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Eirulan

Frührentner
Heute geht mein Aufholversuch in Sachen Besprechung meiner durchgespielten Spiele mit Death Stranding (in der Director’s Cut-Version) weiter – es bleibt aber bei einem Versuch... Irgendwie spiele ich die Titel momentan schneller durch, als ich dazu komme, sie hier zu besprechen. Mal sehen, ob das so bleibt… 😊

Die letzten Reviews waren ja eher reine Huldigungen – und auch Death Stranding konnte mich in vielerlei Hinsicht begeistern. Dieses Mal gibt’s aber auch ein paar kritische Anmerkungen. Ich habe zwei Anläufe gebraucht, um das Spiel wirklich durchzuziehen. Beim ersten Versuch vor etwa drei Jahren war ich nach rund 15 Stunden eigentlich ganz angetan, aber irgendwann hat mich das Pacing zunehmend gestört. Death Stranding nimmt sich viel Zeit – manchmal zu viel. Zwischensequenzen sind lang, Dialoge wiederholen sich, und manche Gameplay-Abschnitte wirken unnötig gestreckt. Für mich ist das nicht grundsätzlich ein Problem, aber es verlangt von mir als Spieler eine gewisse Geduld und Bereitschaft, sich auf Kojimas Erzähltempo einzulassen. Gerade in den ersten Stunden hatte ich oft das Gefühl, das Spiel steht sich selbst im Weg. Und auch beim zweiten Durchlauf hatte ich nicht jeden Tag die Geduld, diesen Weg mitzugehen.

Auch mit der Erzählstruktur hatte ich so meine Schwierigkeiten. Besonders auffällig fand ich die vielen Redundanzen: Expositionen werden mehrfach wiederholt, Charaktere erklären ihre Motivationen immer wieder aufs Neue – kombiniert mit der typischen Kojima-Überinszenierung war das stellenweise einfach anstrengend. Klar, mir ist bewusst, dass genau das für viele Kojima-Fans (zu denen ich mich mit Abstrichen durchaus auch hinzuzählen würde) den Reiz ausmacht – aber für mich war’s manchmal einfach zu viel.

Als nächsten gravierenden Negativpunkt muss ich leider den für meine Ohren schlechtesten Soundtrack ever erwähnen – zumindest was die Lizenz-Tracks angeht. Dieses (sorry) elende Gejaule von Low Roar ertrage ich keine 30 Sekunden, ich bekomme davon ernsthaft Kopfschmerzen. Immer wenn da ein Track einsetzte, habe ich auf Mute gestellt und mich beeilt, zum nächsten Knotenpunkt zu kommen.

Und dann wäre da noch der Schwierigkeitsgrad. Ich habe durchgehend auf „Hard“ gespielt wegen der Legendentrophäen, aber wirklich gefordert hat mich das Spiel nie. Die Gegner wirken anfangs bedrohlich, entpuppen sich aber schnell als Papiertiger. Und was die Lieferungen betrifft: Der höhere Schwierigkeitsgrad macht die Dinge nicht wirklich anspruchsvoller – nur nerviger. Schuhe gehen schneller kaputt, das BB wird schneller unruhig, man verliert schneller die Balance… das war’s dann auch.

Aber jetzt zum Positiven 😊

Das Gameplay – und vor allem seine radikale Entschleunigung – hat mir ausgesprochen gut gefallen. Death Stranding zwingt mich, mich auf das Wesentliche zu konzentrieren: Bewegung, Planung, Balance. Klingt banal, wird aber durch Terrain, Wetter und Mechaniken zu einer fast meditativen Erfahrung.

Auch das zentrale Thema hat mich sehr angesprochen: Eine zersplitterte Welt durch Verbindungen zu heilen – das ist nicht nur erzählerisch stark, sondern spiegelt sich auch im Gameplay wider. Besonders gelungen fand ich den asynchronen Online-Modus: Gemeinsam mit anderen Spielern die Welt wiederaufbauen, Brücken errichten, Seilbahnen teilen – das hat bei mir ein echtes Gemeinschaftsgefühl ausgelöst und war enorm motivierend.

Und dann wären da noch die Cutscenes und die schauspielerischen Leistungen – allen voran Mads Mikkelsen, Léa Seydoux und Margaret Qualley (die ich vorher nur aus der Netflix-Serie Maid kannte – dort aber ebenfalls großartig fand). Die Inszenierung ist, trotz aller Überlänge, oft beeindruckend.

