Kastriert wurde auch das Charaktersystem.Die Fähigkeiten hat man komplett gestrichen und auch die Talente haben eine Entschlackungskur hinter sich. Wenigstens bleibt noch genügend Auswahl bei den Talentbäumen übrig, um die Charaktere individuell auszubauen.
Der Wegfall des Fähigkeitensystems stört mich ehrlich gesagt überhaupt nicht, da das für mich nur vorgegaukelte Vielfalt war, denn letztendlich hat man für seine 4 Hauptcharaktere doch eh nur die kampfrelevanten "must have" Fähigkeiten gewählt. Handwerk wurde auf die im Camp rumstehenden ausgelagert. So hab ich das jedenfalls bei allen Durchgängen gehandhabt.
Bei den Talenten sehe ich zumindest beim Krieger und Schurken keine Entschlackung. In Origins hatte man 12 Talente für die Hauptwaffengattung, 8 klassenspezifische und nochmal 8 für die beiden Spezialisierungen. 28 insgesamt. In Teil 2 sinds beim Krieger jetzt 5 (Zweihand) bzw. 6 (Waffe+Schild) für die Waffengattung, 21 für klassenspezifische und 9 bzw. 10 für die Spezialisierungen. 35-37 insgesamt.
Es wurden also lediglich die Primärwaffenskills halbiert, dafür aber die klassenspezifischen fast verdreifacht, wodurch man in Teil 2 deutlich mehr Individualisierungsmöglichkeiten hat als in Teil 1.
Beim Magier könnte der Umfang evtl. etwas gelitten haben, den hab ich in Teil 1 kaum und in Teil 2 noch gar nicht gespielt, allerdings weiss ich aus Teil 1 noch das er unglaublich viele unnötige Zauber hatte, die ich nie genutzt aber trotzdem gelernt hatte, weil sie Voraussetzung für die interessanten Zauber waren.
Ist trotzdem gewöhnungsbedürftig für mich, denn ein klassisches RPG lebt imho (neben einer motivierenden Story und interessanten NPC`s) nun mal auch von einem ausgefeiltem Charakter- und einem komplexen Regelsystem. Ich für meinen Teil brüte nunmal sehr gerne bei einem Stufenaufstieg eines Charakters über den Stats/Skills, das macht für mich einen wesentlichen Bestandteil des Spielspasses aus, grade wenn ich mit ner Party im Spiel unterwegs bin.
Wobeis in der Hinsicht zwischen Teil 1 und 2 doch quasi gar keine Unterschiede gibt, denn selbst Origins war doch, vor allem im Vergleich mit vorherigen Biowaretitel die auf dem (A)D&D-Regelwerk basierten, schon nen extrem simplifiziertes RPG. Unterm Strich mache ich mir jetzt bei der Talentvergabe in Teil 2 sogar minimal mehr Gedanken, einfach weil deutlich mehr *sinnvolle* Kombinationsmöglichkeiten vorhanden sind.
Weiter übel aufgestossen ist die Tatsache, dass man nur noch seinem Hauptcharakter andere Rüstungen anziehenkann, alle anderen anderen Partymitglieder haben Ihre unveränderliche Rüstung, die man nur noch aufwerten kann. Kommt dem Sammelreiz nicht wirklich zugute.
Ja, ist ne Vereinfachung die mir auch überhaupt nicht gefällt, da die Beute/Belohnung dadurch stark entwertet wird. Selbst die geilste Lederrüstung ist einfach nur Schrott im Wert von nen paar Silber wenn man Magier oder Krieger spielt....
Verstehe zwar die Idee dahinter und finde sie grundsätzlich auch gut, denn in Origins hab ich mich da schon drüber geärgert wenn ich Morrigan in irgendeine hässliche Robe kleiden musste, allerdings hätte man das auch deutlich eleganter lösen können, in dem sich bspw. einfach nur ein Teil der Textur der NPC-Rüstung ändert. Zieht man Isabela also bspw. ne rote Rüstung an, dann färben sich halt alle Lederteile ihres Outfits entsprechend um.
