Tilhelm Well
Ne Verdötschte
Die Quest ist zwar in Akt 1, aber doch recht weit weg von der Absturzstelle und der direkten Umgebung des Druidenhains. Das ist so die Ecke, die ich als "Startgebiet" betrachten würde. Das nicht viel an Info geboten wird und man häufig "blindlings" in Situationen reinläuft, gehört für mich ein wenig zum Spielsystem, ähnlich wie die Souls Spiele auch ihre ganz eigene Formel haben. Quests sind zB so eine Sache. Nur weil man sie hat, heißt das nicht, dass man sie auch machen kann. Natürlich steht das nicht dran und beim Versuch verbrennt man sich die Finger. Rennt man unbedarft in eine Situation hieß es auch am Küchentisch früher schnell mal: "den Rest des Abends zuschauen oder mit Glück einen vorbereiteten NPC des Spielleiters übernehmen." In ihrer Gnadenlosigkeit standen viele (Kauf)Abenteuer den "Souls" in nichts nach. Übertragen auf BG3 heißt das speichern, speichern, speichern. Ich bin gestern nach 28,5 Stunden in Akt 2 gewechselt, habe aber bestimmt 7 bis 8 Stunden durch neu laden "weggeschmissen", um bestimmte Situationen anders lösen zu können.Das ist ja alles schön und gut, nur leider steht bei Quests und Gebieten kein Level dran, und wenn aus einem Gespräch dann ein Kampf wird und die dann 3-4 Level über mir sind, erzähl mir bitte wie man das riechen soll. In die Zukunft schauen kann ich nicht, bin kein Wahrsager. So was nervt dann einfach. Es ist im Startgebiet, eine der wenigen Quests die man da annehmen kann, was soll das dann also?
Einige Kämpfe finde ich auch fordernd, da hab ich auch schon mitten im Kampf die Schwierigkeitsstufe gewechselt, wenn es auf Normal nicht lief. Ich versuche auf Kampfvorbereitung wie Segen, Schreie, halt alles was bereits vorab Boni gibt, zu achten. Vieles davon hält bis zur nächsten kurzen oder sogar langen Rast. Die Umgebung ist enorm wichtig, Höhenvorteile sind kampfentscheidend, Schubsen und Werfen als Bonusaktivität sind sehr nützliche Helfer. Schriftrollen setzen Staub an und wollen genutzt werden.
Synergieeffekte sind auch wichtig, wie der Klassiker "unter hängenden Kronleuchter stehende Gegner". Einer wirft Öl auf die Gruppe, der nächste wirkt "Schmieren", so dass alle besudelt am Boden liegen. Der nächste schießt dann den Kronleuchter runter....... Kurzum, man muss schon recht taktisch rangehen.
Nach und nach ist natürlich auch die Ausrüstung wichtig, alle 4 Char in der Gruppe sollten gut versorgt werden. Mein Astarion macht zur Kampferöffnung immer den hinterhältigen Angriff, danach Unsichtbarkeit, an den nächsten wichtigen Gegner ran, erneut hinterhältiger Angriff. Dank seiner beiden Kurzschwerter plus Armschienen des beidhändigen Kampfes verteilt er damit oft 40 bis 50 Schaden.
Das Spiel ist einfach ein umwerfendes Gesamtpaket. An wie vielen Stellen ich jetzt schon mit meinen Entscheidungen gehadert habe, in dem Wissen, dass mir das sicher noch auf die Füße fallen wird......
Für mich steht und fällt das Ganze mit der Charakterentwicklung der Gruppe. Noch nie hat mich eine Geschichte emotional derart gepackt. Jeder Char hat seine Eigenheiten, die es zu entdecken gilt. Und da hier durch die grandiose technische Umsetzung Gefühle endlich glaubwürdig transportiert werden, habe ich hier und da auch schon ein Tränchen, aus Freude oder Mitleid, verdrückt. Ein absolutes Novum nach 40 Jahren Gaming. GotD(ecade) !