so, auch gerade die demo durchgespielt.
zunächst einmal fällt die grafik ins auge: einfach nur beeindruckend und im vergleich zu teil eins ein riesen schritt nach vorne
Im Vergleich zum ersten Teil ist die Grafik ein großer Schritt nach vorne, ja. Das liegt aber auch vor allem daran, dass die Demo die nervigen Nachlader der Texturen nicht mehr hat. Ansonsten ist die Grafik für mich bestensfalls aktueller Standard. Bombast habe ich habe ich an keiner Stelle empfunden.
Und Grafik besteht halt nicht nur auch Technologie alleine, sondern auch aus Art Design. Und hier hinkt die Serie total hinterher, weil denen einfach nichts einfällt. Wenn ich nicht gewusst hätte, dass das Spiel auf der Erde beginnen soll, hätte ich es nicht erkennen können. Rein von der Gestaltung der Welt her hätte das auch auf der Citadel oder einem Planeten am Ende der Galaxie sein können.
Und da wären wir beim nächsten Punkt...
insgesamt muss man bioware aber zugestehen, dass das teil wirklich aus jeder pore aaa versprüht (aber eben auch mit den einschränkungen, die das mit sich bringt). der bombast-effekt ist durchgehend da. so gesehen vermutlich ganz großes kino - allerdings eben hollywood-kino
Ganz großes Kino sieht für mich anders aus. Mal abgesehen davon, dass Spiele an sich einfach eine andere Erzählstruktur erfordern als Filme, um als auch Spiel gut zu funktionieren und dementsprechend Hollywood-Kino ins Kino gehört und nicht auf eine Spiel-DVD: Egal ob nun Film oder Spiel... Da gehört auch für mich dazu, dass ich zu meiner Umgebung eine gewisse emotionale Bindung aufbaue, um mich überhaupt darum zu scheren, warum ich dies oder jenes mache. Und auf dieser Ebene versagt die ME3-Demo kläglich. Hier ist der Bombast reine Fassade mit wenig dahinter.
Das liegt schon einmal daran, dass die Erde nur marginal als solche zu erkennen ist. Und es gibt für mich noch ein besseres Beispiel: das Kind. Das Kind wir in einer kleinen Cutscene eingeführt, es verhält sich Shepard gegenüber nur abweisend und ist Sekunden später wieder verschwunden. Wenige Minuten später taucht es wieder auf, steigt in das Shuttle und das Shuttle wird abgeschossen. Hier wollte Bioware irgendwie auf die Tränendrüse drücken, aber versagt kläglich. Mir war die Szene nämlich im Grunde vollkommen egal.
Und das liegt einzig und alleine daran, dass Bioware nicht in der Lage war, diese gesamte Miniepisode gescheit zu inszenieren. Wenn ihnen das gelungen wäre, dann hätte ich nach der Szene gesagt: "Verdammt nochmal, jetzt treten wir den Reapern aber mal mächtig in den Hintern. Das sind wir uns schuldig, alleine schon für das Kind."
Und gerade bei diesen leisen Töne, die zu einer Bombast-Inszenierung genauso dazu gehören wie die großen Explosionen, hat Bioware in der Demo komplett versagt, so dass der Rest nur reine Staffage ist.
der bewegungsablauf ist wesentlich dynamischer, was mir gefällt, auf der anderen seite ist der zweite große eindruck der, dass mir das spiel eindeutig viel zu hektisch ist.
Im Vergleich zu GoW3, dessen Deckungssystem ME3 im Grunde 1:1 kopiert, fühlt es sich immer noch hakelig und unlogisch an. Immer wieder gibt es Stellen, die nach Deckung aussehen, aber nicht als solche benutzt werden können. Und auch die Animationen an sich sind teilweise lächerlich. Wenn man mal die Sprinttaste gedrückt hält, sieht das nicht nach Sprinten aus, sondern als müsste jemand dringend auf die Toilette.
