Erste Eindrücke:
Gestern Abend habe ich ca. 5 Spielstunden mit KoA verbringen können. Mein Spieltempo war eher gemächlich. Inklusive aller Texte lesen (Gespräche mit NPC´s, Bücher studieren), abseits der Wege die Gegend erkunden, erste Dungeons erforschen, Schlösser knacken, Waffen und Rüstungen zerlegen und schmieden, Tränke brauen, Edelsteine schleifen und aufwerten, verschiedene Waffen ausprobieren, sich mit Hilfe der Talentbäume und der Schicksalskarten überlegen, in welche Richtung die Figur geformt werden soll. Ob Krieger oder Magier, Schurke oder doch eher ein Hybrid aus zwei der Klassen, oder sogar alle drei, usw...
Dabei habe ich mich die ganze Zeit im Startgebiet aufgehalten und mich erst einmal nur um die Nebenquests gekümmert. Davon gibt es auch reichlich und es kommen unterwegs auch weitere hinzu.
Ihr startet im Spiel, exakt wie in der Demo, als Leiche. Überhaupt entspricht die Demo, welche nach verlassen der Höhlenfestung zeitlich begrenzt ist (45min), dem eigentlichen Spiel. In der Demo hatte ich leider einige unschöne aufploppende Grafikfehler auf den Bodentexturen, welche aber im eigentlichen Spiel nicht mehr auftauchen.
KoA lief auch über die Stunden ohne Probleme. Keine Lags, Abstürze oder Freezes. Auch Speichern und Laden von Spielständen verlief reibungslos (auf Festplatte installiert).
Während ihr eure ersten Schritte im Spiel macht, werdet ihr gleichzeitig von einem Tutorial an die Hand genommen. Was aber schnell auffällt, ist die solide und einfache Menüführung. Alles ist schnell gefunden, wird ordentlich angezeigt, und lässt sich auch im Falle von Waffen und Rüstungen miteinander vergleichen. Auch das Kampfsystem scheint am Anfang schon fast zu erschreckend einfach. Ihr könnt eine primäre und eine sekundäre Waffe führen. Die Auswahl bleibt absolut euch überlassen.
Primäre Waffen werden mit „X“ gesteuert, sekundäre mit „Y“. Das war es schon… dachte ich.
„B“ ist noch zum ausweichen da und „A“ zum springen und sprinten. Mit dem linken Trigger holt ihr das Schild zum blocken hervor und mit dem rechten Trigger aktiviert ihr blitzschnell eine Schnellauswahl an Zaubern, die ihr dann per entsprechender Taste auslöst.
Aha! Also bietet das Kampfsystem doch mehr als nur zwei Knöpfe. Mal abgesehen von diesen Basics, werden die Angriffe später mit Levelaufstieg und entsprechender Punktevergabe noch um weitere Attacken erweitert. Und als ob das noch nicht genug wäre gibt es noch eine Leiste, die sich während der Kämpfe füllt und bei maximalem Stand aktivieren und unsere Gegner auf ein Leben nach dem Tod hoffen lässt.
Mit anderen Worten, so einfach das Kampfsystem am Anfang erscheint, so gewaltig lässt es sich formen und kombinieren. Nicht falsch verstehen, das Kampfsystem ist einfach in seinem Aufbau, aber die Möglichkeiten die einem geboten werden, lassen viel Platz, um seinen Stil zu finden.
Ein kleines Beispiel:
Ich wollte zuerst einen reinen Krieger spielen, bin aber dann doch zu einem Kampfmagier übergegangen. Also verteile ich jetzt Fähigkeitspunkte auf die jeweiligen Talentbäume des Kriegers und des Zauberers, um so zu versuchen eine bestmögliche Kombi zu erreichen und von beiden zu profitieren, was Angriff, Zauber, Manaregenation usw. angeht.
Als primäre Waffe benutze ich einen Hammer, sehr langsam im Angriff, aber gewaltiger Schaden. Sekundär benutze ich ein Zepter. Das magische Gegenstück in Sachen Fernkampf zum Bogen. Dann habe ich noch mein Schild und als Zauber einen Elektro- oder Schockzauber, der Gegner kurz paralysiert und noch eine „Kette“, mit der ich Gegner zur mir ranhole.
Kurz vorweg, die Waffen spielen sich alle unterschiedlich und mit anderen Angriffen und Fähigkeiten (Elementarschäden und anderes). Mal abgesehen von den verschiedenen Zaubern und Spezialangriffen, die mit der Zeit noch freigespielt werden können. Die noch freizuspielenden Zauber und Angriffe können alle in einem kleinen Vorschaufenster in Aktion angesehen werden.
