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Wohin geht die Gamingindustrie ?

GismoX

Foren-Gremlin
He added: “Personally, as an older gamer… I would welcome a return to the 12 to 15 hour [AAA] game. I would finish more games, first of all, and just like a well edited piece of literature or a movie, looking at the discipline around that could give us tighter, more compelling content. It’s something I’d like to see a return to in this business.”

Wenn dann der Preis dementsprechende ausfällt. Das fehlt in dem Artikel. ;)
Ansonsten stimme ich dem zu.
Wenn aber eine Gewinnmaximierung durch Spiele mit weniger Inhalt das Ziel ist ....
 

Zäpp

Moderator
Team
Wenn dann der Preis dementsprechende ausfällt.
Da ist dann die Frage was das für ein Preis sein soll. Spiele sind (spätestens nach ein paar Wochen) mittlerweile meistens ziemlich billig. Da hat man sich als Spieler aber eben auch dran gewöhnt. Ich weiß nicht ob man die Leute da umerziehen kann, so dass sie Qualität zu schätzen wissen (Muss natürlich auch Qualität sein).
 

Praegel

Moderator
Team
Überraschung:

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Nicht Teil seiner Milchmädchenrechnung sind die Verkaufszahlen und die heutzutage erzielten Gewinne gegenüber denen von damals. Wenn man die auf beiden Seiten (Hersteller und Konsument) kennt, dann darf man auch gerne über AAA-Titel reden, die ab der nächsten Konsolengeneration für den Käufer teurer werden sollen.
 

Thommysoft

Aktuell als Moderator inaktiv.
Team
Bei Gamesindustry.biz gibt es übrigens noch einen etwas ausführlicheren Artikel über die Aussagen von Shawn Layden:
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Er spricht im Grunde genau das an, weswegen ich bisher Next-Gen-Skeptiker bin und aus Kundensicht den ganzen Next-Gen-Hype-Train sehr kritisch sehe. Bisher deutet alles darauf hin, dass die Next-Gen vor allem durch noch aufwändigere und detaillierte Grafik angetrieben wird, die durch hochwertigere Assets, mehr Motion- Performance-Capturing etc. die Kostenschraube noch weiter nach oben drehen wird.

Da die Spieleindustrie sich seit Jahren an den 60-Dollar-Preis klammert, weil sie genau wissen, dass es nicht genug Kunden mitmachen, wenn die Basisspiele so viel kosten, wie sie eigentlich kosten müssen, wird das meiner Meinung nach dazu führen, dass die alternativen Monetarisierungsmechanismen (DLC, Season Pässe, Battle Pässe, Mikrotransaktionen usw.) künftig noch aggressiver verfolgt werden und die Preise so indirekt immer weiter steigen werden.

Wir haben in dieser Generation schon erleben müssen, dass immer mehr Elemente abseits des Basisspiels monetarisiert werden, während gleichzeitig auch die Preise bereits existierener Elemente wie DLC und Season Pässe dramatisch angestiegen sind. Teilweise sind die Preise von DLCs und Season Pässen gar verdoppelt worden.

Und ich kann mir irgendwie kein Szenario vorstellen, dass diesen Preisantieg ausbremsen wird, solange die Spiele technisch immer aufwändiger werden.

Ich glaube auch nicht, dass eine Reduzierung der Spielzeit von auf 12-15 Stunden für AAA-Spiele die Lösung ist. Für viele Spieler sind 70 Euro für unter 20 Stunden Spielzeit einfach zu teuer. Und das betrifft sowohl Gelegenheitsspieler als Hardcore-Gamer.

Die für mich offensichtlichste Lösung, aus dieser Spirale rauszukommen, wäre, dass sich dass sich die Publisher darauf konzentieren, ihr Portfolio zu erweitern und weniger AAA-Spiele zu produzieren und stattdessen eine breitere Palette an Mid-Budget-Titeln anzubieten, die weit weniger Kosten verschlingen und dadurch kreativer sein können, weil das Risiko eines finanziellen Misserfolgs minimiert werden kann.

Eines der größten Probleme der Spieleindustrie in den letzten Jahren ist es meiner Meinung nach, dass einfach zu viele Studios und Publisher dem Ideal nachhetzen, wie Hollywood sein zu wollen und riesige Blockbuster produzieren zu wollen, über die alle Welt redet. Und das führt halt nicht nur dazu, dass die Kosten immer weiter explodieren, sondern auch dazu, dass sich - wie auch in Hollywood - mehr und mehr der großen Produktionen alle gleich anfühlen.

Ich denke, dass große Teile der Branche, aber vor allem die AAA-Publisher und -Entwickler eine komplette Neuausrichtung brauchen und man sich mal wieder darauf besinnen sollte, worin die Stärken von Spielen wirklich liegen. Liegt die Zukunft des Mediums langfristig darin, dass Spiele immer mehr wie Hollywood-Filme sind? Oder wäre man auch finanziell nicht besser damit bedient, sich auf die Elmente zu konzentrieren, die Spiele nur Spiele bieten können, aber eben nicht Hollywood-Filme, Serien von Streamingdiensten oder Bücher? Denn für viele dieser Dinge braucht man nicht unbedingt ein ein immens teures Technikgerüst.
 

