Ansonsten weiß ich nicht mehr so recht was ich von Skyrim halten soll. Auf der einen Seite macht es Spaß, auf der anderen Seite habe ich mich dabei ertappt, mich über diverse Eigenarten zu ärgern. Dabei spielen die gern zitiertem Bugs weniger eine Rolle, bei einem solch technisch großen Machwerk kann das schon mal passieren. Aber gesamt das Gefühl vermittelt zu bekommen eher eine Art RPG light zu spielen mit einer unspektakulärem, eigentlich unwichtigem Auflevel-Struktur, nicht gerade glücklich geratenem Balacing, eher banalen Quest-Reihen, usw. das finde ich i-wie schade. Tja, und dem gegenüber steht dann wieder - so simple es i-wie inhaltlich geworden ist - eine durchaus schöne Umgebung, die recht abwechslungsreich daher kommt, gute Arbeit in Sachen Synchronisation (Englisch) geleistet wurde sowie eine sehr stimmigen Atmosphäre zu begeistern weiß.
Ja, in Bezug auf die Komplexität von Quests und Story sowie den Mangel an Entscheidungen und daraus resultierenden Konsequenzen bietet Skyrim nur wenige signifikante Rollenspiel-Elemente.
Dennoch möchte ich an der Stelle widersprechen: Meiner Meinung nach ist Skyrim nicht RPG light, sondern in Bezug auf fast alle Facetten RPG pur.
Warum RPG pur? Weil Skyrim Dich nicht nicht in irgendein starres Korsett zwängt, sondern Dir einen Abenteuerspielplatz vorsetzt den Du komplett mit Leben füllen kannst.
Du selber definierst den Charakter, den Du spielst. Einen Kämpfer? Einen Magier? Einen Dieb? Mehreres davon oder gar alles gleichzeitig? Die Elder Scrolls-Serie lässt alles zu.
Die Hauptquest, der Bürgerkrieg oder die Gilden sind Dir schnuppe? Ignorier sie einfach und erledige Stunden über Stunden nur kleine Nebenaufgaben, gehe auf die Jagd, werde beste Handwerker Skyrims oder ziehe einfach nur von Dungeon zu Dungeon.
Und wenn man sich nicht nur auf einen einzigen Spielstil (z.B. einfach nur mit einem Zweihänder auf alles draufhauen) festlegt, sondern seinen Spielstil variiert und an die Umgebung anpasst, ist jede Erkundung eines Dungeons eine kleine (Kampf-)Geschichte für sich. Eine ganz persönliche Geschichte, die vermutlich niemand anderes genauso erleben wird, wo andere Spiele vergleichweise auf Schienen verlaufen und für viele Spieler identische Spielerlebnisse bieten.
Die Hauptquest und die Gildenquests mögen auch in Bezug auf die Story nicht sonderlich komplex sein, die Welt ist es dafür umso mehr. An jeder Ecke gibt es irgendwas zu entdecken. Das mag zwar nicht der einzigartige Über-Loot sein, aber dafür sind es jede Menge Geschichten und Geschichtchen. Wer mit offenem Auge durch die Welt zieht und nicht nur nach dem Offensichtlichen sucht, findet jede Menge davon. Das mag ein Buch oder ein Tagebuch sein oder auch nur die Überreste oder Hinterlassenschaften früherer Bewohner einer Höhle oder Festung. Einen Großteil seiner Geschichte erzählt Skyrim einzig und allein über die Umgebung.
Und die Auflevel-Struktur unwichtig? Sehe ich wirklich komplett anders. Gerade diese definiert den eigenen Charakter. Fokussiere ich mich auf auf einige wenige Dinge und spiele einen extrem spezialisierten, der in seinem Spezialgebiet alle mächtigen Talente erlernen kann? Oder spiele ich einen breit aufgestellten Charakter, der zwar an sich zwar etwas schwächer aufgestellt ist, dafür jedoch in jeder Situation durch sein breites Fertigkeitsportfolio und unterschiedlichen Taktiken mit den Gegner spielen kann? Die reine Fertigkeiten-Struktur ist definitiv simpel gehalten, in den Talentbäumen hingegen teils wahrhaft mächtige Fertigkeiten, die eine hohe Charakterindividualisierung erlauben und einen durch jedes Level-Up dem Charakter, den man wirklich spielen möchte, näher bringen. Zumal es zwar möglich ist, jede Fertigkeit auf Maximum zu leveln, jedoch maximal ein Drittel aller Talente zu lernen. Denn eine hohe Fertigkeit wird erst durch die passenden Talente wirklich stark. Zumal die Crafting-Fertigkeiten den Mangel an anderen Talenten auch durchaus auch durchaus kompensieren können. Die gesamte Level/Fertigkeiten/Talente/Crafting-Struktur wirkt auf den ersten Blick banal, ist jedoch weitaus komplexer als das, was so manch anderes RPG bietet.
Skyrim ist, wenn man sich drauf einlassen kann, ein riesiges, absolut persönliches Abenteuer. Wenn das nicht Rollenspiel ist, weiss auch nicht weiter.