Im Leute verheizen bin ich gut, wer einmal durch meine Schule gegangen ist, weiß wovon ich rede. :Teufel:
Kleiner Scherz am Rande.
Zuerst mal: Ganz toller, fundierter Beitrag (gibt ein Fleißsternchen!), dessen Argumentation ich gut nachvollziehen kann und dem ich schwerlich etwas entgegensetzen kann.
Was das Trefferverhalten der eigenen Munition bei Gegnern angeht, stimmt es: Auch ich habe letztens einem gegnerischen Soldaten vier bis fünf Kugeln in den Kopf jagen müssen, bis er endlich umgefallen ist, und das aus 20 Metern Entfernung, weil ich ihn vorher nicht sehen konnte. Dann wiederum kommt es vor, dass ein Gegner vom gleichen Kaliber aus 200 Metern mit einem Kopftreffer umkippt und nicht mehr aufsteht - das Programm scheint seine Wirkungen der einzelnen Waffen und Kaliber recht willkürlich zu verteilen, das ist mir auch schon aufgefallen.
Ich glaube aber, der eigentliche Reiz besteht doch bei dieser Simulation darin, mit seinem Trupp so effizient wie möglich unter Vorgabe der gegebenen Waffen und Ausrüstung durch zu kommen. Wenn man das Spiel auf "Hardcore" angeht, fallen einem natürlich augenblicklich die optischen Veränderungen auf: Kein Kompass, kein Fadenkreuz, keine Hit-Indikatoren bei Feindberührung, keine Auskunft über eigene Verletzungen und Gesundheitszustand, keine Munitionsanzeige, keine Respawns (glaube ich) - im Grunde wie im echten Leben.
Mir hat das gefallen, es braucht auch Einarbeitungszeit und Kartenkenntnis. Der Fokus liegt hier eindeutig auf Stealth - wer hier vom Gegner entdeckt wird, ist so gut wie tot. Das Schöne an "Dragon Rising" ist eben die Möglichkeit, die komplette Karte ausnutzen zu können und man kann eben durch Ausweichen auf ein Tal oder eine Hügelkuppe Feinde in großem, weiten Bogen umlaufen. Nachtmissionen sind umso spannender, weil man eben auch hinhören muss, was um einen herum passiert. Ein guter Squadleader ist das A und O bei diesem Teil. (der hat ja zum Glück auch ein paar Asse im Ärmel, vor allem auf Hardcore nicht zu unterschätzen.) Ich kenne keinen Coop-Shooter (eigentlich auch fast keinen anderen Shooter), der diesen Realismus ähnlich gut umsetzt.
Klar, für zwischendurch ist das nichts. Die langen Missionen werden vor allem zum Ende hin eine echte Zerreißprobe, weil ein Fehler kurz vor Ende oft einen Neustart bedingt. Aber wenn man's geschafft hat, ohne dass einer der Kameraden durch Gegnerfeuer (oder gar Eigenbeschuss, ne Thorsten? :fettes Grinsen

das Zeitliche segnet, dann kann man sich verdientermaßen auf die Schulter klopfen.
Die letzte, elfte Mission ist schon auf "normal" wahnsinnig komplex, aber auf "Hardcore" ist das Ding wirklich nicht zum lachen. Als wir die das erste Mal zu Ende gebracht haben, ist uns aufgefallen, dass wir unterwegs einen Kameraden verloren hatten, und der auch nicht mehr rein kam. Also mussten wir die 90 minütige Mission von vorne anfangen. Beim zweiten Mal ging das deutlich schneller.