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Forspoken und Spielejournalismus

Thommysoft

Aktuell als Moderator inaktiv.
Team
Warum lasse ich da etwas außer Acht? Natürlich können die Outlets nur darum Impressions einfahren, weil es Leser*innen gibt. Sonst würde das ganze ja nicht funktionieren.

Du hast erneut betont, dass mit Reviews oder auch Vorberichten Werbung für ein Spiel gemacht wird.

Aber diese Werbung ist ja einfach nur ein Nebenprodukt. Sämtliche Berichterstattung über Medien, Produkte und Services ist kostenlose Werbung, solange sie nicht ausschließlich negativ ist.

Aber das Kernziel ist ja nicht die Werbung, sondern die Erfüllung einer Nachfrage seitens der Kundschaft.

Wenn ich so manche Stimmen in Podcasts etc. höre, wären die meisten Spielejournalisten froh, wenn sie sich diesen Preview-Journalismus nicht mehr hingegeben müssen. Aber solange die Nachfrage herrscht, muss sie halt jemand erfüllen. Und wenn Du sie nicht erfüllst, schießt Du Dich schnell ins Aus. Und damit auch jede Menge Jobs, die daran hängen.

Du postet hier im Forum regelmäßig Spieleankündigungen und Trailer, weil Du denkst, dass Deine Mitforisten daran Interesse haben. Aber genau genommen ist das auch nur kostenlose Werbung für Spiele, aber das wird sicherlich nicht Deine eigentliche Intention hinter den Posts sein.

Damit zeigst du du doch ein sehr prominentes Beispiel das beweist, dass es überhaupt nichts nützt wenn möglichst viele Medien über einen Titel berichten. Es hat eher negative, für Kund*innen schädliche Wirkung.

Das sehe ich etwas anders. Es gab ja durchaus skeptische Stimmen zu Cyberpunk. Und letztlich wurde hier vor allem eine Nachfrage seitens Kundschaft bedient.

Dass sich dieser enorme Hype aufgebaut hat, liegt ja auch an etwas anderem, dass Du hier angesprochen hast:

Das ist eben deine Sichtweise. Solange die Outlets auch nur Echokammern sind (um es mal zu überspitzen) ist es mir herzlich egal wie fair (also dass alle ein Stück vom Werbekuchen abgekommen) es ist. Vielleicht wäre es sogar ganz gut, das einige Medien sich nicht mehr halten können. Aufmerksamkeit ist eben auch eine begrenzte Ressource und wenn die nicht mehr von bunten und lauten Medien besetzt wird, hat man dann vielleicht etwas für besseren Journalismus übrig.

Wer hat denn diese Echokammern entstehen lassen? Die Kunschaft, weil sie halt oftmals nur eine Berichterstattung wünscht, die ihre eigenen Erwartungen bestätigt.

Kritische Berichterstattung, die nicht dem enspricht, was erwartet wird, bekommt oft die Rechnung dafür, in dem Berichterstatter belästigt werden oder gar Morddrohungen bekommen. Natürlich hält man sich in einem solchen Umfeld mit Skepsis (z.b. in Form von Meinungsartikeln) zurück, solange man diese nicht mit Fakten (z.B. in einem Test) untermauern kann.

Und im Falle von Cyberpunk hatten wir halt eine Situation, in der der Großteil der Spielerschaft CDPR als weißen Ritter der Spieleindustrie sehen wollte, der alles anders macht als die anderen großen Publisher. Wer das hinterfragt hat, war teilweise gar der Feind.

Aber am Ende haben wir halt gesehen, dass CDPR durch und durch genauso ist wie die anderen Publisher. Durch das Verschicken nur der PC-Testmuster haben sie die Berichterstattung manipuliert, indem nur eine Version zugänglich war, die in weit besseren Zustand war als die Konsolenversion.

Und diese Erfahrung hat viele in den Medien zu gebrannten Kindern gemacht, was im Falle von Forspoken genau die Reaktion hervorgebrach hat, die Du jetzt kritisiert.

Und da kommen wir zum nächsten Punkt:

Das ist eben der Punkt wo die ganze Erzählung der Outlets, die nicht bemustert wurden zusammenfällt.

