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Endbosse oft zu schwer, auch auf Leichter Spielstufe.

Medi12

Jungspund
Interessantes Thema.
Es gibt einfach Spiele, in denen Endgegner oder Zwischenbosse sinnvoll sind, weil sie das Gefühl vermitteln etwas Besonderes erreicht zu haben und den Spielefortschritt gliedern. Ein Mario oder Kirby ohne Zwischen- und Endgegner wäre irgendwie witzlos. Einerseits schließt der Boss ein Thema ab (Eiswelt etc.), andererseits fordert er die gelernten Fähigkeiten heraus und zeigt dem Spieler dadurch ja auch den persönlichen Fortschritt. Und es gliedert gewissermaßen ein Spiel. So weiß man, wann man abends die Konsole Mal ausmachen sollte 😉
Die große Schwierigkeit liegt natürlich im Balancing, sodass man nicht zu sehr frustriert wird aber gleichzeitig nach dem Sieg das Gefühl hat, etwas außergewöhnliches erreicht zu haben und bestimmte Fähigkeiten perfektioniert zu haben. Und es muss eine entsprechende Belohnung warten.
Metroid Dread habe ich auf der leichtesten Stufe gespielt und fühlte mich sehr gefordert. Für Raven Beak brauchte ich unzählige Anläufe, aber ich wollte den unbedingt schaffen und der Sieg war großartig. Weil man einfach alle erworbenen Fähigkeiten einsetzen müsste, um zu bestehen.
In anderen Games schrecken mich wiederum Bosse ab und ich beende das Spiel vorzeitig. In Jet Fore Gemini für den N64 habe ich den Endgegner (Mizar) nie besiegt... In Tunic habe ich den Gottmodus aktiviert, weil schon die normalen Gegner nerven 😅
Kurz gesagt, ich finde Bosse sinnvoll, auch wenn ich an manchen verzweifle. Sie müssen zum Spiel passen.
 
G

Gelöschtes Mitglied 7554

Guest
Wirklich ein interessantes Thema, zu dem ich jetzt auch - nachdem ich mir alle Beiträge durchgelesen habe - ein paar Gedanken habe.

Grundlegend denke ich, dass die meisten Videospiele den Ehrgeiz in einem wecken; das war schon immer so. Früher - zu Zeiten von Arcade Automaten und wo es noch kein Onlinespielen gab - war das noch mehr Programm als heute, weil man konkrete und echte Personen im "real life" (Kumpels, Bruder, Schwester, derjenige der als nächstes dran war, nachdem man im Spiel gestorben ist, etc.) hatte, um sich mit ihnen zu messen. Generell kann ich mich auch nicht erinnern, damals (so vor knapp 40 Jahren, als ich meine ersten Berührungspunkte mit Videospielen hatte) jemals allein gedaddelt zu haben. Und wenn auch nur andere dabei zuschauen oder man selbst, oder ob der Controller bzw der Joystick oder der Platz am PC weitergereicht wurde. Aber ich schweife ab... 🙄

Heute ist dieses Feeling oder dieses "Gehabe" in Bezug auf den Ehrgeiz und die Highscores komplett anders, denn meistens spielt oder ist man online (selbst wenn man alleine spielt) und wenn im Multiplayer, dann mit Leuten die man kaum oder gar nicht kennt. Ich denke die wenigsten spielen regelmäßig im Couch Coop - vieles ist beim Videospielen einfach unpersönlicher geworden.

Worauf ich hinaus will ist, ich kann verstehen wenn manche sagen, knackige Bosskämpfe seien ein Relikt alter Tage und womöglich nicht mehr zeitgemäß. Gerade in einer Zeit, wo viele irgendwelchen Rotz "spielen" (bitte verzeiht mir die Direktheit), um schnell ein paar trophies oder achievements abzustauben um dann letztendlich zeigen zu können, wie viel man "spielerisch" erreicht hat.

Vieles ist auf den breiten Markt, auf die breite Masse ausgelegt um alle und jeden irgendwie abzuholen. Das heißt viele sind es kaum noch gewohnt, knackig schwierige Games zu spielen. Alles wird einem vorgekaut - ich sag z.B. nur "Questmarker". Was wären heutige Spiele ohne Questmarker? Viele machen sich nicht mehr die Mühe Aufträge durchzulesen oder sich tatsächlich zu merken, wo man hin muss, mit wem man sprechen muss, etc. - ich erinnere mich an der Stelle noch an alte Dungeon-RPGs (wie z.B. Eye of the Beholder) wo es eben noch keine Map, keine Kartenfunktion gab. Also hat man jeden Schritt ingame im Dungeon auf karierten DIN A4 Blättern mit einem Bleistift mitgezeichnet.

