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Horizon II Forbidden West

Horizon Forbidden West
Firmen
Guerrilla Games, Sony Interactive Entertainment
Genres
Role-playing (RPG), Adventure

zen

Sherlock Holmes
Sponsor
Moment, wir reden doch von einem Spiel, welches erst in fünfeinhalb Monaten erscheint. Da muss ich mir doch jetzt noch keinen Kopf machen, selbst wenn ich aktuell noch keine PS5 habe. Und wenn ich eh mit dem Gedanken spiele auf eine PS5 zu gehen, warum sollte ich mir das Game dann erst noch für die PS4 holen (falls ich bis 18.2.22 nicht eh das Weihnachtsgeld in den großen weißen Klumpen investiert habe?)?

Das ist jetzt deine Meinung. Ich mache mir deswegen auch keinen Kopf. Gibt halt auch viele, die es anders sehen. Ein Problem dabei ist, dass bspw Microsoft ein anderes Vertriebsmodell für Cross-Gen Spiele gewählt hat. Dagegen steht Sony einfach doof da. Das wird ganz bestimmt bei God of War 2 und GT7 auch wieder thematisiert. Aber gut, jede Reaktion ist nun mal menschlich.
 

Spodydary

Rentenbezieher
Also ich finde es auch nicht gut, wie Sony das handhabt.
Allerdings hat das auf mich selbst jetzt keine finanziellen Auswirkungen. Ich habe mir die 5er Version vorbestellt, obwohl ich noch keine 5 habe. Und sollte sich bis zum Release nix an diesem Status geändert haben, storniere ich das Game wieder.
Das wird definitiv nicht auf der alten 4pro gezockt, egal wie gerne ich es spielen will.
 

Thommysoft

Aktuell als Moderator inaktiv.
Team
Frage : wo ist euer Problem ? Ist es nicht "normal" mehr Geld zu verlangen für mehr Arbeit ? Sony hatte doch kommuniziert das Spiele aus dem Hause Sony für die PS5 mehr kostet als für die PS4 !!

Das mit der Mehrarbeit müsste erstmal belegt werden. Wenn man ein bereits erschienenes Spiel auf eine neue Plattform portiert, entsteht dabei natürlich Mehrarbeit, aber diese beiden Versionen des gleichen Spiels werden derzeit gleichzeitig entwickelt, was es relativ schwierig macht, zu bestimmen, welche Version jetzt tatsächlich mehr Arbeit macht.

Ist es die PS5-Version, weil man die mit besseren Features aufblasen muss? Oder ist es nicht eher die PS4-Version, bei der man viel stärker optmieren muss, damit sie auf der alten Hardware läuft.

Wenn man Sony glauben darf ("While these three games were designed to take advantage of PS5 and its unique next-gen features like the ultra-high-speed SSD and DualSense controller, PS4 owners will also be able to enjoy these experiences when they launch.") ist Forbidden West für die PS5 designed, kann aber auch auf der PS4 gespielt werden. Das bedeutet im Umkehrschluß, dass es letztlich die PS4-Version ist, die mehr Arbeit produziert, weil man Features zurückbauen muss, damit das Spiel auch auf der PS4 laufen wird. Müsste dann also nicht eigentlich die PS4-Version teurer sein als die PS5-Version?

Und das Argument mit der Mehrarbeit wird halt auch um einiges schwächer, wenn man Sonys eigene Historie betrachtet. Natürlich gibt es da Sachen wie die Uncharted Collection oder TLOU Remastered, die für die PS4 umgesetzt wurden und für die weit mehr verlangt wurde als für die Deluxe Edition von Forbidden West. Aber es gibt halt auch andere Beispiel wie Sound Shapes, Flower oder Journey, die auf die PS4 umgesetzt wurden, nachdem sie bereits auf zwei Plattformen, die sowohl untereinander als auch von der PS4 von der Prozessor- und Speicherarchitektur sehr stark unterschieden haben (und das waren auch weit größere Unterschiede als zwischen PS4 und PS5), die vollständig Cross-Buy waren. Und das heisst, dass man diese Spiele nicht nur für 2 Plattformen, sondern sogar für 3 Plattformen zu einem Preis bekommen hat, der durch neue Portierungen auch nicht gestiegen ist. Zu dem Zeitpunkt war es Sony anscheinend ziemlich egal, ob die Portierungen Mehrarbeit erzeugt haben, da man für die PS4-Versionen nicht nochmal Geld verlangt hat, obwohl die PS4-Versionen deutlich nach den anderen beiden Versionen kamen.