Die fällt meiner Meinung nach überhaupt nicht zusammen. Es hat sich ja bestätigt, dass man in Bezug auf Forspoken hat vorsichtig sein müssen. Genau davor haben die Outlets gewarnt, die drauf hingewiesen haben, dass nur bruchstückhaft bemustert wird.

Nun ist das ganze für Square Enix trotzdem nach hinten losgegangen. Wir wissen nicht, warum sie bestimmte Medien nicht bemustert haben, die vorher immer von ihnen bemustert wurden. Hatten sie sich von den anderen positivere Reviews versprochen? Wussten sie, dass das Feedback weitgehen schlecht sein würde und wollen sie den Schaden durch weniger Reviews zumindest eingrenzen?

Was auch immer die Motive waren, Square Enix ist das komplett um die Ohren geflogen, weil die Berichterstattung über das Spiel nicht in Vergessenheit geraten, sondern stattdessen regelrecht explodiert ist.

Über die (in dem Fall unnötigen) Warnungen der Leute, die nicht bemustert wurden, könnten wir wirklich diskutieren, wenn sie komplett unbegründet gewesen wären, aber so haben sie genau den Zweck erfüllt, den die Presse erfüllen sollte: Die Kunden informieren/warnen, damit sie eine möglichst gute Kaufenscheidung treffen können.

Und nochmal auf den Post zurück:

Das ist eben deine Sichtweise. Solange die Outlets auch nur Echokammern sind (um es mal zu überspitzen) ist es mir herzlich egal wie fair (also dass alle ein Stück vom Werbekuchen abgekommen) es ist. Vielleicht wäre es sogar ganz gut, das einige Medien sich nicht mehr halten können. Aufmerksamkeit ist eben auch eine begrenzte Ressource und wenn die nicht mehr von bunten und lauten Medien besetzt wird, hat man dann vielleicht etwas für besseren Journalismus übrig.

Ich sehe im klassischen Spielejournalismus jetzt ehrlich gesagt nicht so viele laute und bunte Medien. Das findet meiner Meinung nach vielmehr auf Youtube und bei Influencern statt, weil Youtubes Algorithmen Kontroversen befeuern.

Deshalb sehe ich jetzt ehrlich gesagt wenig Wert darin, den klassischen Spielejournalismus einfach abzubrennen. Dann haben wir nur Ruinen, aus denen nichts mehr aufgebaut werden kann, weil die Journalisten ihren Job einfach quittieren.

Viel wichtiger ist eine Transformation hin zu Angeboten, die sich alternativ finanzieren. Und das geschieht nicht über Nacht, weil es ein Umdenken bei den Kunden erfordert. Und das kann man nicht erzwingen, das kann nur über einen schleichenden Prozess funktionieren, dem es aber komplett unzuträglich ist, wenn wir vorher schon ein Massensterben der Medien erleben.

Und was mir bei Deinen Posts ehrlich gesagt fehlt, sind Lösungsansätze. Mit fast allen Deinen Posts, versuchst Du Löcher in unsere Argumentationen zu pieksen, aber einen wirklich konstruktiven Post der aufzeigt, der aufzeigt, wie unter den Bedingungen, die jetzt herrschen, einen besseren Umgang wie mit der fehlenden Bemusterung finden kann, vermisse ich bisher.

Dass die Medien, die nicht bemustert werden, einfach den Mund halten, kann ja auch nicht die Lösung sein.
 

Zäpp

Moderator
Team
Aber das Kernziel ist ja nicht die Werbung, sondern die Erfüllung einer Nachfrage seitens der Kundschaft.
Ich würde eher behaupten, dass das Kernziel ist, den Leuten etwas anzubieten was interessant ist, damit sie auf der Seite bleiben, damit diese attraktiver für Werbetreibende ist, damit die dann dafür bezahlten Werbebanner auf der Seite zu schalten. (Kleine Nebenbemerkung, ich finde es nicht verwerflich, dass Unternehmen Geld verdienen wollen/müssen) Natürlich macht man das am besten mit etwas wofür es Nachfrage gibt. Und ich würde den Leuten die dahinter stehen auch unterstellen, dass es etwas ist wofür sie selber Interesse zeigen. Das würde ich zumindest auch als Begründung angeben, warum ich hier Sachen poste und damit Werbung dafür mache.

