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Welches Spiel habt ihr zuletzt durchgezockt?

Daniel04

Frührentner
Resident Evil Village

Während die ganze Welt im Requiem Fieber ist, habe ich mir dank des Game Pass jetzt mal den 8. Teil der Resident Evil Serie zu Gemüte geführt.

Teil 7 entfernte sich ja schon ziemlich von der ursprünglichen Thematik, auch wenn es ja immer noch um Biowaffen geht. Diese Biowaffen sind im 8. Teil dann auf einmal Werwölfe und Vampire und man reist in ein fast schon mittelalterlich anmutendes Dorf. Der arme Ethan macht schon viel durch. Dieses Mal gibt es dann halt noch ein Wiedersehen mit Chris Redfield.

Anfangs tat ich mich etwas schwer reinzukommen, doch mit der Zeit wurde es dann doch ein solides Horrorspiel. Gefiel mir dann sogar einen Ticken besser als der Vorgänger. Für das Setting hätte es für mich jetzt kein Resident Evil sein müssen, sondern es hätte auch mit einem anderen Titel funktioniert, da man einen derartigen Vampir- & Werwolf-Shooter so noch nicht hatte, aber natürlich verkauft es sich unter bekannter Marke besser. Den Stalker Part mit Lady Dimitrescu hat man dieses Mal deutlich entspannter platziert, der Dame ist es um ein Vielfaches einfacher zu entkommen als ihrem Vorgänger in Teil 7. Die Settings generell waren abwechslungsreich und es gab auch einige coole Bossfights.
Diesen Call of Duty Part mit Chris Redfield hätte ich aber absolut nicht gebraucht. Das hat mich komplett herausgerissen, selbst wenn es nur ein kurzer Teil war.
Alles in allem ein sehr guter Titel, der sich gelohnt hat. Ich bleibe aber dabei: sowohl das als auch den Vorgänger hätte man nicht unbedingt Resident Evil nennen müssen, wenn man die Querverbindungen zu Umbrella etc. mehr oder minder nur über Texte liefert.

7,5/10
 

ChiefMayhemSoap

Aushilfe der Essenausgabe
Nun habe ich das "Metroidvania" Frontier Hunter - Erza's Wheel of Fortune durchgespielt. Dem Spiel fehlt ganz klar der Feinschliff und an manchen Stellen sogar der grobe Schliff. Aber das Gameplay hat bis zum Ende hin Spaß gemacht. Die Bewegungen, die man dazulernt, sind allesamt bekannte Kost, machen aber das Movement gegen Ende wirklich sahnig und spaßig. Insgesamt hat mich dieses Ding immerhin fast 30 Stunden bei Laune gehalten, was so manch ein Triple A Titel längst nicht geschafft hat und derzeit auf dem Pile of Shame neben Seinesgleichen angespielt sein Dasein fristet.

Dennoch würde ich das Spiel niemals uneingeschränkt empfehlen. Und während ich während des Spiels voll Lust auf Metroidvanias hatte (und auch noch ein paar auf der Speicherkarte habe), bin ich nun schon erstmal gesättigt und muss schauen, welches Spiel oder welche Art Spiel mich nun reizt.
 

cM0

Moderator
Team
Lost Records: Bloom & Rage

Wie so oft bei storyfokussierten Spielen kann man nicht so viel dazu sagen, ohne etwas vorwegzunehmen. Die Grundgeschichte ist, dass man in seinen alten, kleinen Heimatort zurückkehrt und sich mit ehemaligen Freundinnen trifft. Man spielt dann sowohl etwas in der Gegenwart, als auch überwiegend in der Kindheit der Charaktere. Von der Art wie die Geschichte erzählt wird, kann man es am ehesten mit Life is Strange vergleichen, was kein Wunder ist, wenn man sich die Entwickler anschaut. Alles in allem eine Empfehlung.
 

Ahti

Rentenbezieher
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Ich wollte mich im Vorfeld der Veröffentlichung von Resident Evil Requiem nicht hypen lassen, deswegen habe ich früh aufgehört, neue Trailer zu schauen, Previews ignoriert, usw. - Es ist Resident Evil, ich mag Resident Evil, ich kaufe Resident Evil. Was soll man auch von einer soliden, aber in die Jahre gekommenen Reihe erwarten? Wird schon gut werden - routiniert gut halt.

Nein.

