Die Frage ist bei Steam eher, wie lange es Steam geben wird, wenn es Gabe Newel mal nicht mehr gibt. Allerdings scheint die Satzung von Valve schon sehr gut aufgestellt zu sein, und was Valve eben von anderen Plattform-Haltern unterscheidet ist ihre eigene Mentalität. Ich würde mir da aktuell nicht viel Gedanken zu machen. Fallstricke winken aber genug. Niemand weiß z.B. wie es künftig mit Windows Betriebssystemen weitergeht. Gerüchte sprechen schon von Windows 12 auf Abobasis. Spätestens dann wäre ich persönlich raus. Valve mit seinem SteamOS bzw. Proton ist dann eine mehr als denkbare Alternative, und genau dies hält mich immer noch davon ab, mehr als die wirklich guten Sales bei GOG mitzunehmen. Ohne irgendwann noch Windows zu nutzen, brauche ich auch keine Bibliothek bei von Windows abhängigen Spielen.
Im Microsoft Store umgekehrt kaufe ich so gut wie nichts. Der Store und der Client selbst sind eine Katastrophe. Play anywhere ist nett, aber im Zweifel spiele ich bei Microsoft fast ausschließlich auf der Xbox. Ausgenommen vielleicht Amnesia: The Bunker, weil einfach besser mit Maus + Tastatur spielbar wegen der immersiven Sim-Elemente.
Bleibt also aktuell nur Steam, und für gelegentlich kleinere Spiele sowas wie itch.io, wo man viele (kleine) Spiele auch kostenlos bekommt, oder selbst die Höhe der Spende für ein Spiel bestimmen kann. Diese Spiele sind natürlich komplett abgekoppelt von einem Netzwerk / Store wie Steam, GOG oder Epic.
Ich sehe nach wie vor aber bei Valve die besten Zukunftsaussichten, eben auch dank Proton. Es gibt aber selbst dort ein paar Fallstricke, da Proton eben am seidenen Faden von Microsofts Gutdünken hängt. Microsoft könnte problemlos Proton über DirectX zerschießen, wenn sie dies wollen. In dem Fall wäre Linux-Gaming über Nacht mausetot, und Microsoft hat oft genug bewiesen, dass sie Konkurrenz ausschalten wenn die ihnen zu viele MAUs kostet. Zumal jetzt aktuell der beste Zeitpunkt für so einen Angriff durch die Hintertür wäre, da trotz allem, Proton noch relativ wenig Verbreitung hat. Hier käme auch Valves größtes Problem dann zum Tragen, da selbst wenn die sich an die Wettbewerbshüter wenden, der Prozess viel zu lange dauern würde, und bis dahin wären SteamDeck, Proton usw. mausetot. Ich persönlich hoffe, Valve hat schon irgendeinen Backup-Plan in der Hinterhand.
Generell kaufe ich aber aus gutem Grund auch nur ungern Vollpreis oder sehr teure Spiele egal wo am PC. Dies fällt mir bei irgendwelchen Switch-Spielen leichter, die dann einen immer noch hohen Wiederverkaufswert besitzen, und wo ich eben echten Besitz habe. Aber es gibt halt auch keinen Grund mehr für mich die großen Konsolen vorzuziehen. Praktisch jede Xbox und Playstation seit der Slim, verlangen eine einmalige Aktivierung, und sind damit keine Konsolen, die ich für die Ewigkeit benutzen kann. Ich schätze dort wird es auch kein Zurück mehr geben, daher wäre ein Wechsel von PC auf Konsolen zurück für mich ausgeschlossen. Bei Nintendo muss man halt schauen, wie die Switch 2 genau funktioniert.
Anyway... In jedem Fall hat Valve seit 20 Jahren bewiesen, dass sie ein zuverlässiger Anbieter sind, und den Vertrauensvorschuss haben sie sich verdient, zumal Du halt anders wie bei Microsoft und Sony wirklich jedes Spiel aus jeder Generation auf deinen neuen Rechner oder Steam Deck starten kannst, ohne den Scheiß nochmal kaufen zu müssen, weil delistete Spiele nicht mehr auf der übernächsten Konsole laufen. Sympathiepunkt verloren haben sie allerdings mit dem ganzen Alterskennzeichnungen und Delisting-Gedöns bei mir. Nichts desto trotz, sehe ich aktuell keine bessere PC-Plattform für Videospiele. Mir wäre Steam auch ohne DRM und mit richtigem Besitz lieber, aber immerhin besitzt man die Spiele dort eben auf Lebenszeit, und danach ist es mir sowieso egal.
Kaufen tue ich die Spiele aber nicht zwingend direkt bei Steam, sondern zunehmend über die Bundles von Humble, Fanatical oder bei Green Man Gaming. Unseriöse Keyseller wie Moga etc. werden nicht unterstützt.