Ich habe es nun auch die Tage beendet bzw. muss nur noch die abschließenden Dinge regeln. Und mein Fazit, was ich mir schon anfangs gedacht habe, wurde am Ende auch bestätigt: Besser als gedacht aber auch nicht so gut wie insgeheim gehofft und auch lange nicht so gut, wie es hätten sein können. Und deutlich schwächer als die Trilogie. Trotzdem: Bitte mehr!
Ich wurde schon ca. 100 Stunden gut unterhalten. Die Story selbst passt, ist natürlich wieder toll inszeniert und stellenweise auch echt spannend. Beim Intro zum Finale habe ich freudig in die Hände geklatscht. Ich stehe auf solch Pathos! Die Quests waren größtenteils ok. Man hat zwar gegen Ende die Dinge fix runtergeleiert aber bis dato waren sie ein guter Zeitvertreib. Ohne jetzt aber wirklich außergewöhnlich zu sein. Da haben mir die Loyalitäts-Quests auch deutlich am Besten gefallen. Bei Liam musste ich wirklich lachen...
Hervorheben möchte ich deshalb noch den Humoranteil. Der war erfrischend hoch und hat dem Spiel gut getan. Und durch die Antworten konnte man das auch noch gut beeinflussen.
Es gibt natürlich noch ein paar andere positive Dinge aber da gehe ich jetzt erstmal nicht drauf ein.
So. Grundsätzlich gestört haben mich folgende Dinge:
- Die Technische Seite:
Leute, also bei solch einem Top-Titel ist das einfach ein NoGo gewesen. Mauer Charakter-Editior, wodurch viele viele Figuren sich einfach zu stark ähnlich sahen.
Ganz schwache Gesichtsanimationen. Die wirkten teilweise völlig lieblos und wenn dann der Gesprächspartner dich auch noch gar nicht ansieht und permanent auf dem Universalwerkzeug rumtippt, kommt das schon albern daher. Dazu Bugs, Bugs, Bugs....auch nach dem Patch hatte ich damit zu kämpfen.
Und ich finde auch, das die Grafik deutlich hübscher hätte sein können. Die war natürlich weit davon entfernt Augenkrebs zu verursachen aber hier wieder: Für so einen Top-Titel...
Das Deckungssytem hat nicht immer sauber funktioniert und über die strunzendoofe KI der Mitspieler hüllt man wohl lieber den Mantel des Schweigens.
Zudem hätte der Schwierigkeitsgrad ruhig ein wenig wachsen können. Man bekommt immer fettere Knarren und dickere Rüstungen und ab der Hälfte bin ich meistens nur noch draufgegangen, wenn ich zuviel riskiert habe. Da nahm dann die Herausforderung doch schon merklich ab.
- Das Team
Sie entwickeln sich im Laufe des Spiels, hinken aber bis auf wenige Ausnahmen den anderen Crews deutlich hinterher. Ich fand´s auch etwas schade, das man es so schnell beisammen hatte. Wirklich an´s Herz gewachsen ist mir zudem keiner.
Dazu kommt auch die nicht vorhandene Tempest-Crew. Mal überlegen, beim Start der von der Nexus sind 7 Leute neben mir an Bord.Davon 3 spielbar und von denen ist einer auch nur spontan dabei. Fand ich schon extrem unglaubwürdig.
- Stilwechsel hin zum Mainstream
Und hier drückt der Schuh gewaltig und ich finde es soooo dermaßen jammerschade, das Bioware diesen Weg eingeschlagen hat. Entscheidungen und Konsequenzen. Gut und Böse. Manipulieren von Gesprächen. QTEs. Weg! Oder auf ein Minimum reduziert!
Mann, was habe ich bei den anderen Teilen geschwitzt, mitgefiebert, bereut, gebangt, händeringend überlegt, wie ich mich nun entscheiden soll...was war das geil! Und hier? Gab es irgendwelche größeren Entscheidungen die mich dazu gebracht haben? Nein! Hätten irgendwelche Entscheidungen wirklich weitreichende Konsequenzen gehabt? Kaum. Mit den Kroganern hätte man anders verfahren können aber sonst?! Wahrscheinlich wären dann am Ende ein paar Sequenzen anders aber sonst,,?!
Das wird einem schon alles recht einfach gemacht. Paradebeispiel dafür: Das Ende. Ich will nicht spoilern aber bei den anderen Teilen wären wir da nicht so rausgekommen. Auf keinen Fall.
Oder vermeintlich "schwerer" Entscheidungen spielen gar keine Rolle mehr. [SPOILER2=Mission auf Voeld]Die alte KI. Hab den Angarer sterben lassen und die KI an mich gerissen. Und was ist nun daraus geworden? Sie ist beim SAM Kern toll. Kett machen ein riesen Bohei für nix und wieder nix[/SPOILER2]
Und wie man von dem Spiel an die Hand genommen wird.....wie ein kleines Kind.
Das klingt jetzt sehr negativ.
Aber ich hatte schon meinen Spaß und wurde wie gesagt grundsolide unterhalten. Aber ME 1-3 (und damals auch KotoR 1-2 und DA1) haben mich emotional auf einer ganz ganz anderen Ebene gepackt, wodurch ich die Bewertung nicht rational angehen kann und es auch nicht will. Bioware hat diesen Punkt einfach verkackt. Klar gab´s auch hier ein paar Momente...aber lauwarm oder zu wenig.
Ich muss die ganze Zeit daran denken, wie ich damals beim Finale vom Erstling bald den Controller eine halbe Stunde bei Seite gelegt habe, weil ich nicht wusste, wie ich bei dem Angriff auf die Citadel verfahren sollte. Und wenn ich das jetzt mit dem Finale hier vergleiche....no way.
Wenn man alles mitgenommen hat, ist der Wiederspielwert einfach bei Null! Die andren Teile habe ich zurückgespult und wieder neu begonnen. Da habe ich mich während des ersten Durchgangs schon darauf gefreut, Situationen von der anderen, bösen oder "unkonventionellen" Seite erleben zu dürfen.
Ich könnte jetzt noch mehr schreiben (auch positives!!) und mache das vielleicht auch noch aber ich hocke hier gerade an meinem anderen Laptop und das versetzte Tastenfeld macht mich fertig. Rechtschreibung ade...
