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Moralität, Gewalt und Shooter

X30 C64 Forever

Altmeister
:biglaugh: Der Begriff "Kulturgut Videogames" ist ja der Hammer!

You made my day!


Ist gar nicht so verkehrt, finde ich! Auch wenn Videospiele heute immer noch von vielen Personen als Zeitverschwendung angesehen und automatisch mit "Killerspielen" gleichgesetzt werden, sind Games meiner Meinung nach nicht weniger künstlerisch als z.B. Gemälde, Skulpturen, oder - meinetwegen - Musik. Klar, hier arbeiten mehrere Personen dran, an manchen AAA-Titel viele Hundert Personen, aber trotzdem sind es künstlerische Leistungen: Welten werden geschaffen, Figuren ins Leben gerufen, Dialoge geschrieben, Graphiken und Animationen erstellt, ein Soundtrack geschrieben usw.

Ich glaube, in Zukunft wird sich die Einstellung dahingehend auch noch einmal drastisch ändern. Filme haben es ja zu einem gewissen Prozentsatz bereits geschafft: bei einem Titel wie Citizen Kane wird sicher niemand die künstlerische Leistung in Frage stellen; und auch im Games-Bereich gibt es ja heute schon erste Ansätze. Ein "Limbo" z.B. wird ja auch heute schon oft als "Kunst" tituliert.
 

PergamentHades

Altenpfleger
Hmmm, tolles Thema, welches ich persönlich aus zwei Blickwinkeln betrachte.

Zum einen sehe ich mich teilweise selbst vor der Konsole sitzen mit großen Augen und herunter geklappter Kinnlade mit einem "ohaaa" im Kopf, bsp. die Hinrichtungsmöglicheiten in Gears of War war solch ein Moment oder die Möglichkeiten die einem ein Dead Rising im Hinblick auf die Waffenauswahl bietet und was man damit so alles anstellen kann, da fährt man einfach mal mit einem Rasenmäher eine Horde Zombies platt.

Es gibt auch Spiele wie Rage oder Unreal Tournament, Quake und Konsorten, wo der Körper einfach mal in tausend teile sprengbar ist.
Ich persönlich finde das ab und zu mal toll, schließlich steht auch ein USK18 Logo auf dem Spiel und ist somit für mich Erwachsenenunterhaltung.

Auf der anderen Seite sehe bzw. höre ich aber selbst beim Spielen im Chat die ganzen Kinder (Jugendliche sind es ja nichtmal), wo mich ein von der Stimme her 10 Jähriger beleidigt weil ich ihm bei Gears of War mit der Gnasher den Kopf weggeschossen habe. Da klingeln bei mir die Alarmglocken weil ich finde DAS muss nicht sein und liegt halt in der Verantwortung der jeweiligen Eltern.

Auch bei mir gibt es Grenzen.

In Echtzeit berechnete Blutspritzer und physikalisch korrekt fliegende Körperteile schön und gut, Epic hat bei irgendeiner Version ihrer neuen Engine mal damit geprahlt, ist ja auch nicht schlimm, kostet Rechen Leistung und ob man den unterschied wahr nimmt ist ne andere Geschichte.

Aber ist es nötig das ich nach dem ableben eines Feindes diesen noch Elends lange mit einer Waffe bearbeiten kann (Dead Island) und zwar jedes Körperteil einzeln bis von dem Gegner nichts mehr übrig ist ?

Ist es nötig das ich mir einen Vorteil verschaffen kann wenn ich dem Gegner den Arm abschieße mit welchem er seine Waffe hält oder die Beine und er dann liegend weiterschießt. Muss ich das Messer welches im Kopf meines Feindes steckt wieder rausziehen können und dies auch noch aus der Ego Perspektive sehen ? (Soldier of Fortune 2 PC)

Wahrscheinlich alles Dinge wo sich der Entwickler/Publisher denkt ist realistisch und lässt die Welt ein Stückchen echter wirken, aber teilweise finde auch ich das schon eklig, grad weil die Spiele Grafisch immer besser werden.