Unterm Strich bleibt für mich ein Spiel, das nicht perfekt ist – aber mutig, eigenwillig und emotional. Death Stranding ist sicher kein Spiel für jedermann, aber eines, das etwas wagt. Und allein dafür hat es sich meinen Respekt verdient.
 
G

Gelöschtes Mitglied 7305

Guest
Wenn man den Bumerang irgendwann das 50ste Mal einsetzt und 30 Sekunden Knöpfchen drückt, um den Angriff zu verlängern, dann nervt das ungemein. Das davon abstrahierte rundenbasierte Kampfsystem generell, fand ich aber sehr gelungen. Mir hat es sehr viel Spaß gemacht, die Schwächen der Gegner zu bedienen und die eigenen, knappen Kampfressourcen zu managen...
Jup, exakt.
 

cM0

Moderator
Team
Jup, hab ich auch, dieses Knobel Minigame hat mir gefallen, auch wenn das letzte match da etwas sehr vom Glück abhängig war.
Wheels ja, schönes Minispiel. Ich fand das letzte Spiel gegen den Watchmaker gar nicht so schwer und hab ihn beim 2. Versuch gepackt. Bei anderen Gegnern hing ich länger, aber wie du schon sagst, da spielt auch Glück mit rein. Die beste Taktik nützt nichts, wenn man zu wenig passende Symbole kriegt.

Naja, die Story ist schon eher moderat, fand die jetzt nicht so mitreißend und mochte da chained echoes mehr.
Chained Echoes hat mir insgesamt auch besser gefallen und ich schrieb in meinem Post etwas später ja auch, dass die Story von Sea of Stars nicht außergewöhnlich war. Welt retten und so, kennt man, trotzdem passieren einige interessante Dinge und als ich dachte "jetzt bin ich bestimmt bald durch" kam nochmal was. Aber ich will Mitlesende nicht spoilern :)

Meins wars nicht. Diese Geschicklichkeitsprüfungen fand ich nervig und ohne hat man ja deutliche Nachteile gehabt. Ich mochte auch nicht, dass man ähnlich wie bei Octopath im Grunde immer diese Skillpunkte auflädt um dann einen der stärkeren Skills zu nutzen. Da war der Ablauf jedes Kampfes ziemlich ähnlich.
Ich mag die Quicktimeevents im Kämpfen, weil man so nicht nur stumpf zusieht, während die Attacken ablaufen. Auf Dauer nutzt sich das aber ab, ist schon richtig. Aber insgesamt steckt viel drin für so ein kleines Spiel. Magie mit relativ wenig Mana, sodass man zwischendurch normal angreifen muss, um Mana aufzuladen, wobei man gleichzeitig magische Kugeln generiert, die normale Angriffe in magische verwandeln, verschiedene Stärken und Schwächen der Gegner, die Konter mit den richtigen Attacken (inklusive Wechsel der Charaktere on the fly) um Spezialangriffe der Gegner zu unterbinden, Combos, Ultimate Combo... Man wird so gezwungen, nicht immer das Gleiche zu machen, wobei sich irgendwann trotzdem alles x mal wiederholt, aber so ist das ab einer gewissen Länge einfach immer.

Wollte den DLC aber auch irgendwann noch mal nachholen. Ist immer ein bisschen das Problem, wenn man so lange aus dem Spiel raus ist, geht mir bei chained echoes ja ähnlich. Ich fürchte, da komme ich nicht so einfach wieder rein und alles noch mal spielen will ich nicht. Also wahrscheinlich wirds am Ende nix.
Einfach machen :) Du hast eh einen neuen spielbaren Charakter und die beiden Hauptcharaktere haben neue Klassen, sodass man das Kämpfen eh neu lernen muss. Storytechnisch gibt es zwar einen Zusammenhang zur Hauptgeschichte, aber der ist eher lose und man spielt in einer anderen Welt. Stand jetzt ist mir der DLC fast schon zu sehr auf Rätsel ausgelegt, aber mal schauen, wie ich das am Ende sehe.
 

teltow

Altenpfleger
Die DLC mache ich noch, aber die Hauptstory ist durch...Das Spiel hat mir viel Spaß gemacht

Es macht wahnsinnig viel Spaß! Allein das durch die Gegend schwingen ist schon das Geld wert.

