Kathy Rain 2: Soothsayer
Tl;dr: Gutes Spiel mit angenehmem Rätselniveau, dem die Handlung zum Ende hin fast zum Verhängnis wird.
Zuallererst: Das Game ist ein Fest für Pixelart-Fans, das sich auch vor einem "Hob's Barrow" nicht verstecken muss und gegenüber dem Vorgänger riesige Schritte - was Design und Inszenierung angeht - vorwärts gemacht hat. Wer den ersten Teil übrigens nicht gespielt hat, bekommt hier ein Story-Recap, das aber ehrlich gesagt nicht mehr über die zwanzig Stunden Spielzeit aufm Plan blieb - von der Erinnerung ans Spielen mal ganz zu schweigen. Und wer weder Kathy Rain (1) gespielt noch das Recap aufm Zettel hat, bekommt später ernsthafte Probleme ...
Es war insgesamt eine ziemlich gute und obendrein unheimlich polierte Spielerfahrung. Die Geschichte beginnt damit, dass Kathy, wieder mal einen durchzechte Nacht auf der Couch ausschlafend, von einem Kollegen auf den Fall des titelgebenden "Soothsayers" angesetzt wird, der sich auch in Windeseile entfaltet und am Ende knapp 30 Bildschirme umfasst, von denen einer detailverliebter gezeichnet ist als der andere.
So ist man schnell am Haken, denn wer kann denn einem guten Serienkiller-Krimi widerstehen?
In den nächsten vier Spielfünfteln verbringt man denn seine Zeit damit, den sorgsam und mitunter clever gelegten Spuren zu folgen, und zwar in aller Regel, indem Unterhaltungen mit NPCs, von denen es ebenfalls reichlich gibt, geführt werden. Hier im Mittelteil hängt das Spiel etwas durch, denn es stellt sich eine gewisse Routine ein und vielleicht, nur vielleicht, geht auch der Killerstory ein wenig die Puste aus. Zudem: Obwohl die Rätsel kohärent und logischer als in jedem Monkey Island in die Handlung verwoben sind, kommt sehr selten mal wirkliche Kopfnussigkeit auf - an ein, zwei Stellen jedoch bekommt man es mit mehrstufigen Rätselkomplexen zu tun, die mal Hirnschmalz erfordern und den Gesamteindruck deutlich bessern.
Leider passieren in den letzten drei Spielstunden Dinge, die erstens sehr abrupt und etwas ungelenk daherkommen, und zweitens ... na ja, hier wird's zu einem Minenfeld aus Spoilern, weswegen ich mal damit verbleibe: Das Spiel rangiert unter "Mystery", wie schon sein Vorgänger.
Und die natürlich unweigerliche Verschränkung der Handlungen beider Spiele ist ein ziemlich gemeiner Haufen schreiberischen Unrats, der mich in seinen schlechtesten Momenten an die Black-Mirror-Trilogie erinnert hat und leider mit dem Hintern vieles dessen einreißt, was vorher auf wirklich kompetente Art an Qualität erschaffen wurde.
Da ich ein wirklich gebranntes Kind bin, was solchen Mystery-Klimbim angeht, der selten mal wirklich innovativ ist - und hier ebenfalls nicht -, erfolgt eine recht deutliche Abwertung. Hätten sie den weltlichen Krimiteil des Games auf halbwegs saubere Art abgeschlossen, hätte ich wirklich nicht viel zu beanstanden am Spiel. So hingegen ...
Na ja, jedenfalls: Nachdem nun aus dem eigentlich fertigen Storygerüst des ersten Teils noch ein zweites Games gezimmert wurde, was so wahrscheinlich nie geplant gewesen ist ... ist davon auszugehen, dass wir in Zukunft mit einem Kathy Rain 3 rechnen können - und trotz meiner vielleicht harschen Kritik hier im Thread werde ich wieder dabei sein, dafür ist der Unterhaltungswert unterm Strich doch hoch genug.