Resident Evil Requiem wirkt wie das Werk, auf das Capcom schon seit 30 Jahren hingearbeitet haben. Als hätten sie schon immer einen Masterplan verfolgt, der zu diesem Spiel führt. Nicht nur das - es wird auch mit einer Lust päsentiert, die mich sofort in ihren Bann gezogen hat, und einer Selbstverständlichkeit, die ihresgleichen sucht.
Dabei gerät das Spiel nicht zum reinen Selbstzitat oder bloßem Fanservice; es lässt auch genug Raum für frische Ideen und Überraschungen - inszenatorisch und spielmechanisch. Die Menge an erinnerungswürdigen Momenten ist schon beinahe überwältigend.

Das Spiel ist grafisch herausragend - auf der PS5 Pro gibt es zum Beispiel ge-raytracte globale Beleuchtung, die der Darstellung eine Tiefe verleiht, die es zuvor in keinem anderen Spiel der Reihe gab, und es läuft trotzdem die meiste Zeit über mit 60 Frames.
Die (englischen) Synchronsprecher:innen machen einen tollen Job, vorallem die Darstellerin von Grace, die ihrer Figur eine sympathische Authentizität verleiht. Grace ist für mich tatsächlich eines der Hightlights des Spiels und vielleicht sogar die erste Hauptfigur der Reihe, die mir ans Herz gewachsen ist und mit der ich mitgefiebert habe.
Die Atmosphäre ist wie immer gelungen, und obwohl ich relativ abgestumpft gegenüber Grusel in Spielen bin, gab es doch immer wieder Stellen, die ich ziemlich effektiv fand. Das Spiel hat einen gewissen, erbarmungslosen Vibe was den Horror aber auch die Action angeht, und das in Verbindung mit dem zuweilen recht cleveren Encounter-Design und den inszenatorischen Überraschungen, hat dafür gesorgt, dass ich die meiste Zeit über gebannt vor dem Bildschirm saß. Dass bei einer stattlichen Spielzeit von 15+ Stunden nicht jede Minute fesseln kann, ist klar, aber das Pacing empfand ich alles in allem als recht gut.
Auf dem "klassischen" Schwierigkeitsgrad wurde ich stellenweise angenehm gefordert und richtig frustrierend wurde es eigentlich nie ... zumindest nicht, solange ich die goldene Regel "kehre einem Zombie in der Nähe nie den Rücken zu" befolgt habe. Die Untoten verteilen nämlich gerne Umarmungen, und die passende Antwort darauf (Parry), kann man nur frontal geben.
Ich könnte jetzt noch über das beeindrucked realistische Gore-System sprechen, über das tolle Gegnerdesign, die starken Soundeffekte und und und, aber dieses Kurzreview ist bereits länger geworden, als geplant.;)

Resident Evil Requiem ist ein wirklich starkes Spiel geworden. Es lässt die Konkurrenz weit hinter sich und wird wahrscheinlich selbst von Capcom nicht in absehbarer Zeit getoppt werden können. Das Konzept, alle erdenklichen Elemente dieser Reihe in einem Spiel zu bündeln, hätte auf so viele verschiedene Arten daneben gehen können ... ist es aber nicht. Ganz im Gegenteil - Requiem ist das ultimative Resident Evil-Erlebnis geworden.
 

Gonzo

Altenpfleger
Reanimal auf Switch 2

Nach 6 1/2 Stunden im Koop war dieses optisch und atmosphärisch beeindruckende Spiel leider schon vorbei.
Einziger Kritikpunkt die etwas hakelige und pingelige Steuerung, die einen mehr als einmal in den unfreiwilligen Tod trieb.
Ansonsten stellt einen das Spiel weder beim Schwierigkeitsgrad noch bei den Rätseln vor größere Herausforderungein.

Ich möchte hier gar nichts zur Story selbst schreiben, spielt es einfach selbst. Es lohnt sich. Scheinbar gibt es auch mehrere Enden. Ich muss da wohl nochmal mindestens einen weiteren Durchgang starten.
Ich bin mal gespannt was der DLC und der Season Pass aus der Deluxe Edition bringen.

9/10
 

Bachstail

Pförtner des Altenheims
So, ich habe gestern Abend Unicorn Overlord beendet und werde an dieser Stelle nicht allzu viel zu dem Spiel schreiben, das habe ich im anderen Thread ja schon getan, aber ich sage abschließend gerne nochmal, dass das ein tolles Spiel ist, indem man selbst auf einem hohen Schwierigkeitsgrad so herrlich overpowered sein kann, dass es einfach nur witzig ist, mitanzusehen, wie man mit einen einzigen Team eine ganze Karte cleared oder mit einer einzigen Level 15-Einheit ein ganzes Team bestehend aus Level 40-Einheiten komplett dezimiert.

