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Welches Spiel habt ihr zuletzt durchgezockt?

Krule

Frührentner
Onimusha – Way of the Sword

Das Spiel hat mich irgendwie stark an Stellar Blade erinnert. Insgesamt fand ich es schon sehr gut, aber ich glaube, dass hier noch deutlich mehr drin gewesen wäre. Ich versuche es mal stichpunktartig zusammenzufassen:

+ Überragendes, stark auf Parry ausgelegtes Kampfsystem
+ Häufige, anspruchsvolle und grandios designte Bosskämpfe
+ Liebenswerte Charaktere; ein angeberischer, aber gleichzeitig auch tollpatschiger Hauptcharakter
+ Tolle Over-the-top-Inszenierung
+ Hohe Qualitäten als Character-Action-Game

– Zu leichte Standardgegner
– Streckenweise schwaches Leveldesign
– Boss-Recycling, insbesondere bei den Zwischenbossen
– Spielzeitstreckung - das Spiel ist viel zu lang (durch unnötige Wiederholungen)
– Schwache Arenakämpfe
– Manchmal seltsame Kamera
– Schwache Hub-World
– Selbst die linearen Abschnitte sind nicht immer auf dem gleichen hohen Niveau

Das Spiel hätte für mich durchaus mein GotY werden können. Die Kämpfe sind für mich im Bereich von 9/10 bis 10/10 – da war ich wirklich begeistert. Die strukturellen Schwächen ziehen das Gesamtpaket für mich aber ein gutes Stück nach unten, irgendwo in Richtung 7,5 bis 8/10.

Also immer noch ein echtes Highlight des Jahres - ich habe es sehr gerne durchgespielt. Ich hoffe, Capcom zieht aus dem Spiel die richtigen Schlüsse und macht bei einem möglichen Nachfolger die entsprechenden Dinge richtig. Dann könnte das beim nächsten Mal noch einmal deutlich besser werden.
 
Zuletzt bearbeitet:

Oink

Neuankömmling
Durchgezockt habe ich diese Nacht „temtem: Swarm" … zumindest alle Bosse und Level erreicht - und auch eine Bestätigung bekommen, dass ich durch bin - aber es gibt/gäbe trotzdem noch jede Menge zu tun.

Das Spiel kostet im PlayStation-Store regulär 12€, die es in meinen Augen auch wirklich wert ist. Es ist ein Autoshooter, mit Upgrades und vielen verschiedenen Spielweisen, die natürlich trotzdem darauf hinauslaufen, dass die Schwierigkeit kontinuierlich steigt und man irgendwann verliert.

Man levelt aber durch das eingesammelte Geld seine Spielfiguren langsam hoch und hat dadurch immer mehr Möglichkeiten, bei jedem Durchlauf.

Trotzdem hatte ich im Gegensatz zu anderen Vertretern dieses Genres das Gefühl, schnell etwas erreicht zu haben. Dieser Gameplay-Loop ist mega. Gar nicht frustrierend.

Einziger Kritkpunkt ist, dass es manchmal Screen-Tearing gibt.
 

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Pepsi Plunge

Pförtner des Altenheims
Pokemon Purpur

Ich hatte im Vorfeld gehört das Spiele wäre technisch auf der Switch 1 damals eine Katastrophe gewesen, wäre aber deutlich besser auf der Switch 2. Dazu kann ich sagen, dass Clipping und Popups immer noch recht deutlich sind, sowohl im Handheldmodus aber auch Stationär. Gerade in der Open World baut sich halt oft alles vor der Nase 'aus dem Nichts' auf. Man rennt dadurch auch gerne - vor allem auf seinem Bikermon, das ja ein bisschen schneller ist - unbeabsichtigt in ein Pokemon weil man es einfach zu spät sieht. Ansonsten läuft das Game aber flüssig und Ladezeiten halten sich auch in Grenzen. Die Funktion Kämpfe - die hier im Gegensatz zu Z-A klassisch Rundenbasierend ablaufen - oder andere Dinge zu beschleunigen wäre aber ganz nett gewesen, jedes mal die Tera-Aktivierung da als Animation zu sehen ist auf Dauer schon nervig. Auch gibt es Attacken, die nicht in einer Animation mit einem Treffer ablaufen, sondern den Gegner halt 3, 4, 5 mal oder noch öfters treffen und die Animation spielt sich dann auch sehr langsam jedes Mal ab und man muss da zuschauen und.. jedenfalls, ich hab meinen Pokemon bewusst solche Attacken nicht gegeben.

