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Welches Spiel habt ihr zuletzt durchgezockt?

L.Kwas

Frührentner
Final Fantasy XIII

Wegen der, ich nenn'se mal, gemischten Reputation hab ich den Teil lange aufgeschoben. Und joa, der Eindruck war am Ende auch gemischt.

Zu den positiven Aspekten: Das Spiel ist, was die Grafik angeht, sehr gut gealtert, Artdesign und Modelldetails sind noch immer ziemlich gut (Ausnahme ist das eine offene Gebiet im 11. Kapitel, das ist deutlich detailärmer). Allerdings ist die Performance holprig, vor allem wenn viele Charaktermodelle geladen werden, was wahrscheinlich mit der Crystal Tools Engine zusammenhängt, die auch keinen guten Namen hat und von Square Enix später fallen gelassen wurde.

Bei den Rendercutscenens derweil merkt man so nen leichten Michael Bay bzw. 2000er Hollywood Einschlag, bei dem übereifrigen Einsatz von Shaky Cams und schnellen Kamerabewegungen während der Actionszenen weiß man teilweise kaum mehr, was man da gerade sehen soll.

Über die Charaktere wurde oft debattiert, aber ich muss sagen, dass die Party gut synergiert. In den ersten Kapiteln sind die Dialoge wirklich albern bis trashig, aber das legt sich dann in den späteren Kapiteln. Teilweise wurd es mir dann später auch etwas zu bedeutungsschwanger und schwermütig, und ich hätt mir ein bisschen die Albernheit der ersten Kapitel an manchen Stellen zurückgewünscht, um das ganze etwas aufzulockern.
Die sonst vielgescholtenen Chars fand ich eig sogar ganz ok, nur Vanilles superhohe Anime Fiepsstimme war etwas zu gekünstelt und aufgesetzt, da hätt man dem Audio Director sagen sollen, doch nen Gang runterzuschalten.

Stichwort Charaktere, wär das Spiel heute rausgekommen, dann hätte es sicherlich nen Riesenpalaver auf X oder Youtube gegeben, Lightning ist in den ersten Kapiteln ja wirklich so ein dauerangepisster Girlboss, die wildfremden Leuten eine reinhaut (v.a. Snow darf einstecken, und Fang später auch), Hope ist anfänglich eher weinerlich, und Sazh als schwarzer Pilot mit nem Afro geht natürlich auch überhaupt gar nicht weil woke und DEI.
(Dabei ist letzterer mithin mein Lieblingscharakter in der Truppe.)

Nicht wirklich gelungen fand ich hingegen den Antagonisten, Barthandelus, und auch den Kampf gegen ihn mochte ich nicht wirklich. Umso nerviger ist es, dass das Spiel einen gleich 3x gegen denselben Boss kämpfen lässt.

Kommen wir nun zum Kampfsystem, das viele eher nicht mochten, und ja, ich fand's auch eher mehr. Grundsätzlich hat es einige interessante Ansätze und versucht, das ATB-System mit Echtzeitkampf zu vermischen, man kann Gegner unterbrechen mit zeitig angepassten Angriffen (und diese können ihrerseits auch Partymember unterbrechen), und man baut Schockstatus auf für Big Dick DPS und kann Gegner airjuggeln.

In einigen Momenten geht das Konzept auch auf, aber insbesondere gegen einige Gegnergruppen spielt es sich nicht sonderlich gut, ist janky, clunky in der Bedienung und auch wenig responsiv, wenn da Charaktere wild ineinanderlaufen, während man als Spieler wenig Kontrollmöglichkeiten hat. Wilde Kamerafahrten während der Aktionen sollen das alles dynamischer wirken lassen, aber ruinieren eher die Übersicht. Besonders lästig sind auch Gegnergruppen, die Charaktere ständig stunlocken, unterbrechen oder umfallen lassen können.