Aber solange die Nachfrage herrscht, muss sie halt jemand erfüllen.
Nein, niemand muss etwas tun. Man macht es aber, bevor es wer anders tut. Man könnte ja auch etwas anderes bieten für was Leute dann vielleicht bereit sind zu zahlen.

Den Zusammenhang zwischen dem Hype für Cyberpunk und den nun verletzten Eitelkeiten verstehe ich ehrlich gesagt nicht. Da hast du mich verloren.
Es klingt aber fast so, als wären die bedauernswerten Medien hier eingekeilt zwischen Kundschaft und Industrie.

Aber ich finde es interessant, dass die Kundschaft zum einen nur Berichterstattung fordert, die die eigene Meinung bestärkt, es zum anderen aber besser ist wenn möglichst viele Medien über ein Thema berichten können. Das heißt dann ja dass nur die eine Meinung, von noch mehr Seiten wiedergegeben und damit bestärkt werden würde. Das ist doch nicht sinnvoll.

Die fällt meiner Meinung nach überhaupt nicht zusammen. Es hat sich ja bestätigt, dass man in Bezug auf Forspoken hat vorsichtig sein müssen. Genau davor haben die Outlets gewarnt, die drauf hingewiesen haben, dass nur bruchstückhaft bemustert wird.
Ich meinte die Erzählung, dass die entsprechenden Outlets nicht bemustert wurden weil sie ja so kritisch sind. In der Logik hieße das, dass die die bemustert wurden nicht kritisch sind. Anhand der Bewertungen sieht das aber anders aus. (Im Übrigen ist an denen auch wenig überraschend. Das Bild hat sich schon nach den letzten Previews geteigt). Und was heißt denn bruchstückhaft? Wie viele Kopien sind denn verteilt wurden? Wie viele hätten es sein müssen?

Was auch immer die Motive waren, Square Enix ist das komplett um die Ohren geflogen, weil die Berichterstattung über das Spiel nicht in Vergessenheit geraten, sondern stattdessen regelrecht explodiert ist.
Richtig. Wir wissen nicht warum es so ist. Es wird aber denen beigestanden, die behaupten sie wären übergangen wurden, um niedrigere Wertungen zu vermeiden. Ob da bei Square irgendwas um die Ohren fliegt wage ich mal zu bezweifeln. Da gab es in letzter Zeit ja deutlich schlimmere Nachrichten. Und am Ende reden alle über Forspoken, es ist ein Sony Exklusivtitel, er wird sich verkaufen.

Über die (in dem Fall unnötigen) Warnungen der Leute, die nicht bemustert wurden, könnten wir wirklich diskutieren, wenn sie komplett unbegründet gewesen wären, aber so haben sie genau den Zweck erfüllt, den die Presse erfüllen sollte: Die Kunden informieren/warnen, damit sie eine möglichst gute Kaufenscheidung treffen können.
Sehe ich eben gar nicht so. Weil nicht die Beschwerden über das Ausbleiben der eigenen Reviews helfen bei einer Kaufentscheidung, sondern die tatsächlichen Besprechungen. Sicher können sich jetzt alle gehässig freuen, dass das Spiel offenbar wirklich so ist wie es nach den ersten Previews vermuten ließ, aber nützlich ist das nicht.

Ich sehe im klassischen Spielejournalismus jetzt ehrlich gesagt nicht so viele laute und bunte Medien. Das findet meiner Meinung nach vielmehr auf Youtube und bei Influencern statt, weil Youtubes Algorithmen Kontroversen befeuern.
Zum einen nutzt du vermutlich nur ausgewählte Seiten und zum anderen bei anderen Angeboten einen Adblocker. Dazu kommt, dass wirklich über jede Kleinigkeit berichtet wird. Egal wie unwichtig. Leider muss aus SEO Gründen dann auch immer ein Artikel einer bestimmten Länge, mit passenden Stichworten und anderen Regeln erstellt werden. So entsteht dann einiges an lauten und bunten Sachen. Klar kann ein Text nicht ganz so grell sein wie ein Video.

