simple smile
Frührentner
Manchmal hilft es, finde ich, wenn man auf die absoluten Zahlen hinweist: Es gibt einfach viel zu viele Videospieler, als dass man bei den paar Amokläufen einen Zusammenhang rechtfertigen könnte. Genausogut könnte ich es auf Comics oder Jeans schieben wollen, denn ganz sicher hatte jeder der bisherigen Amokläufer Kontakt zu diesen beiden Ausgeburten der Hölle. (nur sind Comics und Jeans heutzutage eben akzeptiert... war ja auch nicht immer so).
Ich hab mich vor einiger Zeit mal mit dem Buch "Grand Theft Childhood" beschäftigt, und die haben spannende Sachen gesagt und schauen sehr genau hin (hier eine englische Zusammenfassung).
Es gibt nämlich durchaus Korrelationen von Gewaltspielen zu manchen Problemen, was man als Provideospieler erstmal nicht so gerne hört: Mobbing beispielsweise, schlechte Noten, aggressives Verhalten. Wichtig dabei: Das sind Korrelationen, was da was bewirkt, ist nicht klar. Aber tatsächlich ist es schlau, bei seinen Kindern zu gucken, wenn die Probleme haben, ob das Computerspielen hiflreich ist (oder ob es ein Problem zeigt bzw. aufrecht erhält). Und es ist auch schlau, das in die Diskussion reinzulassen. Für manche Kinder ist es keine gute Idee, Videospiele zu spielen. Manche Kinder brauchen vielleicht klare Zeitvorgaben oder Unterstützung bei der Verarbeitung von manchen Bildern (genau wie man das beim Fernsehen ja auch macht). Differenziert hingucken ist wichtig.
Gleichzeitig sagen die auch, dass es Korrelationen gibt von Gar-Kein-Computerspielen zu sozialen Problemen... Wer nicht spielt, gehört nicht dazu, was auch wieder schlecht ist.
Und vor allem, und das finde ich zwei klasse Argumente für die Debatte:
- Amokläufe gehören nicht zu den Problemfeldern, für die man eine Korrelation findet, es sind kleinere Sachen, und die sollte man vielleicht mal ernsthaft angucken, anstatt immer nur bei Riesentragödien das Thema aufzunehmen. Wäre doch eher mal interessant, ob diese 12-Jährigen in den COD-Lobbies vielleicht ganz andere Probleme haben - auch ohne dass sie Amok laufen, sollte man sich mal um die kümmern.
- Mit der Antwort "Es sind Videospiele" macht es sich die Gesellschaft zu leicht. Jugendgewalt nahm schon zu, bevor es Videospiele gab (momentan nimmt sie sogar eher ab), offensichtlich gibt es negative Einflüsse in unserer Gesellschaft, unter der Jugendliche leiden. Nach denen guckt aber kein Schwein, wenn immer nur die Videospiele schuld sind. Was ist mit (ich denk mir mal was aus) dem steigenden Leistungsdruck in Schulen? Die unsicheren Zukunftsperspektiven? Mobbing im Internet? Ständige Vergleichsmöglichkeiten von Jugendlichen mit tollen Leuten?
Wenn wir auf Kinder und Jugendliche gucken wollen, müssen wir aufhören, immer nur bis zu den Videospielen zu gucken.
PS: Schönes Interview mit der einen Autorin des Buchs (auch in englisch):
Ich hab mich vor einiger Zeit mal mit dem Buch "Grand Theft Childhood" beschäftigt, und die haben spannende Sachen gesagt und schauen sehr genau hin (hier eine englische Zusammenfassung).
Es gibt nämlich durchaus Korrelationen von Gewaltspielen zu manchen Problemen, was man als Provideospieler erstmal nicht so gerne hört: Mobbing beispielsweise, schlechte Noten, aggressives Verhalten. Wichtig dabei: Das sind Korrelationen, was da was bewirkt, ist nicht klar. Aber tatsächlich ist es schlau, bei seinen Kindern zu gucken, wenn die Probleme haben, ob das Computerspielen hiflreich ist (oder ob es ein Problem zeigt bzw. aufrecht erhält). Und es ist auch schlau, das in die Diskussion reinzulassen. Für manche Kinder ist es keine gute Idee, Videospiele zu spielen. Manche Kinder brauchen vielleicht klare Zeitvorgaben oder Unterstützung bei der Verarbeitung von manchen Bildern (genau wie man das beim Fernsehen ja auch macht). Differenziert hingucken ist wichtig.
Gleichzeitig sagen die auch, dass es Korrelationen gibt von Gar-Kein-Computerspielen zu sozialen Problemen... Wer nicht spielt, gehört nicht dazu, was auch wieder schlecht ist.
Und vor allem, und das finde ich zwei klasse Argumente für die Debatte:
- Amokläufe gehören nicht zu den Problemfeldern, für die man eine Korrelation findet, es sind kleinere Sachen, und die sollte man vielleicht mal ernsthaft angucken, anstatt immer nur bei Riesentragödien das Thema aufzunehmen. Wäre doch eher mal interessant, ob diese 12-Jährigen in den COD-Lobbies vielleicht ganz andere Probleme haben - auch ohne dass sie Amok laufen, sollte man sich mal um die kümmern.
- Mit der Antwort "Es sind Videospiele" macht es sich die Gesellschaft zu leicht. Jugendgewalt nahm schon zu, bevor es Videospiele gab (momentan nimmt sie sogar eher ab), offensichtlich gibt es negative Einflüsse in unserer Gesellschaft, unter der Jugendliche leiden. Nach denen guckt aber kein Schwein, wenn immer nur die Videospiele schuld sind. Was ist mit (ich denk mir mal was aus) dem steigenden Leistungsdruck in Schulen? Die unsicheren Zukunftsperspektiven? Mobbing im Internet? Ständige Vergleichsmöglichkeiten von Jugendlichen mit tollen Leuten?
Wenn wir auf Kinder und Jugendliche gucken wollen, müssen wir aufhören, immer nur bis zu den Videospielen zu gucken.
PS: Schönes Interview mit der einen Autorin des Buchs (auch in englisch):
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