Storytechnisch starten wir wie in vielen Pokemon-Spielen: Unter der Verletzung sämtlicher erwachsener Aufsichtspflicht ziehen wir im zarten Alter von 10 Jahren los um uns in gefährliche Regionen voller Monster zu wagen, die uns theoretisch jederzeit töten können. Oh joy, scheint in der Welt aber völlig normal zu sein. Immerhin sind wir nicht ganz Schutzlos, denn zwischen den Monstern und dem brutalen Ende unseres jungen Lebens steht immerhin unser Starter-Pokemon, das wir zu Beginn wählen dürfen. Auch hier hat man wieder die Wahl zwischen einem Pflanzen, Feuer und Wasserpokemon, wie auch schon damals in Pokemon Blau/Rot. Mit diesem kann man dann andere Pokemon im Kampf besiegen und ggf. einfangen und dem eigenen Team hinzufügen, von denen ihr bis zu 6 zeitgleich führen dürft. Es bekommen auch alle 6 Pokemon im Team von Anfang an Erfahrungspunkte statt nur die aktiven Pokemon, ohne das wie früher erst mal EP-Teiler etc. gefunden werden müssen. Auch findet ihr binnen der ersten Minuten, noch bevor ihr bei der eigentlichen Akademie ankommt, ein besonderes Pokemon, das schon bald als Reittier benutzt werden kann und im Verlauf der Story auch Fähigkeiten wie Schwimmen, Gleiten, Supersprung und Klettern erlernt wenn ihr bestimmte Gewürze - bewacht von Pokemon-Bossen - findet.

Irgendwann kommt ihr dann also bei der Akademie an und die Lehrer sind genau so wenig am Schutz eures Lebens interessiert wie die Mutter zu beginn, denn kaum habt ihr das Schulgelände betreten werdet ihr quasi auch schon wieder raus in die Welt geschickt um als Projektarbeit drei Pfade zu lösen. Da seid ihr völlig frei wie ihr vorgehen wollt und könnt euch in beliebiger Reihenfolge austoben, wobei letzteres es nicht unbedingt Sinn macht weil ihr sonst auf höherlevige Pokemon trefft, die ihr selbst nicht fangen könnt, weil euch noch die Orden fehlen.

Der Pfad des Champions, bei dem ihr alle 8 Arenaleiter besiegen müsst, ist dabei der klassische Weg: Sammelt 8 Orden, jeder erlaubt euch höherlevigere Pokemon zu fangen, habt ihr alle zusammen gibt es auch keine Levelbegrenzung mehr und ihr dürft gegen die Top 4 ran. Kennt man, alles wie gehabt, genau wie Wasserattacken nach wie vor sehr effektiv gegen Feuerpokemon sind.

Es gibt aber auch noch den Pfad der Legenden, bei dem ihr bestimmte Boss-Monster besiegen und oben erwähnte Gewürze finden könnt sowie der Weg der Sterne, bei dem ihr die Mitglieder von Team Star besiegen müsst. Letzteres läuft teilweise ein bisschen anders ab als die Arenabosse, lässt sich aber gut vergleichen.

Habt ihr alle drei Aufgabengebiete komplett gemeistert passiert Storytechnisch noch einiges, ihr dürft endlich den sagenumwobenen Schlund erkunden der euch bisher die ganze Zeit unter Strafandrohung verboten war und mehr will ich hier natürlich nicht verraten. Im Post-Game durfte ich anschließend jedenfalls die Leiter alle noch ein zweites mal besiegt und ich habe am Ende noch das Schulturnier an der Akademie gewonnen. Damit habe ich jetzt noch die höheren Tera-Raids freigeschalten, das war es dann aber auch eigentlich. Story-Technisch bin ich komplett durch und kann jetzt halt eben noch den Pokedex vervollständigen, Shinys jagen oder PvP.

