J
John Doe
Guest
Ich habe mir die Ultimate Edition gegönnt und am Wochenende kräftig Z's vermöbelt.
Ich habe State of Decay zuvor nicht gespielt und war noch vor wenigen Wochen sehr skeptisch, ob das Game mehr als eine Lachnummer wird. Durch Gespräche mit SoD Veteranen und YT war ich dann doch angefixt und habe vorbestellt.
Dieses Spiel ist einfach Oldschool-Spielspaß pur für mich! Ich habe seit langem nicht mehr so viel frischen Fun mit einem Spiel gehabt.
Ja, es gibt nach dem Tutorial keine scripted Story mehr. Damit muss man leben können. Ich erfreue mich an der Story, die meine Community und die Enklaven drum herum selbst schreiben. Streitereien, Feindschaften, Freundschaften etc. Cool, wenn die letzte Gerettete die Küche sinnvoll nutzen kann und der Gruppe ein Festmahl zaubert, das die Moral immens boostet. Oder wenn ich einer verfeindeten Enklave eine wandelnde Horde inklusive Koloss mit hupendem Auto zu deren Unterschlupf führe, um ihnen den Todesstoß zu geben, während sie gegen die Untoten kämpfen. Was habe ich gefetet, als das Licht erstmals anging bei Nacht, nachdem ich eine Trafostation eingenommen hatte.
Der Multiplayer ist super spaßig und sehr belohnend. Was soll es für einen Sinn machen, eine Basis gemeinsam zu bauen? Ich kann die Basis des Hosts uneingeschränkt nutzen, seine Fahrzeuge fahren und Items beliebig tauschen. Jeder Spieler hat exklusives Loot, das nicht von anderen gesammelt werden kann. Erst wenn ich es absichtlich auf den Boden werfe. Die Spielerleiche kann auch nur vom Spieler selbst mit dem Folgecharakter geplündert werden. Dadurch kann der Host nicht Mitspieler in den Tod führen, um an ihre Ausrüstung zu kommen. Andersherum ist das Werkeln an den Basen anderen Spielern nicht gestattet. So kann niemand die Ressourcen trollend verbraten oder Gebäude abreißen.
Die eigene Community beschäftigt uns doch anfänglich mehr, als die Untoten. Kaum ist man aus dem Haus wird gezankt, gemault, Essen verschüttet oder Benzin verdampfen gelassen. Da genieße ich es ausgesprochen, wenn ich zum Coop eingeladen werde. Nur der Host darf dann seinen Kindergarten pflegen, während ich nur auf mich selbst achtgeben muss, Einfluss mit dickem Bonus sammle, Loot für meinen eigenen Durchgang sichere und darüber hinaus noch hilfreich bin. Ich habe schöne Dinge getauscht mit dem Mitspieler, die der andere jeweils nicht finden will. Absolut cool!
Ich habe jetzt das gesamte Pfingstwochenende wonnevoll gezockt und (absturzfrei) die erste Karte zu 75% erforscht. Noch etliche Seuchenherzen zu machen. Habe bislang meine Basis ausgebaut, Charaktere trainiert und die perfekte Community gesucht. Ich sitze in der Mall nordöstlich (8 Personen 3500 Einfluss). Habe fließend Wasser, Strom, Essen für alle, Materialrecycling und Heilkräutern. Lediglich Munition muss ich plündern und der Sprit von den drei Tankstellen geht für Wasserpumpe und Trafostation drauf. Ich musste dafür auf eine Autowerkstatt verzichten. Geht leider definitiv nicht alles auf einmal.
Danach kann ich noch mit drei unterschiedlichen Leadern zwei weitere Maps machen, das bietet noch viele Spielstunden. Für 50€ habe ich da mMn nichts falsch gemacht.
Wo Licht ist, da auch Schatten!
Im Multiplayer geht die Performance nach einer gewissen Zeit in der Keller. Dann verschwinden auch gerne mal Objekte und Teile des HUD. Dann vom Host verabschieden, ins Hauptmenü und wiedervebinden. Dauert 3 Minuten. Unschön, aber spielbar.
Es gibt ein paar unschöne Darstellungs- und Grafikfehler.
Die Fahrphysik ist manchmal eigen und die Kollisionsabfrage auf unebenen Grund speziell. Da kann es zu ärgerlichen Momenten kommen.
Die Spawnmechanik nervt. Gerade an Seuchenherzen wird plötzlich der Spawn von Zombiemassen getriggert. Trotz guter taktischer Vorbereitung steht man da oftmals plötzlich aus heiterem Himmel mitten im Pulk. Das führt nicht selten zu lebensbedrohlichen Situationen. Auch wenn man zu schnell fährt oder rennt, dann ist man manchmal schon innerhalb der spawnenden Horde, die eigentlich 75m weit entfernt erscheinen sollte.
