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Wohin geht die Gamingindustrie ?

zen

Sherlock Holmes
Sponsor
Gegen kleinere Produktionen habe ich auch nichts. Bestes Beispiel hierfür ist für mich Kingdom Come Deliverance. Gut, man merkt das geringe Budget schon sehr. Vieles ist hölzern und äußerst amateurhaft umgesetzt. Dafür stimmte aber die wunderschöne Spielwelt, die Authentizität und die spannende Geschichte. Monatelang hatte ich nichts anderes gezockt.
 

StephanKo

Kaffeefahrtpendler
Momenan ist ja die Diskussion über Preiserhöhungen der Spiele ab der nächsten Konsolengeneration wieder im Gange, passenderweise auch von 2k Games angestoßen, die sich mit dem aktuellen NBA2K ja schon einen zweifelhaften Ruf als CasinoSimulator erworben haben. Mehr dazu im Bericht der Gameswirtschaft.

Manches wurde hier ja auch schon im Thread ähnlich thematisiert. Das Dinge teurer werden ist nun mal normal. Und in erster Linie habe ich dafür sogar Verständnis. Aber im Ernst, wie oft bekommt man für 60 EUR heute noch ein fertiges Spiel? Das wird man auch mit einer Preissteigerung auf meinetwegen 70 EUR nicht erhalten. Mikrotransaktionen sind das Zauberwort der Branche, und laut dem GamesWirtschaftbereicht scheint dieses Modell auch überaus lukrativ zu sein. Und da liegt für mich eigentlich das Problem, die steigenden Produktionskosten werden doch bereits damit zu einem sehr guten Stück abgedeckt.

Oder andersrum: Wenn Spiele wie ein Last of Us2 oder The Outer Worlds quasi fertig - ohne Mikrotransaktionen - auf den Markt kommen, dann dürfen die da auch gern 75 EUR für verlangen, da sehe ich dann zumindest eine gewisse Berechtigung. Nur sind die Spiele in den wenigsten Fällen heutzutage vollständig, in einigen Fällen decken ja selbst "Ultimate Editons" vielleicht gerade mal eine Season 1 ab, weil man kann ja noch viel mehr Seasons daraus basteln...

Von daher hinkt da für mich der Ansatz, Spiele wären in den letzten Jahren nicht teurer geworden. Das mag hinsichtlich Anschaffungspreis stimmen, aber die Folgekosten durch DLCs, Mikrotransaktionen, Season Pass, etc., die waren seinerzeit gar nicht oder in einig gerigfügigerem Ausmaße gegeben.

Allgemein würde ich mir vor Kauf eines Spieles mehr Klarheit wünschen. THQs Wreckfest beispielsweise, welches in seinem Season Pass direkt mitteilte, was einen bei Erwerb eigentlich für Inhalte erwarten. Das gleiche bei 2Ks Civilization 6, es ist recht klar beziffert was man dafür bekommt. In vielen Fällen ist das aber nicht so gegeben.
 

ubit

Altenpfleger
Kommt halt drauf an. Wenn ich vorher sicher bin, dass ich lange "Spielspaß" haben werde, dann kaufe ich auch gerne mal Spiele zum Release. Assassins Creed ist so ein Fall bei dem ich vorab relativ sicher bin: Macht MIR Spaß und dauert "ewig".
Da kaufe ich dann gerne zum Release eine Version inklusive Erweiterungen/Season Pass (aber ohne "exklusive Inhalte").
Wobei man damit natürlich durchaus auch auf die Nase fallen kann. Bestes Beispiel ist Forza Horizon. Mit Teil 3 hatte ich sehr viel Spaß und hab's auch lange gespielt. Teil 4 dann zum Release gekauft: Enttäuschend. Hat mich einfach nicht gepackt. OK. Auf deutlich unter 1€/Spielstunde habe ich es auch damit gebracht - insofern immer noch eine der günstigeren Freizeitaktivitäten.

Ciao, Udo
 

knusperzwieback

Rat der Weisen
Meine letzte Neuheit die ich sofort haben wollte war Red Dead 2. Da wusste ich ja durchs Forum und Kumpel was mich erwartet. D.h. da wusste ich, dass ich viele Stunden darin versenken werde. Ansonsten darf ein Spiel auch gerne etwas durch Patches reifen bevor ich zuschlage. Gibt ja eh so viele Spiele (auch durch Geschenkaktionen) dass ich nicht wüsste, was ich zuerst zocken soll. Bin also mehr der geduldige Sale-Käufer.

Wobei hier auch 50€ die Schmerzgrenze bei mir ist - vielleicht noch 55€. Aber bei 70€ würde ich warten, das ist schon ein verdammt großer Haufen Geld für den ich x kleine Indie Titel erwerben kann, die bestimmt auch viel Spaß machen.
 

Tilhelm Well

Ne Verdötschte
Bei der ganzen Diskussion wird aber außer acht gelassen, dass AAA Spiele inzwischen Kosten produzieren, dass ein nicht künstlich niedriger angesetzter Preis eigentlich ca 120€ entspräche. Finde leider den Artikel dazu auf die schnelle nicht, aber den Hier . Also deckt eine Erhöhung um 10 oder 15€ weiterhin längst nicht die Kosten , somit gibt es weiter Mikrotransaktionen und DLC Politik. Und die Büchse der Pandora ist ja längst geöffnet: selbst bei einer realistischen Erhöhung würden die zusätzlichen Fleischtöpfe natürlich nicht mehr geschlossen, zahlen ja genug Leute gerne für kosmetischen Kram....
 

