Eirulan
Frührentner
Heute geht mein Aufholversuch in Sachen Besprechung meiner durchgespielten Spiele mit Death Stranding (in der Director’s Cut-Version) weiter – es bleibt aber bei einem Versuch... Irgendwie spiele ich die Titel momentan schneller durch, als ich dazu komme, sie hier zu besprechen. Mal sehen, ob das so bleibt… 
Die letzten Reviews waren ja eher reine Huldigungen – und auch Death Stranding konnte mich in vielerlei Hinsicht begeistern. Dieses Mal gibt’s aber auch ein paar kritische Anmerkungen. Ich habe zwei Anläufe gebraucht, um das Spiel wirklich durchzuziehen. Beim ersten Versuch vor etwa drei Jahren war ich nach rund 15 Stunden eigentlich ganz angetan, aber irgendwann hat mich das Pacing zunehmend gestört. Death Stranding nimmt sich viel Zeit – manchmal zu viel. Zwischensequenzen sind lang, Dialoge wiederholen sich, und manche Gameplay-Abschnitte wirken unnötig gestreckt. Für mich ist das nicht grundsätzlich ein Problem, aber es verlangt von mir als Spieler eine gewisse Geduld und Bereitschaft, sich auf Kojimas Erzähltempo einzulassen. Gerade in den ersten Stunden hatte ich oft das Gefühl, das Spiel steht sich selbst im Weg. Und auch beim zweiten Durchlauf hatte ich nicht jeden Tag die Geduld, diesen Weg mitzugehen.
Auch mit der Erzählstruktur hatte ich so meine Schwierigkeiten. Besonders auffällig fand ich die vielen Redundanzen: Expositionen werden mehrfach wiederholt, Charaktere erklären ihre Motivationen immer wieder aufs Neue – kombiniert mit der typischen Kojima-Überinszenierung war das stellenweise einfach anstrengend. Klar, mir ist bewusst, dass genau das für viele Kojima-Fans (zu denen ich mich mit Abstrichen durchaus auch hinzuzählen würde) den Reiz ausmacht – aber für mich war’s manchmal einfach zu viel.
Als nächsten gravierenden Negativpunkt muss ich leider den für meine Ohren schlechtesten Soundtrack ever erwähnen – zumindest was die Lizenz-Tracks angeht. Dieses (sorry) elende Gejaule von Low Roar ertrage ich keine 30 Sekunden, ich bekomme davon ernsthaft Kopfschmerzen. Immer wenn da ein Track einsetzte, habe ich auf Mute gestellt und mich beeilt, zum nächsten Knotenpunkt zu kommen.
Und dann wäre da noch der Schwierigkeitsgrad. Ich habe durchgehend auf „Hard“ gespielt wegen der Legendentrophäen, aber wirklich gefordert hat mich das Spiel nie. Die Gegner wirken anfangs bedrohlich, entpuppen sich aber schnell als Papiertiger. Und was die Lieferungen betrifft: Der höhere Schwierigkeitsgrad macht die Dinge nicht wirklich anspruchsvoller – nur nerviger. Schuhe gehen schneller kaputt, das BB wird schneller unruhig, man verliert schneller die Balance… das war’s dann auch.
Aber jetzt zum Positiven
Das Gameplay – und vor allem seine radikale Entschleunigung – hat mir ausgesprochen gut gefallen. Death Stranding zwingt mich, mich auf das Wesentliche zu konzentrieren: Bewegung, Planung, Balance. Klingt banal, wird aber durch Terrain, Wetter und Mechaniken zu einer fast meditativen Erfahrung.
Auch das zentrale Thema hat mich sehr angesprochen: Eine zersplitterte Welt durch Verbindungen zu heilen – das ist nicht nur erzählerisch stark, sondern spiegelt sich auch im Gameplay wider. Besonders gelungen fand ich den asynchronen Online-Modus: Gemeinsam mit anderen Spielern die Welt wiederaufbauen, Brücken errichten, Seilbahnen teilen – das hat bei mir ein echtes Gemeinschaftsgefühl ausgelöst und war enorm motivierend.
Und dann wären da noch die Cutscenes und die schauspielerischen Leistungen – allen voran Mads Mikkelsen, Léa Seydoux und Margaret Qualley (die ich vorher nur aus der Netflix-Serie Maid kannte – dort aber ebenfalls großartig fand). Die Inszenierung ist, trotz aller Überlänge, oft beeindruckend.