Dabei haben auch Chars selber immer wieder Aussetzer, ATB-Balken ist voll, Char ist am Zug, Skills und Ziele sind ausgewählt, aber der steht da und dreht sich mir seinem Charaktermodell erstmal laaaangsam in die Richtung, bevor der irgendwas tut, oder bleibt aus irgendeinem Grund erstmal doof stehen und macht nix, was wiederum dazu führt, dass der Char seinerseits von nem Gegner unterbrochen wird, obwohl der den Skill längst hätte ausführen können. Es fühlt sich halt wirklich janky und nicht responsiv an.

Wichtig ist im Kampfsystem der Paradigmenwechsel, um seinen Partymitgliedern je nach Situation unterschiedliche Rollen zuweisen zu können, und dafür, dass dieses System so wichtig ist, ist es zu clunky gelöst. Der erste Paradigmenwechsel in jedem Kampf hat grundsätzlich immer eine viel zu lange, nicht abbrechbare Animation, bei der alle 3 Chars einzeln nacheinander wechseln (warum auch immer), und während diese Animation abläuft, läuft der Kampf im Hintergrund weiter, Gegner können weiter angreifen usw. Ich mochte es auch nicht, dass der Paradigmenwechsel sich zwangsweise auf die ganze Party auswirkt, denn in vielen Situationen hätte ich einfach nur einen einzelnen Char die Rolle wechseln lassen, während die anderen beiden ungestört weiter machen, was auch dem Spielfluss zugute käme.

Die von der KI gesteuerten Mitstreiter machen ihren Job grundsätzlich ganz gut, aber bisweilen gibt es nervige Aussetzer. Wenn zum Beispiel etwa ein Char einen üblen Debuff hat, der ihn komplett handlungsunfähig macht, dann sollte die oberste Priorität des Heilers darin liegen, diesen mit Medica zu entfernen, aber das tun diese oftmals nicht.

In vielen Situationen, selbst wenn man Skills nicht automatisch sondern übers Skillmenü auswählt, drückt man letztend Endes über lange Phasen auch stupide nur 1 einzige Taste, und sitzt da und hält den Controller mit einer Hand und drückt nur X X X X X X X X bzw. A A A A A A A A. Das ist spielerisch ziemlich flach, und auch die Esperbeschwörung soll vor allem fancy aussehen, aber bringt nur wenig Tiefgang mit ins Kampfsystem

Grundsätzlich hat das Kampfsystem interessante Ansätze, aber man hätte es besser ausarbeiten müssen, und es hätte auch viel mehr Polishing benötigt.

Generell ist auch so ein Problem des Spiels, dass die Devs vor allem darauf geachtet haben, dass es fancy aussieht, und die Funktionalität vernachlässigten. Das Kristarium (Skillpunktemenü, zum Erweitern der Rollen) ist lästig in der Bedienung, beim Öffnen wird immer eine zu lange und nicht abbrechbare Animation abgespielt, und das Freischalten von Kristariumpunkten verläuft langwierig durch Gedrückthalten von X bzw. A. Tiefgang hat es dabei keine, man schaltet alles entlang eines linearen Pfades frei, und nimmt nebenher ein paar Skills entlang des Weges mit.

Ein superlinearer Schlauch voller Cutscenes ist auch das Spiel an sich, nur das 11. von insgesamt 13 Kapiteln inkludiert ein etwas offeneres Gebiet, dementsprechend spielt so etwas wie Erkundung nur eine minimale Rolle.

Besonders ärgerlich im 11. Gebiet ist die schwachsinnige Gamedesignentscheidung, dass man immer nur 1 Nebenquest annehmen darf, und sobald man ne 2. annimmt, wird die vorherige automatisch abgebrochen, und man darf zur Statue zurücklatschen. Das resultiert in viel zu viele unnötige und lästige Laufwege, weil zugleich auch die Schnellreise stark limitiert ist.

War so mittel, aber würde es so eine Art Battle um die Krone des besten JRPGs geben, das so um 2010 herum rauskam, dann hat Xenoblade Chronicles definitiv die Nase sehr weit vorn.
 