Ich selbst bin jetzt grade im dritten und letzten Akt des Spiels (habs mir am Freitag als Download für den PC gekauft, da meine Xboxversion wohl frühstens Mitte/Ende nächster Woche aus England eintrudelt) und muss schon sagen das man dem Spiel anmerkt das es möglichst schnell und mitunter auch relativ lieblos fertiggestellt wurde. Merkt man vor allem an dem wirklich massiven Gebietsrecycling. Wurde bei Origins und DLCs ja mitunter schon genutzt, da hats mich allerdings noch nicht gestört, da es sich noch in Grenzen hielt und man insgesamt genug Abwechslung hatte. In Teil 2 hingegen gibts für Höhlen, Ruinen, Strassengassen im Endeffekt bloss eine grosse Karte, die man beim betreten jeder Höhle, Ruine, Strassengasse des Spiels immer wieder vorgesetzt bekommt, nur anders aufgeteilt. Das gepaart damit das man nur in Kirkwall und den 2-3 Gebieten ausserhalb unterwegs ist. Zum Ende von Akt 1 des Spiels hat man im Endeffekt quasi *alle* Gebiete gesehen die es gibt und bekommt die im restlichen Spiel dann immer wieder und in solch einer Frequenz vorgesetzt das es regelrecht lächerlich wird. Wenns schlecht läuft, dann macht man bspw. 3 unterschiedliche Quests hintereinander und rennt 3 Mal durch die selbe Höhle, obwohl man sie an 3 völlig unterschedlichen Orten in der Spielwelt betreten hat.... und das macht auf Dauer ganz schön die Atmosphäre kaputt.
Unterm Strich bleibt zwar immer noch nen ordentliches Spiel übrig, aber von Bioware ist man eigentlich anderes gewohnt und Dragon Age 2 ist das erste Spiel von ihnen das ich nicht in einem Rutsch durchspiele. Bin jetzt wie schon erwähnt im dritten und letzten Akt, hab momentan aber irgendwie keine Lust mehr weiterzuspielen.
Aber schlussendlich wiederholt sich die Geschichte halt... Westwood Studios haben damals mit Dune 2 das Echtzeitgenre gegründet und auch darauffolgend tolle Echtzeittitel entwickelt, kaum wurden sie von EA aufgekauft liess die Qualität drastisch nach, bei Origin Systems, wie Sharp72 schon schrieb, das gleiche Trauerspiel. Ultima 7 wurde einfach zweigeteilt, konnte die Qualität aber halten da grösstenteils noch unter eigener Regie entwickelt, bei Serpent Isle merkte man schon erste Einflüsse und mit Ultima 8 war die Serie dann für die Tonne. Und nun eben Bioware.
Es bleibt aber abzuwarten, ob in Zukunft nicht Bethesda zu Bioware aufschließen bzw. Bioware als besten RPG-Entwickler sogar überholen kann mit dem neuen ES: Skyrim oder einem neuen Fallout-Titel. The Witcher 2 von CD Projekt ist ebenfalls ein aussichtsreicher Kandidat.
Naja, Bethesda muss da meiner Meinung nach nicht aufschliessen, da sie sich spätestens seit Morrowind absolut auf gleicher Höhe befinden. Zumal sich die Spiele im Endeffekt auch gar nicht vergleichen lassen, denn Bioware waren bis dato die, die tolle Geschichten erzählt haben und Bethesda sind die, die riesige Spielwelten erschaffen in denen man völlig frei seine eigene Geschichte erleben kann.
Bei CD Projekt bleibt abzuwarten ob sie mit Witcher 2 die Qualität halten können. Teil 1 war aber definitiv eines der besten RPGs der letzten Jahre.
der letzte Fallout war ja auch eher ein Addon als ein neues Game von daher sehe ich da auch nicht die Innovation am RPG Himmel,
Fallout: New Vegas ist aber auch nicht von Bethesda gewesen sondern von Obsidian Entertainment!