Turtle Beach Ear Force X41 Wireless Headset
So…Seit ungefähr anderthalb Wochen besitze ich nun auch das X41 und möchte hier ebenfalls mal meine Erfahrungen mit dem Headset aus dem Hause Turtle Beach posten.
Vorweg: Bei einem durchschnittlichen Marktpreis von ca. 160€ habe ich lange überlegt, ob ich mir das wirklich antun sollte. Den Obolus, der für den Besitz diese Headsets zu entrichten ist, kann man schon getrost als starke „Hausnummer“ bezeichnen. Etliche Meinungen und Erfahrungsberichte hier und in anderen Foren gaben mir aber ein größtenteils positives Bild. Auch wenn das alles natürlich subjektiv bleibt. Jeder hört anders. Letztlich muss man eben doch selbst testen und seine eigenen Erfahrungen machen. Also…Bestellbutton gedrückt und ab dafür.
Bestellt habe ich übrigens bei roxxgames in Hamburg. Die hatten das Teil vorrätig. Allerdings die teure „Variante“ (179,90€). Für zwanzig Euro weniger bekommt man es bei den Hamburgern auch. Allerdings muss man wohl ein paar Wochen Wartezeit einkalkulieren, weil der Lieferant von roxxgames den Liefertermin aufgrund von Engpässen schon mal verschieben muss. Nix für mich. Die Lieferung an sich ging dann schnell und problemlos. An einem Montag bestellt und Dienstagmittag war das Headset bei mir. Korrekt.
Nach dem öffnen des Pappkarton´s erwartete mich der allseits beliebte ich-hab-mir-beim-öffnen-der-Verpackung-den-Finger-abgetrennt Plastikschrott. Man…wie ich die Dinger hasse. Dafür musst du wohl ein Semester Metzger in „Ochsford“ auf der Kälberschule studiert haben. Egal. Irgendwann war das X41 aus seiner störrischen Verpackung befreit.
Optik und Haptik
Gefällt mir gut. Keine scharfen Kanten, die Polsterung des Bügels ist angenehm und auch die Ohrpolster vermitteln einen guten Eindruck. Das Gewicht des Headsets ist gut. Ich würde es sogar als leicht bezeichnen.
Die Verstellmöglichkeiten des Bügels sind ausreichend dimensioniert und sollten auch Menschen mit großen Köpfen vor keinerlei Probleme stellen. Das Mikrofon sitzt an einer flexiblen „Stange“, die lang genug ist und -je nach Kopfgröße- bis fast direkt vor den Mund reicht. Man kann das ganze auch abnehmen, da das Mikro per Klinkenstecker mit dem Kopfhörer verbunden ist. Beim wieder anstecken aber darauf achten, das es richtig herum geschieht. Sonst zeigt der Eingang des Mikrofons nicht zum Mund, sondern zum TV. Ist in der BDA aber gut erklärt.
Die Farbgebung in Schwarz und Weiß ist Geschmackssache. Gefällt mir zwar gut, ist für mich aber eher sekundär. Die Basisstation dient gleichzeitig als Ablage für den Kopfhörer. Nett gemacht, allerdings werde ich mir wohl einen „Glaskopf“ für die Kopfhörer zulegen. Gefällt mir persönlich besser.
Anschluss und Tragekomfort
Für mich völlig problemlos und ruck zuck. USB-Kabel für die Stromversorgung von der Box zur Basisstation, Toslink-Kabel vom Onkyo AVR schnell zur Basisstation umgesteckt, Mikrofon an die linke Ohrmuschel geknüppert, Batterien (gehören zum Lieferumfang) eingelegt und das Headset konnte auf meiner Rübe Platz nehmen. Noch ein paar Einstellungen am Bügel für den optimalen Sitz und fertig.
Und es sitzt in der Tat angenehm. Obwohl ich Brillenträger bin, drückt nichts und auch meine Lauschlappen scheinen sich wohl zu fühlen. So zumindest mein erster Eindruck. Im Praxistest zeigte sich dann aber, dass nach einigen Stunden zocken, doch ein leichtes Druckgefühl bei mir entsteht. Es ist zwar nicht so unangenehm, dass ich mir am liebsten die Kopfhörer von der Birne reißen möchte. Aber es ist da. Für mich insofern vernachlässigbar und kein wirklicher Kritikpunkt, denn die Zeiten in denen 24/7 durchgezockt wurde, sind bei mir schon lange vorbei.
Sound
So weit – so gut. Es sieht ganz gut aus, ist relativ einfach zu verkabeln und sitzt auch noch ordentlich. Aber wie hört es sich an? Als Vergleich dient mir hierbei mein Heimkinoset von Nubert, sowie der AVR Onkyo TX-NR 905.
Turtle Beach wirbt unter anderem mit grandiosem 7.1 Surround-Sound. Ob das für einen Kopfhörer nötig ist, lasse ich mal dahingestellt. Ich zähle mich zu der Spezies Mensch, die Heimkino schauen und Musik hören als relativ intensives Hobby betreibt und deshalb zunächst einmal skeptisch mit solchen Werbeslogans umgeht.
Also: Box eingeschaltet, Basisstation eingeschaltet, Kopfhörer aufgesetzt. „Wow“ – dachte ich. Kein ominöses Grundrauschen, wie es von einigen Usern beschrieben wurde. Volumeregler am Kopfhörer weiter aufgedreht. Nothing!
