Auch wenn hier fast alle (mich eingeschlossen) in großer Vorfreude für Red Dead Redemption sind, und nicht ganz so viele Interesse an Split/Second haben, hier kurz ein paar Eindrücke.
An der Grafik gibt es nichts zu meckern! Vom Stil her und auch einigen Settings ähnlich wie Burnout Paradise, aber um einiges besser und auch detailierter.
Der Sound ist bombastisch, allerdings wiederholen sich die Musikstücke irgendwann, so daß ich diese nach einiger Zeit leiser stellte. Dafür kommen die ganzen Motorengeräusche, Explosionen, Raketen, Fässer, alles was irgendwie kracht, fällt oder stürzt um so besser.
Die Menüs sind schön bunt und übersichtlich. Alles ist leicht zu finden und erklärt sich von selbst. Überhaupt ist die beigefügte Anleitung so ziemlich das dünnste Heftchen, daß ich in einer Spielepackung gefunden habe. Aber die Steuerung ist halt einfach und unkompliziert.
Die Rennen werden auf sogenannte "Folgen", wie in einer Fernsehserie, verteilt. Innerhalb einer Folge gibt es mehrere Wettbewerbe. Diese können Rennen sein, oder Eliminator (der letzte fliegt nach einer gewissen Zeit raus, bis nur noch der Führende übrig ist), Dominator (es muß mit einem vorgegeben Wagen eine bestimmte Strecke innerhalb ebenso vorgegebenen Zeiten geschafft werden, allerdings fliegt euch hier noch erschwerend alles um die Ohren

), Air Strike (ihr fahrt mit einem Wagen eurer Wahl alleine über eine Strecke und werdet in Abständen von einem Hubschrauber mit Raketen eingedeckt. Allerdings bekommt ihr kurz vorher ein akustisches Signal, sowie grafisch angezeigt, wo die Raketen einschlagen. Hört sich jetzt einfach an? Von wegen! Mit der Zeit steigert sich die Anzahl der Raketen, so daß immer weniger Platz zum umfahren da ist. Kommt ihr den einschlagenden Raketen zu Nahe, könnte euer Wagen durch die Druckwelle geradewegs in die nächste einschlagende Rakete driften.
Maximal 3 Treffer sind erlaubt, dann verliert ihr ein Leben. Davon habt ihr drei. Man kann zwar einen Wagen nehmen der mehr "Stärke" hat, und so weniger beeindruckt von den Explosionen ist, aber dafür weniger wendig falls Slalom angesagt ist.
Dieser Modus hat mich bisher am meisten Nerven gekostet :wallsash:, und über einen zweiten Platz bin ich noch nicht hinaus, aber Übung macht den Meister.
Dann gibt es z.B. noch "Überleben". Ihr fahrt einem LKW hinterher, welcher in kurzen Abständen hochexplosive Fässer wahllos abwirft. Denen müßt ihr ausweichen, den LKW überholen, sowie seinen "Begleitschutz" von einigen Wagen. Wenn das geschafft ist, kommt vor euch schon der nächste LKW usw. Diesen Modus fand ich mal richtig goil!
Zu der KI. Zwischendurch hatte ich mal versucht den Schwierigkeitsgrad auf leicht zu stellen, leider geht das wohl nur bei selbsterstellten schnellen Rennen. Die Rennen werden mit der Zeit ganz schön fordernd. Dies liegt zum einen an der Wahl eures Wagens, zum Teil auch an der KI. Ihr könnt 2 oder 3 Runden führen, und knallt dann irgendwo rein und das war es dann mit dem ersten Platz (nicht immer

(außer ihr habt einen Vorsprung von mehreren Sekunden)).
Die Wagen fahren sich zwar spürbar unterschiedlich, aber nicht so, daß innerhalb des Rennens einige Wagen uneinholbar wären. Eigentlich ein gute Sache, das bedeutet aber auch, daß es um so schwerer ist, innerhalb einer halben Runde wieder aufzuholen. Es sein denn ihr stoppt den vorausfahrenden mit Hilfe einer auszulösenden Aktion :nunu:
Für jeden Wettbewerb erhaltet ihr je nach Platzierung Credits. Mit steigernder Zahl erhaltet ihr nach und nach neue und bessere Wagen, mit denen ihr z.B. frühere Rennen noch einmal versuchen könnt, um euer Gesamtergebnis zu verbessern.
Gestern Abend bin ich ca. 4 Stunden mit dem Spiel unterwegs gewesen und hatte danach 16 Erfolge erhalten. Das lief von ganz alleine und ohne Anstrengung.
