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Dragon Age: The Veilguard

Dragon Age: The Veilguard
Firmen
Electronic Arts, BioWare
Genres
Role-playing (RPG), Strategy, Adventure

Thommysoft

Aktuell als Moderator inaktiv.
Team
Sagte es und schrieb einen Aufsatz mit 3.000 Wörtern. :ugly:

Zugegeben... Im Kopf, bevor ich das zu "Papier" gebracht hatte, war das auch noch kürzer geplant.

Aber wer schon mal das (Un?-)Vergnügen hatte, mit mir über Spiele zu voicechatten, weiß auch, dass ich stundenlange Vorträge (vermutlich eher Monologe) über Spiele halten kann, wenn ich erstmal in Fahrt komme.

Hab zwar praktisch KEINEN Bezug zu DA in irgendeiner Form, aber für


gibt's ein Like. Schnelles, billiges Like für Namedropping, aber das geht schon mal. 😀

Unterbewertestes und missverstandenstes RPG aller Zeiten.
 

Bonoseven

Aushilfe der Essenausgabe
Auch hier: Spontankauf.

Eigentlich wollte ich nur mal den Anfang anschauen,, weil ja die Frage aufkam, ob das als Spiel zum Einstieg in Dragon Age wirklich geeignet ist. Ich hatte bis dahin eigentlich nicht wirklich was aus dem Spiel gesehen, weil ich nur Audio und konsumiert hatte. Und das richtige Bildmaterial aus dem Spiel hatte mich dann doch am Haken.

Da Steam dann bei mir auch massiv rumzickte, weil der Store gestern elend langsam war und auf den Download auch noch 17 Minuten Shaderkompilierung folgten, waren es an Ende nur gute 2 Stunden, die ich mit dem Spiel verbracht habe.

Aber es läuft bei mir richtig gut und sieht auch schick aus (i5-12400, 3060, 32GB RAM). In den Cutscenes gibt es leichte Schwankungen, die man aber nicht wirklich sieht. Gameplay läuft mit Vsync stabil und flüssig in 60fps. Eingestellt sind 1080p, Randloses Fenster, hohe Einstellungen ohne Raytracing und DLSS Quality. Möglicherweise ginge noch mehr, aber so bleibt der Rechner auch angenehm ruhig.

Man muss sich jetzt natürlich an den Stil der Gesichter gewöhnen, wenn es um bekannte Charaktere ging. Aber das ist ja bei DA nichts neues, weil die jedesmal komplett anders aussahen. Man denke da nur an Isabella. Wie schon in Inqusition habe ich es daher auch gleich sein lassen, meinen Charakter aus dem Vorgänger nur ansatzweise nachbauen zu wollen.

Allgemein habe ich im Charaktereditor wenig Zeit verbracht. Wer will, kann da wirklich viel machen, aber mir fehlte da eine Option, die Charaktere nach Zufall auswürfeln zu lassen. Das ist immer meine liebste Option, bei der ich dann gerne das Zufallsergebnis, das mir zusagt, nur noch im Detail anpasse. Außerdem wollte ich ja ins Spiel und die Performance testen, so dass ich das Spiel hätte refunden können, wenn es nur Ärger gemacht hätte.

Im Spiel habe ich mich dann Dank Varric sofort wohl gefühlt. Ich hatte ja jetzt so viel darüber gelesen, dass das Spiel ja so bunt sei und nach Fortnite aussähe. Halte ich alles für Humbug. Erstens ist das Spiel am Anfang schon teilweise recht düster gestaltet, auch wen nes später etwas "heller" wird, und zweitens kann das wirklich nur jemand behaupten, der nie ein Dragon Age gespielt hat. Die meisten DAs hatten stilisierte Charaktere. Und grade Inquisition, aber auch DA 2 hatten durch einige sehr bunte Ortschaften.
DA1 mag da ganz anders gewesen sein, aber das war a) schon beim Launch ziemlich altbacken in der Grafik und sah b) auch noch aus wie ein typisches PS360-Spiel aus der ersten Hälfte der Generation. Also außer hunderten Abstufungen von Ocker und Braun nicht viel anderes zu sehen, was ich jetzt eher als Symptom der Zeit ansehe, weil damals selbst Rennspiele diese merkwürdig unterdrückte Optik hatten.
Ein Mass Effect ist nach Teil 1 ebenfalls deutlich farbkräftiger und variantenreicher geworden.
Ich bin auch ganz froh, wenn ein Spiel nicht unbedingt die ganze Zeit "gritty-dark" ist. Davon hatte ich in den letzten 30 Jahren schon genug vor Augen, als dass es noch besonders interessant oder attraktiv wäre, weil's im Grunde auch immer nur die gleiche Leier ist.
Und man muss sich heutzutage angesichts der Grafikstandards auch entscheiden: Entweder macht man alles ultrarealistisch mit Motion und Performance Capturing und ballert dann Abermillionen von Dollar da rein. Oder man geht einen etwas eigenen Weg und stellt die Charaktere etwas stilisierter dar. Hat dann auch den Vorteil, dass nicht alle Spiele gleich aussiehen,

