Ja, zumindest ähnlich.
Ich würde jetzt nicht behaupten, dass meine Leidenschaft für Zocken verloren gegangen ist - ganz im Gegenteil. Aber meine Leidenschaft für bestimmte Spiele ist auf jeden Fall verloren gegangen.
Ich hab eigentlich zu jedem Zeitpunkt AAA-Spiele gespielt. Auch wenn sich über die Jahre starkt verändert hat, was AAA jetzt bedeutet, waren eigentlich immer recht Big-Budget-Spiel dabei. Aber in den letzten Jahren fühle ich mich in Bezug auf die großen Spiele mehr und mehr ausgebrannt.
Es geht halt fast nur noch um Größe, Technik und Grafik, aber immer weniger um echte Substanz. Die Big-Budget-Spiele sind halt inhaltlich mehr und mehr so tief wie Pfütze. Und das ganze wird dann halt durch schicke Grafik, Motion Capturing, Performance Capturing und so weiter kaschiert.
Ich schätze tolle Geschichten in Spielen wirklich, aber ich bin immer weniger ein Fan davon, einfach nur Filme mit Unterbrechungen durch Gameplay zu konsumieren. Ich möchte Teil der Geschichte sein und sie, wenn möglich, auch beeinflussen können. Oder zumindest möchte ich die Illusion haben, dass ich etwas beeinflussen kann. Von daher mag ich es immer weniger, wenn mir diese ganzen durchorchestrierten, performancedurchgecaptureten Zwischensequenzen vorgesetzt werden, die mich zum Zuschauen verbannen.
Von daher wende ich mich seit Jahren immer mehr von dieser Art Spiel ab. Und da mir Grafik auch immer egaler wird, hab ich mich eher Spielen zugewendet, die etwas kleinere Budgets haben oder die aus Genres sind, die erst in den letzten Jahren verstärkt auf Konsolen stattfinden. Und so hab ich auch die Spielemüdigkeit, die ich MItte dieser Generation verspürt habe, überwinden können.
Letztlich gibt es noch so viele Spiele zu entdecken: Indiespiele/AA-Spiele, die den Fokus auf Gameplay setzen oder alternative Wege finden, um Geschichten zu erzählen. Spiele mit interessanten Crafting-Systemen. Spiele wie Sims 4 oder (Auf-)bauspiele, die es einem ermöglichen kreativ aktiv zu werden. Klassische Rollenspiele, RPG-Hybride oder Stealthspiele mit einem großen Fokus auf Player Agency.
Und das wären jetzt nur mal so die Sachen, die mich jetzt am ehesten ansprechen. Letztlich gibt es ja noch viel mehr Spiele da draußen, die man noch gar nicht entdeckt hat.
Ich kann mich momentan echt nicht retten vor Spielen, die ich noch gerne spielen möchten. Mein Backlog und meine Wunschliste sind zum Bersten voll. Und bis Ende des Jahres kommen auch noch mindestens 10-15 Spiele, die mich interessieren. Von diversen Rennspielen über Desperados III, Pathfinder: Kingmaker oder Planet Coaster bis hin zu Cyberpunk 2077, das so ziemlich der einzige Big-Budget-Titel auf dieser Liste ist.
Und "dummerweise" spiele ich halt Dank ESO derzeit auch wieder häufiger im Mehrspieler.
Von daher geht auch der Hype um die neue Konsolengeneration komplett an mir vorbei. Warum soll ich mich mit teurer neuer Hardware beschäftigen, die sich erst noch beweisen muss, wenn es aufgrund der in dieser Konsolengeneration deutlich gewachsenen Vielfal noch so viele Spiele zu entdecken gibt?
Wenn Du es also noch nicht getan hast, würde ich einfach mal dazu raten, aus Deiner eigenen Komfortzone (AC, Resi usw.) rauszugehen und einfach mal ein paar neue Sachen auszuprobieren. Das kann die Leidenschaft durchaus neu entfachen. Und wenn das nicht funktioniert, hilft es durchaus, mal ein paar Wochen einfach Pause zu machen. Ich hab immer wieder mal Phasen gehabt, in denen mich Spiele weniger interessiert haben, aber dauerhaft waren die nie.