Auch ein "Phänomen" das ich besonders bei Action RPGs feststelle: Viele schaffen es in manchen Spielen nicht mal die Kampagne abzuschließen oder bleiben oft stecken, weil sie sich mit dem jeweiligen Spiel und den Spielmechaniken nicht wirklich auseinandersetzen und nicht bereit sind zu lernen = quick fun, right now, SIR! Was dann aber schnell in Frust umschlägt, weil man halt im Spiel nicht weiterkommt.

Ich spreche jetzt nicht von gewissermaßen unfair schweren Stellen/Bossen, die auf einmal voll aus dem aktuellen oder für das jeweilige Spiel gewohnten Schwierigkeitsgrad ausbrechen und übertrieben knackig sind oder von Überbossen, die sich quasi hinter stundenlangem Grinden verbergen; die man nur mit ganz bestimmtem und super seltenem Über-Gear bezwingen kann... *in Richtung von Path of Exile schiel*

Auch schuld daran sich nicht mehr an einem einzigen oder wenigen Spielen festbeißen zu wollen bis man es eben geschafft hat, ist halt auch die komplette Entwicklung der Spiele-Industrie bzgl Gaming Abos (PS+, Gamepass und wie sie alle heißen). So nach dem Motto "Spiel zu schwer? Scheiß drauf, ich lade mir ein anderes", oder so... Was das angeht sind wir einfach übersättigt!

Es ist aber auch definitiv die Zeit in der wir leben, es gibt generell viel mehr Dinge, mit denen wir uns beschäftigen und worüber wir uns z.B. Sorgen machen und dann z.B. am Abend einfach erschöpft sind und einfach nur eine schöne & spannende Geschichte erleben wollen, die uns aus dem Alltagstrott reißt. Ohne jegliche Herausforderungen oder ohne sich - wortwörtlich - die Finger verbiegen zu müssen.

Und zuguterletzt darf man auch nicht vergessen, dass wir einfach nicht jünger werden. Vor zig Jahren war ich gefühlt wacher, fitter und flinker mit den Fingern. 🤔

Ich denke es ist keine Schande, wenn man einfach irgendwo im Spiel auch nach zig Versuchen nicht weiterkommt, auch wenn es natürlich schade ist. Wer oder was dann die "Schuld" daran hat (die doofen Entwickler natürlich, ist doch klar!😜😉🙄) ist letztendlich völlig egal, es ist wie es ist - take it or leave it 🤷‍♂️

Ich habe damit kein Problem, von einem Spiel einfach die Finger zu lassen, wenn es mich zu arg abturnt, bin aber auch bereit zu lernen, mich anzupassen und festzubeißen, wenn ich es wirklich schaffen möchte.

Tatsächlich einfach mal die Konsole auszumachen und es dann am nächsten Tag mit frischer Energie & Konzentration nochmals zu versuchen, ist wahrscheinlich oft der beste Tipp - ist mir auch schon oft passiert, dass es dann wie durch ein Wunder flüssig von der Hand ging.

Und wer jetzt durchgehalten und meinen Beitrag bis zum Ende durchgelesen hat, der bekommt jetzt ne Trophäe...äähh...Achievement...äääh..was auch immer! 😁😆😄🥳🏅🏆🎉

P.S. Ja, schnell auf den Punkt zu kommen gehört nicht unbedingt zu meinen Stärken! 🤭😅
 
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G

Gelöschtes Mitglied 7554

Guest
Ganz ehrlich? Ich liebe die Deus EX Reihe. Weil ich die Story und das Setting (Dark Furture) mag. Und gerade wegen des Konzepts das Spiel zu meistern ohne töten zu müssen. Die Endbosse in Teil 3 machen mir den Genuss kaputt. Und ja, selbst auf der leichtesteten Stufe kann ich sie nicht ohne extrem viel Mühe besiegen. Das nervt.
Natürlich haben solche schweren Gegner eine gewisse Berechtigung, aber sie bilden beim Geniessen der Story zu oft einen unnötigen Flaschenhals für mich.

Ja, die waren wirklich knackig - aber auch durchaus schaffbar 🤔

@Praegel Falls es dich interessiert, zwei Jahre später (2013) kam dann der Director's Cut für Deus Ex Human Revolution raus. Der wird im MS Store leider nicht angeboten, nur ein kostenloses Update auf den Director's Cut, das - laut Support - aber anscheinend nicht funktioniert.

Jedenfalls läuft die Retail/Disc-Version des Director's Cut auf der Series X, hab es mit der deutschen USK Version schon ausprobiert. In dieser Version wurde die Bosse mehr ausbalanciert und es gibt auch jetzt die Möglichkeit die Bosskämpfe kampflos zu umgehen bzw die Bosse nicht mehr töten zu müssen. 😎
 

Khorny

Moderator
Team
Wobei die Deus Ex Bosse ja wirklich zunächst gar nicht fürs Spiel angedacht und später mit dem Holzhammer eingebaut wurden, weil Square-Enix unbedingt Bosse im Spiel haben wollte. Deswegen wirkten diese Kämpfe auch sehr unpassend. Bei diesem Spiel würde ich insofern daher sogar mitgehen uns sagen "Die hätte es nicht gebraucht". Die Entscheidungs- bzw. Dialogsequenzen wirkten hier einfach viel stimmiger, zumal man ja durchaus bei Deus Ex komplett auf Diplomatische bzw. Stealth Skillung gehen konnte, wodurch man bei den Bossen meist gnadenlos untergangen ist. Aber dies war halt leider kein gutes Spieldesign.