Und was mir bei Deinen Posts ehrlich gesagt fehlt, sind Lösungsansätze. Mit fast allen Deinen Posts, versuchst Du Löcher in unsere Argumentationen zu pieksen, aber einen wirklich konstruktiven Post der aufzeigt, der aufzeigt, wie unter den Bedingungen, die jetzt herrschen, einen besseren Umgang wie mit der fehlenden Bemusterung finden kann, vermisse ich bisher.
Ich sehe hier ja nicht mal das gleiche Problem. Für mich sind das einfach gekränkte Egos, die laut genug waren und deren Vermutung jetzt zufällig bestätigt wurden. Aber Korrelation und Kausalität sind unterschiedliche Dinge. Für dich scheint es ein weiteres Erodieren wichtiger journalistischer Arbeit. Ich habe also gar kein Problem zu lösen. Ich sehe nur, dass hier wieder etwas aufgeblasen wurde und man gern denen zur Seite springt, die gegen die böse Industrie aufsteht. Wobei die selber für gewöhnlich gern Teil der ganzen Maschine sind.

Dass die Medien, die nicht bemustert werden, einfach den Mund halten, kann ja auch nicht die Lösung sein.
Nö, aber ein einfacher Hinweis darauf, dass dem so ist, falls wer danach sucht, sollte ausreichen. Man muss da keine langen Text mit Interna veröffentlichen.
 
Zuletzt bearbeitet:

Thommysoft

Aktuell als Moderator inaktiv.
Team
Ich würde eher behaupten, dass das Kernziel ist, den Leuten etwas anzubieten was interessant ist, damit sie auf der Seite bleiben, damit diese attraktiver für Werbetreibende ist, damit die dann dafür bezahlten Werbebanner auf der Seite zu schalten. (Kleine Nebenbemerkung, ich finde es nicht verwerflich, dass Unternehmen Geld verdienen wollen/müssen) Natürlich macht man das am besten mit etwas wofür es Nachfrage gibt. Und ich würde den Leuten die dahinter stehen auch unterstellen, dass es etwas ist wofür sie selber Interesse zeigen. Das würde ich zumindest auch als Begründung angeben, warum ich hier Sachen poste und damit Werbung dafür mache.

Aber damit sagst Du doch im Grunde, dass im Kern eine Nachfrage erfüllt wird.

Der Journalist möchte gerne schreiben. Der Journalist möchte gerne bezahlt werden. Dafür braucht er einen Verleger oder muss selber Verleger werden. Und dieser Verleger muss irgendwie Geld reinbekommen, also muss das Angebot so ausgerichtet sein, dass es gerne konsumiert wird, damit entweder genug Abos reinkommen oder jemand die Leser-/Zuschauer-/Hörerzahlen und deren demographisches Profil interessant genug findet, um Werbung zu schalten.

Und mit der Ausrichtung des Angebots auf Zielgruppe erfüllt man man doch schon eine Nachfrage.

Keine Nachfrage, keine journalistisches Angebot das wirtschaftlich tragfähig ist. Denn ansonsten reden wir von einem privaten Blog oder ähnlichem, wo jemand kostenlos und damit auch ohne Abhängigkeit von Nachfrage seine Artikel postet, weil es einfach ein Hobby ist.

Nein, niemand muss etwas tun. Man macht es aber, bevor es wer anders tut. Man könnte ja auch etwas anderes bieten für was Leute dann vielleicht bereit sind zu zahlen.

Klar, es muss niemand über die "großen Themen" schreiben. Wie Du sagtest, wird es dann jemand anders tun.

Aber sobald Du etwas anderes bietest, für das die Leute bereit sind Geld zu bezahlen, erfüllst Du eine Nachfrage. Selbstwenn Dein Angebot ist "Ich schreibe/spreche über das, was ich will und lasse mir da nicht reinreden", erfüllst Du eine Nachfrage, sobald Leute dafür zahlen. Von seiten Deiner Kunden herrscht dann halt die Nachfrage nach einem "Ich mag den Typen. Lass ihn schreiben/reden über was er will"-Angebot.