Der Multiplayer ist auch ohne Makel. Es gibt offene Rennen, selbsterstellte, oder auch mit der Party. Splitscreen lokal ist auch möglich. Einziges Manko, ihr könnt nur Wagen benutzen, die ihr Offline/Solo freigespielt habt. Natürlich fuhren gestern schon einige mit den schnellsten Wagen, während ich gerade mal eines der ersten hatte. Natürlich hatte ich keine Chance, zu mal ich auch die Strecken nicht kannte. Später, als ich dann mehr Wagen frei hatte, bin ich noch einmal auf die Piste. Und siehe da, selbst die schnellsten sind mir so leicht nicht davon gefahren. Hier machen sich dann auch die ganzen auslösbaren Hindernisse bemerkbar. Der Multi ist auf jeden Fall Top! :thumbsup: Spaß, Frust und Schadenfreude kommen nicht zu kurz.
Natürlich kennt man mit der Zeit die Stellen, an denen es krachen könnte, und fährt wenn möglich auf die andere Seite, um nicht von einem explodierenden Fass, Bus, Kran, Brücke, Flugzeug, Schiff oder sonst was erfasst zu werden. Aber das hilft auch nicht immer. Zur Not läßt sich ein Konkurrent auch mal dezent von der Bahn rempeln, wobei das bei Split/Second nicht so extrem ausgebaut ist, wie bei der Burnout Serie.
Und auch wenn ihr glaubt alle Ecken zu kennen, nur um mal ein Beispiel zu bringen, fahrt ihr über eine Brücke, am Ende der Brücke hängen Gerüstteile, so breit wie die Brücke, an einem Ausleger eines Kranes genau über der Strecke. Ihr wißt, daß die Dinger euch auf den Kopf fallen können falls einer eurer Gegner hinter euch diese Aktion auslöst. Was also tun? Falls der Schrott euch vor die Füße fällt, könnt ihr, da ihr die Strecke vielleicht schon kennt, knapp rechts daran vorbei, ABER dadurch versaut ihr euch die Ideallinie, bzw. die Möglichkeit mit Topspeed rechts in die Kurve zu brettern und den Nachfolgenden die Möglichkeit des Auf- bzw. Überholens zu geben. Also doch volles Risiko und hoffen das alles gut geht?
Und davon habt ihr jede Menge auf den Strecken.
Eine gute Möglichkeit sich selbst zu eliminieren ist auch, zu überdriften. Das driften ist Teil des Spieles und wird, bzw. sollte im eigenen Interesse oft benutzt werden. Das driften selber ist kinderleicht, allerdings wenn ihr es in einer Kurve übertreibt und nicht rechtzeitig gegensteuert, haut es euch unter Umständen im rechten Winkel vor die Leitplanke... ...und Tschüß!
Es ist natürlich kein Driftzwang, sondern dient unter anderem nur dazu, enge Kurven besser zu meistern, oder eure Energieleiste zu füllen (es gibt mehrere Möglichkeiten zum auffüllen).
Wie schon zu lesen ist, es passiert so einiges auf der Strecke.
Zu dem Geschwindigkeitsgefühl beim fahren kann ich nur sagen, es wird mit der Zeit, bzw. mit neuen Wagen und je nach Strecke immer besser. Wenn es dann noch explodiert, Flammen und Staub die Sicht kurzweilig leicht einschränken, Trümmer durch die Gegend fliegen... das hat schon was.
Die Strecken, zumindest welche ich bisher gefahren bin, auch die im Multiplayer, finde ich pesönlich einfach nur klasse. Es gibt auch Abkürzungen, die sich nur mit entsprechender Energie kurzweilig öffnen lassen. Falls jemand vor euch fährt und die Abkürzung öffnet und ihr nah genug dran seid, könnt ihr diese ebenfalls nutzen. Zögert ihr, oder der Abstand war doch etwas zu groß... na, ja...
Es gibt weitläufige Strecken durch Wüsten, über Staudämme, Häfen, Industriegebiete oder auch Innenstädte (was ich bisher gesehen habe.)
Was mir noch einige male positiv auffiel, daß wenn man eine Strecke wirklich öfters fährt, es doch tatsächlich immer mal wieder neue Ereignisse gab (Streckenverändernd), die vorher noch nicht passiert sind. So auch z.B. bei der Strecke aus der Demo. Im Hauptspiel verlief der Streckenverlauf plötzlich ganz anders. Und ich hatte die Demo schon recht häufig gespielt.
Noch etwas zum Fahrstil. Nicht nur ausgelöste Ereignisse können euch stoppen. Auch Fahrfehler. Zu langes driften bremst euren Wagen etwas aus. Kleine Rempeleien mit Gegnern, Trümmern oder auch der Leitplanke nehmen euch etwas die Geschwindigkeit.
Alles in allem gefällt mir Split/Second sehr gut. Es macht richtig Spaß und taugt auch mal für zwischendurch. Ich lehne mich jetzt mal weit aus dem Fenster und behaupte, für einen Burnout-Fan ein "must have"!
Gruß