Als Fan von Arkane bis inkl. Prey betrübt mich das Ergebnis doch sehr.
Angesichts der heutzutage langen Entwicklungszeiten wirkt das wie ein weieteres Spiel aus Bethesdas "Unsere brillianten und hoch bewerteten Singleplayer-Spiele verkaufen sich nicht, also machen wir jetzt Koop und Live-Service", was dann zu Wolfenstein Youngblood oder Fallout 76 führte. Jeweils Spiele, die nicht auf den Stärken der jeweiligen Studios basieren.
Ich hatte bei Redfall ähnlich wie bei Deathloop mit einem Spiel gerechnet, das zumindest okay bis sehr gut wird, auch wenn es mich nicht anspricht.
Aber mit diesem Desaster habe ich nicht gerechnet.
Die suboptimale Steuerung, die u.a. auch schon Dishonored 2 plagte, ist anscheinend wieder dabei. Und ohne 60fps-Modus schlägt das halt doppelt so heftig ein. Ohne ein brilliantes Spiel wie Dishonored dahinter, für das man sich an diese Steuerung gewöhnen will, dann halt sogar drei- bis vierfach.
Der Onlinezwang ist immer noch drin. Ebenso kein freies Speichern oder eine Pausefunktion.
Und dann bekommen wir innerhalb von einer Woche nach Jedi Survivor auch noch ein weiteres Spiel, dass auf dem PC eine totale Katastrophe zu sein scheint.
Kein Wunder, dass der 60fps-Modus auf Konsolen fehlt. So entsteht hier anders als Jedi Survivor, das selbst auf den Konsolen eine Schande ist, wenigstens nicht ganz so arg der Eindruck, dass mal wieder ein vollkommen unfertiges Spiel auf den Markt geworfen wurde.
Wenn man sich die - je nach Plattform unterschiedlich heftigen - Probleme der letzten Monate mit Callisto Protocol, Dead Space, Wild Hearts, Jedi Survivor oder Redfall anschaut, kann man das Gefühl bekommen, dass die Entwickler komplett verlernt haben, mit aktueller Hardware umzugehen.
Selbst die einigermaßen vernünftig laufenden Spiele haben teilweise massive Probleme mit der Bildqualität, weil die Spiele vor dem Hochskalieren in Auflösungen gerendert werden, die PS3 und 360 alle Ehre machen würden.
Oder sie sehen wie Redfall grundsätzlich nicht mal viel besser als Last-Gen-Spiele aus, die mit Current-Gen-Patches teilweise in 120fps laufen.
Man hat wirklich das Gefühl, dass das Bigger-Budget-Segment der Industrie kurz vor dem Kollaps steht. Es gibt einige wenige polierte Leuchtturm-VÖs, die inmitten eines brennenden Müllhaufens kaputter, unfertiger, nicht perfomanter und ideenloser Veröffentlichungen stehen, die Zweifel daran wecken, ob die Industrie überhaupt noch Interesse daran hat Qualität abzuliefern.
Man kann sich des Eindrucks kaum erwehren, dass es nicht nur noch darum geht, nochmal schnell Kohle zu machen, weil man selbst weiß, dass man die Lecks nicht mehr flicken kann und das Boot sowieso sinkt.
Ich fand die Aussage des Reviewers bei Fextralife, der sonst nicht so negativ ist ist, echt erschreckend: Wenn man schon ein Game Pass-Abo hat, kann man Redfall mal anspielen. Aber man sollte keinesfalls Geld in das Spiel investieren. Nicht mal in das GP-Abo, wenn man noch keines hat.
Redfall ist leider genau das, was man bekommt, wenn man Trends folgt, anstatt die Stärken eines Studios auszuspielen. Es ist traurig zu sehen, dass das ganze Talent hinter einem Spiel wie Prey an sowas wie Redfall verschwendet wird. Aber so ist das halt, wenn gute Spiele nicht gekauft werden.
Angesichts der explodierenden Entwicklungskosten frage ich mich echt, wohin die Reise noch gehen soll. Ein neues Prey oder Dishonored erscheinen mir auch mit besserem Marketing nicht wahrscheinlich. Wie sollen die die Kosten wieder einspielen? Aber Spiele zu machen, die irgendwelchen Trends hinterherlaufe, können es ja auch nicht sein, wenn die Expertise eines Studios in einem ganz anderen Bereich liegt.