Hast du da nicht ein paar Fehler drin? PS3 kostete am Anfang 599€ und das war damals nochmal ein Sprung nach oben und die PS2 galt am Anfang auch als extrem teuer. Gamecube kostete glaub ich nur extrem kurz 250 €...ich glaube die gingen dann zum Start doch gleich auf 200 € runter und später wurde der Gamecube sogar für 99 € verkauft, weil sonst gar nichts ging(Übrigens laut dem damaligen Nintendo of Europe Chef wurde der Gamecube trotz der 99€ nicht mit Verlust verkauft).Hah, an dem Satz habe ich mich auch sofort aufgehängt!
Ich glaube übrigens auch nicht, dass Preise aktuell was mit dem zu tun haben, was jemand bereit ist zu bezahlen. Ausgenommen mal völlig überteuerte Produkte wie irgendwelche Elite Controller, die einfach das doppelte von einem normalen Controller kosten, obwohl sie genau so schnell kaputt wie der Standard. Man kann dafür auch wunderbar irgendwelche Fotokopierer etc. nehmen. Es gab Zeiten, da wurde das alles immer günstiger, und es gab eine regelrechte Preisschlacht um die besten Rabatte. Im Grunde war vieles da schon Wegwerfware. PCs, Notebooks, so ziemlich alles an Zubehör.
Das ist halt so ziemlich vorbei, seit nach Corona die Welt... nun ja... Kryptomining mit Grafikkarten, Scalperei, gestörte Lieferketten, Monate Lieferverzug, Kurzarbeit, gestiegene Rohstoffe und und und. Alles möchte ich jetzt nicht anschneiden, nicht das jemand hier noch ne Depression bekommt.
Der Aussage das Konsolengenerationen immer Sprünge gemacht haben würde ich hier übrigens nicht unterschreiben. Wir haben jetzt in Folge von vielen Krisen ein paar Preissprünge, aber die waren so nie die Regel.
Auch die Software Preise waren von N64 bis heute quasi stabil. Es gab da immer kleine Anstiege, aber im Grunde hatten Videospiele seit jeher einheitliche, akzeptierte Preise.
Zur Hardware möchte ich jedenfalls folgendes feststellen:
Den ersten absurden Sprung gab es von PS1 (599 Mark, also umgerechnet 300€) zu PS2 (869 Mark, was umgerechnet 400-450€ wären), was sich aber im Laufe der Generation relativiert hat, auch weil Sony damals die Produktion dann von Japan nach Vietnam verlegt hat. Der Preis ergab sich damals vermutlich auch aus dem integrierten DVD-Player, aber das war schon ein heftiger Aufschlag für viele, reine Gamer.
Mit der PS3 hat man direkt 399 Euro zum Start verlangt, was aber der nachfolgenden PS4 entspracht, die zum exakt gleichen Preis veröffentlicht wurde.
Auch die Xbox360 gab es für 300€ und 400€, je nach Variante. Die One kam als erste Konsole für 499€, und ist damit baden gegangen. Streng genommen hat die Xbox Series X diesen Preis dann lediglich wiederholt.
Der DS lag zum Start bei 180€. Die Wii lag genau wie der Gamecube zuvor bei 250€, was dann auch nochmal der Startpreis vom 3DS war. Die Wii U kam dann für 350€, was schon ein merklicher Sprung gewesen ist. Die Switch unterbot diesen Preis sogar mit ihren 329€.
Also streng genommen gab es seit der PS2 so gut wie keinen wirklich großen Anstieg mehr. Der Preisanstieg der Switch2 jetzt ist deutlich messbar, sogar in Summe der Euros der größte zweitgrößte Sprung. Noch heftiger war nur die Bepreisung der PS5 Pro, wo verglichen zum Basismodell ein Unterschied von 300€ aufgeschlagen wurden. Die PS4 Pro kostete an gleicher Stelle genau so viel wie das Basismodel zu Release, also 400€.
Man kann also grob sagen, dass die Startpreise der Hauptkonsolen nicht permanent und auch nicht konstant gestiegen ist. Es gab immer mal wieder Ausreißer, die sich deutlich vom Vorgänger abgehoben haben. Eben PS2, Wii U oder dann die PS5 Pro. Die Handhelds wurden etwa ab jenem Zeitpunkt merklich teurer, als man entschied die Platine nicht mehr in Eigenregie zu bauen. Ansonsten hatten wir über viele Jahrzehnte ein stabiles Konsolen-Niveau zwischen Preisen von 300-400€ zur jeweils Markteinführung. Die realen Straßenpreise lagen dann schnell, und je nach Dauer einer Generation sogar deutlich darunter. Die PS2 wurde daher genau wie ne PS4, oder selbst der 3DS und ne Wii irgendwann im 100€ Sektor gesichtet.
Aber generell zu sagen, Konsolen seien ständig teurer geworden ist meines Erachtens nicht korrekt. Die Preise sind erst seit 2020 sehr heftig gestiegen. Alles zuvor war absolut Kinderfasching, und man hätte wohl bis auf wenige Ausnahmen eine minimal ansteigende Linie zwischen 1999 und 2019 ziehen können.
Was die Folgen von Pandemie und Wirtschaftskrise angeht, haben wir in sehr wenigen Jahren jetzt sehr unschöne Entwicklungen gesehen. Dies betrifft auch keineswegs nur Spielekonsolen. Versucht mal Holz zum Bauen zu kaufen...
Andererseits werden Konsolen nach so vielen Jahren auch für die Hersteller eigentlich immer günstiger. Sinkende Produktionskosten werden aber praktisch gar nicht mehr weitergegeben, sondern eher noch die Preise weiter angezogen. Das finde ich hat dann schon ein Geschmäckle. Statt die billigen Varianten preislich auch günstiger anzubieten, kassiert man damit erst so richtig ab. Das wird vermutlich auch nicht mehr besser werden, oder erreicht irgendwann eben den Punkt, wo immer mehr Menschen sich ihr Hobby nicht mehr oder nur mit Einschränkungen leisten können.
Ich denke halt wirklich auch, dass man die Inflation nicht wegreden darf. Das war über viele Jahre alles stabil, aber die letzten Jahre ging es einfach schnell. Ein Beispiel....ca. 2009 war das Einstiegsgehalt Einzelhandel bei ca. 1100 € netto. Heute liegt das Einstiegsgehalt für denselben Job bei ca. 1700 € netto. Eine Konsole im Jahre 2006 für 600 € zu kaufen war meiner Meinung nach schwieriger als heute für denselben Preis. Die 600 € für die PS3 fühlten sich doch damals eher so an wie heute die PS5 Pro samt Laufwerk und Ständer.
