Ich spiele erst seit zwei Jahren überhaupt und mir sind so einige Rennspiele in die Finger gekommen und als Neuling in diesem Bereich kapiert man erst mal NIX. Überhautp NIX. Und....man weiß als Neuling auch nicht, was man selber überhaupt will, weil man auch nicht weiss, was man selber überhaupt kann. Weder in Forza, noch bei Formel1 und noch lange nicht bei "The Crew1" steigt man durch worum es überhaupt geht. Wer also knall harter Rennfahrer sein möchte greift garantiert nicht zu The Crew. FORZA in all seinen Nummern bietet da eine gute Plattform.
Das Problem ist, dass einen Test zu schreiben, der sich auch die Zielgruppe richtet, der Du angehörst, nahezu unmöglich ist.
So einen Test kann man nur dann wirklich schreiben, wenn das getestete Spiel auch tatsächlich auch für einen das erste, zweite, dritte oder auch vielleicht auch noch das vierte Spiel seiner Art ist, das man selber spielt.
Sobald man als Spieler ein bisschen Erfahrung mit einem Genre hat, verschieben sich die Prioritäten ziemlich schnell und auch ziemlich deutlich. Sachen, die man beim ersten oder zweiten Spiel eines Genres noch als willkommene Einsteigerfreundlichkeit empfindet, können dann ganz schnell ins komplette Gegenteil umschlagen. Man nimmt sie dann z.b. als Übertutorialisierung, übermässiges Handhalten oder auch als mangelnde Tiefe wahr.
Speziell bei so Sachen wie Rennspielen ist es fast unmöglich, einen Test so auszurichten, dass er sowohl den blutigsten Anfängern gerecht wird als auch fortgeschrittenen Spielern und Profis. Von daher muss man sich letztlich auf einen Mittelweg einigen, der versucht, den Ansprüchen der meisten Spieler gerecht zu werden. Das wird kompletten Neueinsteigern oftmals zu viel oder zu kritisch sein, aber auf der anderen Seite wird es echten Profis wieder zu wenig und zu unkritisch sein.
Das ließe sich nur vermeiden, indem man einen Test wirklich extrem umfangreich macht und er statt 30.000 Zeichen am Ende das dreifache an Umfang hat, weil man innerhalb des Tests je einen eigenen Test für Einsteiger, Fortgeschrittene und Profis schreibt und auch detailliert auf genau deren Ansprüche eingeht. Und das ist wirklich fast ein Ding der Unmöglichkeit.
Das Review ist ohne Frage gut geschrieben, kann aber vieles was da kritisiert wird nicht so ganz teilen. Da würde mich intersssieren, wieviele Stunden der Autor mit dem Game verbracht hat.
Ungefähr 37 Stunden, also länger als 8 von 9 Leuten auf meiner FL, die es ebenfalls spielen.
Ich hab alle Disziplinen auf mindestens 70% gebracht, sowie alle Bosse und Live-Events freigeschaltet und abgeschlossen. Rund 8 Events habe ich mit Koop-Unterstützung absolviert. Kult-Level ist 42, und insgesamt stehen 780 von 1000 Gamerscore auf dem Tacho.
Zu den 40 Stunden zählen u.a. auch 5 Stunden Grinding in der Tourenwagen-Klasse, weil ich eigentlich auch ein Fahrzeug auf Maximalstufe aufbauen wollte. Aber nach Stufe 315 von 320 hab ich selbst auf "Schwer" so viele minderwertige Teile bekommen, dass ich an der Stelle ausgestiegen bin, weil das einfach nur noch Zeitverschwendung war. Ich bin auch diverse Rennen mehrfach gefahren, um z.B. das KI-Verhalten zu studieren.
Ich denke also schon, dass ich innerhalb dieser 37 Stunden den Großteil dessen, was das Spiel zu bieten hat, gesehen habe und auch die Gameplay-Schleifen ausführlich genug studieren konnte.
Dass Du nicht mit allen Kritikpunkten einverstanden bist, liegt in der Natur der Sache. Jeder Mensch hat andere Vorlieben und einen anderen Spielehintergrund. Was ich als störend empfinde, muss jemand anders noch lange nicht so empfinden. Und Du kannst Du noch sehr um Objektivität bemühen, erreichen kannst Du sie nur, wenn Du einzig und allein auf Fakten (also Anzahl der Fahrzeuge oder Strecken) beziehst.
Deshalb sollte man ein einzelnes Review auch nie als die ultimative Instanz zu einem Thema ansehen, sondern sich im Zweifelsfall immer bei mehreren Quellen bedienen. Wenn man zwei oder drei Quellen vergleicht, merkt man recht schnell, wie die Autoren ticken und wie sehr sich deren Mentalität mit der eigenen decken. Und dann nimmt man halt das Review als Richtschnur, bei dem man das Gefühl hat, dass es sich am meisten mit dem eigenen Spielerprofil deckt.
Und natürlich bringe ich in meinem Review Kritikpunkte an, über die man durchaus unterschiedlicher Meinung sein kann. Dennoch glaube ich, dass ich mit meiner Einschätzung des Spiels nicht allzu weit vom Konsens entfernt bin. Man braucht sich nur auf Opencritic/Metacritic umschauen, wo der Durchschnittscore auch nur bei 66 bzw. 67 liegt.