Zäpp

Moderator
Team
120€ klingt natürlich erst einmal heftig. Aber wenn es dafür sorgt, dass Spiele fertig und vollständig auf den Markt kommen bin ich dafür. Dann hätte der gemeine Spieler sicherlich auch nicht mehr zu viel Geld 'übrig' und es würde sich für Ubisoft oder EA auch nicht mehr lohnen jedes Jahr, dass gleiche Spiel rauszubringen (etwas überspitzt, aber weder AC, Farcry, noch Fifa und Konsorten machen ja wirklich große Sprünge).
Das ganze dann in Relation zur Länge zu stellen finde ich persönlich schwierig. Sicherlich sollte ein Spiel einen gewissen Umfang haben, aber da Spielspaß misst sich für mich nicht an der Spielzeit.
 

Baumzebra

Hausmeister
Team
Meiner Meinung nach kann man das Problem für eine Weile lösen wenn man den albern Preisverfall besser steuern würde. Es kann ja nicht sein das der Preis für ein Spiele (TD2) nach einen Jahr im fast 90% fällt. Bei vielen Spielen setzt der Verfall schon nach 2 Wochen an und man bekommt das Spiel schon für 10%-20% weniger. Wenn ich mal die 10€ aus dem Artikel als Anhaltspunkt nehme soll die Hersteller einfach mal die Spiele erst nach 6 Monaten in den Sale packen.
Das Problem ist das viele Spiele ihre Fans haben die das Spiele, zu egal welchen Preis, zum Release kaufen und nach dem Release sind die Tests da die zeigen wie scheiße die Spiele sind und dann gibt halt keiner mehr 70€ aus.

Prinzipiell sehe ich aber noch ein anderes Problem, aktuelle haben wir so viele Spiele in den Sales das der emotionale Wert eines Spiele gegen Null sinkt. Wenn es halt scheiße ist kauf ich ein anderes. Die Spielefirmen müssen sich ja fast nicht mehr anstrengen, das Qualitätsbewusstsein der Kunden ist schon fast verschwunden. Es wir halt gekauft getreu dem Motto "Haben > Brauchen". Das kann man bei uns gut sehen, einige haben einen virtuellen Pile of Shame der mehr als ein Leben brauch um bewältigt zu werden. Wenn ich ein Spiele habe ist das gut ob ich es irgendwann mal spiele rückt immer mehr in den Hintergrund. Früher™ haben Spiele ein viel größeren Wert gehabt da man sich nicht mehre im Moment kaufen konnte, man hat sich damals besser überlegt was man kauft und was nicht. Die Presse war da ein guter Helfer (heute ist die Presse und nur ein Hypegenerator #gamesjournalism 🤔). Z.b. Alex Kid oder Mario haben ich knapp 1 Jahr lang gespielt bis ich durch war und zwischen drin geb es nur mal ein Tennis als Abwechslung, das würde heute nicht funktionieren. Für meinen Gameboy hatte ich 6 Spiele von 1991 - 1994. 6 Spiele kaufen einige heute in einem Sale ;)
 

ubit

Altenpfleger
Naja - mein "Pile of Shame" wächst eigentlich nur durch Live Gold *g* Da sind halt meist Spiele dabei die mich nicht wirklich interessieren ;-)
Ansonsten schaue ich halt schon sehr genau was ich mir an Spielen leiste. Letzter Kauf war "A plagues tale" aus dem Sale für wenig Geld. Das ist so ein Fall: Super Spiel - zu schnell fertig.

Preisverfall muss halt sein - es gibt einfach zu viele Releases und die Studios müssen halt in kurzer Zeit möglichst viele Spiele verkaufen. Spiele die ein paar Monate alt sind hat niemand mehr auf dem Schirm - die werden dann (auch mangels Präsenz in Tests/Zeitschriften/Portalen) schlicht nicht mehr gekauft.

Gut fände ich es, wenn es für alle Spiele eine kostenlose Demoversion gäbe mit der man sich einen ersten Eindruck verschaffen kann. Oder ein Rückgaberecht so lange man weniger als z.B. 1 Stunde gespielt hat oder 24 Stunden. Dann könnte man viel mehr ausprobieren ohne Kostenrisiko und würde "die Guten" dann halt schlicht behalten.

Was mir völlig auf den Geist geht sind Abos in jeder Form. Egal ob "X-Box Unlimited" oder gamespezifische Abos. Leider ist auch da mittlerweile ein gewisser Trend zu beobachten.

Ciao, Udo
 

Zäpp

Moderator
Team
Aber die Abos bieten dir doch quasi 'kostenlose' Demos :unsure:

Warum muss der Preisverfall sein? Warum müssen denn ständig die immer gleichen Spiele herausgebracht werden? Da ist doch ein Fehler in Ursache und Wirkung. Es geht hier ja nicht um kleine Indie Nischen Titel sondern um die großen Triple A Sachen. Wenn die in kleinerer Schlagzahl kämen weil man sich da mehr Zeit und Geld für nimmt um daran zu feilen, löst sich das Problem doch schon.
Und wenn es zu viele Titel sind, warum werden sie trotzdem gekauft? Warum sagen die Spieler dann nicht einfach mal, dass es reicht? Selbst wenn das Spiel stark rabattiert ist.

Und warum war 'A plague tale' zu kurz? Die Geschichte war zu Ende. Was soll man da noch extra Zeit rantackern? Das kannst du ja dann fast nur durch noch mehr Sammelitems machen wie in AC. Zumal das kein AAA Titel ist. Da war also deutlich weniger Budget dahinter (und es kam auch nicht für 70€ auf den Markt). Dafür war es aber vollständig.
 
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