Von diesem angeblichen Marvel-Schreibstil konnte ich jetzt am Anfang auch nicht viel feststellen. Mir kam das jetzt nicht viel anders vor als das übliche moderne Writing in Games. Möglicherweise kommt das noch. Und ich bin jetzt auch nicht sonderlich vertraut mit Marvel-Filmen. Aber im Vergleich zu Midnight Suns - eines der wenigen Marvel-Spiele, die ich gespielt habe - ist der Ton schon ziemlich anders.
Es wirkt so, als hätte man nicht so viele Einflussmöglickeiten auf Dialoge, aber auch das ist jetzt kein neues Phänomen in vollvertonten RPGs oder Bioware-Spielen. Möglicherweise kann man nicht auf wirklich böse spielen, aber das ist für mich jetzt auch nicht wirklich relevant, da es nicht mein Spielstil ist. Ich mag zwar durchaus ein paar Nuancen im guten bis neutralen Entscheidungsspektrum, aber komplett böse zu sein, passt für mich sowieso nicht zu der Art Helden, die man in Videospielen meist steuert.
Mein Eindruck ist bisher auch, dass wir eher Shepard (Mass Effect) oder Hawke (DA 2) als den Grauen Wächter aus DA1 spielen. Also einen Charakter, der weniger ein leeres Blatt ist, das wir füllen, sondern eher einen, der schon mit vorbestimmten Eigenschaften daher kommt.

Ist die Dialogqualität bisher oberster Genrestandard? Nö, bisher ist sie einfach solide. Wie in den meisten Spielen. Aber die Story hat mich gepackt und nimmt mich mit. Die Begleiter sind mir sympathisch, während die Gegenspieler unsympathisch genug sind. Das reicht erstmal für den Anfang.
Ich bin ja auch der Meinung, dass mit dem Wunsch, dass Videospiele mehr als Kunst angesehen werden sollten, dass "bessere" Writing in Games zu überhöht wird. Im Kontext zu anderen Medien ist das auch meist nicht sonderlich herausragend, was es auch nicht sein muss, weil es in Spielen davon lebt, dass wir mittendrin sind.
Ich muss jedoch auch ergänzen, ich jetzt mit so für ihre Geschichte gefeierten Spielen wie The Last Of Us, Cyberpunk 2077 oder The Witcher 3 nicht wirklich viel anfangen kann. Die mögen insgesamt deutlich kompetenter oder eleganter geschrieben sein als sowas wie Dragon Age, Mass Effect oder auch ein Life Is Strange, die sich manchmal von geschriebener Zeile zu geschriebener Zeile deutlich mehr durchrumpeln, aber sie haben halt diese gewissen emotionalen Story-Momente, die sich für mich anfühlen, als wäre ich von einem Bus umgefahren worden. Sowas wie die Questreihe um den Blutigen Baron in The Witcher ist z.B. handwerklich sicherlich toll geschrieben, aber sie holt mich Null ab, weil ich absolut kein emotionales Investment in irgendeinen der Charaktere habe. Was dann ähnlich auch für TLOU oder Cyperunk gilt. Das ist dann in einem DA, ME oder auch Alpha Protocol ganz anders.
Von daher hängt es vermutlich auch sehr davon ab, was genau man in einem Spiel sucht, ob einem die Art des Geschichtenerzählens und der Schreibstil eher ansprechen oder abstoßen.

Das Leveldesign ist am Anfang ziemlich linear mit ein paar Nischen links und rechts des Weges. Das finde ich jetzt mal absolut okay.
Ich kann die Kritik daran jetzt auch nicht nachvollziehen. Bei Inquisition wurde groß darüber lamentiert, dass die Open World dem Spiel schaden würde und dass man so schnell wie möglich die Hinterlande verlassen solle, damit das Spiel in Fahrt kommt. (Letzteres auch so eine Ansage, die ich nicht teile. Ich habe gerne Stunden dort verbracht.)
Hier in Veilguard hat man jetzt wieder Linearität, die dazu führt, dass man gut voranschreitet und relativ wenig Leerlauf herrscht. Und das ist jetzt auch verkehrt? Eigentlich ist das viel mehr Dragon Age als Inquisition, da auch in Origins und 2 die Levels sehr linear und die Ortschaften klein waren. Was soll es denn jetzt eigentlich sein, damit es ein DA ist?
Ich finde es auch ganz erfrischend, nicht schon wieder eine große Open World erkunden zu müssen. So sehr ich Open Worlds mag, sind die meisten davon keine guten Open Worlds, weil sie zu wenig daraus machen.

