Ich werde mir die ONE zulegen, da ich den Schritt zu digitalen Märkten als zukunftsträchtig empfinde. Das es viele Leute so stört, dass die Kiste in 24 Stunden einmal ein paar Kilobyte an Daten versendet, kann ich nicht nachvollziehen. Aber jedem das seine. Ich denke aktuell aber auch, dass es noch viel zu früh ist, sich jetzt festzulegen. Auch wenn ich mir persönlich sicher bin, eine ONE hier stehen haben zu wollen, glaube ich, lassen sich zu viele Menschen von teilweise haltloser Propaganda leiten. Wie viele Gerüchte habe ich nun schon gelesen, die sich anschließend in Luft aufgelöst haben. Wie viele Features der one werden als negativ dargestellt, ohne das überhaupt der Sinn des Features hinterfragt wird.
Es sind noch 5 Monate. Bis dahin gibt es noch vieles zu erfahren.
Den Weg hin zu den digitalen Märkten haben die meisten hier eh schon beschritten. Sei es, dass sie Arcade-Titel gekauft haben, DLC oder gar Games On Demand während der Angebotswochen. Und ich glaube auch, dass die meisten Leute durchaus bereit sind, diesen Weg weiterzugehen, vorausgesetzt dass die Rahmenbedingungen (wie z.B. Preise) stimmen.
Das entscheidende Problem an der Sache ist halt, dass Microsoft im Bereich XBLA/DLC/GoD bereits ein funktionierendes DRM-System hat, dass sie radikal von "Unschuldig bis zum Beweis der Schuld"- zu einem "Schuldig bis zum Beweis der Unschuld"-System ändern wollen.
Im jetzigen System kann und konnte man Inhalte auf der Primärkonsole, auf der sie ursprünglich lizensiert wurden, unlimitiert lange offline nutzen und musste nur dann online sein, wenn man seine Inhalte auf anderen Konsolen nutzen wollte, auf der die Inhalte nicht lizensiert waren. Selbst ein dauerhafter Umzug auf eine neue Konsole ist Dank Lizenztransfer in bestimmten Abständen möglich.
Das neue System hingegen erfordert alle 24 Stunden einen Lizenzcheck, bei dem man den Beweis erbringen muss, dass man ein gültiger Lizenzinhaber ist. Und das gilt eben nicht nur für digitale Inhalte, sondern auch für Retail-Produkte, die MS praktisch zu digitalen Inhalten macht.
Hätte MS das alte System beibehalten und für Retail-Produkte einfach eine Lösung eingeführt, bei dem das Retail-Produkt per einmalig verwendbarem Lizenzschlüssel aktiviert werden werden muss, der wie bei dem alten System an Konsolen-ID und Live-Account gebunden ist, wäre der Aufschrei vermutlich wesentlich geringer gewesen. Vor allem dann, wenn die Preise der digitalen und Retail-Produkte dementsprechend geringer ausfallen würden, da ja der Gebrauchthandel komplett ausgeschlossen wird.
Die meisten Leute haben vermutlich mit der rein digitalen Welt weit weniger ein Problem als es derzeit den Anschein hat, dass zeigen ja insbesondere Steam oder iTunes. Sie haben aber vielmehr ein Problem damit, von Microsoft unter Generalverdacht zu stehen.
Microsoft würde gerne den komplett digitalen Weg gehen. Sie können es aber nicht, weil sie für den Verkauf der Konsolen auf die Retailer angewiesen sind, die wiederum bei dem Verkauf der Hardware kaum Gewinnmargen haben und ihre Margen wiederum durch die Software-Neuware und insbesondere die Gebrauchtsoftware erzielen.
Und deswegen ist da jetzt diese Mischmasch-Lösung bei rausgekommen, die jedermann zufrieden stellen soll, aber letztlich dafür sorgt, dass niemand davon in der Vollständigkeit davon profitiert wie es bei einer klaren Lösung (egal, ob rein digital oder komplett nach dem derzeitigen 360-System) der Fall ist.