Nun ja, bei welchem Game muss man irgendwann nicht auch, immer das selbe tun. Forza Horizon 4 wird auch nicht viel mehr bieten als seine Vorgänger. Da ist für mich die Langeweile schon vorprogrammiert. ne relativ kleine Map im Vergleich zu The Crew, wo es kaum etwas zu entdecken gibt und man nach fünf Stunden jede Ecke der Map kennt. Die Events gleichen sich auch irgendwo immer. Highlight bei Horizon 3 war für mich Snowfall Moutain.
Das Problem bei The Crew 2 besteht ja nicht einzig und allein daraus, dass man gewisse Dinge immer und immer wieder tun. Natürlich fährt man auch in anderen Rennspielen irgendwann die hundertste, tausendste oder 5000. Runde auf dem Nürburgring oder in Spa.
Die Wiederholung ist letztlich ein Kernelement von Rennspielen. Aber damit diese Wiederholungsschleife funktioniert, muss halt auch die Qualität dessen, was man da wiederholt, stimmen. Und daran hapert es bei The Crew 2 meiner Meinung nach an allen Ecken und Enden. Und mit der Meinung stehe ich ja auch wahrlich nicht alleine da.
Das heisst aber im Umkehrschluß auch nicht, dass absolut jeder dieser Meinung sein muss.
Ich muss auch mal kurz meinen Senf dazu geben, denn mit einigen Kritikpunkten stimme ich nicht mit dir überein.
Der Red Bull F1 liegt bei mir wie ein Brett auf der Straße und steuert sich wesentlich besser als die schwammigen "Touring-Cars".
(..)
Viel kritischer sehe ich, dass nach +300 Spielstunden und 200 Kultpunkten bei mir die Luft raus war, weil man immer nur noch das selbe macht. Ein Endgame findet praktisch nicht mehr statt, weil es nichts mehr gibt, was man erreichen könnte, ausser sich einen aussichtslosen Kampf mit den Bestenlisten zu liefern. Aber nein danke, das werden sich wohl nur die wenigsten antun wollen!
Trotzdem ein solider Test und Glückwunsch zur im Grunde sehr guten Review!

Fahrphysik ist halt zu einem gewissen Grad auch eine Frage der eigenen Vorlieben und des eigenen Empfindens.
Ich persönlich finde, dass sich sowohl das F1-Vehikel als auch die Motocross-Bikes in den F1-Spielen bzw. MXGP und AMA Supercross auf den arcadigsten Einstellungen (Brems-/Lenk-Hilfe mal ausgenommen) einfacher, zugänglicher und nachvollziehbarer fahren. Und ich hab das zum Vergleich extra nochmal ausprobiert. Wäre The Crew 2 nach längerer Zeit wieder mein erster Kontakt mit diesen Fahrzeugen gewesen, hätte ich ganz sicher nicht wieder damit angefangen, F1- und Motocross-/Supercross-Spiele zu spielen. Bei den Monster Trucks ist das jetzt mit den Vergleichen etwas schwieriger, aber dennoch fühlen die sich für mich einfach nicht richtig an.
Und es mag durchaus sein, dass sich die Vehikel voll aufgerüstet wesentlich besser oder auch total toll fahren. Aber für mich ist es nicht Sinn und Zweck der Sache, dass ich mich erst stundenlang durch mittelmäßiges Fahrverhalten grinden muss, um irgendwann einen Punkt zu erreichen, an dem sich die Fahrzeuge gut oder toll anfühlen.
Das ist für mich einfach schlechtes Gamedesign. Der Minimalstandard sollte in meinen Augen zumindest ein "gut" sein, dass man dann hinauf bis hin zu "sehr gut" oder "exzellent" steigern kann. Mich stundenlang mit etwas beschäftigen zu müssen, dass ich als mittelmäßig oder unterdurchschnittlich empfinde, ist für mich reine Zeitverschwendung, selbst wenn man Ende ein "exzellent" stehen sollte. Insbesondere dann, wenn es Konkurrenzprodukte gibt, die bereits auf dem Mindeststandard "Gut" anfangen. Außerdem gibt es in The Crew 2 ja nicht mal wirklich gute Gründe, um ein Auto wirklich komplett aufzuleven, da ein komplett aufgelevetes Auto weder neue Schwierigkeitsgrade, neue Events oder neue Belohnungen freischaltet.
Wenn ich bei einem Rennspiel erst, wie Du sagt, signifikant mehr als 37 Stunden investieren muss, um seine wahren Qualitäten zu erkennen, ist beim Design- und Entwicklungsprozess irgendwas kommplett schief gelaufen. Ich bezweifel, dass der Großteil der Spielerschaft bereit ist, dieses Zeitinvestment zu tätigen. Es ist zwar so, dass rund 86% der Spieler den Erfolg für über 24 Stunden Spielzeit bekommen haben, aber schaut man sich mal die wirklich zeitintensiven Erfolge (Bosse schlagen, Live-Events beenden, Auto hochleveln) an, brechen diese Zahlen ganz schnell zusammen. Das haben nämlich maximal 17% der Spieler gemacht. Bei einigen Erfolgen sind es sogar deutlich unter 10%.
Und ganz ehrlich, ich wünschte mir, dass bei mir die Luft nach 300+ Stunden raus gewesen wäre. Hätte ich das Spiel nicht für den Test gespielt, wäre bei mir schon nach 10 Stunden die Luft raus gewesen, weil schon da für mich der Punkt erreicht war, an dem ich das Gefühl hatte, dass das Spiel mich nur ausbremsen will.