Ich tue mich momentan wirklich schwer damit, diverse Kritik am Spiel wirklich ernst nehmen zu können, weil mir das mehr Kritik um der Kritik willen zu sein scheint als fundiert und logisch. Ich werde auch das Gefühl nicht los, dass zumindest einige Leute gar nicht mehr wissen, was sie eigentlich wollen (siehe Punkt Open World vs. Schlauchlevel)
Möglicherweise ergeben gewisse Kritiken im Laufe der Zeit mehr Sinn. Das ist hier ja auch nur ein Ersteindruck, zu dem ich auch immer schreibe, aus welcher Richtung ich da komme, damit man das besser einordnen kann.
Aber ich habe so ein bisschen den Eindruck, dass so einige Leute, die die oben genannten Sachen (und mehr) kritisieren, schon wirklich lange kein BioWare-Spiel oder Dragon Age mehr gespielt haben und im Kopf irgendwelche Versionen der Spiele abgespeichert haben, die es nie gab. Wie das eben mit Nostalgie so ist. Mich haben die Screenshots von den Shadowman- und Tomb Raider-Remasters auch regelrecht erschreckt, weil das absolut nicht die Spiele sein konnten, die ich damals gespielt und noch ganz anders in meinen Kopf hatte. Aber sie sind es dann eben doch. Und die Nostalgie spielte stattdessen ihre Streiche mit mir.
Meine letzten Durchgänge in Origins, II und Inquisition sind jetzt bei weitem keine 10-15 Jahre her. Und ich kann bisher nicht festellen, dass Veilguard kein Dragon Age mehr sei, zumal es eben auch wenig Spielereihen gab, die sich von Spiel zu Spiel in vielen Punkten so sehr verändert haben wie DA, ohne dabei aber ihren eigentlich Kern aus den Augen zu verlieren.

Das sind jetzt erstmal ein paar Ersteindrücke. Möglicherweise auch bisschen ungeordnet, da ich einfach nur die Sachen aufgeschrieben habe, die mir hauptsächlich durch den Kopf gegangen sind. Ist auch auch ein ungewohntes Gefühl, mal wieder was im Launchzeitraum zu einem aktuellen Spiel zu schreiben, da ich mittlerweile eigentlich nur noch Jahre hinterher hinke, wenn es um Spiele geht.
Da liegt noch viel Abenteuer vor mir. Da kann sich noch viel an der Meinung ändern. Aber vielleicht kann ja doch jemand was für sich draus ziehen.
Der beste Post , den ich hier bis jetzt gelesen habe, in diesem Thread, sehr gut und vor allen fair geschrieben! 👍, ich glaube, ich hole mir dieses Spiel für die langen Winterabende.

Klaus
 
G

Gelöschtes Mitglied 9045

Guest
Danke @Thommysoft für deine persönliche Einschätzung dieses Spiels. Dank deiner Review, hab ich mir heute das Spiel gekauft. Leider hab ich noch einiges was es zu spielen gilt, aber ich freu mich wahnsinnig auf die Adventszeit, dann ist für mich immer Fantasytime 👍😅
 

Thommysoft

Aktuell als Moderator inaktiv.
Team
Uuuund sämtlichen Fortschritt in die Tonne geworfen und nochmal von vorne angefangen. Nachdem ich gesehen habe, dass man sich sowas wie den Ritterlichen Verzauberer aus Inquisition auch hier bauen kann, bin ich von Schurke auf Magier gewechselt.

Der Schurke ist zwar schon verdammt cool, aber irgendwie war mein Spielstil dafür etwas zu selbstmörderisch. Und einen Fokus auf Bogen wollte ich jetzt auch nicht setzen.
Der Magier spielt sich in seiner Basisform sogar gefühlt flotter. Zumindest ist mir das mit dem Ausweichen hier leichter gefallen.

Glücklicherweise kann man das Aussehen eines anderen Charakters importieren, so dass man da nicht nochmal von vorne anfangen muss. Und ebenfalls glücklicherweise kann man die ganzen Cutscenes und Dialoge sehr einfach überspringen, so dass der Neuanfang nicht sonderlich lange gedauert hat.

Und ich bin auch mal wieder dankbar für Steam Input. Mir ist der Weg von Gehen zu Laufen auf dem linken Stick einfach zu lang. Aber erfreulicherweise kann man in Steam festlegen, dass die Eingabe schneller von 0 auf 100 springt.

Ist die Konsolenfassung teurer, oder wieso 65€?

Bei Steam sind es 59,99€.

Ja, UVP 79,99€.
 

Mister Blue

Frührentner
Aber da stelle ich mir auch die Fragen: Wievele Rollenspiele haben überhaupt Puzzles?
Heutzutage weniger. Alles andere ist eher eine Frage für die Älteren hier, frei nach dem Motto "was der Zocker-Großvater noch wusste". Als westliche RPGs noch mehr Adventures ähnelten, bei denen das Lösen von Rätseln und das führen von Dialogen überwog, währen der Actionanteil, falls man das überhaupt so nennen kann, schon extrem niedrig ausfiel. Einer der letzten prominenten Vertreter dieser Art dürfte Planescape Torment gewesen sein. War wohl selbst 1999 und bei aus heutiger SIcht betrachtet relativ geringem Budget schon alles andere als ein Megaseller. Die es sich geholt hatten, liebten es, der Rest ließ es links liegen, weil es zwar von den Black-Isle-Studios stammte, es aber alles andere als ein Baldurs Gate war.
 
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