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Zäpp

Moderator
Team
Habe die Tage endlich mal Tails of Iron durchgespielt. Zumindest habe ich die Credits gesehen. Habe ich schon relativ kurz nach Relase gekauft aber nie wirklich gespielt. Wurde in einem Podcast empfholen bei dem ich gerade alte Folgen nachhole und da ich gerade nicht so viel am PC spielen kann, habe ich die Series S mal enstaubt.
Das Spiel ist wirklich schön und hat einen tollen Charme. Wäre das nicht so, hätte ich das Spiel wohl wieder weggelegt. Leider ist nämlich die Steuerung etwas träge, was bei manchen Sprüngen oder wenn man etwas aufheben will etwas nervig sein kann, in den Kämpfen aber sehr frustriert. Die Gegner sind einfach viel schneller als der Charakter und haben dann auch noch Attacken bei denen die Hitbox nicht ganz klar ist, oder die ein wirlich knappes Timing haben. Und es gibt offenbar keine i-Frames. Das ist dann alles leider nicht mehr schwer sondern unfair. Habe nun noch ein paar Sidequests offen, die wohl ausschließlich Bosskämpfe sind. Denke mal die werde ich nicht mehr angehen. Bisschen schade, denn wie gesagt, das Spiel ist wirklich charmant. Aber vielleicht ist der Nachfolger ja fairer.
 
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Kant ist tot!

Aushilfe der Essenausgabe
Super Mario Galaxy
Für mich, wahrscheinlich neben dem Zweier, der beste 3D Platformer. Absolut toll, kreativ und hübsch. Dieses Herumlaufen um die Planeten war damals mindblowing und ist immer noch ultracool. Ich liebe es. Damals wie heute eine 10/10.

Mache auch direkt mit dem Zweier weiter. Später vlt. noch mehr Sterne sammeln.

10

Megabonk

Das Ding macht so scheiße süchtig. Bin jetzt bei über 50h und brauche nur noch paar Achievments. Das Spiel ist eine Mischung aus Vampire Survivors & Risk of Rain 2. Unüblich für das Bullet Heaven Genre kommt hier aber ne gehörige Portion Skill dazu. Das Movement ist nicht ohne. Durch eine Mischung aus Sliding und Bunnyhopping bewegt man sich am schnellsten durch die Map. Das ist extrem wichtig um a) von Mobs wegzukommen und b) möglichst viele Charge Shrine etc. abfarmen zu können.

Es ist auch Community technisch echt spannend. Der Entwickler ist sehr aktiv auf Reddit und postet die ganze Zeit Überlegungen zum Spiel und patched auch sehr aktiv. Die Leaderboards werden jede Woche aktualisiert und die Meta shifted aktuell noch ständig. Außerdem hast du auch einen Vergleich zu deinen Steam Buddys, das sind bei mir immerhin schon 4 andere in der Freundesliste, die den Titel auch schon zocken.

Nachteil: Hat schon was von einer Slot Machine. :poop:

9
 

Batsi

Altenpfleger
Fallout 3: Game of the Year Edition (PC)

Das war mein zweiter Ausflug in das Ödland rund um Washington D.C., nur mit dem Unterschied, dass ich jetzt auch alle DLCs mitgenommen habe. Und der Trip war eine typische Bethesda-Erfahrung - im Guten wie im Schlechten.

Wenn es um das Erkunden der Welt, die skurrilen Charaktere und Nebengeschichten und die Spielmechaniken geht, dann ist das Spiel einfach ein Fest. Es macht unheimlich viel Spaß durch die Städte, Höhlen und verlassenen Firmengebäude zu ziehen, nach neuen Ausrüstungsgegenständen zu suchen und mehr über die Konflikte in der Welt zu erfahren.
Auch die Spielzeit von 55 Stunden ist angenehm kurz und zeigt, dass ein Titel nicht ausufernd groß sein muss, um eine tiefgreifende Rollenspielerfahrung zu bieten. In dem Aspekt gefällt mir Fallout 3 auch besser als ein The Witcher 3 oder Skyrim, die einen mitunter ziemlich erschlagen können.

