Da könnte man drüber streiten ob das Nutzen ist. Gefühlt erwartest du von nicht-physischen Sammelobjekte mehr Nutzen.
Äh, nein. Wenn ich jetzt darauf Wert legen würde, ein seltenes Stück Musik meines Lieblingskünstlers zu besitzen, dass dieser nur einmal in Form einer Datei zu Verfügung stellen würde, dann würde ich das auch nur kaufen, weil und wenn mich die Musik interessiert und ich sie hören möchte.
Das Konzept, dieses Stück Musik besitzen zu wollen, nur weil sie selten ist und obwohl die Musik für kompletten Müll halte, erschließt sich mir grundsätzlich als Konzept nicht. Sicherlich könnte ich jetzt den Schluß ziehen, dass das eine tolle Geldanlage ist, aber das ist mir ehrlich gesagt zu spekulativ, weil das auch nach hinten losgehen kann und die Welt zu der Erkenntnis kommt, dass der Preis, den ich dafür bezahlt habe angesichts der Qualität der Musik schon vollkommen überzogen war.
Die Eigenschaften machen doch aber nicht den Sammelwert aus. Von daher sind sie irrelevant.
Sie machen nicht den Sammelwert aus. Das ist richtig. Aber sie machen das Objekt zu dem Objekt, das es beim Kauf war. Und entfernt man diese Eigenschaften, wird es ein anderes Objekt. Und für ein anderes Objekt muss man den Wert komplet neu definieren. Siehe weiter unten.
Nein, der Wert würde sich nicht senken, weil sie keine funktionierenden Autos mehr sind, sondern weil man sie zerstört.
Ich hatte es jetzt extra versucht, möglichst bildlich darzustellen. Es geht nicht darum, dass die Autos zerstört werden, sondern die ausgebauten Teile und dass das Auto dadurch eine Transformation durchläuft.
Probieren wir es anders: Teile eines seltenen Autos gehen kaputt. Und da diese Autos so selten sind und oftmals nicht mehr hergestellt werden, können die Teile nicht ersetzt werden. Und somit sinkt der Wert, weil es eben kein funktionierendes Autos mehr ist. Du bekommst ja auch weniger Geld für einen Gebrauchtwagen mit Schaden als für einem ohne Schaden.
Ich würde widersprechen, dass der Wert daher kommt, dass sie 'funktionierende Autos' sind. Der Wert kommt daher, dass es genau diese Autos sind.
Ja, das ist richtig. Ein Ferrari 250 GTO hat seinen Wert dadurch, dass es ein Ferrari 250 GTO Original ist und das davon nur eine geringe Anzahl hergestell wurde.
Aber (siehe oben): Wenn Teile fehlen, weil sie kaputt sind oder sie ersetzt wurden, ist es kein Ferrari 250 GTO mehr, sondern nur noch ein kaputter Ferrari 250 GTO, der nicht mehr dem Original entspricht. Insofern spielt das Funktionieren oder zumindest die Komplettheit bzw. die Tatsache, dass der Wagen identisch zu allen anderen Exemplaren dieses Modells ist, schon eine Rolle.
Wenn an dem Wagen z.B. Modifikationen vorgenommen wurden, die einzigartig sind, ist es ein komplett neues Unikat, das auf dieser Basis komplett neu bewertet werden muss.
Die NFTs sind auf der Blockchain.
Das ist schön, dass die NFT auf der Blockchain ist. Das ist mir auch klar. Dort besteht sie aber auch nur als einer Menge von Nullen und Einsen. Ein Sammelobjekt wird, also in diesem Fall, eine Spielfigur wird sie doch aber erst, wenn sie als solche auch dargestellt werden kann. Und zwar inklusive aller ihrer aktiven und passiven Eigenschaften, ohne die sie unvollständig ist.
Das ist eben der entscheidende Unterschied zwischen einen phyischen Sammelgegenstand und einem digitalen.
Ich würde dir jetzt nicht Dämlichkeit unterstellen, aber eben eine gewisse Abneigung und damit verbundene Ignoranz. Ich will das ganze gar nicht verteidigen und ich habe vermutlich auch nicht ausreichend Ahnung um das alles komplett zu verstehen. Aber ich kann etwas mit Sammelobjekten anfangen und mir darum sehr wohl vorstellen, dass wenn das Spiel abgeschaltet wird und man die NFTs davon nicht mehr bekommen kann, die vorhandenen im Wert steigen können. Also für die Leute die sowas sammeln.
Die Abneigung kann ich nicht leugnen. Die mangelnde Ignoranz würde ich jetzt schon abstreiten.