Jetzt stehe ich also im Wald und vor mir ein Rudel Wölfe. Die Wölfe sind schnell im Angriff und man sollte vermeiden sich von ihnen umzingeln zu lassen. Mit dem Hammer alleine hätte ich keine Chance. Bis ich ausgeholt habe, greifen mich schon wenigstens 2 an und unterbrechen meinen Angriff. Mal abgesehen vom Schaden, den ich einstecken muß.
Also nehme ich mir mit dem Zepter ein oder zwei aus der Entfernung vor. Die anderen Wölfe versuche ich mit dem Schild zu blocken und per Hechtsprung auszuweichen um nicht aus mehreren Richtungen angegriffen zu werden. Dann schleudere ich dem nächsten Wolf einen Schockzauber an den Kopf, lähme ihn so kurz und habe die Zeit mit dem Hammer auszuholen und BÄMM! Die anderen Wölfe bekommen von der Schlagkombi etwas Flächenschaden ab. So geht es dann bis zum letzten Wolf.
Natürlich hätte ich anstatt des Hammers auch ein Schwert nehmen können, was einen schnelleren Angriff ermöglicht, aber der Schaden wäre nicht so hoch gewesen, bzw. hätte der Kampf länger gedauert. Außerdem habe ich mich nun mal für den Hammer entschieden und auch entsprechend geskillt.
An einer anderen Stelle bekomme ich es mit einer Art fliegender Elfen zu tun, welche mich aus der Luft mit Magiegeschossen bearbeiten, welche mich auch noch bei Flucht verfolgen. Und zusätzlich sind die Viecher gegen den Schaden meines Zepters immun. Mit dem Hammer komme ich auch nur schwer ran. Hier hilft nur geschicktes ausweichen und der Einsatz meiner „Kette“, mit deren Hilfe ich mir die Gegner aus der Luft pflücke und schön vor mir parke, um sie dann mit meinem Hammer zu pudern. BÄMM!
Dazu noch eine Menge optischer Spezialeffekte à la George Lucas und Steven Spielberg. Fertig! Die Kämpfe sind nicht so anspruchsvoll wie bei Dark Souls, machen aber nicht weniger Spaß.
Eigentlich wollte ich noch zum Handwerk, den Schicksalskarten, den Talentbäumen, den Waffen, den NPC´s und vielem anderen was schreiben, aber das würde völlig ausarten, auch wenn es bisher nur 5 Spielstunden waren.
Um es etwas abzukürzen, KoA enthält viele Elemente aus Skyrim. Nur das es sich einem irgendwie schneller öffnet. Viele Dinge wurden etwas vereinfacht, aber dadurch nicht schlechter, einiges ist neu, wirkt aber nicht aufgesetzt. Alles ist bunter, aber nicht kitschig. Die Dungeons, in denen ich bisher war, waren bis jetzt nicht so groß wie in Skyrim, sahen dafür aber unterschiedlich in Optik und Aufbau aus. Die NPC´s sprechen leider nicht immer bis gar nicht Lippensyncron. Sehen aber trotzdem gut aus.
Aber eins ist sicher, KoA ist groß! Die Karte und die ganzen Nebenquests im Anfangsgebiet lassen ahnen, was da noch an Spielzeit kommt. Bisher hatte ich auch noch keine Nebenquest, die sich nur darauf beschränkte eine bestimmte Anzahl von Gegnern zu töten. Alle Quests hatten ihre eigene kleine Geschichte. Angenehm auch, dass man hier nicht mit zuviel Text überfordert wird.
Es gibt zwar viele NPC´s die zu den gleichen Themen was zu erzählen haben, aber bisher war es immer etwas anderes. Die einen fürchten eine Sache, andere verehren sie, andere haben nur Gerüchte gehört usw.
Es ist auch möglich eine Unterkunft zu mieten und so seine Gegenstände zu lagern. Schnellreisen sind auch möglich. KoA wird sicher gerne mit Skyrim verglichen werden. Ich würde sagen, Skyrim will erwachsender und reifer sein. Bei KoA wirkt durch den Grafikstil alles etwas verspielter. Ähnlich wie bei World of Warcraft.
Ihr solltet auf jeden Fall öfters die Kamera nach oben schwenken und das Panorama genießen. So wirkt die Umgebung gleich noch etwas größer und schöner.
Wem Skyrim zu träge ist und schnellere Action möchte, sollte sich mal KoA anschauen.
Ich fühlte mich bei KoA gleich „zu Hause“ und hatte viel Spaß beim entdecken der Welt von Amalur.
Gruß,
Tom