Negativ sind vor allem die Bugs aufgefallen. Es gab regelmäßige Abstürze, Tonfehler und Probleme mit dem DualSense, der immer wieder die USB-Verbindung verloren hat. Und bei meinem Glück wollten die Community-Patches natürlich nicht funktionieren.
Und auch die Hauptgeschichte rund um den verschwundenen Vater der Spielfigur und das "Project Purity" dient letztendlich nur als ein roter Faden, an dem sich das Spiel entlanghangelt. Eine spannende Erzählung mit unerwarteten Wendungen sollte man hier nicht erwarten.

Die DLCs schwanken sehr stark in ihrer Qualität. Gerade "Operation: Anchorage" zeigt mit seinem linearen Leveldesign und der fehlenden Erkundung, dass das Spiel als reiner Shooter nicht wirklich taugt. "Mothership Zeta" macht zwar mit seinem Alien-Setting anfangs Spaß, entwickelt sich dann aber nach und nach zu einer ziemlich nervigen Ballerbude.
Dem entgegen stehen die Abstecher nach "The Pitt" und "Point Lookout", die die Mischung aus Kämpfen, Erkundung und Story besser hinbekommen. Gerade der Kontrast zwischen dem düsteren Pittsburgh und dem fast schon mystisch anmutenden Maryland ist prima gelungen.
"Broken Steel" reiht sich dann dazwischen ein, weil es im Endeffekt "nur" eine dreiteilige Hauptquest bietet, die den Spieler in das Endgame entlässt.

Ohne die Bugs und die schwankende DLC-Qualität wäre mir das Spiel ganze 9 Atombomben wert gewesen. So gibt es aber nur 8 von 10 :)
 
G

Gelöschtes Mitglied 7305

Guest
55h inklusive DLCs klingt wirklich wenig, hast du viele Nebenquests gemacht oder eher nicht so?
 

X30 Trucase

Moderator
Team
A memoir blue (von Annapurna Games)
Ein eineinhalbstündiger Pausensnack ohne allzu viel Tiefgang (pun not intended).
Ich bin ehrlich: Ich hab es nicht ganz verstanden. Irgendwas mit Trauer und verlassen werden, geredet wird auch nicht, es gibt nur ab und zu mal bedeutungsschwangere Musik. Das alles eingebettet in eine Unterwasserwelt mit völlig trivialen Puzzles und seltsamer Cursorsteuerung. Man baut keine Beziehung zu den Figuren auf, das alles ist mir etwas zu meta gewesen.
Nach knapp 80 Minuten war das Ding aber schon vorbei. Muss man wirklich in Stimmung für sein. Ich war's nicht.
Unterer Durchschnitt: 4/10
 

Batsi

Altenpfleger
55h inklusive DLCs klingt wirklich wenig, hast du viele Nebenquests gemacht oder eher nicht so?
Ich hab' alle auffindbaren Nebenquests mitgenommen, aber durch den Schwierigkeitsgrad "Leicht" weniger Zeit mit den Kämpfen verbracht.

Wenn man auf "Schwer" spielt, dann wird man wesentlich mehr Zeit brauchen, weil man nicht blindlings in die jeweiligen Situationen rennen kann und auch mehr mit seinen Ressourcen haushalten muss.
 

Wurzelknolle

Rentenbezieher
55 Stunden inklusive DLCs ist auch das, was ich damals bei Skyrim mit allen DLCs für 100% der Erfolge gebraucht habe.
Man denkt immer, dass das sehr große Spiele sind. Dabei sind die Erfolge in den beiden Spielen zum Glück recht linear.
 

Khorny

Moderator
Team
Vor allem wenn man sich nicht einfach durch die Welt treiben lässt und zielgerichtet vorgeht, sollte das alles recht schnell gehen. Fallout 3 war vom Umfang auch noch vergleichsweise überschaubar, denke ich.
 
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