OldRooster
Pförtner des Altenheims
Schaut sehr nett aus. Wenn nicht in ein paar Tagen das neue Castlevania rauskommen würde, würde ich wahrscheinlich zuschlagen.
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Resonance: A Plague Tale Legacy
Schönes klassisches Action-Adventure irgendwo zwischen Indiana Jones, Uncharted und der Tomb Raider-Reboot-Trilogie. Und irgendwie habe ich beim Spielen wieder gemerkt, wie sehr mir diese Art von Spiel dann doch gefehlt hat. ^^
Der Gameplay-Loop ist ziemlich klassisch: Kämpfen, Klettern, Schleichen und Rätsel, alles sehr linear und schlauchig. Wer mit der Linearität von Uncharted nichts anfangen kann, wird hier vermutlich auch nicht glücklich. Dafür ist das Spiel insgesamt sehr gut gepaced und vor allem angenehm kompakt. Keine künstliche Spielzeitstreckung, kein 30-Stunden-Abenteuer, das eigentlich nach 15 Stunden schon alles gesagt hat - es hat für das, was es sein will, ziemlich genau die richtige Länge.
Die Set-Pieces erreichen nicht das Niveau von Uncharted oder Tomb Raider, dafür liegt der Fokus etwas stärker auf Rätseln und etwas weniger auf Kletterpassagen. Die Rätsel sind dabei keine großen Kopfnüsse, aber zumindest kann man im Menü ausstellen, dass man einen Lösungshinweis bekommt. Das finde ich tatsächlich ziemlich cool.
Das Kampfsystem ist okay. Nicht überragend und durch teilweise etwas hakelige Animationen auch nicht immer ganz sauber, aber grundsätzlich funktioniert es. Vor allem das Schubsen von Gegnern in andere Gegner oder gleich in den nächsten Abgrund macht Spaß. Es wird sogar ein bisschen taktisch: Man hält je nach SKG nur zwei oder drei Treffer aus und heilt sich um einen Punkt, wenn man einen Gegner erledigt. Dadurch kann man einen nahezu toten Gegner manchmal bewusst am Leben lassen, um später gezielt einen "Heiltrank" daraus zu machen.
Positiv ist auch, dass das Spiel erfreulich wenig RPG-Bullshit mitbringt, der in dem Genre nichts zu suchen hat. Es gibt zwar auffindbare Skillpunkte als Belohnung für gründliche Erkundung, diese sind aber nicht zwingend notwendig und schalten eher zusätzliche Möglichkeiten frei, statt irgendwann aus irgendwelchen Zahlenwerten eine Pflicht zu machen - also kein "+10 % Schaden", ohne das man irgendwann nicht mehr weiterkommt.
Und gerade beim Abenteuergefühl macht Resonance vieles richtig. Die Umgebungen sind teilweise wirklich atemberaubend schön und erzeugen genau diese Abenteuer-Stimmung, wegen der ich solche Spiele so gerne mag. An ein echtes AAA-Spiel kommt es technisch aber nicht ganz ran. Gesichter und Mimiken, manche Animationsphasen und ein bisschen Jank hier und da erinnern schon daran, dass wir es mit einem AA-Titel zu tun haben. Dazu kommt etwas zu aggressives Anti-Aliasing und leider schafft das Spiel die 60 FPS auf meiner PS5 Pro nicht immer stabil zu halten.
Die Story ist okay, aber jetzt auch nichts, was mir noch lange im Kopf bleiben wird. Die Inszenierung ist allerdings erstaunlich ambitioniert und schafft es hin und wieder tatsächlich, emotionale Momente zu erzeugen.
Unterm Strich: Ein gutes, klassisches Action-Adventure, das genau weiß, was es sein will. Nicht in irgendeiner Kategorie herausragend, aber dafür angenehm fokussiert, gut gepaced und einfach eine schöne Erfahrung. Ich habe es jedenfalls sehr gerne durchgespielt.
7/10