Die ersten rund 5 Stunden waren dann doch glücklicherweise besser als erwartet.
Denn glücklicherweise hebt sich das Niveau der Story dann doch nach einiger Zeit und die Dialogqualität liegt im Laufe der Zeit dann doch mal mehr und mal weniger über der B-Movie-Qualität der ersten ein, eineinhalb Stunden. Immerhin scheinen die Biowares ihre letzte große Stärke, das Storytelling, noch nicht ganz verlernt zu haben. Nach der Demo bzw. dem Intro war ja doch anderes zu befürchten.
Und auch der Soundtrack scheint den Wechsel hin zu neuen Komponisten einigermaßen schadlos überstanden zu haben. In den ersten Stunden gibt es viele vertraute Klänge in neuen Variationen zu hören, die eher an ME1 denn an ME2 erinnern. Für mich einer der entscheidendenn Faktoren, die mich zurück in die ME-Welt saugen.
Den Charakter-Import hingegen hat mein Shepard nicht sonderlich gut überstanden. Zwar wurden alle Entscheidungen korrekt übernommen (was wohl auch nicht bei allen Spielern gegeben ist), aber der Gesichtsimport ging dank Übernahme aus ME1 voll in die Hose. Sämtliche Versuche, meinen nur leicht angepassten Standard-Shep nachzubauen, gingen total in die Hose. Nachdem ich mich zweimal durch das bereits aus der Demo bekannte und in weiten Teilen nicht überspringbare Intro gearbeitet hatte und die im Editor noch ansehlichen Ergebnisse im finalen Spiel nach aufgeblähten Pfannkuchengesichtern aussahen, hab ich mich im dritten Versuch komplett auf den Standard-Shep beschränkt. Der sieht zwar wie diverse Gesichter in manchen Einstellungen im Spiel auch recht merkwürdig aus, aber besser als die andere Hanswurste, die der Editor ausgeworfen hat.
Wo die Story und der Soundtrack mich mittlerweile doch versöhnlich stimmen, tut es das Gameplay nicht. Das angekündigte "Mehr Rollenspiel" hab ich trotz des aus dem ME1+2-Import resultierenden Direktaufstieg auf Level 30 bisher nicht wirklich gefunden. Und ich hab mir wirklich Mühe gegeben. Ich war sogar kurz davor, mein Sofa mal anzuheben, um nachzuschauen, ob es da vielleicht aus Versehen runtergerutscht ist. Unterm Couchtisch war auf jeden Fall nichts zu finden.
Es scheint wirklich so zu sein, dass man seine Handvoll Fähigkeiten maximal auf Stufe 6 bringen und bei den einzelnen Fähigkeiten auf den Stufen 4 bis 6 jeweils zwischen 2 alternativen Verbesserungen wählen kann. In Anbetracht der Tatsache, dass ich dank Level 30-Import-Charakter bereits zu Spielbeginn alle Fähigkeiten auf Stufe 4 kann, ist das irgendwie ein Witz, hier von "Mehr Rollenspiel" zu sprechen. Denn es waren ja grad die DieHard-Bioware/ME-Fans, die danach gerufen haben und die dürften via Charakter-Import alle bei Stufe 25-30 rum starten. Das bisschen Waffen-Modding und -Upgraden können sie ja nun nicht wirklich als "Mehr Rollenspiel" gemeint haben.
Dafür hat man dann an anderer Stelle auch Gameplay-Elemente zusammengestrichen. Hacking-Minispiele? Komplette Fehlanzeige. Erkundung auf der Sternenkarte? Das war in ME2 deutlich unausgegoren, aber hier gibt es nur noch eine Sache pro Planet bzw. HotSpot zu finden und auch das ist ultrasimpel umgesetzt. Dafür gibt es jetzt ein komplett überflüssiges, weil komplett anspruchloses "Flüchte vor den Reapern" Minispiel auf der Systemkarte. Zumal das Absuchen der Systemkarte nach den versteckten Punkten auch weitaus effektiver ist, wenn man sich regelmässig von den Reapern schnappen lässt, den Game-Over-Screen anschaut und Dank Autosave auf der Systemkarte gleich wieder von vorne anfängt statt wie vom Spiel vorgeschlagen füchtet und später nach dem Erfüllen einer weiteren Mission wiederkommt.