Und die PC-Version von Zero Dawn war, obwohl sie ebenfalls Mehrarbeit erzeugt hat, jetzt auch nicht teurer als die PS4-Version zu einem vergleichbaren Zeitpunkt. Letztlich war sie sogar günstiger, weil Sony sich bewusst war, dass man auf dem PC mit Konsolenspielepreisen keinen Blumentopf gewinnen kann.

Ebenso muss man die Frage stellen, warum andere Entwickler in der Lage sind, ihre Spiele über Jahre hinweg mit Feature-Updates zu versehen, ohne einen einzigen Cent dafür zu verlangen. Klar, einige Entwickler refinanzieren das über DLC und Miktrotransaktionen, aber es gibt eben auch Fälle wie No Man's Sky, das seit 5(!) Jahren riesige Updates und sogar ein Next-Gen-Upgrade bekommt, ohne das zusätzlich zu monetarisieren.
Müsste dieses Studio nicht längst vollkommen pleite sein? Wenn man der normalen "Mehrarbeit kostet Geld und das muss der Kunde zahlen"-Argumentation folgt, müsste dies tatsächlich der Fall sein. Aber diese Argumentation lässt halt vollkommen außer acht, dass diese kostenlose Updates und Upgrades jedesmal für positive Schlagzeilen sorgt, die wiederum die Verkäufe wieder ankurbeln, weil mehr Spieler auf das Spiel und den vorbildlichen Support aufmerksam werden. Genau diesen Mechanismus nutzen derzeit viele Entwickler und Publisher, indem sie kostenlose New-Gen-Upgrades anbieten. Es ist gibt also durchaus Alternativen zu kostenpflichtigen Upgrades oder "Dual Entitlements", die man nur durch teurere Deluxe- oder Kombi-Versionen erhält.

Ich finde schon, dass auch unsere Aufgabe als mündige Kunden ist, die Argumente der Spieleindustrie nicht einfach zu schlucken und wiederzukäuen, sondern sie auch aktiv zu hinterfragen. Geschickte Geschäftsleute werden IMMER irgendein Argument finden, warum irgendwas entweder teurer werden oder zum gleichen Preis weniger Gegenwert bieten muss. Aber wenn man sich dem einfach hingibt, ohne die Marktsituation oder Alternativen zu recherchieren und Gegenargumente zu liefern, wird es am Ende nur ein Weg geben. Nämlich: Immer mehr (Geld) für immer weniger (Gegenwert).

Und wo genau jetzt das Problem ist? Ein Verkäufer wie Sony ist auf Gewinnmaximierung aus, in dem sie zu den möglichst geringsten Kosten produzieren und den höchstmöglichen Preisen verkaufen wollen. Ich als Kunde wiederum habe genau das gegenteilige Ansinnen. Ich möchte den höchstmöglichen Gegenwert für den geringsten Preis wie möglich erhalten. Idealerweise trifft man sich dann irgendwo in der Mitte und erreicht einen Punkt, an dem beide Seiten einigermaßen zufrieden sind. Jedoch sind Videospiele halt eine wesentlich emotionalere Angelegenheit als z.B. ein Haushaltsgerät oder ein Alltagshilfsmittel, weshalb dieses Verhältnis schon mal grundsätzlich eher zugunsten der Publisher und Entwickler ausfällt, weil die halt ihre Marken oder Charaktere, die die Kunden gerne wiedersehen würden, hinter ihrem Geschäftsgebahren in Geiselhaft nehmen können. Und wenn wir als Kunden nicht langfristig komplett überteilt werden wollen, müssen wir halt auch drauf achten, dass wir nicht jedes noch so fadenscheinige Argument einfach hinnehmen und nicht hinterfragen, nur um unsere Lieblingsmarken- oder charaktere wiedersehen zu können.

