Thommysoft ... ich schulde dir noch eine Antwort
... daher gleich mal zum Thema: Ich denke das war etwas unglücklich meinerseits ausgedrückt, da ich lediglich den Bezug zu Rollenspielen und deren Entstehen an sich aufgegriffen habe. Das sich dabei Veränderungen, Abwandlungen, usw. ergeben, selbstredend. Und Entwicklungen an sich sind gut und wichtig, dass eben u.a. auch ein Genre wachsen kann. Bezogen auf Skyrim sieht das für mich eben so aus, dass Skyrim sich als RPG anpreist und dann darf ich doch unterm Strich erwarten das auch RPG drin steckt und eben nicht eine Art verwässerte Form bzw. viele Eigenschaften a la Adventure mit RPG-Elementen aufweist. Und dazu passt zB. dass das RPG an sich ohnehin verschiedene Facetten hat, so zB. eben die banale Unterteilung in japanische und westliche RPG und wenn ich eben ein westliches RPG spiele - eben Skyrim - dann wäre es doch reichlich verfehlt zu erwarten, dass ich beispielsweise Tales of Vesperia Gepflogenheiten vorfinde.
Deiner Aussage, Zitat "Skyrim bricht die Grenzen klassischer RPGs auf", kann ich so nicht ganz zustimmen. Auch wenn es deine Sicht der Dinge ist, dem stelle ich gegenüber, dass dieses Prinzip schon damals auf der alten Xbox z.B. mit Arx Fatalis oder eben auch Morrorwind ergangen ist. Zu der Zeit hat man seitens der Entwickler schon recht massiv die Wege des klassischen RPGs aufgebrochen und hat andere Richtungen eingeschlagen. Was grundsätzlich nichts verkehrtes ist. So lange die Option bleibt dass man ein Spiel wie Morrowind oder auch eben jetzt Skyrim wie ein RPG spielen kann, was dir als auch mir grundlegend wichtig ist, geht das in Ordnung. Soweit, denke ich, sind wir uns einig.
Thommysoft schrieb: "Das ist eigentlich der Punkt, an dem ich am wehementesten widersprechen möchte. (...) Jedoch funktionieren diese nur wirklich gut, wenn sie auch in einem Party-basierten RPG stattfinden (...) Warum soll ein Kämpfer nicht auch gleichzeitig zaubern und mit dem Bogen umgehen können? Natürlich kann der derjenige dann kein so guter Bogenschütze oder Magier sein wie ein spezialisierter Charakter (...) Zwar kann jeder Charakter alles lernen, jedoch wird er in den einzelnen Disziplinen erst dann wirklich mächtig, wenn er sich durch die Talentbäume auch spezialisiert."
Es scheint das ich da etwas unglücklich formuliert habe. Es geht mir weniger darum ob man als Gruppe oder einzelner Held in einem RPG besteht; Das spielt heute keine wirkliche Rolle mehr. Selbst in MMOs die ausgewiesen auf Gruppenspiel setzen stellen für Einzelspieler kein Hindernis dar, da auch der Einzelne sich gut nicht nur spezialisieren, sondern auch aufbauen und vorwärts kommen kann. Die einzige Krux, wenn man so will, sind dann große Boss-Dungeons die man allein dann nicht unbedingt schafft. Sonst gibt es da aber wenig Differenzen - ganz das Gegenteil ist der Fall. Aber das ist gar nicht mal Kern des Ganzen, denn in der Regel ist ein Charakter, gleich welches RPG (Online, Offline, Hersteller & Name egal) erst einmal so ausgelegt, dass er eine Grundfunktion hat, die vom Spieler anhand der Auswahloptionen festgelegt wird und meistens dann max eine weitere Ergänzung gelernt werden kann. Und bis dato hat das immer ausgereicht bzw. war sogar Grund für den sogenannten Wiederspielwert - vor allem dann, wenn Story-Verläufe entsprechend dann auch verändert geboten wurden.
Um das anhand von Skyrim zu verdeutlichen: Es spielt von Anfang keine Rolle welchen Charakter ich nehme, da es keinen Einfluss auf das weitere Vorgehen hat. Denn egal ob Elf, Katze, Echse, Mensch - jede Figur kann alles und das von Anfang an. Dann auch die gewählte Ausrichtung spielt keine Rolle, egal ob ich Schwertkämpfer sein möchte, Bogenschütze, Pompfenschwinger, etc. pp. Hab ich auf all das keinen Bock mehr weils mir nicht taugt und ich zB. zaubern möchte, gehe ich einfach her, ändere das und kann auf einmal zaubern. In meinem Augen ist das nicht Sinn und Zweck eines RPGs und es zeigt, wie aufgeweicht das Genre doch geboten wird.
Wäre man dem RPG an sich etwas treuer geblieben, würde der Spieler am Anfang zB. die Klasse Nord nehmen, sprich ein Krieger. Dieser könnte dann vlt. von Anfang mit Schlag/Hieb-Waffen umgehen (Schwerter, usw.). Und in Sachen Rüstung könnte er schweres Geschütz tragen. Stellt man nach einer Spielzeit X fest das ist nicht das Wahre, er soll was anderes können, sucht man einen Lehrer, absolviert ein paar Quests, Aufgaben, Prüfungen und bekommt damit die neuen Grundkenntnisse, die es dann gilt aufzubauen. in Skyrim wechsle ich einfach und aus die Maus.
Das ist für mich ein durchaus wichtiges Kriterium, da sich Skyrim selbst k.o. schlägt, weil es in diesen Belangen zu verwässert ist. Wo bleibt da die Herausforderung, das Experimentieren, das Taxieren, das Strategische?