Die DLCs fand ich eigentlich unnötig, da haben sie mE nochmal schnell das Gleiche wie im Hauptspiel rausgehauen, um noch n paar Groschen abzugreifen.
Die "Brutes" waren in den normalen Kämpfen plötzlich unnötig schwer und der Endkampf auch. Das Gleiche nochmal in grün alles in allem, ohne viel Bindung zum Hauptspiel.

Miles Morales ist kurz aber ebenfalls sehr spaßig. Teil 2 ist wieder der Knaller! Soooo gut. Kein Wunder dass die Spideyfans damals enttäuscht waren, dass es nicht Spiel des Jahres wurde. Ist aber dem ersten ziemlich ähnlich, paar neue Mechaniken und neue Story halt. Insofern, war schon ok mit Baldurs Gate 3 als Game of the Year. Teil 2 kann ich jedenfalls dennoch empfehlen.
 

Wurzelknolle

Rentenbezieher
Miles Morales habe ich nun auch durch.
Es hat sich wirklich so angefühlt, als hätten die Entwickler mitten in der Entwicklung aus einem DLC ein eigenes Spiel gemacht. So wie es alle sagen.
Mit Miles zu spielen und seine Verwandten näher kennenzulernen war eine nette Abwechslung. Schnee steht New York auch gut.
Mir fehlte aber auch hier der Anreiz die Collectibles zu holen.

Da ich aktuell an Gran Turismo 7 hänge, wird Spiderman 2 später noch gemacht. Das läuft nicht weg, und ist aufm Gebrauchtmarkt auch fürn guten Kurs zu bekommen. Da muss ich nicht auf einen Sale warten (der ja am 18.07. mitm Summer Sale wieder kommt).
 

X30 Neo

Natural Born Gamer
Sponsor
Fallout 4 VR (PC mit PSVR2)

Da ich bereits hier schon einiges darüber berichtet habe, nur noch mal das notwendigste zu meinen 83 Spielstunden unter Vollast des PSVR2 Headsets bei diesem All-Time-Klassiker.

Am Stück waren normalerweise nicht mehr als maximal drei Stunden Spielzeit möglich, da die PSVR2 Brille im Vergleich zu anderen VR-Systemen doch recht schwer und unbequem auf den Kopf drückt. Dennoch war das Spielerlebnis einzigartig, denn die Immersion ist extrem hoch und die beklemmende Atmosphäre in den Trümmern der Postapokalypse noch dichter als im normalen Spiel.

Man erschreckt sich doch das eine oder andere Mal etwas mehr, wenn in einem engen U-Bahn-Schacht ein Rudel Ghule hinter einem auftaucht. Das Mittendrin-Gefühl fängt einen schnell ein und lässt einen völlig in das Commonwealth eintauchen.

Leider ist die VR-Portierung ähnlich schlampig umgesetzt, wie die von Skyrim für die erste VR-Brille von Sony. Die Steuerung muss zwar nicht mehr ständig nachjustiert werden, wie es mit der alten Technik noch der Fall war und das zielen ist dank der sehr präzisen Dual-Sense-VR-Contoller wesentlich genauer.
Allerdings muss die Controller-Belegung erst einmal verinnerlicht werden, denn alles ist in VR komplett anders und eine Anleitung gibt es nicht (Google kann hier helfen). Hat man es aber einmal erlernt, geht alles sehr gut von der Hand.

Hier und da ruckelt es und das Spielerlebnis ist im Gesamtbild eher unruhig als bei Vorzeigetiteln wie z.B. Half Life Alyx.
Zudem sieht man weder von seinem Körper etwas, wenn man an sich herunter blickt, noch seine eigenen Hände. In der linken Hand befindet sich nur der Pip-Boy (optional), den man wie eine Armbanduhr mit Zoom-Funktion bedienen kann, und in der rechten Hand hält man die Waffe.

Immerhin gibt es die riesige Open World wie im Originalspiel und gelegentlich wird man mit gradiosen Aussichten belohnt. Vor allem die Hauptmissionen fühlen sich gut an, der erste Besuch im Institut bleibt einem auch in VR im Gedächtnis.
Auch die Shootouts sind gradios umgesetzt und man fühlt sich zeitweilig wie ein Revolverheld. Das sieht in der V.A.T.S.-ähnlichen VR-Zeitlupe toll aus und macht wahnsinnig viel Spaß!