Alles nicht gamebreaking und kann gepatcht bzw.angepasst werden. Mal ehrlich! Welcher Titel kommt heute noch bugfrei auf den Markt. Selbst der qualitativ hochwertige Witcher3 hat eine Weile lange das komplette Savegame gefressen. Solche bugs habe ich hier bisher nicht.
Die 4K Grafik finde ich ansprechend, nicht super, aber auch weit entfernt von grottig. Die Weitsicht ist super und Licht- und Schatteneffekte sehr gut. Das Motionblur ist sehr unangenehm und ich hoffe, dass da nachjustiert oder es abschaltbar wird.
Die Soundeffekte in Surround finde ich super und der Soundtrack wunderbar Carpenter-like trashig. 80er B-Movie-Style!
Stören tut mich bislang wirklich nur ein Punkt, und zwar dass das Spiel zu einfach ist. Insbesondere wenn die eigenen Charaktere beinhart trainiert sind, Equipment vorhanden und die Basis gut ausgebaut ist. Kolossen kann man leicht ausweichen, Ferals sind im Fahrzeug und mit Schrotflinte bewaffnet auch nicht so schlimm wie man meinen mag. Ich will ja nicht, dass das Spiel unendlich hart wird, aber mit steigendem Fortschritt sollte die Gegnermenge größer werden. Mal drei Kolosse gleichzeitig oder sowas. Und doe Charaktere sollten nach Verlust der Lebensenergie direkt sterben. So haben sie fast doppelte Energie, wenn erst der Balken nochmals ausgegraut wird vor dem endgültigen Abnippeln. Das finde ich zu nachgiebig. So habe ich bis jetzt beide Charaktere, die bei mir gestorben sind, mutwillig in den Tod geschickt, weil ich sie aus der Community entsorgen wollte und Angst vor möglicher Rache aus einem Exil heraus hatte. Nicht die feine englische Art, ich weiß...
Ich kann jedem das Spiel empfehlen, wenn:
-man einen Survival-Aufbau-RPG-Community-Simulator anstelle eines Endzeit-shooters wie Dying Light (sehr geiles Game!) erwartet
-man keine geradlinige, ausgefeilte story erwartet und Spaß an zufälligen Konflikten, die aus einzigartig zufällig generierten PCs und NPCs hat
-man Mikromanagememt nicht scheut. Ständig ist der Platz zu klein, man ist überladen und automatisches Sortieren gibt es auch nicht. Oldschool halt!
Ich wünsche euch genauso viel Spaß mit dem Spiel wie ich ihn habe! :top:
Ich habe State of Decay zuvor nicht gespielt und war noch vor wenigen Wochen sehr skeptisch, ob das Game mehr als eine Lachnummer wird. Durch Gespräche mit SoD Veteranen und YT war ich dann doch angefixt und habe vorbestellt.
Dieses Spiel ist einfach Oldschool-Spielspaß pur für mich! Ich habe seit langem nicht mehr so viel frischen Fun mit einem Spiel gehabt.
Ja, es gibt nach dem Tutorial keine scripted Story mehr. Damit muss man leben können. Ich erfreue mich an der Story, die meine Community und die Enklaven drum herum selbst schreiben. Streitereien, Feindschaften, Freundschaften etc. Cool, wenn die letzte Gerettete die Küche sinnvoll nutzen kann und der Gruppe ein Festmahl zaubert, das die Moral immens boostet. Oder wenn ich einer verfeindeten Enklave eine wandelnde Horde inklusive Koloss mit hupendem Auto zu deren Unterschlupf führe, um ihnen den Todesstoß zu geben, während sie gegen die Untoten kämpfen. Was habe ich gefetet, als das Licht erstmals anging bei Nacht, nachdem ich eine Trafostation eingenommen hatte.
Der Multiplayer ist super spaßig und sehr belohnend. Was soll es für einen Sinn machen, eine Basis gemeinsam zu bauen? Ich kann die Basis des Hosts uneingeschränkt nutzen, seine Fahrzeuge fahren und Items beliebig tauschen. Jeder Spieler hat exklusives Loot, das nicht von anderen gesammelt werden kann. Erst wenn ich es absichtlich auf den Boden werfe. Die Spielerleiche kann auch nur vom Spieler selbst mit dem Folgecharakter geplündert werden. Dadurch kann der Host nicht Mitspieler in den Tod führen, um an ihre Ausrüstung zu kommen. Andersherum ist das Werkeln an den Basen anderen Spielern nicht gestattet. So kann niemand die Ressourcen trollend verbraten oder Gebäude abreißen.
Die eigene Community beschäftigt uns doch anfänglich mehr, als die Untoten. Kaum ist man aus dem Haus wird gezankt, gemault, Essen verschüttet oder Benzin verdampfen gelassen. Da genieße ich es ausgesprochen, wenn ich zum Coop eingeladen werde. Nur der Host darf dann seinen Kindergarten pflegen, während ich nur auf mich selbst achtgeben muss, Einfluss mit dickem Bonus sammle, Loot für meinen eigenen Durchgang sichere und darüber hinaus noch hilfreich bin. Ich habe schöne Dinge getauscht mit dem Mitspieler, die der andere jeweils nicht finden will. Absolut cool!