„Ha - ich hab ein besonders gutes Headset erwischt“. Quasi die ich mach´s mal heute mit Liebe Produktionscharge.
Nach dem scrollen durchs Box-Menü musste ich ernüchternd feststellen, das ich wirklich nichts hörte. Nicht mal die Klicks und Klacks. Man sollte halt nicht vergessen den Kopfhörer auch mit einzuschalten. Der Power Knopf an der Unterseite der linken Ohrmuschel ist nicht umsonst da. Schallendes Gelächter meiner Freundin hat das Fiasko dann noch komplettiert.
Okay…aber jetzt. Modern Warfare2 ins Böxle. Was mir sofort auffiel: Schon bei der Musik des Hauptmenüs hörte ich einige Klänge, die ich über mein Heimkinoset so noch nicht wahrgenommen hatte. Cool! Und gleich mal die Wirkungsweise des Bass Boost ausprobiert. Ernüchterung. Ohne klingt mir das ganze etwas zu dünn und auch weniger räumlich. Also für mich gilt: Immer mit. Beim zocken bestätigte sich dieser Eindruck noch. Explosionen und Waffen hören sich für mich mit Bass Boost wesentlich besser, angenehmer -meinetwegen auch spektakulärer- an.
Wie sieht´s mit der Surroundkulisse aus? Hier hat meine Heimkinoanlage die Nase vorn. Räumlichkeit, Soundfelder und Ortung von Explosionen, Helis in der Luft, Querschläger – all das kommt nach meinen Eindrücken irgendwie besser mit der Anlage rüber. Beim X41 tendiert das alles ein bisschen mehr in Richtung Stereo, wirkt gepresster.
Noch mal die Anzeige an der Basisstation gecheckt. Yo, Dolby Digital liegt an. Meine anfängliche Skepsis gegenüber der 7.1 Surround Sound Werbung hat sich somit bestätigt. Liegt aber nicht daran das Turtle Beach mogelt und nur aufgepumpten Stereo Sound generiert, sondern wohl eher an der Anatomie des menschliches Ohres.
Dafür empfinde ich die Waffensounds mit dem X41 besser, man fühlt sich beim zocken näher dran, alles wirkt intensiver und es gibt etliche neue Geräusche zu „erhören“, die mit der Anlage nicht rüberkommen. Gehört für mich eben auch dazu und steigert den Spielspass nochmals. Und das orten von Gegnern, anhand von Lauf- oder Nachladegeräuschen, ist meiner Meinung nach sensationell gut gelungen und verschafft einem manches mal Vorteile.
Chatqualität und Akkulaufzeit
Der Chat lief bei mir bisher problemlos. Ein einziges Mal gab es Probleme mit Echo und Störungen. Lag aber daran, dass der Klinkenstecker des Verbindungskabels zwischen Controller und Kopfhörer, am Kopfhörer nicht richtig eingesteckt war. Kleine Ursache – große Wirkung. Das Mikro scheint sehr gut zu sein, denn ich brauche meistens nur relativ leise sprechen und komme trotzdem klar und deutlich bei den anderen Usern an. Sehr schön. Der Chatsound der anderen User kommt bei mir ebenfalls gut an. Kein knacksen oder ähnliche Probleme. Bisher jedenfalls. So muss das sein. Super.
Die Akkulaufzeit ist nicht klar zu definieren. Bei mir kommen im Controller und Headset aufladbare Akkus zum Einsatz. Ich glaube, X30 Jesse James hatte mal hier geschrieben, das man am besten fährt, wenn man vor einer längeren Session immer frische Akkus einlegt. Mache ich genauso. Damit sollte man auf der sicheren Seite sein. Außerdem habe ich bisher die Erfahrung gemacht, das sich leere Akkus mit knacksen im Chat und abgehackter Sprache der anderen User bemerkbar machen. Spätestens wenn der Kopfhörer auf Stumm geht, wird es Zeit die Akkus zu wechseln. MW2 im Charlie Chaplin und Buster Keaton Style macht nicht wirklich Spaß.
Ob die propagierten 25 Stunden Laufzeit stimmen, kann ich nicht sagen. Hängt zu einem Großteil sicherlich davon ab, wie laut man den Spielsound genießt und die Bass Boost Funktion trägt auch ihren Anteil dazu bei. 20 Stunden sollten aber schon drin sein. So mein Eindruck.
Fazit
„180 Öcken für ein Headset? Kann das Ding auch Kaffee kochen?“ – so war mal die Frage eines Users an mich. Nee, kann es natürlich nicht. Aber es macht vieles gut und richtig. Für mich jedenfalls. Natürlich ist das subjektiv und natürlich liegt das im Auge des Betrachters. Jeder hat andere Maßstäbe bezüglich Preis – Leistung, Zweck und Nutzen oder Sinn und Unsinn. Ich für meinen Teil weiß jetzt schon, dass diese Investition richtig war und sich der Kauf für mich gelohnt hat.
Und die Frage meines Nachbarn: „Sie gucken wohl gerne Actionfilme?“ – wird in Zukunft, zumindest beim zocken von MW2, nicht mehr gestellt. Als Schichtarbeiter ist man manchmal zu "ungewöhnlichen" Zeiten in der virtuellen Welt unterwegs. In einem Mehrparteienhaus gibt es eben nicht nur einen selbst. Da heißt es Rücksicht nehmen. Jetzt geht das auch bei vollem und durchaus angenehmen Sound. :thumbsup: