Gestern bin ich dann auch endlich "durchgekommen", nach insgesamt 193 Spielstunden und Level 210!
Wichtig vielleicht für die, welche es noch nicht durchhaben: Man kann nach der Endsequenz wählen ob man direkt einen zweiten Anlauf starten will, oder erstmal in der Welt verbleiben will; somit kann man also auch nach dem Endkampf die Welt weiter erkunden ohne direkt ein New Game + anzufangen. Man wird quasi vor dem Endkampf zurück gesetzt; Achung: Erneut kann man gegen den Endboss wohl nicht kämpfen, dafür wäre dann ein New Game+ notwendig.
Mein Fazit: Im insgesamten ist das Spiel für mich schon ein Meilenstein. Das Design der Welten hat mich begeistert und auch die Entdeckungslust geweckt. Den es gibt unzähliges zu Entdecken abseits der Hauptstory, selbst ganze Gebiete. Das ist aber wahrscheinlich auch der Punkt, der viele neben dem Schwierigkeitsgrad abschrecken wird.
Denn Elden Ring gibt einem nicht viel an die Hand. Im Gegenteil. Wer sich beispielsweise über jede Schatztruhe freut, der wird sich - ziemlich früh im Spiel - eines Besseren belehren lassen, wenn er auf eine trifft, welche einen in ein Gebiet bringt, wo man als Anfänger quasi nur fliehen kann. Einfacher Teleport zurück ist nicht. Oder beispielsweise bestimmte Aktion, welche dafür sorgt dass ein Ende vorgegeben ist. Das kann man ändern, man muss nur wissen wie. Allerdings, man muss erstmal an diesen Ort kommen.
Ich könnte weitere Beispiele nennen. Nach Patch 1.03 werden ja zumindest NPCs auf der Karte angezgeigt, auch wenn man die auch dort immer noch suchen muss. Bei diesem Spiel ist es immens wichtig, alles zu lesen. Beschreibungen zu Waffen und Rüstungen, alles kann kleine Hinweise geben. Oder Gesprächspartner am Lagerfeuer, meistens Melina. Das übersieht man schnell mal. Eigene Notizen sind hier fast Pflicht.
Das gilt im Endeffekt meist nur für optionale Sachen. Nur, die machen mehr als ein Drittel des Spiels aus, würde ich sagen. Elden Ring lässt einem größtenteils immer die freie Wahl was man tut, vieles ist aber alles andere als einfach zu entdecken.
Zur Schwierigkeit: Es ist halt ein Souls Game. Ja, auch bis zum Ende hin wird es Gegner geben, welche einen mit zwei Schlägen aus den Socken hauen. Das kann frustrieren, keine Frage. Das heißt dann aufvelen, und hier liegt dann eine der großen Stärken; Bossgegner zu schwer? Einfach weiter erkunden gehen. Das kann man über eine lange Zeit so machen, zumal man dem ersten Bossgegner ja auch quasi ausweichen kann. Später geht das nicht mehr, aber mindestens bis zur Hauptstadt kann man eigentlich machen was man will.
Meine Startklasse war der Samurai, auch nachträglich eine gute Wahl. Der Bogen hat mir die ein oder andere unangenehme Situtation vereinfacht; man muss hier quasi das Spiel ein wenig austricksen; nicht jeder Gegner folgt einem weit, manche bleiben hängen. Man muss es nur ausnutzen.
190 Spielstunden sind viel. Alles gesehen habe ich aber immer noch nicht. Gestern habe ich beispielsweise in einem Youtube Video gesehen, welche Geheimnisse diese Katakomben unter der Hauptstadt noch bieten;; die sind so schon verdammt groß, aber diesen Geheimgang habe ich einfach nicht gesehen. Es gibt Spieler, die hatten inzwichen das Maximallevel, etwas um die 713 meine ich; bei meinem Level brauche ich knapp etwas unter 400.000 Runen um zu leveln; keine Ahnung ob die sich die Runen gekauft haben, dauergefarmt oder Tag und Nacht in dem Spiel waren.
Einen offiziellen Guide gibt es zu dem Spiel ja leider nicht, so dass hier das Wiki und Youtube wirklich gute Dienste leisten. Oder die Hilfe im Forum. Denn wie auch die Dark Soulds Spiele bleibt das Spiel geheimnissvoll. Man weiß manchmal schlicht nicht, will ich dieses und jenes wirklich tun? Was hätte es für Auswirkungen auf das Ende? Hat es überhaupt Auswirkungen auf das Ende? Zweitweise wusste ich gar nicht mal mehr, was ist hier überhaupt Gut und was böse? Das gilt auch für das Ende, wovon es mehrere gibt; auch je nachdem, was ihr so für optionale Sachen gemacht habt. Das sagt einem das Spiel nicht, ihr müsst es selbst herausfinden. In meinem Fall hat mir das eine Person am Lagerfeuer quasi erzählt was mich erwartet. An einem bestimmten Lagerfeuer wohlgemerkt. Hatte ich übersehen.
