Ich kann das einerseits nachvollziehen, und irgendwo seh ich auch, dass das ein richtiges Modell für solche Spiele sein kann. Andererseits finde ich aber auch, dass das vor allem spielerische Nuancen verkennt, die all diese Ableger im Detail ja haben, wo dann die Frage wäre: Was wenn Mario Tennis as a Service Game gar nicht das beste Gameplay-Fundament hätte? Natürlich könnte sich auch beim Gameplay was per Updates etc. ändern, wobei das immer recht heikel ist. Spiele wie Fortnite haben sich aber ja auch sehr verändert über die Jahrzehnte, I guess? Hm.
Zudem hängt an dem Modell ja ein ganzer Rattenschwanz dran: Es bestünde die Möglichkeit, dass jeder Charakter würde gelevelt werden können und jeder Schläger, vll sogar jede Stage. Es würde überall Balken und XP geben und in bezahlt und unbezahlt getrennte Battle Passes, alles Sachen, die Spiele eher vergiften als sie besser zu machen (nun, in Anbetracht des Erfolgs der Riesen Rocket League, Fortnut etc. mag das eine unpopular opinion sein).
Letztlich ist die Frage: Kann so ein Spiel wie Mario Tennis als Games-as-a-service-Spiel überhaupt aufrechterhalten werden, sprich gäbe es dafür genug Spieler, die das über Jahre hinweg durchgehend spielen, dafür Premium-Battle-Passes, Skins, Content and whatnot kaufen, damit es nicht verkleinert oder ganz eingestampft werden muss (die Frage gilt m.E. auch, wenn das Spiel billig angeboten wird statt Free2Play zu sein). Games-as-a-Service ist ein Haifischbecken. Entweder du hast Erfolg (neulich Arc Raiders) oder du implodierst (2XKO, Highguard). Ich glaube, solche Spiele sind immer genau an der Schwelle zwischen so wie's jetzt ist und der Möglichkeit, dass es als Service-Game funktionieren könnte, also direkt dazwischen. Damit kann man gehörig auf die Schnautze fliegen. Ein "Basisspiel" mit läppischen 8-12 Charakteren anbieten kann den Tod bedeuten.
Ich glaub, Nintendo macht sowas nur in einem noch kleineren Rahmen als es Mario Tennis ja schon wäre: Spiele wie F-Zero 99, wo wahrscheinlich keine 20 Leute mehr dran arbeiten (und es is eh über NSO Abo "subventioniert").
Man kann alles zu einem Game-as-a-Service machen - hat man ja sogar mit Counter-Strike, lol -, aber ob das klappt oder das beste für das jeweilige Spiel / Franchise ist, das ist schwer zu sagen.
Sowas könnte vll ein Smash oder Mario Kart wagen, auch wenn ich das nicht gerade prickelnd fände, aber hier weiß ich nicht, ob das funktionieren könnte.
Das sind prinzipiell alles gute Argumente und im Grunde weiß ich es auch einfach nicht. Tennis hat vermutlich nicht diesselbe Zugkraft, das stimmt.
Aber ich finde, man muss nicht immer vom schlimmsten ausgehen, wie Games as a Service woanders gemacht wird und das dann auf jedes andere Spiel übertragen.
Keine Ahnung, ob es XP, Level und Fortschrittbalken in einem Mario Tennis braucht. Ich würde sagen nein.
Vielleicht einen Score, wie bei Mario Kart, damit das Matchmaking besser funktioniert (gibt es vermutlich schon).
Ansonsten gibt es Spiele, wo das Fundament gut genug ist, dass sie langfristig gespielt werden. Nicht von jeder einzelnen Person natürlich, aber in Summe ausreichend.
Das trifft ja eben auch auf Mario Kart, auf Smash (ja sogar Melee), das immer jeweils letzte Splatoon, Animal Crossing und Co. zu
Natürlich wird man über zB 10 Jahre einen Schwund haben, aber wohl nicht mehr als wenn man einmal ein Feature-Completes Spiel für 80€ raushaut. Würde annehmen eher weniger, wenn die Updates z.b. quartalsweise kommen.
In meiner Vorstellung haut man eben am Besten recht bald in einer neuen Generation das Fundament für diese Spiele raus (Golf, Kart, Tennis, Strikers etc.) und erweitert das dann langsam um Inhalte.
Aber gut, ich war eben auch mit einem MK8 zufrieden, dass man am Ende der Switch noch erweitert hat. Schön wäre gewesen, wenn das etwas kontinuierlicher über die gesamte Generation passiert wäre.
Wenn dann wer die Idee hat, dass man das nun in eine Open World packen will, lohnt sich auch mal ein Neustart. Ich bin aber schon verwundert, wie lange es gerade wieder dauert, dass da neue Inhalte kommen.
Ich versteh ja auch absolut nicht, warum man ein neues Smash will, wenn man doch weiterhin neue Kämpfer/Stages oder gar einen Modus wie Subspace Emissary draufpacken kann.
Klar, wenn man eine Gameplay Idee hat, die alles komplett umkrempelt, von mir aus. Selbst da hätte ich gesagt, neuer Modus ins alte Spiel und gut ist. Den totalen Bruch mit der Vergangenheit, wollen Viele ja sowieso nicht.
Die kurze Halbwertszeit bei Spielen in den früheren Generationen war für mich wesentlich nachvollziehbarer, weil sich die Grafik einfach so stark weiterentwickelt hat und man dann irgendwie gegen die Konkurrenz abgestunken ist.
Aber die Kids spielen heute immer noch Minecraft Vanilla, Roblox und Co. und dort geraten sie rein, weil der Einstieg so billig ist und deswegen auch alle Freunde dort sind.
Ein Freund von mir hat 1000+ Stunden in Binding of Isaac.
Ich spiele immer noch massig Slay the Spire oder Tetris. Schauen beide nach nix aus.
Solange das Fundament gut ist, kommt man wieder.