Demnächst kommt Classic Offensive, könnte was für dich sein.
Hab ich von gehört, aber die streiten sich ja noch mit Valve. Hab mal in die Non-Steam-Beta reingespielt gestern (die Steam-Version, die eigentlich erscheinen sollte, soll sich bereits von der Beta unterscheiden).
Ist vll netter als CS2, aber st es mir zu sehr ein Mischmasch aus CS:GO und 1.6. Durch Wände ballern können (aber generft, also nicht so krass wie 1.6) ist zwar cool, allerdings bin ich, was CS angeht, extrem pingelig. So wirkt Classic Offensive am Ende des Tages ein bisschen wie Source, aber mit mehr 1.6-Einfluss. Movement haben sie auf jeden Fall verbessert, aber gerade beim "Gefühl" bezüglich des Duckens ist mir das immer noch viel zu behäbig (wie alles ab Source). So gibt es natürlich auch keinen Russenduck. Ob man sowas wirklich braucht - eigentlich ist es eine Art Bug oder Advanced Technique, was jeder Entwickler in einer neuen Version ausmerzen würde - sei mal dahingestellt. So ist das Movement jedenfalls ein bisschen besser, vor allem in Bezug auf bunnyhopping, aber sonst, naja. Die "spray pattern" von M4 und AK sind zwar sehr ähnlich bis gleich, aber die Dimensionen sind etwas wild (so wie die aussehen muss man in CS:CO viel extremer runterziehen ... und ich ziel in 1.6 AK-Dauerfeuer für Headshots schon auf Füße lol). Trotzdem fühlt sich das Geballer nicht schlecht an (aber das tut es in Source auch).
Classic Offensive entschlackt die Maps massiv und entplündert sie. So rangieren sie auch irgendwo bei Source/1.6. Die Auswahl der Beta-Maps kann ich jetzt nicht ganz so nachvollziehen. Klar: Dust2, Inferno sind no brainer, Italy für den Nostalgie- und Spaßfaktor okay. Mirage ... war noch nie meins, aber ok .. und dann einfach Piranesi lol. Ja, die wurde kompetitiv gespielt und ist taktisch recht komplex , aber doch irgendwie maximal random hier. Sehr sympathisch: Im Casual Mode gibt es ein paar der berühmten Fun Maps: Pool Day, Iceworld, eine aim map. Ich weiß nicht, was die von Valve gerade noch abgewürgte Steam-Version noch so für Maps hätte. Jedenfalls: Ich finde nicht unbedingt, dass eine Entschlackung von Maps mit Hässlichkeit einhergehen muss. Es ist aber sicherlich sehr schwer, hier die perfekte Balance hinzukriegen. Wenn man 1.6 nachahmen will, dann hat man nun Mal sehr leere Maps. Hat Gutes und Schlechtes.
Eine Sache, die mich seit Source stört, sind die geänderten Größenverhältnisse. Ja, man mag das irgendwo realistischer finden, aber alles ist irgendwie in seiner Breite und Länge ein bisschen eingestampft worden, alles ist "näher". Was ich auch zum kotzen finde seit Source ist der Trend, irgendwo Kisten hinzustellen, wo der Kopf rauslugt (Dust2 A Bombspot z.B.). Selbst auf der ollen Pool Day-Map kann man auf der von CT-Seite links gesehen jetzt perfekt auf Kopfhöhe über die Mauer schauen. Die Spielfiguren sind wohl gewachsen! Das klingt jetzt von meiner Seite aus verrückt, und vielleicht ist es das auch, aber was soll denn das
Ich bin übrigens kein Feind von Veränderungen, und ich seh auch ein, dass man Dinge zwecks Balancing ändern sollte. 1.6 ist kein perfektes Spiel, aber es ist eben in seinem Gameplay, vom ganzen Gefühl her, peak im Vergleich zu allen Nachfolgern. Das alles mag man unter "leicht gestörte Nostalgieverblödung" verbuchen, doch ich glaube tatsächlich nicht, dass es sich hier nur um reine Nostalgie handelt, da ich ja mit 1.6 und dem hässlichen Bruder CZ anfing. So ganz stimmt das sowieso nicht: Ich hab in Internet Cafes mit Source angefangen und dann danach erst die alte CS Anthology gekauft und zuhause dann die alten CS-Spiele gesuchtet. Vielleicht ist es eine überempfindliche Pingeligkeit, eine Geschmacksverirrung meinerseits, eine Nostalgiebrille, aber weder irgendein Entwicklerstudio noch irgendein Fan-Projekt haben es je geschafft, die Essenz der HL1-Counter-Strikes wirklich einzufangen.
Das soll es aber jetzt gewesen sein mit meiner Reise in die Untiefen meiner geplagten Videospiel-Seele. Freunde, die mit mir damals CS gezockt hatten, finden mein "nicht loslassen können" mittlerweile recht unterhaltsam. Ich erhebe eh nicht den Anspruch, dass ein Spiel irgendwann mal wieder genauso ist wie 1.6. Das zu wollen oder zu erwarten ist ja bescheuert. Aber das was im Grunde alle neuen CS-Spiele ab Source gemacht haben, das hat halt nie funktionieren wollen.
Ironischerweise ist der 5on5-Counter-Strike-Modus von Fortnite, den sie letztens in einer Beta haben laufen lassen, ganz ok. Vom Feeling her auf jeden Fall besser als die modernen CS-Spiele. Das hab ich bis zum höchsten Rang gespielt, aber da es keinen Content gibt - nur eine Map - bleibt man natürlich nicht bei sowas.
Und bevor es jemand schreibt: Nein, Valorant ist keine gute Alternative. Das Movement und die Waffen sind zwar echt sehr gut und kommen dem, was ich will, sehr nah, aber ein Spiel mit Hero Shooter-Bullshit ist nix für mich.
@Krulemuk
Ja, es ist eine gewisse Ironie, dass Death Stranding gerade über das Gameplay funktioniert, obwohl es gar nicht danach aussieht. Die Steuerung (Trigger halten müssen zum Tragen von Dingen) ist dabei ein großer Bringer von Immersion. Death Stranding ist die Anti-Open World. Eigentlich gibt es keine Welt, die leerer und mehr "schlechte Open World" schreit als die von Death Stranding, aber da hier buchstäblich der Weg das Ziel ist, das Laufen von A nach B literally der Inbegriff des Contents selbst ist, funktioniert es irgendwie doch.