Die Stars sind aber natürlich weiterhin die Pokemon, wobei ich deren Design teilweise schon etwas befremdlich finde. Es sind über 400 im Spiel und die Meisten sehen halt einfach wie Hingerotzt aus. Klar gab es auch schon in Gen 1 mehr oder weniger lieblose Viecher wie random Kugeln mit Augen oder fliegende Magnete, aber hier ist der Pool doch arg verwässert. Mein Interesse den Pokedex zu vervollständigen hält sich entsprechend auch in Grenzen, zumal man auch hier wieder einen Tauschbuddy benötigt, der die andere Version besitzt, da man ansonsten an viele Pokemon gar nicht erst herankommt und auch im Spiel enthaltene Viecher brauchen mitunter einen Tausch bevor sie sich entwickeln. Bekanntestes Beispiel ist hier der seit Gen 1 bekannte Simsala, den man nur bekommt bzw. der sich nur aus Kadabra entwickelt wenn man ihn vorher einmal mit einem anderen Spieler tauscht.

Mega-Entwicklungen gibt es hier diesmal nicht, dafür ist die Tera-Kristallisierung das Gimmick des Spiels. Im Endeffekt aktiviert man damit einfach ein Element: Wenn bspw. ein Pflanzenpokemon eine Kristallisierung vom Typ Pflanze aktiviert, werden alle Pflanzenattacken stärker. Alternativ kann man einem Pflanzenpokemon aber auch bspw. den Typ Feuer geben, dann sind Feuerattacken nicht mehr ganz so stark. Man kann sich hier also quasi aussuchen ob man die Offensive im eigentlichen Element verstärken will oder ob man diese lieber Defensiv einsetzt und ein Pokemon damit gegen ein bestimmtes Element schützt. Das Element zu wechseln ist allerdings sehr sehr teuer, weil man dazu viele der entsprechenden Tera-Fragmente benötigt, daher sollte man sich das gut überlegen.

Alles in allem machte das Spiel ziemlichen Spaß und ich habe es die letzten Tage ordentlich gesuchtet. Ich hab vorher bekanntlich schon Z-A gespielt, da war die Welt aber deutlich kleiner und das Kampfsystem anders. Purpur war jetzt im Grunde mein erstes richtiges Pokemon seit Blau/Rot und war ganz cool mal wieder einen Teil dieser Serie zu spielen.


TL;DR:

+ Klassisches Pokemon-Feeling mit Rundenkämpfe, etc.
+ Riesige Open World, die man in mehreren Stufen gut erkunden kann
+ Ordentlicher Umfang mit 3+1 Kampagnen und Post-Game
+ Sehr viele Pokemon zum Sammeln und zur Auswahl
+ Raid-System wahlweise mit NPCs oder im Multiplayer

- Technisches Manko auch auf der Switch 2
- Pokemon-Designs sind eher... na ja.
- Keine Fast-Forward / Skip Funktionen im Kampf oder für die Klassen

+/- Tera-Kristallisierung statt Mega-Entwicklung
+/- School-Setting
 

Kant ist tot!

Aushilfe der Essenausgabe
Far Cry 4
Nicht schlecht, kommt aber in meiner Far Cry Liste nicht an 3 und 5 vorbei. 1 hatte ich damals auch gespielt, aber das ist zu lange her. Ich starte mal mit den Negativpunkten.

Die Spielwelt hat mich nicht begeistert. Mal abgesehen von der schon angestaubten Grafik, finde ich die Welt einfach auch nicht besonders schön oder abwechslungsreich gestaltet. Abstürze hatte ich auch, aber immerhin läuft FC4 jetzt auch auf 60FPS auf Konsole.

