Mal mein Feedback zum Thema: ich hatte schon vor Jahren so einen Spleen mit einem eigenen Server. Letztendlich kommt es immer darauf an, was man damit machen will. Ich wollte hauptsächlich einen Server für meine Videosammlung und für meinen roon-Core. Da sich letzterer - speziell rockOS, ein Linux-Image
ausschließlich für roon - aber nicht mit anderen Apps verträgt kam ich auf ein NAS, das parallel zum roon-Server lief. Hatte mir also ein QNAP TS563 mit 5 Laufwerken zugelegt, irgendwie eingerichtet und sämtliche Daten hochgeladen (hat 2-3 Wochen gedauert) und kaum war ich fertig, ist das Teil abgeschmiert! Ging von einem auf den anderen Tag nicht mehr an
Datenrettung? Fehlanzeige! Ich hätte ein neues (kompatibles) Gerät kaufen und die Laufwerke dort wieder installieren können, aber zum einen war schwer rauszufinden, mit WELCHEN QNAPs das problemlos funktioniert, und ein neues TS563 war seinerzeit nicht zu kriegen
Da mich die ganze Bedienung des Gerätes eh nie überzeugte (ich habs nicht so mit Linux), wollte ich eine andere Lösung.
Da ich hier eh in einem „Mac-Universum“ lebe und keine zwei Server laufen lassen wollte (einen für roon und einen für Plex, Emby & Co.) entschied ich mich letztendlich für einen Mac Mini M1 als Server. Als „Datengrab“ für die Videosammlung verwende ich ein Drobo 5D3, die Musiksammlung liegt auf einer ausrangierten 4TB SSD. Auf dem Server läuft unter MacOS der roon Server, der Plex-Server, der Emby-Server und meine
Pi-Node. Da mir auch Gbit-LAN zu lahmarschig war baute ich mir zunächst ein 2,5GBit-LAN mit einem “Zwischenrouter“ und zwei USB-LAN-Adaptern (für den Server und meinen desktop, einen Mac Mini M4) auf. Das lief zwar recht flott, aber dann bekam ich den Tip mit einer Thunderbolt-Bridge! Man verbindet einfach zwei Tb-fähige Macs per TB-Kabel und konfiguriert die TB-Bridge und schon können die beiden Macs Daten mit bis zu 10GBit austauschen!!! Und das ohne jegliche LAN-und CPU-Belastung! Tatsächlich kann ich so von interner SSD auf interne SSD tlw über 1GB/s kopieren!
Weiterer Vorteil ist, dass ich das Drobo, das ich ja nur zum „Plexen“ brauche, komplett ausschalten, ohne dass der Server dadurch nicht mehr läuft. Sowas kann (mWn) kein NAS!

Und nachdem ich mir eine zweite SSD als „Zwischenspeicher“ für Plex an den Server gehängt habe, läuft das Drobo mit seinen 5 HDDs mit 48TB Festplatten (ergeben im BeyondRAID 32TB Kapazität) nur noch alle 2 Wochen mal für ne Stunde für einen Video-Sync und um das Programm der nächsten Tage auf den Zwischenspeicher zu kopieren, bspw eine Serie, die ich mir als nächsten ansehen will. Während das Drobo ca 80W verbrauch, begnügt sich der Mac mit ca 5W. Zeig mir mal so ein NAS

Außerdem reicht an die Performance des M1 quasi kein NAS im bezahlbaren Bereich heran!
Da ich mit macOS deutlich fitter bin ist die Bedienung auch total easy. Über die Mac-Bildschirmfreigabe bediene ich den Desktop des Servers ganz easy in einem extra Screen auf dem Desktop (via TB-Bridge). Über die Dateifreigabe habe ich quasi wie ne eigene Cloud daheim. Die dürfte sogar via VPN zugänglich sein, hab ich aber noch nie getestet.
Einzige Nachteile dieser Lösung:
- macht nur in einem Mac-Universum richtig Sinn
- Multi-User-Verwaltung ist recht tricky unter macOS, wenn man diese benötigt
- kein nativer ownCloud-Server für Mac, läuft zwar per Docker (hab ich auch mal gemacht: funzt) als Linux-App, aber iwie bin ich damit nicht wirklich zurechtgekommen
Vorteile: sehr leistungsstarke, flexible, einfache, geräuschlose (bis auf das Drobo) und trotzdem sehr stromsparende Lösung zu einem sehr geringen Preis (Mac Mini bekommt man gebruacht schon unter 300€, Drobo 100-150€). Dank Plex-Pass
könnte ich sogar Echtzeit-Transkoding via GPU nutzen, was bei DER CPU natürlich perfekt läuft!
Ich habe den M1 mit 8GB RAM und 512GB SSD gewählt, die RAM-Auslastung steigt ganz selten über 80%. Bei mehreren Plex-Streams gleichzeitig könnte der Bedarf aber ansteigen. Irgendwann rüste ich vll. mal auf das 16Gb/1TB-Modell auf oder auf einen M2, aber das tut zZ überhaupt nicht not
Wie anfangs gesagt: kommt immer darauf an, WAS man mit einem Server tun möchte, dann sind ausgefallene Lösungen oft die besseren

Einen Raspi hatte ich auch mal in meinen Überlegungen, aber gegen die Performance des M1 stinkt der natürlich gehörig ab