Jetzt geht es ans nächste Spiel, ich arbeite aktuell diverse Spiele ab, denn wer für eine Switch 2 sparen will, kann nicht regelmäßig Geld für neue Spiele ausgeben und muss sich zwangsläufig am Backlog abarbeiten.
 

X30 Neo

Natural Born Gamer
Sponsor
Yakuza Kiwami 3 Dark Ties

Nun der vierte und letzte Yakuza-Teil, welcher auf einer Nintendo-Konsole, hier die Switch 2, sein Debut gefeiert hat. Auch Yakuza 3 beanspruchte rund 30 Spielstunden, wenn man sich auf das Wesentliche konzentriert und sich nicht tiefer in die Minispiele und Nebenaufgaben vertieft, die auch wieder zahlreich vorhanden waren. Dazu kommt noch das Waisenhaus, das Gang-Feature und die Untergrund-Arena, mit denen man zusätzliche Spielstunden versenken kann, wenn der Wunsch danach besteht.

Eine Besonderheit ist der Zusatz "Dark Ties", der ein separates Spin-Off des Spiels darstellt und sich um den Gegenspieler von Held Kazuma Kirju dreht: Mine.
Mine ist ein junger und ehemals reicher Startup-Unternehmer, der auf der Suche nach dem Sinn des Lebens letztlich bei den Yakuza gelandet ist. Während Kirjus Geschichte, die aus Spoiler-Gründen zuerst gespielt werden sollte, im Hintergund abläuft, beleuchtet Dark Ties die Sicht der Dinge aus Mines Blickwinkel. Sie stellt somit eine Bereicherung dar, die sich aber spielerisch nicht besonders hervorhebt und nur rund ein Viertel der Spielzeit des Hauptspiels dauert.

Kurz zur Geschichte von Yakuza 3. Nachem der Omi-Clan aus Teil 2 zusammengebrochen ist, versucht sich der Tojo-Clan unter der Führung von Daigo Dojima neu zu formieren. Kazuma Kirju ist wärenddessen im Ruhestand und leitet das Waisenhaus Morning Glory, hunderte Kilometer südlich von Tokio entfernt, auf der tropisch anmutenden Insel Okinawa.
Doch die Geschichte beginnt in Kamurocho, wo Kirju erfährt, dass sein Waisenhaus entweder einem Resort oder einer Militärbasis weichen soll. Zwei Politiker streiten sich um die Gunst und scheinen alles dafür einsetzen zu wollen, um Kirju und seine Schützlinge zu vertreiben. Zur Not mit Gewalt. Natürlich lässt sich das Kirju nicht bieten und gerät in einen Komplott voller Intrigen, Attentaten und Verrat. Dazu reist er zwischen Okinawa und Tokio hin und her und treibt somit die spannende und hochdramatische Geschichte voran.

Wie in allen Yakuza-Teilen sind die beiden Städte eher überschaubar groß, aber dafür prall gefüllt mit Interaktionen, Abenteuern und Sehenswürdigkeiten. Es gibt jede Menge zu tun, wie z.B. bekannte Orte, wie den Markt von Okinawa zu fotografieren oder Social-Media-Kontakte via Smartphone mit freundlichen Passanten zu schließen.
Letztere Interaktion erbringt zwar nur kosmetische Gegenstücke als Belohnung, aber man ertappt sich schnell, wie man man beim herumspazieren nach Leuten sucht, mit denen man sich virtuell anfreunden kann.
War man mal beim Shopping in der tollen Markthalle, die sehr realistisch und bunt gestaltet ist, wird man feststellen, dass man eventuell ein paar Lotterielose bekommen hat. Schnell damit zum Stand mit der Lostrommel, denn es winken tolle Preise! Vom Hawaiihemd bis zum Handyschmuck kann man alles mögliche gewinnen: Kosmetischen Kram oder starke Buffs für die Kämpfe. Mit etwas Glück sogar einen Talisman, mit dem man seine Gangmitglieder stärken kann.

In den Zeiten neben der Haupthandlung kann man tun was man möchte. Um Kirju kämpferisch stärker werden zu lassen und sein überschaubares Kampfsystem zu verbessern, kann er in ein Dojo gehen und trainieren. Aber er braucht auch Geld und Fähigkeitspunkte. Die lassen sich z.B. bei erwähnter Biker-Gang, den Haisai Girls, verdienen.
In einer Art "Spiel im Spiel" muss man Gangmitglieder rekrutieren, um die rivalisierenden Invasoren aus Tokio zu besiegen. Mitglieder kann man in Situationen auf der Straße "befreien", in denen man sich mit den Belästigern prügelt, oder man schließt Nebenmissionen ab um als Belohnung neue Rekruten zu erlangen, die man dann durch unterschiedliche Aktionen sogar aufleveln und in seinen Liebligstrupp aufteilen kann. Bescheidenheit geht anders, denn das hier ist wirklich ein kleines "Spiel im Spiel", macht aber auch sehr viel Spaß, weil es so einfach ist und gut funktioniert.