Um das ggf. noch etwas deutlicher hervor zu heben: Ich weiß das man Skyrim als RPG spielen kann und das tue ich selbst auch, weil mir diese Elemente, die Funktionen wichtig sind. Ich würde mich selbst dem Spielspaß berauben, wenn ich es anders täte. Dennoch fällt eben auf, dass nichts desto weniger Skyrim hier viele Kompromisse eingegangen ist und das sonst eher doch fordernde, durchaus zum Nachdenken anregende Genre RPG sehr kastriert hat. Auch wenn die relevanten Elemente vorhanden sind, so sind sie doch i-wie nicht wirklich was wert, da für alles eine - ich nenn es mal so - "und"-Funktion vorhanden ist. Es mag sein, dass es gut ist um am inzwischen doch recht großen Massenmarkt bestehen zu können, aber der Rollenspieler an sich wird damit nicht so ganz glücklich - auch wenn er es wie ein RPG spielt, er weiß doch wie banal am Ende seine Leistung ist. Damit will ich das Spiel an sich nicht abwerten, aber aus meiner Sicht ist Skyrim eben weniger RPG sondern mehr Adventure mit RPG-Element.
Und wg. deinem beschriebenen Charakter-Aufbau: Du machst es - wohl wie ich auch - aus dem Grund, weil du RPGs magst und gerne spielst. Ergo richtest du dich bei deiner Spielweise, wie ich auch, sozusagen an den Grundfesten des RPGs aus. Dem gegenüber steht allerdings, dass man - siehe meinen Link - diese Arbeit, die wir investieren, weil es uns Spaß macht, ein Stück weit ad absurdum geführt wird, und damit auch das Genre an sich, weil man mit einem Null-Charakter auf 110% durchstarten kann, denn es ist möglich bei Skyrim einen God-like Charakter zu schaffen und den von Anfang an (!) zu spielen! Dann nehme ich doch lieber den Kontinental-Sprung aus Morrorwind
Da du das Balancing nochmals angesprochen hast, aufgegriffen durch mich, gilt dazu zu sagen, dass ich weniger das von dir angesprochene exploiten meine, sondern vielmehr das Ungleichgewicht das entsteht, wenn man sozusagen RPG-like "klassisch" in Skyrim spielt. Beispiel ... grundsätzlich bietet Skyrim ein dynamisches System; Man steigt im Level auf und die Gegner passen sich an. So weit, so gut! ABER mir ist aufgefallen und das stört mich auch: Wie kann es sein, dass ich in einem Gebiet erkunde, suche, Aufträge erledige, in Winkel vordringe von denen der Entwickler nicht einmal gedacht das ein Spieler sie finden könnte, usw. usf. messe mich dabei mit allerlei Gegnern und steige somit auch auf und auf einmal, ich verlasse das Gebiet nicht, steht mir ein Widersacher gegenüber, der mir haushoch überlegen ist und dazu hab ich keine Chance zu flüchten weil der Gegner dann auch noch schneller ist als man selbst? So geschehen bei mir u.a. mit einem Eistroll von denen ich vorher schon einige geplättet hatte und ohne Level-Aufstieg steht dann aber wieder einer vor mir und der weigert sich tunlichst zu sterben. Im Gegenteil er brauchte für mich nur einen Schlag ... das ist Miss-Balacing, dass ich nicht gut heiße. Wenn es einmal passiert wäre ok, aber es ist mehrfach vorgekommen und nicht nur bei mir, sondern auch u.a. bei Bekannten/Freunden, die ebenfalls Skyrim spielen und mit denen ich schon darüber gesprochen habe.
Das wir uns nicht falsch verstehen: Gegner sollen eine Herausforderung sein - aber nicht in dem Ausmaß, dass ich als Spieler trotz entsprechender Levelung, SKillung, usw. kein Land mehr sehe.
Nochmals wg. der Kisten: Ich hatte ja wg. der Diebes-Gilden-Geschichte bei knapp Level 25 gesteckt und nochmal von vorne begonnen. Inzwischen habe ich wieder Level 17 erreicht und stelle nach wie vor fest, dass man sich die Kisten wirklich hätte schenken können. Nicht nur wegen der Inhalte, die in den seltensten Fällen brauchbar sind, sondern - sofern man sich dafür entscheidet - viel leichter an Geld kommen kann als das ganze Zeugs einzusammeln und zu verkaufen. Ich mach es nicht, finde es aber traurig, dass ein Spiel das sich als RPG anbietet eben überhaupt eine solche Option bietet (siehe God-like Charakter Beschreibung, mein Link zum xbox Achievement-Forum). Was aber für mich nichts ändert, ich werde meinen Skill zum Kisten knacken weiter ausbauen

Und wg. Oblivion und durchquälen am Ende der Item-Suche: Volle Zustimmung, das war wirklich Mist!
Thommysoft schrieb: In Skyrim (wie auch in Morrowind) hingegen ist der Dungeon an sich das Erlebnis. Es gibt zwar immer noch nur eine Handvoll Umgebungsstrukturen, jedoch sind die Dungeons diesmal weitaus facettenreicher (...)
Kurz und schmerzlos, das hatte ich bereits auch angesprochen, dass die Umgebungen absolut in Ordnung gehen, Oblivion eher in den Schatten stellen und an Morrowind anknüpfen. Zudem sorgen Synchro (zumindest für die Englische kann ich das sagen - Deutsch kann ich nicht beurteilen) als auch Musik sowie die Sound FX für eine sehr schöne, stimmige Atmosphäre - da gibt es nichts zu meckern.