ich gehe mal davon aus, dass bioware weniger plant ein reinrassiges rpg zu entwickeln, sondern eher ein shooter grundgerüst (die kämpfe fühlen sich, abgesehen von der hektik, nicht schlecht an) nimmt und elemente ausbaut, welche eh im shootergenre immer häufiger implementiert werden
Da sag ich nur: "Schuster bleib bei Deinen Leisten". Weder ME1 noch ME2 haben als Shooter an sich gut funktioniert und das ändert sich auch mit dem dritten Teil nicht. Gut, ich bin den letzten Jahren sicherlich kein Shooter-Spezialist, aber das Trefferfeedback fühlt sich einfach miserabel an. Mir ist es in der Demo nicht nur einmal passiert, dass ich direkt auf einen Gegner drauf gehalten habe (wohlgemerkt auf den Gegner und nicht nur auf die Gegnerumrandung) und das Gefühl hatte, dass meine Wasserpistolen überhaupt nichts bewirken. Das ergibt bei einem Fallout 3 Sinn, wo zum eigenen Geschick auch noch die Charakterfertigkeiten eine Rolle bei der Trefferermittlung spielen, aber nicht bei einem ME, wo es diese Funktionsweise nicht gibt.
Ich hab die reine Shootermechanik bei Mass Effect noch nie geliebt, aber nachdem ich letztes Jahr meine GoW-Premiere hatte, weiss ich erst, wie miserabel (geklaut) diese bei ME ist.
(freu mich schon auf die posts nach dem ersten reinschnuppern in den mp).
Der Multiplayer wird mich übrigen keine einzige Sekunde sehen. Ich hab im Vorfelde gesagt, dass ME keinen MP braucht und dementsprechend will ich den auch gar nicht spielen. Zumal ich keinen Horde-Modus brauche, der vermutlich ebenso wie die Shootermechanik schlecht geklaut ist.
nochmal zur demo: bei me1+ vor allem teil 2 war ich schon einer der wenigen die aus feigem mitläufertum oder auch einfach, um mal einer generellen grundunzufriedenheit im alltag raum zu geben, mitgemeckert haben. letztendlich bin ich bei zuviel komplexität gnadenlos überfordert (ich schleppe bei dragon age mitlerweile bestimmt 20 verschiedene steine mit mir rum und weiß einfach nicht, was ich damit machen soll, traue mich aber auch nicht die zu erkaufen, weil ich glaube, dass die wichtig sind; wieso leuchte ich eigentlich in den zwischensequenzen immer so komisch? bin ich verzaubert/vergiftet oder ist das gut, weil ich quasi ein leuchtender held bin?). bei teil 2 habe ich eigentlich aufgeatmet und mir gedacht: super, endlich handlebar und die doofen nebenquest sind auch weg - daumen hoch, bioware!
Immerhin scheint die allgemeine Taktik von Bioware, mit ihren RPGs neuerdings auch die Call Of Duty-Fraktion (oder vergleichbares) ansprechen zu wollen, erfolgreich zu sein.
Für die RPG-orientierteren Spieler waren all jene Änderungen, die Du da nennst, ein absoluter Graus. Und angesichts Deiner Zeilen frage ich mich auch, ob RPGs wirklich das richtige Genre für Dich sind. Grade jene Eigenschaften, wie dass man sich stundenlang mit seinem Inventar, dem Party-Management oder der Charaktererschaffung und -weiterentwicklung beschäftigen kann, sind letztlich Kernelemente eines RPGs. Und diese waren in ME1 teilweise schon nur rudimentär und in ME2 fast gar nicht mehr vorhanden.
ME3 scheint in dem Punkt zwar komplexer zu werden, aber wenn das Charaktersystem und die Levelei der Demo ausschlaggebend für das fertige Spiel sind, ist das auch mehr Schein als sein. Zwar sind die Talentbäume etwas komplexer, aber wenn ich bedenke, dass ich alleine im zweiten Teil der Demo 2 Levelups hatte und ich mir dann die erhaltenen Fertigkeitenpunkte anschaue, so wird ein Level 60-Charakter vermutlich alle Fertigkeiten fast komplett ausbauen können. Von irgendwelchen Entscheidungszwängen sieht man da nicht mehr wirklich viel.
Und grade in diesen RPG-Punkten kommen wir anscheinend aus 2 so vollkommen unterschiedlichen Richtungen, so dass ich dort nicht einmal ansatzweise irgendwelches Konsenspotenzial sehe.
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Das soll es von meiner Seite aus auch zur Demo gewesen sein, denn je mehr ich drüber schreibe, desto weniger Bock bekomme ich auf ME3. Und ein wenig davon will ich mir zumindest noch erhalten, da ich wissen will, wie die Trilogie ihr Ende findet.