Hallo zusammen,
jaaa, mag ja sein, dass ich da was "einfacher gestrickt" bin, aber mein erster Eindruch von CARS.2 ist ein überaus Guter. Zumindest auch dann, wenn man noch das Desaster im Zusammenhang mit dem Releas von CARS.1 in Erinnerung hat.
Es ist richtig, die Grafik ist, auf den ersten Blick, enttäuschend, da hätte ich mehr erwartet, mag aber auch sein, dass die aktuelle Grafik, die sich jetzt ja "nur" in 2k präsentiert, aus was weis ich für Gründen nicht anders sein kann, weil "diese" Basis-Grafik ab dem 7. November ja in 4k "für feuchte Augen sorgen soll" (wie es Sebastian mal so schön formulierte) . :smile:
Das Problem an PCars 2 ist einfach, dass es im einen Moment absolut fantastisch sein kann, aber im nächsten Moment knapp an einer Vollkatastrophe vorbei schrammt. Beschränkt man sich auf Time Trials/Testsessions und Online-/Einzel-Rennen mit maximal 8 Fahrzeugen, kann man in PCars 2 wirklich tolle Momente erleben, die man so woanders bekommt.
Aber spielt man z.B. die Karriere, so treten immer häufiger Probleme auf. Und damit meine ich jetzt gar nicht mal solche Kleinigkeiten wie die Tatsache, dass da plötzlich ein Boxencrew-Mitglied direkt auf der Start-/Ziel-Geraden steht (siehe Screenshot im XBL Senioren Club) oder dass da - ebenfalls auf der Start-/Ziel-Geraden mal ein KI-Auto quer vor der Boxenmauer steht und sich weder einen Millimeter bewegt noch aus dem Rennen entfernt wird. Gemeint sind da eher die nicht funktionierenden Qualifyings, deren Ergebnisse nicht ins Rennen übernommen werden, von denen zwar bei weitem nicht alle Spieler betroffend sind, aber anscheinend mehr als genug, wenn man sich in den Foren umschaut.
Oder die Tatsache, dass die Rennen mit teilweise über 24 Fahrzeugen, die ja vor allem in der Karriere auftreten, unter den jetzigen Bedingungen für die Konsolen einfach untauglich sind, insbesondere unter Wetterbedingungen, die nicht nur aus "sonnig" bestehen. Denn dann bricht die Framerate teilweise in Bereiche ein, die an der Grenze der Spielbarkeit sind. Das gilt nicht für jede Strecke, das gilt nicht für die gesamte Strecke, aber es gibt bei schlechtem Wetter mit vielen Autos regelmässig Abschnitte (inbesondere Kurven), in denen man die Frames pro Sekunde fast mitzählen kann, so niedrig sind sie.
Ich kann da jedem nur mal empfehlen, die Snetterton-Varianten 200 und 300 bei Regen mit 12+ oder besser 20+ Autos zu spielen, denn da gibt es 2 Kurven (die eine direkt vor Start/Ziel, die andere ist diejenige, die je nach Streckenvariante mal eine Haarnadel-Kurve ist oder mal eher so aussieht wie ein Angelhaken), in den das Spiel massive Ruckelorgien produziert. Hockenheim im Regen ist mit vielen Autos (z.B. der Gruppe-A-Pfad in der Karriere) auch eine alles andere ruckelfrei Angelegenheit.
Und diese Inkonsistenzen ziehen sich durch das gesamte Spiel.
Es gibt Strecken, die sehen unter bestimmten Bedingungen (Tageszeit, Wetter, Saison) wirklich großartig aus, während andere Strecken matschig und pixelig wirken oder mit geringer Sichtweite aufwarten. Hockenheim kurz im Herbst: Da kann man an einer Stelle jedem einzelnen Baum beim Aufploppen zuschauen. Oder der Texas Motor Speedway in der Road Course-Variante: Da taucht die Streckenbegrenzung beim Übergang vom Oval ins Infield so spät auf, dass die Gefahr besteht, dass man da jedesmal reinschaut, solange man die Strecke noch nicht auswendig kennt.
Oder mal eine ganz andere Sache, die sich mir nicht erschließt: In der Karriere fährt man auf dem Sampala Ice Track ein Einladungsrennen mit einem RX-Fahrzeug. Fährt sich wirklich prima. Nur scheint die KI damit überhaupt nicht klarzukommen, weil die im absoluten Schneckentempo unterwegs ist. Fährt man aber mit dem gleichen Auto bei Schnee auf einer normalen Rennstrecke, hat man permant Probleme damit, den Wagen gerade zu bekommen (vom Bremsen wollen wir mal gar nicht reden), während die KI da wiederum relativ fabelhaft unterwegs ist.
Von Fahrzeugen ohne Allrad-Antrieb braucht man gar nicht reden, die sind schon mit Eis-Reifen bei Schnee praktisch unfahrbar. Mit All-Terrain-Reifen hingegen spielen die Autos dann vollkommen verrückt, da die sich selbst bei vollem Lenkeinschlag nur noch geradeaus bewegen.
Und wie schon anfangs erwähnt: Je nachdem für welche Art das Spiel zu spielen Du Dich entscheidest, kannst Du entweder wahnsinnig tolle Erlebnisse haben, absolut grauenhafte oder eine Mischung von beidem.
Spielt man das Spiel eher als einen Zeitfahr-Simulator, werden einem viele der Probleme wahrscheinlich nie begegnen und man eine ziemlich gute Spielerfahrung haben. Wahrscheinlich wird man sich dann oft genug denken, dass die hohen 80er- und 90er-Wertungen, die das Spiel bekommen hat, schon ziemlich gut passen.
Konzentriert man sich hingegen auf die Karriere oder probiert viel mit Wetter, Jahreszeiten und verschiedenen KI-Konfigurationen herum, so wird man viel häufiger auf Bedingungen und Probleme stoßen, die alles andere als optimal sind. Und nach solchen Erlebnissen fragt man sich dann schon, wie zumindest die Konsolenversionen überhaupt Wertungen über 70 einfahren konnten oder ob die Entwickler ihr Spiel überhaupt mal selbst gespielt haben.
Und das ist auch der Grund, warum ich den Kauf des Spiels nicht komplett bereue (obwohl mir künftig keine SMS-Spiele mehr zum Launch ins Haus kommen), aber zum jetzigen Zeitpunkt auch jedem, der mich danach fragt, ganz klar vom einem Kauf abraten würde. Auf jeden Fall hat das Spiel bei mir bewirkt, dass ich gewisse Websites künftig für Reviews zu Rennspielen meiden werden und mich künftig eher auf spezialisierte Kanäle wie Inside Sim Racing oder Team VVV verlassen werde.