Natürlich gibt es auch wieder eine Art unterirdischen "Fight Club", wo sich Kirju gegen diverse Gegner austoben und seine Fähigkeiten verbessern kann. Der ist sehr umfangreich und es gibt ihn auch in einer abgewandelten Form im "Dark Ties" Spin-Off, nur dann eben mit Mine als Protagonisten, der etwas andere Moves draufhat als der Drache von Dojima.

Highlight ist sicher das Morning Glory Waisenhaus. Es klingt erstmal etwas ermüdend, wenn man sich in einem Open World Action-Adventure mit Mafia-Thematik um eine Schar Waisenkinder kümmern soll. Aber die zuckersüßen Racker mit all ihren Ideen, Bedürfnissen und Sorgen schließt man sofort ins Herz, wenn man nur das Geringste für Kinder übrig hat.
Das Morning Glory ist wie ein kleiner Bauernhof an einem Strand, wo Kirju Gemüse anbaut, Tiere füttert, kocht, Bestellungen erledigt, angelt, Schmetterlinge fängt, sich um den Hund kümmert oder mit der Nähmaschine hantiert. Es gibt unzählige Minispiele, eines spaßiger als das andere.
Aber auch hier kann man Geld verdienen und im Rang aufsteigen. Warum also nicht auch mal im Morning Glory ein paar Sachen erledigen? Es macht auf jeden Fall Spaß und fühlt sich in keinster Weise nch Spielzeitstreckung an, wie man es aus manch anderen Spielen kennt.

Trotz der vielen Nebenbeschäftigungen, teils typisch albernen Nebenmissionen und der unzähligen Aktivitäten und Minispiele bleibt Yakuza 3 ein echtes Yakuza. Die erwachsene Erzählweise der Haupthandlung ist wie immer beeindruckend und spannend und natürlich voller Dramatik. Freundschaften werden geschlossen und zerbrechen wieder. Es gibt Rache, Verrat und Mord an jeder Ecke. Auf Liebesgeschichten muss man wie immer verzichten, da Frauen bei der Reihe eher auf Nebenrollen beschränkt sind. Immerhin gibt es statt der dummen Hostessen-Missionen nun die emanzipierten Haisai-Girls, die frischen Wind in das angestaubte Geschlechterverhältnis der Reihe bringen. Gut so!

Ob es nun Dark Ties in diesem Kiwami-Paket unbedingt gebraucht hat, kann ich nicht sagen. Interessant ist die Geschichte vom Aufstieg des fiesen, aber auch zugegeben ziemlich coolen Mine schon. Dark Ties ergänzt den Umfang des Spiels aber nur bedingt, weil es sich wie ein reduziertes Yakuza anfühlt. Ein anderer Bösewicht und der Partner von Mine, Kanda, wird hier zwar gut beleuchtet. Allerdings ist Kanda so ein ekelhafter Typ, dass man sich fragt, warum er so viel Showtime im Spin-Off bekommt.
Vielleicht hätte man stattdessen mehr die Rolle von Goro Majima in diesem Konflikt beleuchten sollen. Aber über ihn scheiden sich sowieso die Geister und er hatte seinen Auftritt, also war das vielleicht alles richtig so.

Aus technischer Sicht hat man hier das beste Yakuza für die Switch 2. Das Geschehen am Dock und auf dem Handheld läuft stets flüssig, mit sehr stabilen 30-40fps, in Bereichen wie dem Morning Glory sogar mit 60fps. Das Spiel sieht hervorragend aus, besonders das lebendige und bunte Okinawa sticht hervor.
So, jetzt gehe ich aber eine Runde Pac Man auf meinem Game Gear im Morning Glory spielen. Oder doch lieber Sonic Drift? Oder Galaga '91, oder Shinobi? Ach, doch lieber Streets of Rage, wenn wir schon mal mitten in einem Spiel mit vielen Prügeleien sind!

10/10 Chapeau!
 
Zuletzt bearbeitet:

Yaranil

Mischief managed
Ich wollte kein Spiel mehr kaufen diesen Monat, aber nach dieser tollen und liebevollen Beschreibung hast du mich am Haken und da ich ein absoluter Kiryu-Fan bin. Der Infinite Wealth bald das Herz gebrochen hat, muss es nun dieses auch noch sein.
 