Die ersten Videos von Dead Rising 3 haben mir auf jeden Fall gezeigt wo die Reise in Sachen Brutalität hingeht in den nächsten Jahren, aber ob das alles so richtig ist ? :scratch:

Ich persönlich erwische mit jedenfalls immer öfter dabei wie ich mal ein Sims 3 in meine Xbox lege oder ein Viva Pinata. mittlerweile sehe ich auch in meinem Schrank eine immer größer werdende Sammlung an RPG's, einfach weil sie mir (meistens) eine tolle Geschichte bieten, ich lange dran zu knacken habe und der Brutalitätsgrad sich doch sehr in grenzen hält, mit ein paar Ausnahmen wie Fallout zb.

Gruß

Perga
 
Zuletzt bearbeitet:
E

einauge

Guest
Also für mich ist dann eine Grenze überschritten, wo ich vom Game und dazu noch völlig storyunrelevant und sinnfrei, gezwungen werde
einen Menschen zu foltern und mich das Game sogar zwingt so lange zu foltern, wie es die Entwickler für richtig hielten.
Ab diesem Moment ist das Game auch aus meiner Konsole verschwunden und wurde verkauft.
Wenn ich mir nur überlege das es Leute gibt die Zeit darauf verwenden Mods zu erstellen, die das zerplatzen von gegnerischen Köpfen
per Killcam (Skyrim) noch "verschlimmbessern" frage ich mich ernsthaft was für Problem diese Leute haben, es verändert oder verbessert
weder die Story noch verschafft es mir Vorteile im Spiel, es ist einfach brutaler....wer es braucht.
 

knusperzwieback

Rat der Weisen
Ist es nötig das ich mir einen Vorteil verschaffen kann wenn ich dem Gegner den Arm abschieße mit welchem er seine Waffe hält oder die Beine und er dann liegend weiterschießt.

Also das fand ich in Fallout: New Vegas (wars glaub) richtig gut. Man konnte so die Kämpfe taktischer gestalten. Bei Dead Space wurde IMHO auch Wert darauf gelegt dass man z.B. erst die Beine der Gegner abtrennt damit diese nicht so schnell zu dir gelangen. Hab DS aber noch nicht gespielt nur davon gehört.

Aber zum Rest stimme ich zu. Muss man die Leute mit so viel Gewalt überschütten dass die Kids mit 10 dann schon so abgestumpft sind wie... tja, wie wer...
 

Coffeejunky

Neuankömmling
Ich glaube das die Überschwemmung von massenkompatiblen Spielen hauptsächlich daran liegt das
die Spieler an sich immer jünger werden und ebenso einen besseren Zugang zu den Spielen haben als früher.
Ich kann mich noch daran erinnern das ich vor 10-16 Jahren noch als Nerd bezeichnet wurde nur weil
Onlinespiele spielte.
Das war damals recht teuer und die Medien hatten auch noch nicht so das Interesse.
Mittlerweile kauft man den Kindern eben eine 360 statt wie zu meiner Kindheit einen SuperNintendo.
Durch die heutigen Onlinemöglichkeiten suchen sich die Kinder oder Jugendlichen die Spiele über diverse
Onlineplattformen aus, früher ging das hauptsächlich über Mundpropaganda.
Gewalt wird immer ihre Faszination behalten. Spieleschmieden erhöhen die Dosis weil sie sich dadurch bessere
Verkaufszahlen erhoffen, und diese Vorgehensweise hat sich bewährt. Ich denke die Spieler, gerade die jüngeren
sind nicht mehr so anspruchsvoll wie früher was den Gesamtinhalt des Spiels angeht. Vorallem denke ich das
es den jüngeren Spielern nicht mehr so stark um den Spaßfaktor geht sondern um, tja wie soll ich es beschreiben,
Behauptung über ein soziales Netzwerk.
 

X30 Engerling

Aushilfe der Essenausgabe
Ok, nochmal zum eigentlichen Thema zurück.