PS: Und ja, ich bin mir bewusst, dass Sony hier nicht das einige Unternehmen ist, dass Cross-Gen so handhabt. Bis auf die Sony-spezifischen Punkte kann man Sony hier auch durch EA, Activision, THQ Nordic oder Nacon ersetzen. Ist letztlich in fast allen genannten Fällen die gleiche Schiene.
 

AlArenal

Altenpfleger
Klar kann man Vorgänge und und auch Argumente hinterfragen, nur ohne einen fachlichen Dialog wirst du auf die Fragen keine Antworten bekommen.

Für mich ist die eingebrachte Komplexität im Update- / Upgrade- Prozedere etwa von Ghost of Tsushima und nun Horizon 2 unnötig. Ich sehe das aber eher aus der Perspektive "Entwickler, der in den Vertrieb gewechselt ist". D.h. ich bin sowohl technisch als auch was das Design von Produkten und Diensten angeht kein Freund von meiner Meinung nach unnötiger Komplexität - vor allem wenn es um Produkte für Endkunden geht.

Die Argumentation, die PS5-Anpassungen seien Mehraufwand, den man entsprechend ins Pricing einfließen lässt, kann man aus diversen Winkeln betrachten. 100%ig beurteilen kann man es von außen nicht. Was mir dazu ad hoc einfällt sind Punkte wie:
  • Für Horizon 1 existiert eine optimierte und ausgereifte Engine (Decima), die zunächst für PS4 (Pro) und später für Windows genutzt wird. Vereinfacht gesagt ist Teil 2 für die PS4 entsprechend "nur" ein neuer Content, vergleichbar mit einem (sehr großen) DLC.
  • Um die Features der PS5 zu nutzen wird die Engine an ein paar Ecken modular erweitert, um auf dieser Plattform Adaptive Trigger, die PS5-API für das schnelle Laden, Raytracing, .. zu nutzen. Und natürlich nutzt man die zus. CPU- und GPU-Power und balanciert die internen Einstellungen für Render-Budget in verschiedenen PS5-Grafikmodi entsprechend aus. Diese Anpassungen sind tatsächlich spezifisch für die PS5 und können auf andere Systeme nicht übernommen werden.
    Vllt. wird in Teil2 ja auch AMDs FidelityFX Super Resolution implementiert?
  • Die modernen Spiele-Engines kümmern sich in weiten Teilen dynamisch (d.h. innerhalb von gesetzten Parametern vollautomatisch) darum Level of Detail, Effekte, Anzahl NPC, interne Auflösung, Anzahl Polygone, Texturauflösung, ... im laufenden Betrieb anzupassen. Das macht die Entwicklung heute deutlich einfacher als früher, weil man z.B. die 3D-Models mit sehr hohem Polygon-Count belassen kann und diese nicht manuell für die Zielhardware skalieren und in den Spieledaten ablegen muss.
Es gibt daher durchaus Argumente, die den Narrativ vom Mehraufwand für die PS5-Entwicklung stützen. Wie dieser zu beziffern ist und ob und in welchem Maße man ihn in den Preis der PS5-Version einfließen lässt, ist ein ganz anderes Thema und eine Entscheidung die weiter oben bei den Erbsenzählern getroffen wird. Als Gegenargument kann man aber auch anführen, dass die Engine ja nicht nur für Horizon genutzt wird und die Erweiterungen für die PS5 - über die bereits vorhandenen hinaus - sich kostentechnisch entsprechend auf andere (auch zukünftige) Titel verteilen.
Das Pricing können Sony und Guerrilla handhaben wie sie möchten und wir werden sehen wie die Kunden reagieren und wie dieses Feedback zukünftige Entscheidungen beeinflusst. Wir sind ja alle lernfähig.
 