Tl;dr: Gutes Spiel mit angenehmem Rätselniveau, dem die Handlung zum Ende hin fast zum Verhängnis wird.
Zuallererst: Das Game ist ein Fest für Pixelart-Fans, das sich auch vor einem "Hob's Barrow" nicht verstecken muss und gegenüber dem Vorgänger riesige Schritte - was Design und Inszenierung angeht - vorwärts gemacht hat. Wer den ersten Teil übrigens nicht gespielt hat, bekommt hier ein Story-Recap, das aber ehrlich gesagt nicht mehr über die zwanzig Stunden Spielzeit aufm Plan blieb - von der Erinnerung ans Spielen mal ganz zu schweigen. Und wer weder Kathy Rain (1) gespielt noch das Recap aufm Zettel hat, bekommt später ernsthafte Probleme ...
Es war insgesamt eine ziemlich gute und obendrein unheimlich polierte Spielerfahrung. Die Geschichte beginnt damit, dass Kathy, wieder mal einen durchzechte Nacht auf der Couch ausschlafend, von einem Kollegen auf den Fall des titelgebenden "Soothsayers" angesetzt wird, der sich auch in Windeseile entfaltet und am Ende knapp 30 Bildschirme umfasst, von denen einer detailverliebter gezeichnet ist als der andere.
So ist man schnell am Haken, denn wer kann denn einem guten Serienkiller-Krimi widerstehen?
In den nächsten vier Spielfünfteln verbringt man denn seine Zeit damit, den sorgsam und mitunter clever gelegten Spuren zu folgen, und zwar in aller Regel, indem Unterhaltungen mit NPCs, von denen es ebenfalls reichlich gibt, geführt werden. Hier im Mittelteil hängt das Spiel etwas durch, denn es stellt sich eine gewisse Routine ein und vielleicht, nur vielleicht, geht auch der Killerstory ein wenig die Puste aus. Zudem: Obwohl die Rätsel kohärent und logischer als in jedem Monkey Island in die Handlung verwoben sind, kommt sehr selten mal wirkliche Kopfnussigkeit auf - an ein, zwei Stellen jedoch bekommt man es mit mehrstufigen Rätselkomplexen zu tun, die mal Hirnschmalz erfordern und den Gesamteindruck deutlich bessern.
Leider passieren in den letzten drei Spielstunden Dinge, die erstens sehr abrupt und etwas ungelenk daherkommen, und zweitens ... na ja, hier wird's zu einem Minenfeld aus Spoilern, weswegen ich mal damit verbleibe: Das Spiel rangiert unter "Mystery", wie schon sein Vorgänger.
Und die natürlich unweigerliche Verschränkung der Handlungen beider Spiele ist ein ziemlich gemeiner Haufen schreiberischen Unrats, der mich in seinen schlechtesten Momenten an die Black-Mirror-Trilogie erinnert hat und leider mit dem Hintern vieles dessen einreißt, was vorher auf wirklich kompetente Art an Qualität erschaffen wurde.
Da ich ein wirklich gebranntes Kind bin, was solchen Mystery-Klimbim angeht, der selten mal wirklich innovativ ist - und hier ebenfalls nicht -, erfolgt eine recht deutliche Abwertung. Hätten sie den weltlichen Krimiteil des Games auf halbwegs saubere Art abgeschlossen, hätte ich wirklich nicht viel zu beanstanden am Spiel. So hingegen ...
Na ja, jedenfalls: Nachdem nun aus dem eigentlich fertigen Storygerüst des ersten Teils noch ein zweites Games gezimmert wurde, was so wahrscheinlich nie geplant gewesen ist ... ist davon auszugehen, dass wir in Zukunft mit einem Kathy Rain 3 rechnen können - und trotz meiner vielleicht harschen Kritik hier im Thread werde ich wieder dabei sein, dafür ist der Unterhaltungswert unterm Strich doch hoch genug.