Habe jetzt am Wochenende mit
Zenless Zone Zero (ZZZ) angefangen...
Alles klar, machen wir jetzt auch noch Gacha-Spiele oder was??



Ja, ich schätze, wir machen jetzt mal ein Gacha-Spiel! Dieses Selbstexperiment wollte ich schon lange mal wagen, habe aber nie die Zeit gefunden. Dabei haben mich bei vielen Vertretern die grundlegende Ästhetik und der Gameplay-Loop schon immer gereizt. Außerdem ist es einfach eine ganz andere Art von Spiel, als die, die ich sonst zocke – man will sich ja schließlich im Hobby weiterbilden
Mein Plan: Ich habe nicht vor, da langfristig dranzubleiben. Sobald es um den ewigen Grind im Endspiel geht, verliere ich nämlich schnell das Interesse (war früher bei F2P-MMOs schon so). Ich möchte ZZZ wie ein ganz
normales Singleplayer-Spiel behandeln: Eine Zeit lang intensiv zocken, um zu sehen, ob ich es auf Platin (bzw. auf 100 % mit all dem Story-Content / den Season-Updates) bringen kann.
Das klingt erstmal verrückt, weil Gacha-Spiele oft Trophäenlisten haben, die von Sadisten entworfen wurden. Aber Überraschung
: Die Trophäenliste von ZZZ sieht tatsächlich ziemlich normal aus - und das "Endgame" danach interessiert mich nicht.
Erster Eindruck nach ca. 50h?
Ja, was soll man von einem chinesischen F2P-Titel erwarten? Der Progress ist unter zig System-Layern vergraben, Vieles ist time-gated und man wird an allen Ecken und Enden dazu verführt, Geld zu bezahlen.
- Du willst mehr Energie? Zahl Geld.
- Du willst schneller leveln? Zahl Geld.
- Du willst mehr Geld? Zahl Geld.
Ressourcen und In-Game-Währung werden irgendwann knapp. Und natürlich lockt das Spiel mit diesen verdammt coolen, limitierten Charakteren. Jeder ist besser als der vorherige und bedient Fetische und Wünsche, von denen du nicht einmal wusstest, dass du sie hast.
Aber hey, man weiß ja, was man sich da installiert hat. Ich war also nicht überrascht und kann diese psychologischen FOMO-Tricks ganz gut ausblenden. Ich konzentriere mich auf die Charaktere, die man vom Spiel bekommt – und die sind gar nicht mal schlecht
Daher Eindrücke vom Spiel selbst:
Die Story ist überraschenderweise kein Müll, was mich mit am meisten erstaunt hat. Ehrlich gesagt war ich ursprünglich gar nicht daran interessiert, mich mit der Geschichte zu beschäftigen, denn wer zur Hölle verfolgt schon die Story in einem Gacha-Spiel, oder? Aber je mehr ich spiele, desto interessanter finde ich sie. Präsentiert wird das Ganze dabei in einer Mischung aus vertonten Dialogszenen (ähnlich Visual Novels), animierten Comic-Strips und vollständig animierten Cutscenes. Und ich muss sagen, alles drei ist ziemlich fantastisch, was den Stil und die Ästhetik, die Animationen und die Choreographie angeht. Ich bin eigentlich nicht der größte Fan dieser chinesischen Art von Anime, denn obwohl das objektiv alles immer ziemlich makellos aussieht, fehlt mir da doch irgendwie immer der letzte Funke – ich hatte mich darüber vor Monaten mal mit einem Mitforisten ausgetauscht und wir sind beide zum Schluss gekommen, dass da oft der „Esprit“ fehlt, den die Japaner mitbringen – aber das hier sieht schon ziemlich gut aus für meinen Geschmack. Es hat diese interessante Mischung aus Cyberpunk-ähnlichen Versatzstücken und einem retro-futuristischen Vibe, der auch durch die Story erklärt wird, auf die ich hier aber nicht weiter eingehe.
Das Kampfsystem ist grundsätzlich ein super-schnelles Tag-Team-Action-RPG, die Teammitglieder haben unterschiedliche Rollen (DPS, Tank, Buffer/Debuffer usw.) und Elemente (Feuer, Eis usw.), es gibt dann Synergien im Team etc. pp. und jeder Charakter hat dann noch ein exklusives Gimmick – alles nix Neues, aber im Fundament grundsolide. Das Ganze spielt sich bisher jedenfalls ziemlich befriedigend. Ziemlich leicht zu lernen und auch zu meistern, was sowohl für als auch gegen es spricht. Wird es repetitiv? Sicher, aber bisher spielt das sich so geschmeidig, dass es nicht langweilig wird. Der Reiz liegt ja dann eher am Ausbau der Charaktere bzw. immer neue Charaktere zu bekommen.
Dann gibt es noch die
TV World, was anfangs wohl viel prominenter im Spiel war und nach und nach von Hoyoverse in den Hintergrund gepatcht wird, weil es wohl nicht soo gut angekommen ist, aber – Überraschung

– ich mag die total, für mich eins der besten Features überhaupt. Das ist im Grunde eine Art Top-Down Dungeon-Crawler, bei dem sie sich wirklich einen Haufen Spielarten haben einfallen lassen – sehr kreativ!
Der Schwierigkeitsgrad ist bisher sehr niedrig, was sicherlich mit zum psychologischen Konzept gehört, was mir aber ganz recht ist momentan, da ich mit anderen Dingen mehr als genug ausgelastet bin. Ich schätze, das wird sich auch bis zum Ende des Story-Contents nicht ändern, erst im Endgame. Kennt man so in der Konzeption aber ja auch von vielen anderen Titeln, also keine Überraschung.
Der Soundtrack ist bisher fantastisch, mit einer ganz anderen Musik, als ich sie normal höre – ich habe mir sagen lassen, man nenne das „Trap“ und „Dubstep“ (keine Ahnung

), und einer der besseren, die ich dieses Jahr gehört habe.
Bin gespannt, wo mich dieses bunte Grindfest aus Boobs, Butts und flashy Combat die nächsten ein, zwei Monate hinführen wird und wann es mir langweilig wird…