Leider gibt es außer einigen spatrtanischen Grafik- und VR-Einstellungen nur wenig Möglichkeiten zur Optimierung am PC. Von daher bleibt die Grafik in vielen Gebieten matschig und unscharf, selbst bei einem Rechner mit hohen Ansprüchen.
Das würde alles besser gehen, wäre das Spiel grundlegend noch mal für VR optimiert worden. Das hätte sicher auch die recht häufigen Abstürze beseitigen können.
Wenn man oft manuell speichert (insbes. im Baumodus vergisst man das gerne), ist das kein so großes Problem, denn die Ladezeiten von einer SSD sind sehr kurz und die Abstürze sind oft vermeidbar, denn sie treten meistens an den gleichen Stellen auf, z.B. wenn man zu hektisch Terminals hackt.

Für ein acht Jahre altes VR-Spiel (so lange ist das tatsächlich schon her!) ist Fallout 4 aber ganz gut gealtert. Trotz Technik, die besser sein könnte und obwohl mit PSVR2, eines der besten VR-Systeme überhaupt, auch dieses Spiel nicht hübscher aussieht.
Da so große Open World Titel in VR aber Mangelware bleiben und deshalb recht einzigartig sind, kann man alle Probleme verschmerzen.
Fallout 4 ist und bleibt immer noch ein sehr gutes Spiel und wer mal so richtig coole VR-Shootouts im Ödland erleben will, der findet hier garantiert seinen Spaß, trotz aller Technikschwächen.

7/10
 

FrancisYorkMorgan

Altenpfleger
Jusant

Ich bin nicht der größte Fan von Spielen, in denen zwar in der Regel eine, schöne, feine, emotionale Geschichte erzählt wird, aber meist das spielerische auf der Strecke bleibt. Ein bisschen mehr als zwei Tasten zu drücken muss da schon sein. Jusant bekommt das wunderbar hin. Es gibt auf der einen Seite die schöne Geschichte, die durch Briefe oder Aufzeichnungen erzählt wird.

Auf der anderen Seite kommt der spielerische Aspekt bei weitem nicht zu kurz. Die Aufgabe ist es, einen Berg zu besteigen, von außen und innen. Das ist mal mehr, mal weniger anspruchsvoll, aber tatsächlich ebenso spannend wie entspannend. Durch tolle Leuchtmittel wie z.B. Pflanzen in dunkleren Bereichen auch noch sehr gut anzuschauen. Später kommen auch noch Hindernisse wie zu starke Sonne oder starker Wind hinzu. Einfach und gut umgesetzt.

Jusant ist wirklich ein ansprechender Snack für zwischendurch, nach 4-5 Stunden war ich durch.
 

Feuerleitsystem

Jack of all trades
Ich habe meine alte PS4-Version von Elder Scrolls Online kostenlos auf PS5 upgegraded und bin prompt wieder kleben geblieben. Nun werden Add-Ins unterstützt, die eine Menge QoL-Features mitbringen z.B. Anzeige von Schatzkarten und Farming-Spots auf der Map, halbautomatisiertes Daily-Crafting, Preisreferenzen beim Gildenhändler. Gleich auch wieder Anschluss an eine nette Gilde gefunden und locker flockig durch Dungeons gelaufen. Nice.

Auf der anderen Seite sind seit meinem Ausstieg 2018 unzählige neue Mechaniken dazugekommen, sodass es ziemlich unübersichtlich ist und die meisten darauf abzielen, fehlende DLC oder ESO+ zu verkaufen. Ich schwanke noch mit mir, wie weit ich mich da involvieren möchte. Die meisten MMOGS verlieren mich durch ihre Daily-Grind-Routine.
 

Khorny

Moderator
Team
Mario Kart World

Kurios, denn es gefällt mir mit zunehmender Spielzeit immer besser, nachdem ich ungelogen schon beim Kauf kurz überlegt hatte, den Code evtl. zu Geld zu machen. Das wäre auf jeden Fall ein Fehler gewesen, und ich bin glücklich das mein Bauchgefühl und die Neugier am Ende obsiegt haben. Perfekt ist World natürlich nicht, und Gründe dafür gibt es einige, etwa die Mischung aus Renn-Etappen und Rundkursen, wodurch es im Kern ein Hybrid-Spiel ist - klar, passend zur Hybrid-Konsole, und je länger ich es spiele, umso weniger stört mich diese Mischung.