Ich habe jetzt das gesamte Pfingstwochenende wonnevoll gezockt und (absturzfrei) die erste Karte zu 75% erforscht. Noch etliche Seuchenherzen zu machen. Habe bislang meine Basis ausgebaut, Charaktere trainiert und die perfekte Community gesucht. Ich sitze in der Mall nordöstlich (8 Personen 3500 Einfluss). Habe fließend Wasser, Strom, Essen für alle, Materialrecycling und Heilkräutern. Lediglich Munition muss ich plündern und der Sprit von den drei Tankstellen geht für Wasserpumpe und Trafostation drauf. Ich musste dafür auf eine Autowerkstatt verzichten. Geht leider definitiv nicht alles auf einmal.
Danach kann ich noch mit drei unterschiedlichen Leadern zwei weitere Maps machen, das bietet noch viele Spielstunden. Für 50€ habe ich da mMn nichts falsch gemacht.
Wo Licht ist, da auch Schatten!
Im Multiplayer geht die Performance nach einer gewissen Zeit in der Keller. Dann verschwinden auch gerne mal Objekte und Teile des HUD. Dann vom Host verabschieden, ins Hauptmenü und wiedervebinden. Dauert 3 Minuten. Unschön, aber spielbar.
Es gibt ein paar unschöne Darstellungs- und Grafikfehler.
Die Fahrphysik ist manchmal eigen und die Kollisionsabfrage auf unebenen Grund speziell. Da kann es zu ärgerlichen Momenten kommen.
Die Spawnmechanik nervt. Gerade an Seuchenherzen wird plötzlich der Spawn von Zombiemassen getriggert. Trotz guter taktischer Vorbereitung steht man da oftmals plötzlich aus heiterem Himmel mitten im Pulk. Das führt nicht selten zu lebensbedrohlichen Situationen. Auch wenn man zu schnell fährt oder rennt, dann ist man manchmal schon innerhalb der spawnenden Horde, die eigentlich 75m weit entfernt erscheinen sollte.
Alles nicht gamebreaking und kann gepatcht bzw.angepasst werden. Mal ehrlich! Welcher Titel kommt heute noch bugfrei auf den Markt. Selbst der qualitativ hochwertige Witcher3 hat eine Weile lange das komplette Savegame gefressen. Solche bugs habe ich hier bisher nicht.
Die 4K Grafik finde ich ansprechend, nicht super, aber auch weit entfernt von grottig. Die Weitsicht ist super und Licht- und Schatteneffekte sehr gut. Das Motionblur ist sehr unangenehm und ich hoffe, dass da nachjustiert oder es abschaltbar wird.
Die Soundeffekte in Surround finde ich super und der Soundtrack wunderbar Carpenter-like trashig. 80er B-Movie-Style!
Stören tut mich bislang wirklich nur ein Punkt, und zwar dass das Spiel zu einfach ist. Insbesondere wenn die eigenen Charaktere beinhart trainiert sind, Equipment vorhanden und die Basis gut ausgebaut ist. Kolossen kann man leicht ausweichen, Ferals sind im Fahrzeug und mit Schrotflinte bewaffnet auch nicht so schlimm wie man meinen mag. Ich will ja nicht, dass das Spiel unendlich hart wird, aber mit steigendem Fortschritt sollte die Gegnermenge größer werden. Mal drei Kolosse gleichzeitig oder sowas. Und doe Charaktere sollten nach Verlust der Lebensenergie direkt sterben. So haben sie fast doppelte Energie, wenn erst der Balken nochmals ausgegraut wird vor dem endgültigen Abnippeln. Das finde ich zu nachgiebig. So habe ich bis jetzt beide Charaktere, die bei mir gestorben sind, mutwillig in den Tod geschickt, weil ich sie aus der Community entsorgen wollte und Angst vor möglicher Rache aus einem Exil heraus hatte. Nicht die feine englische Art, ich weiß...

Ich kann jedem das Spiel empfehlen, wenn:
-man einen Survival-Aufbau-RPG-Community-Simulator anstelle eines Endzeit-shooters wie Dying Light (sehr geiles Game!) erwartet
-man keine geradlinige, ausgefeilte story erwartet und Spaß an zufälligen Konflikten, die aus einzigartig zufällig generierten PCs und NPCs hat
-man Mikromanagememt nicht scheut. Ständig ist der Platz zu klein, man ist überladen und automatisches Sortieren gibt es auch nicht. Oldschool halt!
Ich wünsche euch genauso viel Spaß mit dem Spiel wie ich ihn habe! :top:
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