Zuletzt bearbeitet:

Thommysoft

Aktuell als Moderator inaktiv.
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Manchmal funktioniert es halt doch, wenn Kunden sich laut genug beschweren. Anscheinend sogar so gut, dass man an einem Wochenende ein Statement von Jim Ryan veröffentlichen muss:

"Last year we made a commitment to deliver free upgrades for our cross-gen launch titles, which included Horizon Forbidden West. While the pandemic's profound impact pushed Forbidden West out of the launch window we initially envisioned, we will stand by our offer: Players who purchase Horizon Forbidden West on PlayStation 4 will be able to upgrade to the PlayStation 5 version for free.

I also want to confirm today that moving forward, PlayStation first-party exclusive cross-gen titles (newly releasing on PS4 & PS5)–both digital and physical*–will offer a $10 USD digital upgrade option from PS4 to PS5. This will apply to the next God of War and Gran Turismo 7, and any other exclusive cross-gen PS4 & PS5 title published by Sony Interactive Entertainment."

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Das ist zumindest ein kleiner Sieg für die Kunden.
 

zen

Sherlock Holmes
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Sehr gut! Darum ist es wichtig, dass wir Gaming Communities ausgiebig über diese Themen diskutieren. Nur so kann ein Umdenken stattfinden. Die Hersteller bekommen alles mit.
 

Thommysoft

Aktuell als Moderator inaktiv.
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Es gibt daher durchaus Argumente, die den Narrativ vom Mehraufwand für die PS5-Entwicklung stützen.

Je mehr man sich mit den Argumenten auseinandersetzt, die das Narrativ vom Mehraufwand für die PS5-Entwicklung vermeintlich stützen, desto wackliger wird das Kartenhaus meiner Meinung nach.

Denn wenn wir uns die Sache mal genauer anschauen, gibt es diesen Mehraufwand schon seit einigen Jahren. Nur nicht für PS5-Versionen, sondern für PS4 Pro-Versionen (und das entsprechende Pendant bei Microsoft). Diese Versionen werden auch auf eine anderes Hardware-Ziel hin optmiert und bieten teilweise nicht nur höhere Auflösungen/FPS, sondern auch bessere Texturen oder einen erhöhten Detailgrad. Nur hat sich Sony damals sogar so positioniert, dass nicht nur sie, sondern alle Entwickler keine Gebühren für PS4Pro-Upgrades verlangen dürfen.

Insofern scheint es doch recht willkürlich, dass man sich die Extraarbeit für eine PS4Pro-Version nicht vergüten lassen will, die für eine PS5-Version wiederum schon.

Wenn wir dann noch in Betracht ziehen, dass mittlerweile auch mehr und mehr Sony-Spiele eine PC-Version erhalten, die dort zum Launch auch noch günstiger ist auf der Playstation zum Launch, wackelt das Konstrukt noch heftiger. Denn die PC-Version muss nicht nur für 2 (PS4/Pro) oder 3 (PS4/Pro/5) Plattformen mit festgelegter Hardware optimiert werden, sondern auf eine Vielzahl von Hardware-Konfigurationen hin: Unterschiedliche Prozessoren, Grafikkarten, Speicherkombinationen, Betriebssysteme, Eingabegeräte (Maus/Tastaur und Controller) etc.

Für mich sind das alles ziemlich Scheinargumente. Letztlich läuft es darauf hinaus, dass die Entwickler und Publisher (und nicht nur Sony) mehr Geld verdienen wollen, aber ganz genau wissen, dass sie damit auf dem PC nicht mit durch kommen, weil PC-Spieler durch die offene Plattform wesentlich preiskritischer sind, während Konsolenspieler durch die geschlossene Plattform einfach weniger Optionen haben.

Letztlich haben wir davon als Kunden sehr viel selber in der Hand. Nicht jede Preiserhöhung muss wirklich sein. Vor allem dann nicht, wenn sich um ein virtuelles Gut wie Software handelt, bei dem z.B. im Vergleich zu der Hardware keine Ressourcenknappheit dahinter steckt, die den Preis jeder einzelnen Einheit erhöht.
 
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