Was die ganze Kämpferei betrifft, hat Bioware zwar im Laufe der Jahre einiges an Feintuning geleistet, so dass es sich zwar mittlerweile weniger hakelig anfühlt, trotzdem fehlt immer noch das letzte gewisse Etwas. Die Waffen fühlen und hören sich an, als hätten sie zu wenig Durchschlag und die Auswertung der Trefferzonen fühlt manchmal arg zufällig an. Zudem scheint man sich diesmal zu sehr Dragon Age 2 als Vorbild genommen zu haben. Immer wieder stösst man auf Gegnergruppen, die man sieht, abfertigt und im nächsten Moment kommt aus dem Nichts der Nachschub angespawnt. Oder man darf halt gleich eine Position halten und bekommt Nachschub ohne Ende, bis das Trigger-Event ausgelöst ist. So fühlen sich die Kämpfe eher nach Horde-Modus an. Eine taktische Planung ist nur schwerlich möglich, da man nie weiss, ob denn nun noch unsichtbarer Nachschub kommt oder nicht.
Und auch das Spiel an sich hätte durchaus noch ein wenig Feinschliff vertragen können. Zwar hatte ich bisher keine Abstürze zu beklagen, aber dafür brechen immer mal wieder Dialogzeilen zu früh ab oder das Animationssystem erleidet in den Gesprächen einen Totalzusammenbruch. Es ist schon ein unglaublich erhebender Moment, wenn Shepard und Liara über ihre vergangene Beziehung sprechen und dabei mit total verdrehten Köpfen irgendeine Wand volllabern anstatt sich in die Augen zu schauen.
Naja, in Bezug auf die Story bin ich immer noch hoffnungsfroh, aber was das Gameplay betrifft, scheint man sich bei Bioware seit der Übernahme durch EA auf den Lorbeeren vergangener Tage auszuruhen. Wenn man bedenkt, dass seit dem ersten Teil über 4 Jahre vergangen sind, hat sich die Serie in ihren Kernelementen kaum weiterentwickelt. An einigen Stellen ging es einen Schritt vor, an anderen wiederum zwei zurück. ME3 wirkt dann doch eher wie ein großer Story-DLC und nicht wie der nächste (finale) Schritt in der Reihe.
Insgesamt gesehen beginnt der Bioware-Nimbus dann doch langsam aber sicher zu schwinden.
Denn glücklicherweise hebt sich das Niveau der Story dann doch nach einiger Zeit und die Dialogqualität liegt im Laufe der Zeit dann doch mal mehr und mal weniger über der B-Movie-Qualität der ersten ein, eineinhalb Stunden. Immerhin scheinen die Biowares ihre letzte große Stärke, das Storytelling, noch nicht ganz verlernt zu haben. Nach der Demo bzw. dem Intro war ja doch anderes zu befürchten.
Und auch der Soundtrack scheint den Wechsel hin zu neuen Komponisten einigermaßen schadlos überstanden zu haben. In den ersten Stunden gibt es viele vertraute Klänge in neuen Variationen zu hören, die eher an ME1 denn an ME2 erinnern. Für mich einer der entscheidendenn Faktoren, die mich zurück in die ME-Welt saugen.
Den Charakter-Import hingegen hat mein Shepard nicht sonderlich gut überstanden. Zwar wurden alle Entscheidungen korrekt übernommen (was wohl auch nicht bei allen Spielern gegeben ist), aber der Gesichtsimport ging dank Übernahme aus ME1 voll in die Hose. Sämtliche Versuche, meinen nur leicht angepassten Standard-Shep nachzubauen, gingen total in die Hose. Nachdem ich mich zweimal durch das bereits aus der Demo bekannte und in weiten Teilen nicht überspringbare Intro gearbeitet hatte und die im Editor noch ansehlichen Ergebnisse im finalen Spiel nach aufgeblähten Pfannkuchengesichtern aussahen, hab ich mich im dritten Versuch komplett auf den Standard-Shep beschränkt. Der sieht zwar wie diverse Gesichter in manchen Einstellungen im Spiel auch recht merkwürdig aus, aber besser als die andere Hanswurste, die der Editor ausgeworfen hat.
Wo die Story und der Soundtrack mich mittlerweile doch versöhnlich stimmen, tut es das Gameplay nicht. Das angekündigte "Mehr Rollenspiel" hab ich trotz des aus dem ME1+2-Import resultierenden Direktaufstieg auf Level 30 bisher nicht wirklich gefunden. Und ich hab mir wirklich Mühe gegeben. Ich war sogar kurz davor, mein Sofa mal anzuheben, um nachzuschauen, ob es da vielleicht aus Versehen runtergerutscht ist. Unterm Couchtisch war auf jeden Fall nichts zu finden.
