein Kletter-Simulator, wären da nicht die spektakulären und spannenden Kämpfe zwischendurch. Dennoch ist es ein "echtes" Horizon-Spiel im Herzen. Denn so viel Liebe zum Detail hätte man in einem VR-Titel gar nicht vermutet. Nicht nur die Lore oder die Kostüme der Freunde im Unterschlupf ähneln exakt den aus den Hauptspielen, auch die Umgebungen, die Maschinenwesen, die verrosteten Bauten der alten Zivilisation, alles kommt einem bekannt vor, wenn man die Originale gespielt hat.
Dazu ist Call of the Mountain absolut hochglanzpoliert und ein wirklich wunderschönes Spiel zu jeder Zeit. Bugs hatte ich keine, auch das klettern lief im Gegensatz zu ähnlichen VR-Titeln immer rund. Die Bildrate hatte keine Einbrüche und das Bild war vergleichsweise sehr scharf.
Das zielen mit dem Bogen war sehr einfach, aber dennoch präzise. So könnte man dann auch das genze Spiel beschreiben. Einfach, aber dennoch stets herausfordernd, mit viel Spielwitz und Spannung. So muss ein VR-Vorzeigetitel aussehen. Schade, dass Sony beschlossen hat, keine so großartigen Spiele mehr für PSVR 2 zu produzieren. Denn so müssen echte VR-Hits aussehen.

9/10
 
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