Yupp, habe jetzt fast 95 Stunden auf der Uhr aber es gibt noch so viel zu tun ... Was mich u.a. an diesem Spiel fesselt, ist die Qualität der Quests. Viele der anfänglich unscheinbaren Nebenquests habe ja ganz schön tiefe Entwickelt. Insbesondere die politischen Verzwickungen und Verwicklungen zwischen den Gruppen und Völkern sind gut inszeniert. Mittlerweile finde ich diese Gnome sowas von Unsympathisch ...
An der Stelle möchte ich einfach mal widersprechen, auch wenn anscheinend noch ein Stück hinterher hänge (aktuell in Rathir).
Ich finde, dass sich an dieser Stelle das MMO-Syndrom von Reckoning am deutlichsten zeigt.
Ja, die Welt ist voller Geschichte und Geschichten und die Haupt- und Fraktionsquests sind wirklich nett erzählt. Die Nebenquests hingegen vermitteln einem immer nur den Anschein von Tiefe. Rein spielerisch sind es in der Regel reine "Töte dies" oder "Sammel das"-Aufgaben. Und erzählerisch hat zwar jede Nebenquest irgendwie eine Hintergrundgeschichte, die man sich mal mehr und mal weniger lang anhören kann, aber ich bin längst immer öfter an dem "Who f*cking cares?"-Punkt. Das liegt schlicht und einfach daran, dass sowohl das Ergebnis der Quests als auch das eigene Handeln praktisch Null Konsequenzen auf die Spielwelt haben. Die NPCs stehen oft genug nach der Quest immer noch am gleichen Ort, die Spielwelt bleibt absolut statisch und auch wenn man sich dann und wann auf die eine oder andere Seite schlagen kann, hat das im Grunde nicht die geringste Konsequenz: Die meisten NPCs (so sie denn nicht tot sind), reden trotzdem noch mit einem und bieten auch weiterhin ihre Dienste an, obwohl man sie eigentlich verärgert hat.
Selbst das Überreden-System, das Tiefe vermittelt, ist teilweise reine Fassade. Ich hab es im Rahmen der Hauptquest mal mit verschiedenen Antworten bzw. mit und ohne Überreden probiert und am Ende kam ein fast identischer Dialog und ein absolut identisches Ergebnis dabei raus.
Dass die Spieltwelt vor allem in Bezug auf die Geschichte und Geschichten enormes Potenzial hat, wird zwar überall angedeutet, aber fast nie konsequent zu Ende geführt. Im Grunde genommen ist Reckoning ein stark aufgebohrtes Action-RPG, dass diese Aufgabe auch brilliant löst und großteils auch deutlich komplexer als ein Diablo, Torchlight oder Dungeon Siege ist, aber es möchte halt an so vielen Stellen mehr sein und erfüllt diese Aufgabe leider nicht immer mit Bravour.
Das ändert nichts daran, dass es ein wirklich tolles Spiel ist, aber ich habe beim Spielen immer das Gefühl, dass es durchaus noch etwas mehr hätte sein können.
Und endlich habe ich nun den Charakter gefunden, (inkl. einer vernünftigen Punkteverteilung), mit dem ich das Spiel beenden werde (ha ha, wer es glaubt…). Nach dem sich die Schicksalsweber die letzten Tage an mir dumm und dämlich verdient haben und die Kosten für einen Charakterwechsel mittlerweile in den 6-stelligen Bereich gehen, ist es der Kampfmagier geworden.
Ich lasse mein Schicksal eigentlich immer nur auflösen, wenn ich neue Trainer gefunden habe und mein Char entweder über oder unter den Anforderungen liegt. Dann schiebe ich ein paar Talentpunkte hin und her, bleibe aber bei meiner Klasse. Ist schon irgendwie nett, dass man jederzeit wechseln kann, aber irgendwie verwässert es auch einiges.
Zumal ich mit meinem reinen Schurken auch vollkommen zufrieden bin. Nachdem ich jetzt von Dolchen auf Feienklingen gewechselt habe, ist das fast schon eine unaufhaltbare Maschine, die sich nur so durch die Gegneransammlungen durchpflügt. Ich mache mir da nicht mal mehr Gedanken darum, ob es nun ein langsamer, schneller, gepanzerter, fliegender oder was auch immer Gegner ist. Immer voll frontal drauf und immer wieder Ausweichbewegungen ausführen, um danach die "Flugkombi" mit 5-6 vernichtenden Schlägen einzubauen. Das hält kaum ein Gegner lange durch.
Meine Truhe platzt zurzeit aus allen Nähten. Mittlerweile verkaufe ich schon fast alles bis auf wenige und auch sehr gute Waffen. Zumindest bis ich was Besseres finde. Ich frage mich auch langsam, wie viele unterschiedliche Rüstungs-Sets es gibt. Bisher habe ich nur eines vollständig (von den Gefundenen, nicht die, welche man vielleicht als Belohnung bekommt). Zumindest habe ich bei den Sets den Überblick verloren.
Die ganzen Set-Teile kloppe ich fast immer direkt in die Tonne (bzw. Truhe), alles andere außer lilanen Gegenständen wird sofort in den Plunder gesteckt und in der nächsten Schmiede der Entsorgung zugeführt. Wenn man seine Schmiedekunst- und Gemmenschleifen-Skills auf Maximum hat, kann man sich Sachen zusammenbasteln, die so viel mächtiger sind als das ganze Zeug, was man so findet. So machen meine aktuellen Feienklingen 75% mehr Schaden als die besten lilanen, die ich bisher gefunden habe, und haben mindestens genauso viele, wenn nicht noch mehr Boni.