Ich verstehe schon grundsätzlich das Konzept von NFTs in Form von Bildern oder Musikstücken. Auch wenn ich die Idee etwas merkwürdig finde, dass man sowas wie einzigartige digitale Audio-Dateien oder digitale Bilder wirklich als Einziger besitzen kann, obwohl diese jederzeit kopiert, gescreenshottet, mitgeschnitten oder anderweitig sehr einfach vervielfältigt können und der "echte" und "falsche" Besitz letztlich nur daraus besteht, dass auf einem Server quasi eine Besitzurkunde geparkt ist, sind das Medien, die mit sehr unterschiedlicher und weit verbreiteter Software (also einer Bildbearbeitung oder einen Audioplayer) geöffnet und genutzt werden können.
Die einfache Möglichkeit der Verfielfältigung, die eine verlustfreie 1:1-Kopie des eigentlichen Werkes ermöglicht, macht für mich den Unterschied zu physischen Sammelobjekten aus, bei denen eine Kopie bzw. Fälschung nicht unmöglich, aber deutlich aufwändiger ist.
Ich habe mir auch schon mehrfach mehrstündige Podcasts zu dem Thema Gamiing-NFTs angehört. Aber mir hat noch niemand logisch erklären können, was mir ein Spiele-NFT bringt, wenn die dafür notwendige Wiedergabe-Software nicht mehr zur Verfügung steht und somit nicht mehr (vollständig) genutzt werden kann, was im Grunde bei praktisch allen NFT-Spielen der Fall ist, weil das Always Online-Spiele sind und diese aufgrund ihrer Natur schon irgendwann nicht mehr zugänglich sein werden. (Was im übrigen auch mit der Blockchain passieren kann, auf der das NFT gelagert ist. Aber das ist ein anderes Thema).
Insofern müsste man vielleicht mal genau ausdefinieren, was man bei einem NFT überhaupt besitzt. Eigentlich nur eine Anzahl von Nullen und Einsen bzw. Bits und Bytes, die auf einem Datenträge gespeichert sind. Wenn man denen jetzt einen gewissen Wert zuspricht, kann man diese sicherlich - zumindest in der Theorie - auf immer und ewig besitzen.
Aber NFTs werden ja nicht als Bits und Bytes angeboten.
Es werden ja z.B. virtuelle Häuser in NFT-Spielen verkauft. Und da muss ich jetzt schon die Frage stellen, ob dieses virtuelle Haus immer noch existiert, wenn das Spiel nicht mehr spielbar ist. Klar, in seiner Grundform als Daten existiert es noch irgendwo. Aber ist es immer noch ein virtuelles Haus?
Wenn ich mir in der echten Welt ein Haus kaufe oder baue, besitze ich dieses Haus. Wenn jetzt aber die gesamte Stadt, in der Haus steht, durch eine Naturkatastrophe, einen Kometeneinschlag oder was auch immer komplett zerstört wird, besitze ich dann wirklich noch ein Haus? Oder besitze ich nur noch eine Urkunde, die mir bescheinigt, dass ich ein Haus besitze, obwohl das Haus nur noch ein Haufen Schutt und Asche ist. Besitze ich dann nicht viel eher einen Haufen Schutt und Asche, der aber wiederum ein komplett anderer Gegenstand mit vollkommen anderen Eigenschaften und Nutzen als ein Haus ist?
Ich bezweifel jetzt mal auch massiv, dass mir der Immobilienmarkt bescheinigen wird, dass der Haufen Schutt und Asche genauso viel wert ist wie ein Haus.
Und ja, das gleitet jetzt schon fast ins Philosophische ab. Aber ich finde, das sind grundlegende Fragen, die man bei diesem ganzen NFT-Thema stellen muss. Was wird einem wirklich verkauft und was wird einem suggeriert wird, das man da kauft.
Und aus dieser Frage heraus ist auch meine Abneigung entstanden, weil ich der Überzeugung bin, dass hier nach außen etwas verkauft wird, dass es nach innen gar nicht ist, bzw. dass man eher eine Idee verkauft als etwas wirklich Substanzielles.
Möglicherweise habe ich hier eine etwas eingeschränkte Wahrnehung, weil mir das Konzept, dass etwas einen Wert hat, nur weil es selten ist, einfach zu abstrakt ist.
Und möglicherweise übersehe ich hier immer noch einen entscheidenden Baustein, der mir endlich die Erleuchtung bringt, warum ein virtuelles Haus-NFT jetzt besser ist als eine normale virtuelle Haus-MTX, wenn ich letztlich beide nicht mehr nutzen kann, sobald das Spiel nicht mehr funktioniert.
Wenn Du mir diesen Baustein bringen kannst, gerne her damit.