Gradius V (PS2)
(Screenshot heisst in dem Fall "mitm Handy vom Fernseher abfotografiert - der Shot ist leider aus der Gameplay-Demo am Anfang, während eigenem Gameplay ist das verständlicherweise sehr schwer zu fotografieren ^^)
Gradius V ist für mich wie Radfahren - einmal "gelernt", verlernt man das nicht mehr. Das ist eins der Spiele, die ich regelmäßig alle ein, zwei Jahre raushole und - natürlich auf Original-Hardware - wieder durchspiele. Eigentlich waren mir Shmups immer zu schwer und
Gradius ist - obwohl nicht ganz so "bullet-hellig" wie andere Vertreter - da keine Ausnahme... Ich bin relativ spät an eine Kopie des Spiels gekommen, damals hatte ich schon die erste PS3, das weiss ich noch, müsste dann also 2008 rum gewesen sein, und obwohl ich bei solchen Spielen normalerweise relativ schnell aufgebe, hat mich bei diesem der Ehrgeiz gepackt. Ich habe das damals sicher > 2 Monate intensiv gespielt, die Bosse trainiert und die Levels auswendig gelernt... eine ähnliche Passion habe ich nur in wenige andere Spiele gesteckt,
Turrican 1 und 2 fielen mir da vielleicht ein... auch da könnte ich mich heute noch hinsetzen und wüsste noch alle Wege, alle Secrets und alle Bosstaktiken (glaube ich zumindest

).
Was hat denn eigentlich diesen Ehrgeiz in mir geweckt? Nun, das Spiel von Konami und dem Entwickler Treasure (
Ikaruga,
Radiant Silvergun) ist für mich die perfekte Mischung aus dem Kern-Gameplay der Gradius-Reihe und dem innovativen Design von Treasure und so ein wenig das letzte "Hurra" sowohl für die Reihe als auch den Entwickler gewesen. Bei Konami als auch bei Treasure war wahrscheinlich damals schon klar, dass es kein Gradius VI geben wird, also hat man nochmal alles aus dem Hut gezaubert, was geht und aus allen Rohren gefeuert.
Das Spiel sieht für die PlayStation 2 fantastisch aus, mit flüssigen 3D-Hintergründen, beeindruckenden Effekten (z. B. Kamerafahrten ähnlich wie in
Ikaruga) und läuft insgesamt super sauber und ruckelfrei. Was da manchmal alles gleichzeitig auf dem Bildschirm los ist, mit hunderten Sprites und komplexen Bossen!! Ein visuelles Feuerwerk mit beeindruckenden Partikeleffekten. Obwohl
Gradius V ein horizontal scrollender 2D-Shooter ist, werden alle Schiffe, Gegner und Umgebungen in vollem 3D gerendert. Das sieht einfach spektakulär aus. Treasure nutzt weiterhin die 3D-Engine, um die Kamera dynamisch zu bewegen, zu drehen und die Perspektive zu ändern. Das Schiff (Vic Viper) bleibt zwar auf einer 2D-Ebene, aber die Umgebung kann sich dramatisch um es herum neigen und drehen (z. B. in Level 6), was ein Gefühl von Tiefe und Geschwindigkeit vermittelt, ohne die Präzision des 2D-Shooters zu verlieren.
Was mir ebenfalls schon immer sehr gefallen hat, ist die Fähigkeit, die Satelliten ("Multiples" in dem Spiel genannt) manuell auf dem Bildschirm positionieren und dann "einfrieren" zu können, was dem Ganzen eine einfach zu lernende aber tiefgehende strategische Komponente verleiht... Dies ermöglicht Taktiken, die die Bosskämpfe erheblich erleichtern. Ebenfalls super ist die winzige Hitbox der Vic Viper, was sehr präzise Manöver in dichtem Feindfeuer ermöglicht.
Gespielt habe ich es auf "very easy", was meiner bescheidenen Meinung nach trotzdem noch ziemlich schwer ist. Außerdem hat man auch damit keine Chance, das Spiel zu beenden, wenn man es nicht auswendig kennt, weil man a) die Bosse lernen muss und b) die Level viele fiese Fallen / tote Sackgassen haben, die man kennen muss, ansonsten wird man unweigerlich sterben, wenn man nicht im Voraus weiß, was passiert (z. B. eine sich plötzlich schließende Tür vor der Boss-"Arena").
Hab sechs Anläufe gebraucht und hat ca. 4h gedauert bis zu den Credits