Ein Angebot ohne Nachfrage ist praktisch nicht existent, weil es niemand konsumiert.

Und klar, wenn man von dem Kram leben möchte, muss man halt ein Angebot schaffen, dass möglichst viele Leute interessiert. Und je nachdem, ob dabei entweder der wirtschaftliche Erfolg oder die journalistische Integrität der wichtigste Faktor sind, gestaltet man das Angebot halt entweder größer oder kleiner.

Die größeren Medienhäuser richten sich deutlicher am wirtschaftlichen Erfolg aus, weil sie halt nicht nur 3 oder 4 Leute beschäftigen, sondern dutzende oder hunderte Mitarbeiter. Und dafür muss man logischerweise mehr Kompromisse eingehen, um Stabilität zu gewährleisten.

Als kleinere Gruppe kann man da flexibler agieren, muss dann aber auch berücksichtigen, dass man sich um viele (Steuern, Sozialabgaben etc.) selber kümmern muss und vieleicht auch ein höheres Risiko bzw. größere Unsicherheiten eingeht.

Und das wiederum ist nicht für jeden was. Von daher ist für eine größere Meinungsvielhalt durchaus nicht unwichtig, dass es beides gibt. Denn wenn wir jetzt sagen, dass dieses ganze Reichweitenjournalismusding kompletter Müll ist, werden wir die redaktionellen Stimmen verlieren, die nicht bereit sind, das Risiko des freien Journalimus oder Kleinunternehmertums einzugehen. Und ich bin mir nicht sicher, ob das wirklich gut wäre. Denn eine gewisse Form von Sicherheit, ein größeres Unternehmen im Rücken zu haben, kann halt auch Ressourcen für Angebotsvarianten freischaufeln, die es in einem Kleinunternehmen nicht gibt.

Den Zusammenhang zwischen dem Hype für Cyberpunk und den nun verletzten Eitelkeiten verstehe ich ehrlich gesagt nicht. Da hast du mich verloren.
Es klingt aber fast so, als wären die bedauernswerten Medien hier eingekeilt zwischen Kundschaft und Industrie.

Aber ich finde es interessant, dass die Kundschaft zum einen nur Berichterstattung fordert, die die eigene Meinung bestärkt, es zum anderen aber besser ist wenn möglichst viele Medien über ein Thema berichten können. Das heißt dann ja dass nur die eine Meinung, von noch mehr Seiten wiedergegeben und damit bestärkt werden würde. Das ist doch nicht sinnvoll.

Das hast Du mir ehrlich gesagt zu sehr reduziert.

Es ist nicht "die Kundschaft", die nur Berichterstattung fordert, die die eigene Meinung bestärkt, sondern es ist ein Teil der Kundschaft. Und zwar der Teil, der in der Regel am lautesten und aggressivsten ist.

Das ist die Realität, wie sie momentan leider ist. Und das ist ein Problem innerhalb dieses Komplexes, das wir irgendwie irgendwie lösen müssen, indem die Leute wieder Medienkompetenz erhalten oder sich Kunden der Spieleindustrie mal wieder stärker bewusst werden, dass extremes Fantum eigentlich ihren eigenen Interessen komplett entgegen läuft.

Denn wenn das gegeben ist, kommen wir wieder an einen Punkt, an dem eine breite, vielfältige Berichterstattung für alle von Vorteil ist und nicht für diejenigen, die das jetzt schon zu schätzen wissen.

Das ist jetzt natürlich eine absolute idealisierte Vorstellung. Das will ich nicht verhehlen. Aber wie ich vorhin schon sagte: Wenn wir wollen, dass sich Spielejournalimus transformiert, müssen wir diese Vielfalt auch jetzt erhalten. Es bringt gar nichts, wenn man sagt "Derzeit funktioniert das eh alles nicht, dann können wir es auch ganz abreißen". Dann ist halt nichts mehr da, auf dem man neu aufbauen kann.