Rein technisch gibt es an dem Ding einfach gar nix zu mäkeln. Es sieht sehr schön aus, läuft butterweich, liefert hohe Weitsicht und verzückt mit schönen Streckendesigns noch und nöcher. Allein der Regenbogen-Boulevard ist einfach ein Hingucker, wie aber so viele alte und neue Pisten überhaupt viel Spaß und Abwechslung bieten. Dabei bedient sich der Funracer diesmal sogar bei Elementen aus ganz alten Mario-Schinken, etwa den 2D-Game Boy Ablegern. Für jemanden, der mit diesen Klassikern ausgewachsen ist natürlich ganz tolle Cameos!

Ein wenig vermisse ich hintenraus aber doch die vom Achter namensgebenden Achterbahn-Charakteristiken der Pisten, und selten fände ich einen direkten Nachfolger zu einem nummerierten Spiel so legitim, wie eben bei Mario Kart 8.

Neue Spielmodi wie die K.O-Tour bringen World hingegen viel Abwechslung, wobei ich Nintendo ernsthaft anraten würde, hier nochmal nachzubessern, und auch bei der Streckenwahl egal ob Single- oder Mehrspieler den Leuten mehr Freiheiten zu gewähren. Dabei sollte man sich ggf. auch den Frei-Fahrt-Modus nochmal ansehen, der im Grunde viel Potential liegen lässt. Die 24 Karts auf der Strecke sind hingegen gar nicht verkehrt, woran ich im Vorfeld so meine Zweifel hatte. Gleiches gilt für die Items und überhaupt die KI, welche deutlich zugelegt hat und sich jetzt menschlicher anfühlt.

Zum Schluss möchte ich auch noch ein Wort zur musikalischen Unterlegen verlieren, die einfach phänomenal ist. Was da an bekannten Stücken wieder aufgelegt wird ist schlicht ohrenbetäubend. Und weil die Stücke oftmals völlig Random laufen, bleibt auch immer so ein gewisses Knistern, wenn zwischendurch wieder irgendein Lieblingsstück für die passende Untermalung sorgt.

Mario Kart World ist jedenfalls ein würdiger Nachfolger, und muss sich meiner Meinung nach nicht hinter dem 8er verstecken. Für mich werden künftig einfach beide Spiele als Evergreens für Zwischendurch herhalten dürfen. Insgesamt besser poliert mag der 8er in seiner Deluxe Variante allerdings sein. Dafür ist World das vermutlich mutigere Spiele, und eigentlich seit Double Dash der erste Serien-Ableger, der wirklich mal wieder neue Wege.. oder sollte ich besser sagen, neue Routen einschlägt.
 

schockbock

Vizelaberkoppmeister 2025
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Metro Exodus Enhanced Edition

Um das direkt aus dem Weg zu haben: Das Speichersystem dieses Spiels ist aus dem neunten Kreis der Hölle und hat mich das komplette Spiel hindurch permanent damit in den Wahnsinn getrieben, zu speichern wenn es nicht sollte und umgekehrt.

Das gesagt, haben wir es hier mit einem richtig guten Stück Software zu tun, das platinwürdig ist.

Gebraucht habe ich 47 Stunden, was mehr als zehn mehr als im ersten und bis dato letzten 21er-Durchgang sind, wobei ich das Moskau-Kapitel zweimal spielen musste, um eine der vermaledeiten Tagebuchseiten einzusammeln, die mir zunächst entgangen war.

Sowieso war der Plan für dieses Mal, das Spiel zu einhundertprozenten, indem mithilfe eines (leider alles andere als spoilerfreien) Guides gespielt wurde. Aber nicht zuletzt die 1,5 Prozent Erlangungsquote des "Bibliothekar"-Achievements sind Dokument, wie schwierig bis nahezu unmöglich es ist, innerhalb der zusammengenommen sehr großen (und sehr verwinkelten) Spielwelt von Metro Exodus einzelne Schriftstück und - schlimmer - Postkarten zu lokalisieren, denn die Dinger glitzern und glänzen nicht, sind auf keiner Karte verzeichnet und werden beim Näherkommen nur durch ein unscheinbares, weißes Piktogramm kenntlich gemacht, das man ohne weiteres übersieht.

Weiterhin eingeheimst wurden alle zwölf Erweiterungen für Artjoms Spartaneranzug, die ebenfalls optional in der Spielwelt herumliegen, aber im Gegensatz zu den Collectibles meist in prominent platzierten Spots zu finden sind.

