Smartphones kosten gefühlt doppelt so viel wie vor 10 Jahren.
Das ist aber auch nur die halbe Wahrheit. Klar, für absolute Top-Modelle zählt man heute deutlich mehr als noch 10 Jahren. Möglicherweise sogar das Doppelte.
Aber die Betrachtung lässt auch außer Acht, dass man bereits im Budget-Bereich um die 100€ sehr potente Geräte bekommt, die auch viel mehr können als Budget-Smartphones von vor ein paar Jahren. Ein mittelmäßiges 6,5"-LCD-Display, eine vergleichweise ordentliche Kamera, 4GB RAM und 128GB Festspeicher sind für diesen Preis schon drin.
Und wenn die Leute nicht bereits darauf konditioniert wären, dass nur teure Smartphones als gute Smartphones gelten, würde das für die meisten Leute in ihrem Alltag vermutlich vollkommen ausreichen.
Im Gaming haben wir allerdings das Problem, dass uns die Budget-Alternativen langsam ausgehen.
Ich bin ja ein bisschen überrascht wie negativ das Ganze aufgenommen wird. Preis ist ja eigentlich im Rahmen und sind die Spiele echt so viel teurer? War ein Zelda jetzt nicht auch schon bei 80€?
Der Preis für die Hardware ist sicherlich im erwartbaren Rahmen, auch wenn ich persönlich alles über 400 für eine reine Spielkonsole schon für happig bis überzogen halte.
Wäre es bei dem Preis der Konsole alleine geblieben, wäre die Reaktion sicherlich auch eine andere. Aber bei der Konsole alleine bleibt es ja nicht. 90€ für ein Basisspiel hat bisher noch kein Entwickler verlangt. Die Preissteigerung ist hier schon wirklich rasant, wenn man bedenkt, dass bis auf Ausnahmen wie Zelda die Preise, auch für Mario Kart 8, bisher bei 60€ lagen.
Wir sind die letzten Jahre schon auf Preissteigerungen konditioniert worden, weil es da immer nur 10€ hier und 10€ da ging. Aber im Falle von Mario Kart liegt die Preissteigerung beim physischen Format bei satten 50%. Das muss man sich mal vor Augen halten.
An der Stelle kann ich auch das Argument "Dann werden die Entwickler wenigstens gut bezahlt", das in diese Diskussion immer wieder eingebracht wird. nicht nachvollziehen. Erstmal müsste überhaupt nachgewiesen werden, dass sie gut/besser bezahlt werden. Und dann kommt noch hinzu, dass Mario Kart 8 über 75 Mio. Einheiten verkauft hat. Das Spiel dürfte seine Entwicklungskosten also mehr als locker um ein Vielfaches wieder eingespielt haben. Und das selbst, wenn die Entwickler dahinter die höchsten Gehälter der Branche bezogen hätten. Die Preissteigerung ist hier also nicht wirklich nachvollziehbar, weil das nächste Mario Kart kein Nischenprodukt sein dürfte, von dem man erwartet, dass es grad mal 1 Mio. Einheiten verkaufen wird.
Und bei den Spielen hört es ja nicht auf. Der GameCube-Controller kostet mal eben 70€. Der neue Pro Controller hat einen UVP von 90€, was fast 30% Preissteigerung gegenüber dem UVP des Switch1-Pro-Controllers ist.
Wir wissen alle, dass die Preise für Hardware und die Entwicklungkosten steigen, aber es können sich ja mal die Leute melden, die in den letzten Jahren eine Gehaltserhöhung von 30 bis 50% erhalten haben, die diese Preissteigerungen kompensiert.
Und da die genannten Preise für Pro Controller oder Spiele die aktuellen Preise sind, muss man da auch die Gehaltserhöhungen der Jahre seit dem Erscheinen der Switch 1 zusammenrechnen. Andere Hersteller haben die Preise für Hardware/Zubehör/Spiele auch seit dem Erscheinen der jeweiligen Konsole erhöht, weil sie es als nötig erachtet haben. Insofern reden wir hier wirklich über eine Preiserhöhung von heute auf morgen.
Und was man eben auch nicht vergessen sollte: Nintendo ist der Hersteller, der sich von allen am meisten an Familien, Kinder und Jugendliche richtet. Und da Konsolen/Spiele eben nicht die einzige Dinge sind, die teurer werden, habe ich so meine Zweifel, dass viele Familien Spiele für 70, 80 oder 90 statt 60-70 Euro mit offenen Armen empfangen werden.
Möglicherweise ist die Erwartung bei Nintendo sowieso, dass man viel weniger Spiele und Switches verkaufen wird als in der Vorgängergeneration, weshalb man das gleich von vorneherein einpreist. Allerdings ist das dann auch verdammt kurzsichtig, da man sich quasi von Anfang an eine selbsterfüllende Prophezeihung bastelt, da man mit diesen Preisen gewisse Zielgruppen direkt ausschließt, anstatt mit späteren Preiserhöhungen zu reagieren, falls die Situation, auch bei niedrigeren Preisen weniger als in der Vorgängergeneration abszusetzten, überhaupt eintritt.