Deine neue, entspanntere Herangehensweise klingt für mich durchaus gesund und ich möchte sie dir auch gar nicht madig reden. Den von mir zitierten Punkt sehe ich allerdings etwas anders.
Ich glaube nämlich schon, dass man durch einen höheren Durchsatz an Spielen mehr Highlights entdeckt, als wenn man sich ausschließlich auf die offensichtlichen Hochkaräter konzentriert. Einige meiner absoluten All-Time-Favoriten habe ich eher beiläufig angefangen, ohne große Erwartungen zu haben, und wurde dann beim Spielen komplett überrascht. Outer Wilds wäre dafür ein gutes Beispiel.
Natürlich weiß ich mittlerweile ziemlich genau, welche Arten von Spielen mir gefallen, weshalb Fehlkäufe selten geworden sind. Gleichzeitig sind die größten Highlights für mich aber auch nicht vollständig planbar. Da entsteht schon viel Potenzial einfach dadurch, dass man mehr ausprobiert und sich auf unterschiedliche Spiele einlässt.
Nur kurz noch Offtopic.
Bei mir kann ich das nicht ganz behaupten. Müsste ich intensiver drüber nachdenken.
Aber die größten Highlights waren für mich meistens Spiele, auf die ich mich lange sehr gefreut habe oder die mich spontan sehr neugierig gemacht haben (da zum Beispiel Subnautica und Outer Wilds).
Sehr selten waren das Spiele, bei denen ich eher nur so ein "sollte ich mal spielen, weil eigentlich mein Genre und alle sagen es ist gut" Gefühl hatte (entspricht wohl deinem beiläufig reinschauen Gefühl).
Und um das geht es mir.
Ich hatte irgendwie früher schon sehr oft den Drang alle relevanten Spiele von Genres zu spielen, die ich mag. Damit ich einen guten Überblick habe und quasi mitreden kann.
Prince of Persia - The Lost Crown war zum Beispiel so ein Titel, um hier mal bei Metroidvanias zu bleiben.
Ich fand vor Release immer, dass es mir zu steril und edgy aussieht und viel Fokus auf für mich nicht spaßig aussehende Kämpfe legt. Dann wurde das so gelobt und ich hatte das Gefühl, ich muss das auch erleben, sonst versäume ich etwas.
Am Ende war es schon ein durchaus solides Spiel, aber ich empfand den Look durchgehend als ungeil (von der gefrorenen Welle mal abgesehen), die Charaktere weiterhin so Fortnite-cool-überstylt und es haben mir auch nicht alle Aspekte am Gameplay gefallen.
Hätte ich es einfach ausgelassen, wäre mir persönlich nicht viel entgangen. Hätte ich Geld gespart und meine Zeit für mich sinnvoller investiert.
Oder noch schlimmer bei Steamworld Dig 2. Hat mich nie angemacht, dann mal für 3 Euro oder so doch gekauft, weil es von vielen sehr hochgehoben wurde.
War einfach gar nicht mein Spiel.
Oder auch Rise of the Golden Idol.
Den Vorgänger geliebt, aber irgendwie hat mich das ganze Setting vom Nachfolger nicht so richtig angemacht.
Dann im Angebot doch gekauft, weil muss sein. Ist ja vermutlich mehr vom Guten.
Am Ende hat es mich dann doch weit weniger abgeholt als Teil 1. Hätte ich mir wohl genauso auch sparen können.
Also ich möchte einfach mehr auf mein Bauchgefühl hören und wo mich meine Lust hinzieht.
Wenn ich deswegen wirklich mal etwas Tolles versäume, bekomme ich es ja eh nicht mit - außer man wird in so Threads persönlich darauf hingewiesen