Pagan Min ist nicht gerade der beste Villain und hat auch zu wenig Screentime. Und deine Storybuddies vom Golden Path sind leider alle furchtbar. So war mir dann auch egal, was mit denen passiert. Also Story net so prall.

Gefallen hat mir FC4 aber als Action-Sandbox mit einem Haufen Chaos. Das Gameplay funzt sehr gut und macht Bock. Darüber hinaus sind manche Dinge sind einfach unfreiwillig komisch. Zum Beispiel, dass Adler so ziemlich der gefährlichste Gegner im Spiel sind und alle immer aaah eagle!!! rufen und dabei in die Luft feuern. Oder die furchtbare KI der Autofahrer, so dass es ständig zu random Kollissionen und Explosionen kommt.

Auch der Progression Loop funktioniert sehr gut für mich. Dass einige Skills an bestimmte Missionstypen gebunden sind, ist eine coole Mechanik, durch die man sich auch mal mehr mit dem Side Content auseinandersetzt.

Far Cry 4 hat mich rund 30h echt solide unterhalten und hat ein paar eigenwillige Marotten, die ich irgendwie charmant findd. Es ist im Kern ein ziemlich gutes Spiel, nur fehlt aus den eingangs erwähnten Gründen das Schleifchen ums Paket.

7,5/10
 

Kodijack

Aushilfe der Essenausgabe
Metal Gear Solid 4 Guns of the Patriots

Gestern beendet und was für ein Fanfest an Spiel. Hier wird sich ständig auf die Vorgänger bezogen. Als es auf Shadow Moses zugehr hat man noch eine Sequenz in der PS1 Optik, das war großartig. Die Bosse fand ich in Teil 4, sowie Teil 2, eher Schwach. Rausgestochen hat der Screaming Mantis Kampf.

Der Switch 2 Port läuft sehr gut. Nur ist die Tonabmischung schlecht und der Bug das die Tonspur sich erheblich versetzt wenn man die Konsole bei Cutscenes in den Standby Modus versetzt, nervig, lässt sich aber umgehen wenn man vorher Pause drückt.
 

Daniel04

Frührentner
High on Life 2

Ein Wiedersehen mit den sprechenden Waffen - dank des Game Pass wieder für "umsonst".

Erneut ein ziemlich verrückter Ritt, teils echt anstrengend zu spielen und technisch nicht immer sonderlich sauber. Musste wegen Bugs das eine oder andere Mal einen Kontrollpunkt neu laden, um das Spiel fortsetzen zu können. Auch die Animationen sind oft sehr, sehr holprig und viele Stellen im Spiel generell sehr zäh.

Die Story ist passend zum Spiel halt komplett abgedreht und mit vielen Anspielungen auf die Popkultur, das ist schon ganz spaßig. Mir persönlich war das Spiel aber zu lang und zu repetitiv. War am Ende froh durch zu sein. Das neue Spielelement Skateboard bringt dem Spiel beispielsweise keinen großen Mehrwert und der Rest ist halt bekannt wie im Vorgänger. Der Vorgänger gefiel mir da tatsächlich etwas besser, weil er nicht ganz so lang war.

Alles in allem dank des Game Pass jetzt keine Zeit- bzw. Geldverschwendung, aber auch weit weg von einem Toptitel.

5,5/10
 

schockbock

Vizelaberkoppmeister 2025
Sponsor
S.T.A.L.K.E.R.: Shadow of Chornobyl - Enhanced Edition

Grad den Deckel draufgemacht, und zwar nach 24 Stunden mit einem von anscheinend mehreren möglichen Enden. Keine Ahnung, ob das "Kanon" ist, oder ob es überhaupt eine Rolle spielt. Jedenfalls bin ich happy, dieses Projekt, das im Jahr 2007 mit dem Rip einer DVD aus der Videothek begonnen hat und seitdem in diversen Anläufen nie abgeschlossen wurde, nun zu den Akten legen zu können.