Der größte Pluspunkt bleibt aber das Design der Welt. Selten habe ich so eine toll konstruierte Welt gesehen, die mich gleichermaßen begeitert wie abgeschreckt hat. Vieles wird auch nicht erklärt, sondern bleibt schemenhaft umschrieben und spielt sich in der eigenen Vortellungskraft ab. Klar, man merkt recht schnell, dass diese Welt die man bereist ziemlich im Eimer ist. Je mehr man spielt, umso mehr setzt sich das ganze irgendwie zusammen..nicht ohne Sachen ungeklärt zu lassen natürlich. Aber man kann sich gewisses einfach vorstellen.
Bei manchem hätte ich mir mehr Erklärungen gewünscht, da war dann mal wieder Youtube erste Wahl. Und das Wiki. Und auch wenn man das Ende des Spiels beeinflussen kann, ich hätte es mir auch bei manch anderem gewünscht. Als Beispiel: Ich spreche einen NPC an, welcher mich einfach mal fragt ob ich denn nicht eine gewisse Sache selbst machen könne und was ich sonst für eine Elden Lord wäre. Da hatte der gute Mann in meinen - guten - Augen durchaus Recht...wirklich beinflussen konnte ich dies aber nicht. Zwar gab es einen Weg, aber auch der war eher suboptimal.
Schwächen? Klar, hat das Spiel auch. Die Gegner KI ist meist nicht die allerbeste..ganz ehrlich war ich in keinem Spiel so froh darüber, wie in diesem. Das zählt im Endeffekt zum Gameplay dazu, sonst würde man gnadenlos untergehen. Viel ist Learning by Doing, darauf muss man sich einlassen und Dinge einstudieren, denn auch das Aufleveln hat seine Grenzen. Und wie bereit erwähnt, auch mein Level 210er konnte von gewissen Gegnern mit zwei Schlägen geplättet werden..damit meine ich keine Bossgegner.
Und, man sollte in dieser Welt auch keine glücklichen Momente erwarten; es gibt schlicht (fast) keine! Da gibts eine Dame, die nimmt einen in den Arm, ja gut. Das sie einem damit einen kleinen Teil der Lebensenergie weg nimmt, dass steht wieder auf einem anderen Brett. Das überhaupt mitzubekommen, übrigens auch. Souls Veteranen dürften sowas kennen, Neulinge wie ich staunen da nur noch..
Hilfetellungen...ja, auch so ein Ding, klar. Da ist man der Soulslinie treu geblieben. Aber, man kann hier schon viel verpassen. Beispielsweise die Dame mit dem Pferd recht schnell zu Anfang, die man zu einer gewissen Zeit am Lager trifft. Jaa...aber wenn man die verpasst, dauert es bis man sie wieder trifft. Oder die genannte Schatztruhe, welche mich zu einem Neustart bewogen hat, weil das Teleportgebiet absolut nervig und overpowert war.
Den Schwierigkeitsgrad packe ich mal nicht drunter. Ist ein Soulsbourne Spiel, dafür wohl in Orndung. Und selbst ich als Neuling war zwar natürlich ab und an mal recht frustriert...im Endeffekt lebt aber der Controller noch (wobei die Xbox Controller ja auch nicht soo leicht kaputt gehen). Aber, hier kann man frei in der Welt leveln, das ist schon etwas anderes als ständig die gleichen Gegner im gleichen Areal platt zu machen. Klar, auch hier wirds später, gerade für die welche nicht so gut in diesen Spielen sind, auch aufs Farmen hinauslaufen. Aber das habe ich auch bei jedem J-RPG. Im Endeffekt trifft es mein Kampf gegen den Endgegner eigentlich recht gut..ich brauchte einen Schlag um ihn zu besiegen, er nur noch einen um mich zu besiegen. Ich habe Glück gehabt. Und das war oftmals im Spiel so.
Wenn es das Ziel der Entwickler war, eine tolle, interessante und destruktive Welt mit viel freier Erkundung und ordentlichem Schwierigkeitsgrad zu genieren..Ziel erfüllt. Mystisch, viel im Dunkeln lassen, dem Spieler alle Freiheiten zu geben, er sich dafür aber auch hineinarbeiten muss? Auch erfüllt.
Elden Ring ist sicher ein Spiel, welches nicht für jedermann was ist. Verkauft hat es sich gut, man spricht von 12 Millionen Einheiten, das ist für ein Souls Spiel viel. Irgendwo habe ich aber gelesen, dass beispielsweise auf dem PC 65% der Spieler nicht mal das Archievement für das Legen des ersten Bosses freigeschaltet haben. Nicht ein kleiner Teil dürfte da ob des Frust die Segel streichen. Und viele werden einen Großtei des Spiels einfach verpassen, wenn sie nicht alles lesen oder das Wiki und Youtube zur Hand nehmen. Während Soulsbourne Spieler wahrscheinlich überglücklich sind.
Kann ich alles nachvollziehen. Mich hat diese düstere Welt gepackt, ich wollte einfach alles sehen. Und werde auch weiterspielen und hoffe auf richtig schön umfangreiche DLCs
