@N7 Kosh Kenobi und alle anderen, die sich an Insanity/Wahnsinn in ME2 wagen wollen.
Es gibt letztlich 3 Varianten, um ME2 auf Insanity zu spielen:
1. Neues Spiel mit Charakterimport aus ME1
2. Neues Spiel Plus, bei dem man einen Charakter aus ME2 für den zweiten Spieldurchgang importiert
3. Neues Spiel Plus "Light", in dem man nach einem kompletten Spieldurchgang in ME2 erneut den Charakter aus ME1 importiert
Variante 1 würde ich nicht empfehlen, weil es mit Abstand die schwierigste Variante ist und man das Spiel dafür schon sehr gut kennen sollte.
Der Vorteil der Varianten 2 und 3 ist, dass man in einem zweiten Spieldurchgang Zugriff auf alle freigeschalteten Bonuskräfte hat und enorme Credit- und Ressourcen-Boni bekommt. Die Credit-Boni bewirken, dass man innerhalb der Missionen eigentlich nicht mehr nach Credits suchen muss. Und für die Upgrades muss man zwar noch Planeten scannen, aber in deutlich geringerem Ausmaß. Zudem bekommt man nach dem ersten Spieldurchgang für alle neuen oder importierten Charaktere 25% mehr XP bekommt, was das Leveln deutlich verkürzt.
Bei Variante 2 startet man mit dem gleichen Level, mit dem ME2 beendet hat (also wahrscheinlich Level 30) und behält alle Waffen inkl. aller schweren Waffen, die man im ersten Spieldurchgang gesammelt hat. Aber sowohl die Paragon-Punkte als auch sämtliche Upgrades werden auf Null zurückgesetzt. Man in ME2 immer gegen Gegner kämpft, die die gleiche Stufe wie eigene Spielcharakter haben, ist man hier ohne die entsprechenden Upgrades in vielen Missionen etwas im Nachteil. Man hat zwar Zugriff auf die hochstufigen Varianten der Kräfte, aber die Waffen sind dafür vergleichweise schwach. Andererseits hat man schon von Anfang an Zugriff auf alle schweren Waffen, was wiederum Bosskämpfe wie den auf Horizon sehr einfach macht, da man diesen Boss z.B. mit einem einzigen Schuss aus der Cain besiegen kann.
Variante 3 ist die, die ich empfehlen würde. Man startet dann entweder auf Level 3 oder Level 5 - je nachdem, ob man einen Charakter mit Level 50+ oder mit Level 60 (angezeigt als Level 59) aus ME1 importiert. Dementsprechend sind die Gegner am Anfang des Spiels auch weniger hochstufig, so dass man eine bessere Balance aus Level-Ups und Upgrades bekommt. Allerdings sind dann Missionen wie die auf Horizon deutlich schwerer, weil man eben nicht auf sowas wie die Cain zugreifen kann. Das sehe ich jetzt unbedingt als Nachteil an, weil die Cain zwar mächtig ist, aber auch eine elend lange Aufladezeit hat, während der man ziemlich ungeschützt ist. Zudem hat man hier auch die Möglichkeit, die Klasse zu ändern, was bei Variante 2 nicht möglich ist, da die Klasse aus dem ersten Spieldurchgang übernommen wird.
Die beliebtesten Klassen für Insanity sind übrigens Soldier, Infiltrator und Sentinel.
Aus eigener Erfahrung würde ich zu Soldier raten. Das ist zwar auf dem Papier die langweiligste Klasse, weil die hauptsächlich auf Waffen ausgerichtet ist, sie ist aber auch so ziemlich die stärkste. Mit Heightened Adrenalin Rush und der M96-Mattock, die man nach Freedom's Progress kaufen kann, ist man offensiv praktisch sowas wie ein unaufhaltbare Dampfwalze. Der Heightened Adrenalin Rush verlangsamt die Zeit um 70% und steigert währenddessen den Waffenschaden um 140%. Da die Mattock so schnell feuert, wie man den Trigger ziehen kann, ist sie nicht von der Zeitverlangsamung betroffen, so dass man in dieser Zeit einen unglaublichen Schadensoutput hat.
Und auf Insanity ist Offensive immer noch wichtiger als Defensive, da auf diesem Schwierigkeitsgrad bis zu 4 Gegner gleichzeitig auf einen feuern können, währen des auf den niedrigeren Schwierigkeitsgraden teilweise nur die Hälfte ist. Die Mattock hat zwar den Nachteil, dass sie Gegner mit dem ersten Schuss in Taumeln bringt und aufeinanderfolgende kritische Treffer dadurch schwieriger werden, aber der Schaden ist trotzdem immer noch hoch genug, um auch auf nicht-kritische Trefferzonen verheerend zu wirken.
Die Empfehlung der Soldatenklasse gilt übrigens nur für ME2. In ME3 bin ich damit überhaupt nicht klargekommen, weil zuviel an der Klasse und auch den Mechaniken im Spiel geändert wurde.
Und für Insanity würde ich auch empfehlen, die Missionsreihenfolge etwas strukturierter anzugehen. Das Ziel sollte es letztlich sein, die 3 kritischen Missionen (Horizon, Kollektorenbasis, Reaper IFF) so früh wie nötig, aber so spät wie möglich anzugehen. Im ersten Spieldurchgang merkt man ja recht schnell, in welchen Missionen man welche und wieviele Upgrades man bekommt. Deswegen sollte man Missionen mit vielen oder den hilfreichsten Upgrades vorziehen, während man die Missionen mit weniger hilfreichen Upgades nach hinten verschiebt, während man Missionen ohne Upgrades (alle N7-Missionen bis auf 3) eigentlich komplett weglassen kann, da man mit dem 25% XP und dem Credit-Bonus sowieso nicht auf sie angewiesen ist.
Eine besondere Rolle nimmt "Lair Of The Shadow Broker" ein. Diesen DLC sollte man spielen, sobald er verfügbar ist, da man nach jeder daraufffolgenden Mission wertvolle Boni (4 Upgrades und Ressourcen) in der Basis abholen kann und sich auch Infos zu besonders ressourenreichen Planeten kaufen kann, so dass man die Ressourcen-Suche für die Upgrades deutlich minimieren kann. Für den ersten Spieldurchgang ist es storytechnisch etwas interessanter den DLC nach der letzten Hauptmission zu spielen, aber auf Insanity sind die Boni zu wertvoll, um den DLC ans Ende zu schieben.
Falls Bedarf besteht, kann ich auch gerne noch weiter ins Detail (hilfreiche Bonuskräfte, Teammitglieder etc.) gehen. Einfach Bescheid sagen.