Habe gerade FarCry 3 auf der 360 durch, da gab es einen netten Ansatz. Die Hauptfigur wird am anfang ganz und gar als "Zivilist" dargestellt, im starken Kontrast zu seinem Army-Bruder, den es bei einer Flucht vor Piraten allerdings entwischt.

Der Übergang von "ohgottogottogott ich hatte noch nie eine Pistole in der Hand" zu "Geh für uns zum Outpost und töte alle - Ok, I'll do it!" ist zwar löblich (weil überhaupt drin), aber doch sehr kurz. das einzige, dass noch auffällt ist die zunehmende Entfremdung von einem Teil der Freunde, die man ab und zu besuchen kann. (Aber!: nur die Frauen beschweren sich über die Verrohung des Hauptcharakters.)

Ich frage mich, wann ein Shooter/Actionspiel mal eine glaubwürdige Entwicklung hinbekommt. Andere Genre können den Übergang da besser...
 

Starsky

Damn good coffee...!
Ok, nochmal zum eigentlichen Thema zurück.

Habe gerade FarCry 3 auf der 360 durch, da gab es einen netten Ansatz. Die Hauptfigur wird am anfang ganz und gar als "Zivilist" dargestellt, im starken Kontrast zu seinem Army-Bruder, den es bei einer Flucht vor Piraten allerdings entwischt.

Der Übergang von "ohgottogottogott ich hatte noch nie eine Pistole in der Hand" zu "Geh für uns zum Outpost und töte alle - Ok, I'll do it!" ist zwar löblich (weil überhaupt drin), aber doch sehr kurz. das einzige, dass noch auffällt ist die zunehmende Entfremdung von einem Teil der Freunde, die man ab und zu besuchen kann. (Aber!: nur die Frauen beschweren sich über die Verrohung des Hauptcharakters.)

Ich frage mich, wann ein Shooter/Actionspiel mal eine glaubwürdige Entwicklung hinbekommt. Andere Genre können den Übergang da besser...

Das war bei FC3 tatsächlich total unglaubwürdig, ich wüsste aber in dem Spiel auch keinen Weg, wie man das hätte besser machen können.
"The Last of Us" hat das mit Ellie bislang m.E. am besten hinbekommen, allerdings ist sie ja auch nur der Sidekick, den man nur in einem kleinen Teil des Spiels selbst steuert.
 

mannikiel

Jungspund
Ich mache mir da überhaupt keinen Kopp drum.

GTA: Ich bepiß mich vor Lachen, wenn ich mit 240 in ne Fußgängergruppe rase und der Bildschirm rotgesprenkelt ist. :fettes Grinsen:
Soldier of Fortune (Dreamcast ?): Herrlich, ein Kugelopfer mit dem Messer filitieren zu können. Seitdem nicht mehr gesehen...
FarCry3: Killerei von Anfang bis Ende, die eingestreuten Zweifel eher lächerlich. Hab trotzdem am Ende meine Freunde gerettet. (Hab ich was verpaßt ???)

Hab mir das Demo von SAW runtergeladen, sehr geil, ausser daß man jedesmal vorne anfangen muss. Und die Opfer tun mir leid, aber besser die als ich...
Sleeping Dogs spiele ich auch gerne, die Umgebungs-Kills bringen mich zum Lachen, und sind die schnellste Methode, die Gegner endgültig zu eliminieren. Prügeln könnte man ja ewig... RPG-Elemente sind mir da noch nicht aufgefallen, ausser bei den Ego-Tuning-Points. Weiß noch nicht, ob ich Gut oder Böse werde...

Ansonsten möchte ich mal an Shenmue erinnern (Xbox). Kaum Gewalt, kein Blut, aber ne Geschichte. Vattern tot, und als 16jähriger macht man sich auf den Feldzug. Höchstens mal n QTE, aber dafür LEBEN. Geht man halt arbeiten, in die Kneipe, oder die Spielhalle, wenn der Bus wieder Verspätung hat.
Genial, Meisterwerk... Schade daß Teil 3 der Trilogie nicht mehr rauskam.
 
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