@Ahti Porter Bridges
Das mag sein. Und womöglich hast du da auch absolut recht. Nur ist meine Sichtweise eine andere. Ich glaube nicht, das Zampella grundlegendes an 2042 ändern wird. Zumal er als neuer Boss wohl eher als Bindeglied zwischen den Studios wirken könnte. Motivierend und - wenn es hart auf hart kommt - um natürlich Entscheidungen zu treffen. Außerdem wird er DICE umbauen müssen, was bereits stattfindet, da es ja noch weitere Abgänge gibt.
Natürlich kennt er sich mittlerweile bestens im EA Universum aus und hat bewiesen, das er mit Titanfall 1+2, salopp formuliert, abliefern kann. Aber damals war seine Situation für mich eine andere. Als hochgelobter Mastermind hinter Infinity Ward, daß mit MW1 dem Shootergenre neues Leben eingehaucht hat und eine Erfolgsstory schreiben konnte, hatte er einen sehr guten Ruf und EA wollte ihn - nach den Querelen mit Activision und seinem Abgang - unbedingt. Eine solche Chance sollte man sich als Publisher nicht entgehen lassen. Verständlich und nachvollziehbar.
Also alles auf Anfang und Neustart. Niemand hatte eine Ahnung, was da mit Zampella und seiner neuen Firma Respawn Entertainment als nächster Titel kommen könnte. Außerdem bin ich der Meinung, das er damals sicherlich gewisse Freiheiten genießen konnte, die er jetzt wahrscheinlich nicht mehr hat. Eventuell hat er die sogar eingefordert, weil er seinen Marktwert kannte und selbstbewusst verhandeln konnte. Durchaus möglich.
Für mich allerdings entscheidend: Die bisherigen Titel waren alles eigene Kreationen und zu einem gewissen Grad neu und frisch. Mit Battlefield bekommt er diesmal ein fertiges Franchise vor die Nase gesetzt, das seit über einem Jahrzehnt kontinuierlich ihre Eigenheiten und Vorzüge aufbauen konnte und zugegebenermaßen nicht immer einfach seitens der Fans der Reihe war/ist. Bis zu einem gewissen Grad aber auch verständlich, denn was DICE spätestens ab BF4 teilweise abgeliefert hat, war schon eine Belastungsprobe für die Community.
Aber die Spiele waren im Kern gut. Schere, Stein, Papier. Man konnte zumindest erkennen, das die Teile trotz der vielen Bugs "funktionieren". Wenn ich auch zugeben muss, das Rush nach BF: Bad Company 2 für mich nie mehr so gut wurde. Aber das ist nur meine persönliche Meinung.
Des weiteren glaube ich, das es einen großen Schnitt innerhalb der Community gibt. Ein Teil möchte weiterhin ein eher ernsthaftes, Teamplay basiertes Battlefield. Arbeitest du zusammen (auch über das Squad hinaus), sprichst dich ab, hast du Erfolg und kannst Runden durchaus beeinflußen. Lernst du Fahrzeuge und Mechaniken über einen gewissen Zeitraum, wirst du besser. Und vor allem: Für all dies wirst du mit Progression belohnt.
Der andere Teil sind eher die jüngeren Spieler oder auch Neueinsteiger, die bereits jetzt schon durchaus ihren Spaß haben. Da wiegen Anhänger an der Knifte, Skins, Animationen, Sprüche, Tarnungen etc pp. wahrscheinlich mehr. Nicht nur deswegen denke ich, dass es zukünftig nicht viele Spieler geben könnte, die z.B. 500h oder 600h im Heli oder Panzer unterwegs sein werden. Influencer mal außen vor. Das muss man auch gar nicht. Jeder wie er möchte. Eventuell ist der Anspruch auch ein ganz Anderer.
Man darf zumindest gespannt sein, was der Umbau bewirkt und ob Zampella erfolgreich sein wird. Diese Zeit muß man ihm eingestehen. Da bin ich durchaus bei dir. Nur glaube ich einfach, dass es nicht das Battlefield sein wird, das sich die älteren Semester wünschen. Ich bin der Meinung, das der Zug abgefahren ist. Das muß im Umkehrschluß nicht bedeuten, das 2042 schlecht wird. Für einen Teil der Spieler mit Sicherheit. Aber eben nur für einen Teil. Die haben mittlerweile Alternativen (HLL, Enlisted).