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L.A. Noire

EISSCHMIED

Frührentner
Abgesehen vom 4players-Test sind 96 Punkte kaum zu rechtfertigen. Da müsste das Spiel nahe der Perfektion sein.
Hab zwar schon viel Gutes gelesen, aber es gibt halt auch solche Bewertungen wie hier aus AMazon:

Nach 10 Spielstunden ist an der Zeit, ein vorläufiges Fazit zu treffen. Und in der Tat fällt es mir schwer, die vorherrschende Begeisterung ausnahmslos zu teilen. Eins steht zumindest fest: "L.A. Noire" ist ein wichtiges Spiel für die Zukunft, weil man einige Sachen so noch nie zuvor in einem Videospiel gesehen hat und die Intention hinter diesem Mammut-Projekt höchst ambitioniert ist. Dafür gehört es respektiert und bewundert. Fraglos ein präsentations-technischer Meilenstein des Medium.

Doch folgendes muss aller Euphorie über die brillante Atmosphäre, die herausragende optische Umsetzung und das Gesamtkonzept festgestellt werden: "L.A. Noire" ist kein Spiel, sondern ein leidlich interaktiver Film, und ausschließlich als Film betrachtet mutet "L.A. Noire" wie eine durchschnittliche TV-Serie mit einigen guten Dialogen an. Wenn man sich schließlich freigemacht hat von der berechtigten Begeisterung über die famos umgesetzte Spielwelt, fällt irgendwann der Blick auf das Gameplay-Gerüst, und dieses ist leider mehr als mager, zumal die Fälle bis auf wenige Ausnahmen immer nach gleichem Muster ablaufen. Abgesehen von den Befragungen und Verhörsituationen lässt das Spiel einem dabei wenig Handlungsspielraum: So werden erst immer die benötigten Beweismittel gesichert, dann Zeugen und Verdächtige befragt und schließlich kommt es noch zur obligatorischen Verfolgungsjagd, entweder zu Fuß oder im Auto. Und das war's.

Und ganz ehrlich: Wenn man zum x-ten Mal einen Verdächtigen per pedes durch die Straßen von Los Angeles verfolgt (...und dies passiert viel zu oft), nutzt sich die anfängliche Spannung doch sehr schnell ab. Genauso bei den anfänglich noch interessanten Verhören: Dank der eingesetzten Gesichts-Technologie wurden die Schauspieler direkt ins Spiel versetzt und treten mit entsprechen differenzierter Mimik auf. Das Problem, welches sich hier aber bald eröffnet, ist ärgerlich: Denn die Gesichter verraten allzu eindeutig, ob jemand lügt oder die Wahrheit sagt. Es ist viel zu einfach, die meist überzogen auffällige Mimik richtig zu interpretieren. Letztlich ist es dann am Spieler, nur noch den richtigen Gegenbeweis vorzulegen, und ein Fall ist schneller gelöst, als es einem lieb ist.

Großartig wäre es gewesen, hätte man (wie es überdies realistischer wäre) mehrere Fälle parallel über einen längeren Zeitraum laufen, statt dass man einen Mord in einem halben Tag löst. Letzterer Punkt wirkt tatsächlich irgendwann echt merkwürdig: Leiche gefunden, einen halben Tag später ist der Täter im Sack.

Und da wäre schon die nächste Schwierigkeit des Spiels: Der einzelnen Fälle sind nicht wirklich komplex. Es gibt eine Handvoll Verdächtige, eine Reihe von Hinweisen und die entsprechenden Schauplätze. Selten wird der Spieler wirklich zum denken und kombinieren angeregt, da die Lösung fast immer offen auf der Hand liegt. Und ganz ehrlich: Von einem Spiel, das Kriminalfälle in den Mittelpunkt stellt, erwarte ich mir in Sachen Tiefgang deutlich mehr, zumal die Fälle selten überraschend und sonderlich einfallsreich sind.

Dann wäre da die Stadt: Los Angeles ist riesig, voller Detailverliebtheit und Flair. Aber: Abseits der Fälle gibt es hier nichts wirklich zu tun. Und das ist schade, denn die Größe der Spielwelt hätte viel Raum gegeben für Aktivitäten und Nebenaufträge neben der Haupthandlung. Die insgesamt 40 "Street-Missions", bei denen man spontan Funkmeldungen über Verbrechen nachgeht, sind allesamt extrem kurz und laufen fast immer nach dem gleichen Muster ab: Entweder gibt's eine Schießerei oder eine Verfolgungsjagd.