Diese "Points of Interest", die besonders die Gebiete Wolga und Kaspische See betreffen, werden übrigens durch das Scannen der Lande per Fernglas auf der Karte hinterlegt und anschließend, nachdem sie erforscht sind, als "erledigt" markiert. Und ja, hätte ich diese so simple wie nützliche Funktion im ersten Durchgang erkannt und von ihr Gebrauch gemacht, wäre mein Urteil zum Spiel damals wahrscheinlich um einiges positiver ausgefallen, denn so wird dem Spiel auch in den (halb-)offenen Arealen eine Struktur verliehen, die ein herausragendes Pacing ermöglicht.
Es kommt zu keiner Zeit Langeweile auf, es gibt praktisch kein Füllmaterial, welches das Spiel unnötig aufbläht. Es ist im Herzen eine relativ lineare Erfahrung, die in offenen Gebieten stattfindet, so dass man nicht nur hier und da Nebenquests zu erledigen hat, die übrigens nie Backtracking erfordern, sondern alle in eigens dafür handgefertigten Spielabschnitten stattfinden - nein, man hat auch jede Menge Spaß daran, die Umgebung zu erkunden und (besonders mit früh erhältlichem Loot-Detektor) überall kleine Ressourcenquellen aufzutun, mit denen man seine Waffen und Ausrüstung in Schuss hält und - wichtig - Usables herstellt, oder zu Neudeutsch: Man craftet.

Die Inszenierung ist großartig, wobei ich wie immer bei den Metro-Titeln ein Problem damit hab, mit welcher letzten Konsequenz die Immersion in den Vordergrund gerückt wird, denn so gut das Spiel in Sachen Animationen durchdesignt ist, so "stillos" im Sinne von "zwischen allen Stühlen stehend" fühlt es sich zuweilen an. Und wenn man wieder mal, wie immer zwischen den Missionen, auf der "Aurora", dem geklauten Zug, mit dem man das postapokalyptische Russland bereist, unterwegs ist und Bonding mit seinen Kameraden und der geliebten Ehefrau betreibt, kommt man sich manchmal wie in einem Bühnenstück vor.
Ach ja, und wo ich grad dabei bin: Um Gottes Willen, Leute, hört auf den armen Artjom vollzulabern! Immerhin wurde nicht das regelrechte Verbrechen der Vorgängerspiele wiederholt, einem "Moralpunkte" für das Beiwohnen der unfassbaren öden Monologe, mit denen meine stumme Spielfigur bedacht wird, zu geben, so dass man die anhören MUSS, will man das gute Spielende erreichen.

Aber trotzdem bleibt meine damals angebrachte Kritik in diesem Punkt bestehen: Spielfiguren, die nichts sagen, kommen grundsätzlich leicht dümmlich rüber und ganz sicher bieten sie keine Projektionsfläche für die Persönlichkeit des Spielers, oder was auch immer der spielgestaltungstechnische Hintergrund solcher Entscheidungen ist.
In Metro Exodus nimmt der Umstand, dass Artjom kein Wort von sich gibt, zuweilen absurde Formen an, obwohl man - das sei fairerweise gesagt - immer dramaturgisch halbwegs sinnvolle Mittel findet, ihn in die Erzählung zu integrieren.

Noch ein Wort zur Technik: Gespielt wurde auf PC mit voll nach rechts gerissenen Reglern, also auch Raytracing und nvidia-spezifisches Gedöns wie Hairworks aktiviert. Das lief auch den überwiegenden Teil der Zeit hinweg sehr sahnig, mit nur einigen, verschmerzbaren Laderucklern hier und da.
Interessant ist, dass an der Stelle im Taiga-Gebiet, wo man auf ein Wolfsrudel trifft, die Bildrate brutalst einbricht, was anscheinend mit drölf Wolfspelzhärchen zu tun hat, die physikalisch korrekt gerendert werden.

Davon abgesehen sieht das Spiel auch im sechsten (bzw. vierten) Jahr seines Bestehens umwerfend aus - nicht so sehr im Detail, sondern im allgemeinen Artdesign, was für eine grandiose Atmosphäre sorgt.

Jau, Fazit: Sehr geiler Scheiß, sehr gern gespielt.

Weiter geht's mit Dead Island 2.
 
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