Praegel

Moderator
Team
Den Kreativen gehen leider zur Zeit die Ideen aus, bzw. haben sie zu wenig Raum sich neben den großen Konzernen und deren gut angepriesenen Einheitsbrei zu behaupten. Diese Phasen gab es bei Büchern, Filmen, Konzerten, jetzt halt auch bei den Games.
Und warum man sich 10 Jahre lang ein immer gleiches FIFA zum Vollpreis kauft, hat seinen Grund, nur hinterfragen es die wenigsten...

Ein Autor schreibt sein erstes Buch mit viel mehr kreativer Energie und eher mit dem Ziel eine gute Story zu schreiben. Irgendwann schreibt er dann auch wie am Fließband Drei-Groschenromane, um sein Anwesen, dass er sich vom Überraschungserfolg seines ersten Romans gekauft hat, unterhalten zu können.

Aber es gibt ja noch gute Bücher, oder Filme und Bands, so auch gute Videospiele. Man muss nur die Schaffenden wieder inspirieren und denen wieder ausreichend Möglichkeiten bieten, sich kreativ ausleben zu können. Nicht jeder will über alles in der Welt nur reich werden. Manch einer möchte auch nur etwas Neues oder etwas von kultureller Wichtigkeit schaffen.

Ein Buch wird nicht besser nur weil es 1200 Seiten statt nur 800 hat. Ein Film nicht besser nur weil drei Züge und 37 Autos explodieren statt nur ein romantisch brennendes Lagerfeuer. Und ein modernes Videospiel wird nur wegen besserer Grafiken nicht unterhaltsamer. Aber alle Medien haben eine gute Basis für gute Unterhaltung. Deshalb ist die Spieleindustrie nicht am Ende, sondern nur in einer Phase der Uninspiriertheit. Das wird schon wieder. :cool:
 

Chief Brody 01

Frührentner
Natürlich jammere ich als Konsument, wenn Spiele teuer werden sollen. Ist doch klar. Jedoch sehe ich den Preis für neue AAA Spiele (für mich) bei max. 60€.
Neue Spiele für nen fuffi wäre sensationell. Da würde ich es asogar begrüßen, das der Preis des Spiels die ersten 12 Monate nicht unter 50€ fällt. In dem voran genannten "verramschen" von Titeln, die nach 6 Wochen schon um 25% oder 30% reduziert werden, sehe ich ein großes Problem Spiele profitabel zu vermarkten. Für gute Spiele bezahle ich auch gerne.
 

knusperzwieback

Rat der Weisen
Jo, geht doch alles relativ easy heutzutage. Bücher kann man als Ebook selbst rausbringen und da gibt es reichlich talentierte Schreiber. Lese da immer wieder gerne Hardcore-SF, das gibts auch immer relativ günstig im Gegensatz zu den Großen. Bei Games gibts die Indies, die auch einer allein zusammenbauen kann und oft tolle Ideen bieten und nicht Need-for-Fifa nen 99. Aufguss spendieren.

Bei Filmen wirds allerdings etwas schwierig. Gibt zwar auch gute Indies, das sind dann aber oft Kammerspiele (zum Glück stehe ich auf solche). Aber ich schau mir lieber einen Indie mit nicht ganz taufrischer Technik und dafür einer neuen Idee an, als Supermann der mal wieder für $200 Mio. an CGI Effekten Dr. Superböse eins auf die Mütze haut.

Also macht die Spielindustrie dass was alle machen die $$$ in den Augen haben. Die Massen abgreifen und immer mehr vom Gleichen aufs Butterbrot streichen. Weil bei nem Flop hüpfen sonst die Aktionäre im Viereck und das geht ja mal überhaupt nicht. Stelle sich mal einer die 4 Villa vor und da sind nicht alle Wasserhähne aus Gold - nicht auszudenken. :geek:
 

zen

Sherlock Holmes
Sponsor
Das Thema rund um die Finanzierung spiegelt sich jetzt schon gut bei vielen Studios wieder. Große Marken wie Final Fantasy, Fallout und Elder Scrolls haben mittlerweile reine Online Ableger, die für einen kontinuierlichen Umsatz sorgen. Rockstar Games verzichten seit Jahren auf kleinere Spiele. Solange man keinen Multiplayer um ein Finanzierungsmodell herum bauen kann, kommt erst gar nichts. Bestes Beispiel ist GTA V. Diese äußerst erfolgreiche Cash-cow erfährt im kommenden Frühjahr den 3. Release. Wird garantiert wieder ein Multimillionen Seller...
Mein Fokus rückt immer stärker in den Bereich der exklusiv Spiele. Der geringe Output reicht völlig und von diversen Praktiken mir das Geld aus der Tasche zu leiern werde ich verschont.
 

Baumzebra

Hausmeister
Team
Ich bin auch seit ca. einem Jahr in den AA-Bereich abgedriftet. Es gibt einige Spiele die nicht den Umfang und die Kinoreife eines AAA-Titels haben. Meist habe sie aber auch weniger Fehler und bieten den gleichen wenn nicht sogar mehr Gameplay und das alles bei einem fairen Preis. Aber für meinen Spielanspruch (Coop, hoher Widerspielwert und kein Battlepass) was im AAA-Bereich zu finden wird leider auch immer schwerer.
 
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