Grundsätzlich sehe ich aber nicht wie Bosse irgendwelche Spiele schlechter grundsätzlich machen würden, außer eine Bossmechanik ist richtig schlecht. Das Beispiel mit z.B. Metroid Dread passt hier sehr gut. Ein solches Spiel ohne Bosse wäre für mich nicht vorstellbar, und die dürfen natürlich auch in einem gewissen Maße fordernd sein, oder woher sollen Spiele ihre Dramaturgie, vielleicht sogar das Salz in der Suppe nehmen, wenn nicht durch paar fesselnde Scharmützel mit guten Endgegnern? Im Fall von Metroid waren einige natürlich schon sehr hart, weil der "Normal" Modus sich eher anfühlte wie ein klassischer Hardmode.

Dennoch eine gute Spielerfahrung und tolles Spiel, welches ohne seine Endgegner (wie so viele Spiele) unvorstellbar wäre. Wenn man keine Bosse in Videospielen möchte, sollte man möglicherweise auf bestimmte Genres auch besser verzichten und auf Open World Titel und Walking-Simulatoren, ggf. noch RTS oder allgemein Strategie umsteigen, wobei es auch dort durchaus mal Bosse geben kann. (siehe Dawn of War, Starcraft etc.)

Für mich ist nur wichtig wie durchdacht etwaige Bosskämpfe sind, ob diese irgendwelche intelligenten Mechaniken bieten oder anderweitig einfach mit Dramaturgie und ordentlicher Inszenierung überzeugen können. Wenn die entsprechende Qualität fehlt sind Bosse natürlich oftmals einfach nur nervig und ätzend. Persönlicher Tiefpunkt sind immer Bosse, die komplett neue Mechaniken oder sowas einführen, was nichts mit dem eigentlichen Gameplay des Spiels zu tun hat, wo man einfach einen zum Spiel unpassenden Entcounter bestreiten muss. Ich könnte mir jetzt ehrlich gesagt aber kein 2D Jump'n Run, Metroidvania, Actionspiel, Dungeon Crawler oder (Japano) Rollenspiel ohne richtig tolle Endgegner vorstellen. Wichtig ist eben auch, dass Bosse vom Balancing her so gestaltet werden, das sie einerseits einen gewissen Anspruch bieten, aber gleichzeitig nicht unfair sind.
 
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X30 Trucase

Moderator
Team
Mir sind jetzt bei "Immortals Fenyx Rising" auch schon diverse Zwischen- und Endbosse vorgesetzt worden. Auch in den Arenen bekommt man neben Wellen kleinerer Gegner dann auch mal richtig fette Bosse vorgesetzt, die über extreme Lebensbalken verfügen.

Nun bin ich, zugegebenermaßen, jemand, der bei diesen Open World-Adventures (auch bei Assassin's Creed Odyssey zuletzt) den Schwierigkeitsgrad schon mal bis fast nach unten stelle, weil mir diese vom Umfang so riesig sind, dass ich nicht noch Zwischen- oder Endbosse haben will, an denen ich verzweifle. Und auch einfach weil ich finde, dass diese Art von Gegnern hier nicht so hinpassen.

Nur hab ich das Gefühl, dass die Einstellung des Schwierigkeitsgrades gar nicht mal unbedingt Auswirkungen auf den Boss hat. Vor allem im Hinblick auf Hitpoints. Selbst mein vollaufgelevelter Held, der maximalen Schaden mit Schwertern und Äxten austeilt, und noch diverse Perks mit der entsprechenden Powerups bekommt, muss teilweise bis zu fünf Minuten auf so einen Boss draufkloppen, bis der fällt.

Entweder wird also die Ausdauer der Bosse auf meinen Spielstil skaliert, so dass ich trotz niedrigem Schwierigkeitsgrad länger für das Besiegen brauche, oder der Schwierigkeitsgrad ist manchmal nicht ausschlaggebend für die Stärke der Bosse, aber des eigenen Charakters, so dass er vielleicht widerstandsfähiger gegen die Bossangriffe wird, ergo mehr Treffer einstecken kann, oder die eigene Ausdauer länger anhält.

Schwer fand ich bisher keinen dieser Bosse, aber an einigen hänge ich ziemlich fest, obwohl ich über die Dauer des Spiels immer stärker wurde. Ist schon seltsam manchmal.
Ich muss dazu sagen, dass ich speziell bei diesem Spiel die Anzeige der Schadenspunkte ausgeschaltet habe, weil ich dieses Feature albern finde.
 
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