"L.A. Noire" erfüllt den zentralen Anspruch an ein Videospiel leider nicht, da es kaum "Spiel" und viel Film ist. Betrachtet man "L.A. Noire" als letzteres, kann man - gut dosiert - viel Spaß im Sinne einer TV-Serie haben. Falls man sich jedoch ausgeklügelte Spielmechaniken und abwechslungsreiches Gameplay erwartet, ist man hier völlig falsch. Zum Vergleich: "Heavy Rain" (PS3) ist von vorne weg nichts anderes als ein interaktives, filmisches Erlebnis und soll auch nichts anderes sein; "L.A. Noire" hingegen will eigentlich ein Spiel sein, denn für einen interaktiven Film bietet es wiederum zu wenig tatsächliche Interaktion und Einflussnahme auf die Handlung. Doch für ein "Spiel" reicht es trotzdem nicht, denn immer wieder hat man das Gefühl, dass man ohnehin nur an einem roten Faden entlang durch die Story gelotst wird.

FAZIT: Herausragende Technik und Präsentation beiseite; "L.A. Noire" krankt am gleichen Defizit wie "Mafia II". Eine gewaltige, wunderschöne Spielwelt, die dem Spieler wenig bis keine Möglichkeiten neben der vorgegeben Handlung lässt. Ob man mit "L.A. Noire" letztlich glücklich wird, hängt davon ab, was man als Spieler will. Wenn es dem Spieler reicht, sich einfach von der Atmosphäre einsaugen und "verzaubern" so lassen, ist "L.A. Noire" eine gute Wahl. Falls man jedoch von einem Spiel auch wirklich erwartet, dass man "spielt" statt nur schaut, kann "L.A.Noire" irgendwann einfach nur zu einer langweiligen Angelegenheit werden, in der die permanent wiederkehrenden Verfolgungsjagden und Schießereien nur noch wie aufgesetzt wirken. "L.A. Noire" ist richtungsweisend für den Beginn einer Entwicklung, die sich über die nächsten Jahre fortsetzen wird, als Videospiel für sich betrachtet ist jedoch kaum mehr mehr als ein Grafikblender mit guter Story und einem toll gestalteten Los Angeles.
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Jeder hat natürlich eine eigene Meinung dazu. Ich bin nur extrem vorsichtig geworden.
Werde dann wohl Anfang nächster WOche, wenn ich mir mein Dirt 3 hole, entscheiden. Kann es mir ja auch irgendwann zweiter Hand holen.
 

X30 Neo

Natural Born Gamer
Sponsor
Ich habe mir bei Gamestop die Vorbesteller-Edition für die 360 geholt. Den Bonus hätte ich für die PS3 leider nicht bekommen, die ich eigentlich lieber haben wollte. Da ließen sie aber nicht mit sich reden.
Gut so, denn der Verkäufer, den ich eigentlich sehr schätze, meinte die Xbox-Version sähe sowieso besser aus.
Immerhin hat die 9,99€-Aktion geklappt, indem ich Infamous und Shift 2 in Zahlung gegeben hatte. Infamous hatte er mir auf 22,50€ hochgerechnet. Das kann ich mir dann vom Welcome-Back-Geschenk auf die PS3 später nochmal kostenlos runterladen. Durch meine 5€ Anzahlung habe ich letztlich nur 4,99€ bezahlt.
smile.gif


Ich habe das Teil natürlich gleich eingeworfen und bin nach den ersten beiden größeren Fällen wirklich sehr zufrieden.
Mir tun nur die ganzen Kiddies leid, die Nonstop-Balleraction a lá GTA erwartet haben.
:frech:
 

X30 beo

Rat der Weisen
Das so wenig in der großen Stadt zu tun ist, ist echt schade und verschenkte Progammierzeit. Gerade hier hätte es sich angeboten eine vielzahl von Nebenjobs zu integrieren. Die Story und die Atmo sind aber allererste Sahne. Vergleiche mit GTA4 und RDR funzen wirklich nicht. Ich dachte das es wenigstens ein bisschen so wäre, aber nein. Open World Gefühle wollen sich einfach nicht einstellen :mad:. Alles in allem ein bisschen was anderes als erwartet, aber enttäuscht wurde ich nicht und hab die ersten Stunden bis jetzt sehr genossen.

@ Kommentar: Wie zur Hölle kann er die Verhöre zu einfach finden?
 

dirty_dee

Sonntagsfahrer
Ich habe das Game nicht mal ausgepackt und finde hier schon handfeste Meinungen und Analysen. Manche Leute sollten sich Gedanken über ihren Konsum machen!:p
 

Threatcon

Frührentner
Ich finde das Spiel super! Kein Spiel das man mal kurz 20, 30 Minuten einlegt, sondern ein Spiel das man längere Zeit bequem zurückgelehnt auf der Couch spielen kann (nicht wie bei Black Ops; Das Gesicht zur Faust geballt, am Rand der Couch hockend und die Sticks durch den Controller drückend, Bier wird warm, etc...).

Ich kann mich den positiven Stimmen hier nur anschließen, heute Abend geht´s weiter und ich freie mich noch auf viele Stunden mit L. A. Noire - bitte mehr von solchen Spielen.
 
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