Unterm Strich bleibt für mich ein Spiel, das nicht perfekt ist – aber mutig, eigenwillig und emotional. Death Stranding ist sicher kein Spiel für jedermann, aber eines, das etwas wagt. Und allein dafür hat es sich meinen Respekt verdient.
Die letzten Reviews waren ja eher reine Huldigungen – und auch Death Stranding konnte mich in vielerlei Hinsicht begeistern. Dieses Mal gibt’s aber auch ein paar kritische Anmerkungen. Ich habe zwei Anläufe gebraucht, um das Spiel wirklich durchzuziehen. Beim ersten Versuch vor etwa drei Jahren war ich nach rund 15 Stunden eigentlich ganz angetan, aber irgendwann hat mich das Pacing zunehmend gestört. Death Stranding nimmt sich viel Zeit – manchmal zu viel. Zwischensequenzen sind lang, Dialoge wiederholen sich, und manche Gameplay-Abschnitte wirken unnötig gestreckt. Für mich ist das nicht grundsätzlich ein Problem, aber es verlangt von mir als Spieler eine gewisse Geduld und Bereitschaft, sich auf Kojimas Erzähltempo einzulassen. Gerade in den ersten Stunden hatte ich oft das Gefühl, das Spiel steht sich selbst im Weg. Und auch beim zweiten Durchlauf hatte ich nicht jeden Tag die Geduld, diesen Weg mitzugehen.
Auch mit der Erzählstruktur hatte ich so meine Schwierigkeiten. Besonders auffällig fand ich die vielen Redundanzen: Expositionen werden mehrfach wiederholt, Charaktere erklären ihre Motivationen immer wieder aufs Neue – kombiniert mit der typischen Kojima-Überinszenierung war das stellenweise einfach anstrengend. Klar, mir ist bewusst, dass genau das für viele Kojima-Fans (zu denen ich mich mit Abstrichen durchaus auch hinzuzählen würde) den Reiz ausmacht – aber für mich war’s manchmal einfach zu viel.
Als nächsten gravierenden Negativpunkt muss ich leider den für meine Ohren schlechtesten Soundtrack ever erwähnen – zumindest was die Lizenz-Tracks angeht. Dieses (sorry) elende Gejaule von Low Roar ertrage ich keine 30 Sekunden, ich bekomme davon ernsthaft Kopfschmerzen. Immer wenn da ein Track einsetzte, habe ich auf Mute gestellt und mich beeilt, zum nächsten Knotenpunkt zu kommen.
Und dann wäre da noch der Schwierigkeitsgrad. Ich habe durchgehend auf „Hard“ gespielt wegen der Legendentrophäen, aber wirklich gefordert hat mich das Spiel nie. Die Gegner wirken anfangs bedrohlich, entpuppen sich aber schnell als Papiertiger. Und was die Lieferungen betrifft: Der höhere Schwierigkeitsgrad macht die Dinge nicht wirklich anspruchsvoller – nur nerviger. Schuhe gehen schneller kaputt, das BB wird schneller unruhig, man verliert schneller die Balance… das war’s dann auch.
Aber jetzt zum Positiven
Das Gameplay – und vor allem seine radikale Entschleunigung – hat mir ausgesprochen gut gefallen. Death Stranding zwingt mich, mich auf das Wesentliche zu konzentrieren: Bewegung, Planung, Balance. Klingt banal, wird aber durch Terrain, Wetter und Mechaniken zu einer fast meditativen Erfahrung.
Auch das zentrale Thema hat mich sehr angesprochen: Eine zersplitterte Welt durch Verbindungen zu heilen – das ist nicht nur erzählerisch stark, sondern spiegelt sich auch im Gameplay wider. Besonders gelungen fand ich den asynchronen Online-Modus: Gemeinsam mit anderen Spielern die Welt wiederaufbauen, Brücken errichten, Seilbahnen teilen – das hat bei mir ein echtes Gemeinschaftsgefühl ausgelöst und war enorm motivierend.
Und dann wären da noch die Cutscenes und die schauspielerischen Leistungen – allen voran Mads Mikkelsen, Léa Seydoux und Margaret Qualley (die ich vorher nur aus der Netflix-Serie Maid kannte – dort aber ebenfalls großartig fand). Die Inszenierung ist, trotz aller Überlänge, oft beeindruckend.
Unterm Strich bleibt für mich ein Spiel, das nicht perfekt ist – aber mutig, eigenwillig und emotional. Death Stranding ist sicher kein Spiel für jedermann, aber eines, das etwas wagt. Und allein dafür hat es sich meinen Respekt verdient.