Es scheint wirklich so zu sein, dass man seine Handvoll Fähigkeiten maximal auf Stufe 6 bringen und bei den einzelnen Fähigkeiten auf den Stufen 4 bis 6 jeweils zwischen 2 alternativen Verbesserungen wählen kann. In Anbetracht der Tatsache, dass ich dank Level 30-Import-Charakter bereits zu Spielbeginn alle Fähigkeiten auf Stufe 4 kann, ist das irgendwie ein Witz, hier von "Mehr Rollenspiel" zu sprechen. Denn es waren ja grad die DieHard-Bioware/ME-Fans, die danach gerufen haben und die dürften via Charakter-Import alle bei Stufe 25-30 rum starten. Das bisschen Waffen-Modding und -Upgraden können sie ja nun nicht wirklich als "Mehr Rollenspiel" gemeint haben.
Dafür hat man dann an anderer Stelle auch Gameplay-Elemente zusammengestrichen. Hacking-Minispiele? Komplette Fehlanzeige. Erkundung auf der Sternenkarte? Das war in ME2 deutlich unausgegoren, aber hier gibt es nur noch eine Sache pro Planet bzw. HotSpot zu finden und auch das ist ultrasimpel umgesetzt. Dafür gibt es jetzt ein komplett überflüssiges, weil komplett anspruchloses "Flüchte vor den Reapern" Minispiel auf der Systemkarte. Zumal das Absuchen der Systemkarte nach den versteckten Punkten auch weitaus effektiver ist, wenn man sich regelmässig von den Reapern schnappen lässt, den Game-Over-Screen anschaut und Dank Autosave auf der Systemkarte gleich wieder von vorne anfängt statt wie vom Spiel vorgeschlagen füchtet und später nach dem Erfüllen einer weiteren Mission wiederkommt.
Was die ganze Kämpferei betrifft, hat Bioware zwar im Laufe der Jahre einiges an Feintuning geleistet, so dass es sich zwar mittlerweile weniger hakelig anfühlt, trotzdem fehlt immer noch das letzte gewisse Etwas. Die Waffen fühlen und hören sich an, als hätten sie zu wenig Durchschlag und die Auswertung der Trefferzonen fühlt manchmal arg zufällig an. Zudem scheint man sich diesmal zu sehr Dragon Age 2 als Vorbild genommen zu haben. Immer wieder stösst man auf Gegnergruppen, die man sieht, abfertigt und im nächsten Moment kommt aus dem Nichts der Nachschub angespawnt. Oder man darf halt gleich eine Position halten und bekommt Nachschub ohne Ende, bis das Trigger-Event ausgelöst ist. So fühlen sich die Kämpfe eher nach Horde-Modus an. Eine taktische Planung ist nur schwerlich möglich, da man nie weiss, ob denn nun noch unsichtbarer Nachschub kommt oder nicht.
Und auch das Spiel an sich hätte durchaus noch ein wenig Feinschliff vertragen können. Zwar hatte ich bisher keine Abstürze zu beklagen, aber dafür brechen immer mal wieder Dialogzeilen zu früh ab oder das Animationssystem erleidet in den Gesprächen einen Totalzusammenbruch. Es ist schon ein unglaublich erhebender Moment, wenn Shepard und Liara über ihre vergangene Beziehung sprechen und dabei mit total verdrehten Köpfen irgendeine Wand volllabern anstatt sich in die Augen zu schauen.
Naja, in Bezug auf die Story bin ich immer noch hoffnungsfroh, aber was das Gameplay betrifft, scheint man sich bei Bioware seit der Übernahme durch EA auf den Lorbeeren vergangener Tage auszuruhen. Wenn man bedenkt, dass seit dem ersten Teil über 4 Jahre vergangen sind, hat sich die Serie in ihren Kernelementen kaum weiterentwickelt. An einigen Stellen ging es einen Schritt vor, an anderen wiederum zwei zurück. ME3 wirkt dann doch eher wie ein großer Story-DLC und nicht wie der nächste (finale) Schritt in der Reihe.
Insgesamt gesehen beginnt der Bioware-Nimbus dann doch langsam aber sicher zu schwinden.