Ich meinte die Erzählung, dass die entsprechenden Outlets nicht bemustert wurden weil sie ja so kritisch sind. In der Logik hieße das, dass die die bemustert wurden nicht kritisch sind. Anhand der Bewertungen sieht das aber anders aus. (Im Übrigen ist an denen auch wenig überraschend. Das Bild hat sich schon nach den letzten Previews geteigt). Und was heißt denn bruchstückhaft? Wie viele Kopien sind denn verteilt wurden? Wie viele hätten es sein müssen?


Richtig. Wir wissen nicht warum es so ist. Es wird aber denen beigestanden, die behaupten sie wären übergangen wurden, um niedrigere Wertungen zu vermeiden. Ob da bei Square irgendwas um die Ohren fliegt wage ich mal zu bezweifeln. Da gab es in letzter Zeit ja deutlich schlimmere Nachrichten. Und am Ende reden alle über Forspoken, es ist ein Sony Exklusivtitel, er wird sich verkaufen.

Ich sehe da ehrlich gesagt keine Erzählung, dass die entsprechenden Outlets nicht bemustert worden, weil sie so kritisch sind.

Die Erzählung ist für mich viel eher: Es wurden nicht alle Medien bemustert, die normalerweise bemustert werden. Das ist nicht normal. Hier sollte man vorsichtig sein, denn die Berichterstattung einzuschränken ist in der Regel kein gutes Zeichen.

Fertig. Ende. Aus. Ich glaube nicht mal, dass die anderen Journalisten das so sehen, dass sich hier jemand als "Überkritsch, deswegen werden wir nicht bemustert" hinstellen will, da ich selbst bei den Medien, die bemustert wurden, in den Reviews Hinweise gefunden habe, dass die Bemusterung hier nicht nach üblichen Maßstäben erfolgte.

Und zum Thema "bruchstückhaft": Ich kann Dir keine Zahlen nennen, wieviele Reviewkopien es jetzt hätten sein müssen. Ich weiß ja nicht mal, was üblich ist. Aber generell würde ich jetzt erstmal sagen, dass alle Medien, die normalerweise beliefert werden, Codes hätten bekommen sollen und ansonsten auch alle anderen Reviewer, die Codes nachfragen und eine so relevante Größe darstellen, dass sie ansonsten auch regelmäßig in solchen Verteilerketten landen. Halt marktübliche Mengen. Und die kennen natürlich nur Square und die Medien, die sich darüber austauschen.

Richtig. Wir wissen nicht warum es so ist. Es wird aber denen beigestanden, die behaupten sie wären übergangen wurden, um niedrigere Wertungen zu vermeiden. Ob da bei Square irgendwas um die Ohren fliegt wage ich mal zu bezweifeln. Da gab es in letzter Zeit ja deutlich schlimmere Nachrichten. Und am Ende reden alle über Forspoken, es ist ein Sony Exklusivtitel, er wird sich verkaufen.

Klar, warum sollte ich in diesem Fall Square Enix beistehen und nicht den Medien?

Wenn es gute Gründe gibt, dass es keine Review-Codes für bestimmte Medien gibt, könnte man das einfach kommunizieren.

Aber der Publisher ist hier deutlich am längeren Hebel. Und vergangene Ereignisse haben immer wieder mal gezeigt, dass dieser Hebel fast ausschließlich dafür benutzt wird, um die Berichterstattung zu beeinflussen.

Damit die Publisher hier von mir einen Vertrauenvorschuss bekommen, dass das, was sie hier tun, andere, gute Gründe hat, müssten sie sich den erstmal erarbeiten. Und das haben sie einfach nicht.

Zum einen nutzt du vermutlich nur ausgewählte Seiten und zum anderen bei anderen Angeboten einen Adblocker. Dazu kommt, dass wirklich über jede Kleinigkeit berichtet wird. Egal wie unwichtig. Leider muss aus SEO Gründen dann auch immer ein Artikel einer bestimmten Länge, mit passenden Stichworten und anderen Regeln erstellt werden. So entsteht dann einiges an lauten und bunten Sachen. Klar kann ein Text nicht ganz so grell sein wie ein Video.