Happy bin ich auch mit dem Großteil des Spiels. Ohne mich in detaillierte Beschreibungen zu ergehen, sei gesagt: Wer Metro Exodus gespielt hat, wird hier einiges wiedererkennen, in erster Linie wie elegant die Welt gestaltet ist und wie überaus schön gepacet man durch die teils semioffenen Level geleitet wird. Zudem zeigen sich hier die zarten Anfänge dessen, was Entwickler GSC über die Jahre zu einer Paradedisziplin und zum Aushängeschild der "Metro"-Reihe gemacht hat, nämlich die immersive Präsentation, die betont mit "feel, don't see" arbeitet und ... na ja, den Spieler in die Welt hineinsaugt. Hier ist das noch nicht stark ausgearbeitet, steht dem Spiel aber ausgesprochen gut, wenn beispielsweise nach Angriff eines "Telepathen" der Bildschirm flirrt und ein Tinitusfiepen im Ohr meines Stalkers hängt.

Das Gunplay ist zweckdienlich. Obwohl die Gegner nicht viel Schmalz in der Rübe haben - oder kein Talent als Schütze -, bewegen sie sich dynamisch durch die verzweigt gestalteten Gefechtsarenen und flankieren einen ab und zu versehentlich sogar mal.

Hinzu kommt eine Fülle an verschiedener Ausrüstung in den Kategorien Angriff, Schutz sowie Perks, was sowas wie das Herzstück des Games ist. Es motiviert ungemein, Aufträge (mit diesem befriedigenden Biep) abzuschließen und in der Mehrzahl der Fälle mit einer coolen neuen Knarre oder dicken Rüstung belohnt zu werden.
Da schaut man auch mal drüber hinweg, repetitive Wege, von denen es ziemlich viele gibt im Spiel, zu gehen, um eine Haupt- oder Nebenquest abzuschließen.

Erwähnt werden müssen auf der Sollseite ziemlich viele Bugs, alte sowie neue, die schon durch fleißige Modder über die Jahre behoben wurden und einer "Enhanced" Edition ganz schlecht zu Gesicht stehen.

Fazit: Geiler Scheiß. Für den weiterführenden STALKER-Heeper finden sich noch (das wohl nicht so gut geratene) Clear Sky sowie Call of Prypiat, ebenfalls jeweils "enhanced", in der Steam-Bibo. Aber fürs erste ist der spontan aufgekommene Heißhunger auf die Zone gestillt.
 

Batsi

Altenpfleger
Eine Nacht im Moka Efti: Eine Babylon Berlin Story (PC)

Wie der Titel schon vermuten lässt, spielen die Geschehnisse im Universum der deutschen Serie "Babylon Berlin". Durch die ARD als Publisher ist das Spiel zudem kostenlos auf Steam erhältlich.

Und was man hier in knapp 5,5 Stunden geboten bekommt, kann sich wirklich sehen lassen.

Allen voran fällt natürlich die optische Ähnlichkeit zu "Disco Elysium" auf, bei der auf eine malerische Grafik gesetzt wird und die Dialoge in einem Seitenfenster mit Portraits der jeweiligen Charaktere geführt werden.
Durch seine Mischung aus realen und fantastischen Szenen hebt sich der Abstecher in den Berliner Nachtklub Moka Efti aber deutlich ab und erzeugt so einen ganz eigenen Stil. Auch die musikalische Untermalung und die Soundkulisse sorgen für eine einzigartige Atmosphäre.

Der Nachtklub selbst dient dabei als Spiegelbild der Weimarer Republik, die sich hier in ihren letzten Azemzügen befindet. Thematisch geht es unter anderem um die drohende Machtergreifung der Nationalsozialisten, Machtkämpfen zwischen verschiedenen Gesellschaftsgruppen und die jeweiligen Schicksale/Konflikte der einzelnen Charaktere.

Spielerisch hat man es im Kern mit einem klassischen Point-and-Click-Adventure zu tun. Man manövriert die Protagonistin Gabriele durch die einzelnen Szenen, führt Dialoge, erforscht die Umgebung und löst kleine Kombinationsrätsel, die allesamt sehr simpel sind und keine Herausforderung darstellen.