Kindra

Rentenbezieher
Sponsor
Wave Race 64 (NSO)
Wave Race 64 gehört zu den besten Arcade Racern. Meine Lust, das nochmal zu spielen, wurde getriggert durch ein Video zum Wave-Race-Franchise und anderen water racing games von Digital Foundry. Es erklärt in vielerlei Hinsicht, warum Wave Race 64 so gut ist wie es ist, warum es in Abgrenzung zum netten, aber lange nicht so guten Sequel dermaßen viel Spaß macht und wieso das mit den technischen Bedingungen des N64 zu tun hat.

Erstmal sind da die Vibes. Blauer Himmel, blaues Wasser und die unfassbar grandiose Musik sorgen sofort für ein Sommergefühl, für eine Prise Wind.

Dann ist da ... Spielgefühl (gibt wohl ein vermeintlich gutes, dafür aber unverschämt teures Buch zu "Game Feel" [buecher.de-Link]). Mein Gott, fühlt sich dieses Spiel - auch heute noch und trotz niedriger FPS - richtig an. Ich habe weder eine Ahnung davon, wie es sich anfühlt, ein Jet Ski zu fahren (obwohl ich das eigentlich schon immer mal machen wollte, seit ich das Spiel gezockt habe), noch davon, wie ein solches sich realistisch im Sinne physikalischer Gesetze über Wasser fortbewegt, aber hier über die Wellen zu gleiten, wie das Jet Ski dann auf dem Wasser aufkommt und der Fahrer durch die Animationen eine grandiose Körperlichkeit aufweist, das alles vermittelt genau die Erwartungen, die man hat, und spielt sich klasse. Und ich glaube wirklich, dass das Spielgefühl einer der Hauptgründe ist, warum dieses Spiel so unglaublich gut ist und immer noch so positiv wegkommt.

Hinzu kommt, dass Wave Race 64 im Grunde ein sehr gutes "pick up and play"-Spiel ist, Arcade durchgespielt. Um es komplett durchzuspielen, braucht man kaum mehr als den A-Knopf und den Stick. Diese gewisse Simplizität kann natürlich auch ein Kritikpunkt sein, aber ein zumindest gewisser Anspruch wird durchaus durch die sehr abwechslungsreichen Strecken gewährleistet, die bei steigendem Schwierigkeitsgrad variiert und erschwert werden.

Der offensichtlichste Kritikpunkt am Spiel ist sicherlich der geringe Content. Nur 4 (immerhin spielerisch unterschiedliche) Fahrer und Fahrerinnen stehen zur Auswahl und sind Teil des Rennens. Championship umfasst 4 Schwierigkeitsgrade (Freeroam im Dolphin Park, Normal, Hard, Expert, Reverse) mit 9 Strecken, ist also schnell durch. Ansonsten gibt es noch Time Trials und einen Stunt Mode, in dem man durch Ringe fährt und Stunts machen muss sowie schließlich einen 2-Spieler-Splitscreen. Löblich ist allerdings, dass es Optionen für die Rennen gibt, man kann bspw. die Intensivität der Wellen einstellen.

Trotz des starken Arcade-Fokus gibt es ansatzweise Tiefe. Im bereits erwähnten Stunt Mode kommen die Stunts zum Tragen: Mit bestimmten Stick-Inputs während der Fahrt oder in der Luft können Tricks wie Handstände, Seitwärtsrollen, Rückwärtssaltos oder Dives gemacht werden, was dann Punkte gibt oder - in normalen Rennen - auch für Abkürzungen genutzt werden kann. Außerdem kann man die Settings der Jet Skis anpassen (Handling, Engine, Grip). D. Mariner mit Handling Light, Engine Top End und Grip Tight ist komplett OP, aber war für mich in den letzten beiden Cups zu schwer zu handlen, da musste dann M. Jeter mit Standardsettings herhalten, um zu gewinnen. Leider ist das Spiel, egal ob man jetzt die beste Fahrer-Settings-Kombi nutzt oder nicht, recht einfach. Erst auf Expert und Reverse wird etwas mehr von einem abverlangt, was hauptsächlich an den Variationen der Strecken liegt.

Grafisch ist das natürlich sehr veraltet jetzt, aber dafür, dass es ein sehr frühes N64-Spiel war, sieht das Wasser immer noch absolut fantastisch aus, find ich.

Wave Race 64 ist am Ende des Tages ein Arcade-Meisterwerk. Purer Spielspaß und ein unerreichtes Spielgefühl, good feel vibes, klasse Musik, Zeitlosigkeit. Kann man immer mal anschmeißen, wenn man einfach gute Laune haben will.
 
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