Spielzeit eines "makellosen" Duchlaufs ist etwas >1h, was für ein Shmup schon nicht wenig ist.
-----------------
Pro Evolution Soccer 6 (PS2)
Nochmal Konami

Zu PS2-Zeiten hatten die es halt echt noch drauf und waren für mich lange Zeit der "beste Laden"...
Es ist natürlich schwierig, ein Sportspiel als "durchgespielt" zu bezeichnen, aber ich habe gestern immerhin zwei volle Turniere durchgespielt und den "Konami-Cup" mit Deutschland gewonnen (siehe Screenshot).
PES erschien damals ich glaube im Herbst/Winter nach dem "Sommermärchen" und ich erinnere mich noch gut, wie man damals im Freundeskreis - noch so ein wenig im Hype nach der WM - viel und oft Konsolen-Fussball gespielt hat und zuerst PES 5 und danach dann PES 6 die beliebtesten Spiele dieser Art bei uns waren. Heute und schon eine ganze Weile spiele ich überhaupt keine Sportspiele mehr und mir war auch gestern schnell wieder klar, wieso das so ist. Hier hat man wenigstens noch ein vollständiges Spiel ganz ohne MTX-Quatsch serviert bekommen und das Gefühl, der Entwickler tat mehr als nur gerade so hoch zu springen, wie unbedingt notwendig. Ohne Witz - ich habe vor ein paar Monaten mal die aktuelle "FIFA" oder "EA FC" Version, die momentan im Plus-Abo ist, testweise heruntergeladen und nach zwei Stunden genervt wieder gelöscht, während mich dieses Spiel, in das ich eigentlich nur mal kurz reinspicken wollte, den ganzen Abend gefesselt hat
Damals war natürlich sowohl die reale als auch die virtuelle Fussballwelt noch eine Einfachere, keine Frage

Und wo in der realen der einfache Satz "das Spiel geht 90 Minuten und am Ende gewinnen immer die Deutschen" auch mehr und mehr verblasste, so musste man virtuell damals natürlich auch noch Abstriche in Sachen KI, Physik und - im Fall von PES - Lizenzen machen. Das Spiel ist schon sehr gamey mMn, man gewinnt relativ leicht mit sehr simplen Taktiken. Trotzdem fielen mir auch gestern wieder die feinen Animationen, das flüssige Spielgefühl und die herrlich unterschiedlichen Situationen, die daraus entstehen, äußerst positiv auf!

V.a. das Schussverhalten wurde exzellent gelöst und bietet Möglichkeiten für "Granaten aus 30 Metern", gefolgt von sensationellen Paraden der Keeper. Ein Heidenspaß!
Im ersten Turnier bin ich im Halbfinale an den Franzosen gescheitert, im zweiten Turnier habe ich - nach Partien gegen ich glaube erst die Ukraine und dann Japan, im Viertelfinale die Brasilianer mit 4:1 vom Platz gefegt, dann - wieder gegen die Franzosen - im Halbfinale erst lange 0:1 hinten gelegen, bevor ich dann in der letzten Viertelstunde noch mit 2:1 gewinnen konnte. Rache ist süß...

Das Finale gegen die Engländer war dann reine Formsache und wurde souverän 3:0 gewonnen
Ein schönes Gefühl, mit Deutschland mal wieder ein Turnier zu gewinnen, das wird man im realen Fussball wahrscheinlich so schnell nicht wieder haben

Das Wiedersehen mit u.a. Pomatzki (Fantasiename für Podolski), Kmala (für Klose) und Orondor (dürfte klar sein wer gemeint ist

) war fast wie ein Klassentreffen ^^