Der große Clou des Spiels ist die Detektiv-Geschichte, die nicht linear erzählt wird, sondern rückblickend im Unterbewusstsein der Protagonistin abläuft und innerhalb einer Therapiesitzung unter Hypnose aufgearbeitet wird.
Dabei verschwimmt der reale Fall zunehmend mit der persönlichen Motivation der Spielfigur und ihren Ängsten, Wünschen und Sorgen.

Ein weiterer großer Pluspunkt sind die Sprecher, die ganze Arbeit geleistet haben und durchgehend eine hohes Niveau aufweisen können.
Unter anderem konnte man die Schauspieler Mala Emde, Jens Harzer (beide Tatort) und Santiago Ziesmer (deutsche Stimme von Spongebob Schwammkopf) für das Projekt gewinnen.

Der einzige Negativpunkt (wenn überhaupt) ist der Umstand, dass das Spiel mit seinen ganzen Erzählsträngen, alternativen Enden, Einzelschicksalen, Motivationen und Themen nach hinten heraus etwas unübersichtlich wird und man Probleme bekommt, der übergeordneten Handlung zu folgen.
Das scheint aber eine bewusste Designentscheidung der Entwickler zu sein, spiegelt es doch die verworrene Situation im Moka Efti und der auslaufenden Weimarer Republik wider.

Am Ende ist "Eine Nacht im Moka Efti: Eine Babylon Berlin Story" ein gelungenes Adventure, das vor allem mit seinen tollen Sprechern, seiner Inszenierung und der nicht-linearen Erzählweise punkten kann.
Rein spielerisch hätte ein wenig mehr Tiefgang sicherlich nicht geschadet und gegen Ende leidet etwas die Übersicht im Bezug auf die Handlung.
Darauf gibt es 8,5 von 10 Tassen Mokka an der Bar, bevor es wieder auf die Tanzfläche geht.
 

Krule

Frührentner
Marsupilami 2: Salsa Palombia

2021 haben mich zwei Donkey-Kong-Country-Klone positiv überrascht: Kaze and the Wild Masks und Marsupilami Hoobadventure.

Letzteres hat nun einen Nachfolger spendiert bekommen, den ich trotz vollem Releasekalender unbedingt spielen musste. Ich bin einfach ein Sucker für diese Art von 2D-Platformer. Selbst wenn sie vom Schwierigkeitsgrad eher seicht sind, reicht mir das, solange die Bewegung der Spielfigur schnell ist & Spaß macht, das Movement vielseitig ist und sich dadurch ein guter Spielfluss einstellt.

Ich mache wieder eine grobe Pro-und-Contra-Liste, weil ich zu faul bin, das alles auszuformulieren:

+ Gutes Gameplay; smoothes Spielgefühl; allein das Movement der Spielfigur macht Spaß, was in diesem Genre schon die halbe Miete ist
+ Überraschend vielseitiges Leveldesign (versucht hier deutlich mehr als der Vorgänger)
+ Viele Geheimnisse und Sammelobjekte
+ Hoher Flow
+ Lokaler Koop
+ Gute Musik
+ Relativ niedriger Preis

– Eher auf der leichten Seite
– Ziemlich kurz
– Nicht besonders innovativ; bleibt nah an den Vorbildern Donkey Kong und Rayman
– Für die 100 % sind nervige Sonder-Challenges nötig (dafür wird das Spiel dann allerdings deutlich länger und anspruchsvoller)
– Bossgegner, die man kaum als "Bosse" bezeichnen kann
– Nerviges Switchen zwischen unterschiedlichen Charakteren, um Zugriff auf verschiedene Movement-Optionen zu haben (dadurch kann die Steuerung an manchen Stellen etwas überladen wirken)

Summa summarum habe ich genau das bekommen, was ich erwartet habe. Marsupilami 2 ist sogar noch einen Tick besser als sein Vorgänger und war nach dem harten Onimusha genau der richtige Snack für zwischendurch für mich.

7/10
 
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