Wie Reichweitenjournalismus funktioniert, weiß ich. Mir ist auch vollkommen klar, wie reichweitenorientierte Sites ihre Inhalte gestalten müssen. Dass da immer wieder immer wieder Clickbait dabei ist, der mich auch stört. Das ist keine Frage. Dazu habe ich ja nun auch schon genug geschrieben.

Aber dass so eine Seite ein buntes Angebot hat, finde ich nicht grundsätzlich falsch. Wenn ich eine Website benutze, will ich da halt auch Inhalte finden, die mich interessieren. Und das funktioniert wiederum nur mit einem bunten Angebot, weil mich andere Themen interessieren als Dich oder Dritte. Insofern ist es ja durchaus auch in unserem Interesse, dass über viele Kleinigkeiten berichtet wird, denn die eine Kleinigkeit interessiert Dich, die andere wiederum mich.

Ich sehe hier ja nicht mal das gleiche Problem. Für mich sind das einfach gekränkte Egos, die laut genug waren und deren Vermutung jetzt zufällig bestätigt wurden. Aber Korrelation und Kausalität sind unterschiedliche Dinge. Für dich scheint es ein weiteres Erodieren wichtiger journalistischer Arbeit. Ich habe also gar kein Problem zu lösen. Ich sehe nur, dass hier wieder etwas aufgeblasen wurde und man gern denen zur Seite springt, die gegen die böse Industrie aufsteht. Wobei die selber für gewöhnlich gern Teil der ganzen Maschine sind.

Ja, weil wir zwei unterschiedliche Probleme sehen, drehen wir uns auch die ganze Zeit im Kreis. Und ich glaube auch nicht, dass wir da noch auf einen gemeinsamen Nenner kommen.
 

Spieler117

Neuankömmling
Mein Bruder (PS Spieler) hat sich Forspoken gekauft. Habe heute mal n bissle zugeguckt. Wir beide sind der selben Meinung, das Forspoken der Flop des Jahres wird. Die Grafik soll ja bombastisch sein. Frage mich was an der Grafik gut sein soll.
 

AlArenal

Altenpfleger
Das erste was mich bei den Bewegtbildern störte waren die Gesichter. Da tüfteln die jahrelang, motion capturen was das zeug hält und dann kommen da Gesichter bei rum, die wie zu den guten alten Zeiten ausschauen und sich (nicht) bewegen.
Ja, man ist da auch schnell verwöhnt, z.B. von TLOU Part 1. Aber wenn man einen großen Titel raushauen will, muss man sich auch mit großen Titeln messen und nicht nur über zig Jahre reichlich Knete verbrennen.

Und was ich sonst an Grafik sah (selbst unter Berücksichtigung der Youtube-Kompression) fand ich technisch nicht auf Höhe der Zeit und künstlerisch gesehen war da bis auf ein paar Landschaftsgeschichten auch nichts bei. Die Grafik schien mir in Bewegung und wenn mal mehr auf dem Screen war schnell auf niedrigere Auflösungen zu gehen und entsprechend breiig sah das Ergebnis aus. Da können die skalieren wie sie wollen. Shit in, shit out.

Klar, Grafik ist nicht alles. Alle (außer mir) haben 2022 Elden Ring gesuchtet. Flasht mich optisch auch nicht. Damals bei den ersten Trailern dachte ich noch, "OK, die legen bis zum Release noch einen drauf..".
 

StephanKo

Kaffeefahrtpendler
Ich habe das ganze nur beiläufig mitbekommen. Irgendwie ist das für keine der Seiten gut gelaufen.

Für Square mag es in dem Fall kostenlose Werbung gewesen sein, die aufgrund des eher mittelmäßigen Spiels jetzt halt nach hinten losgeht. Ich hatte tatsächlich bei dem Spiel kurz geliebäugelt, allerdings hat Square gerade bei neueren Spielen in letzter Zeit sehr abgebaut, da war außerhalb ihrer Final Fantasy Reihe viel dabei, was nicht über Durchschnitt geht. Forspoken werde ich mir irgendwann mal nachkaifen, sofern es mal auf der Xbox kommt oder halt via Steam wenns mal im Sale sein wird. Momentan geht mir deren System Exklusivität doch sehr auf die Nerven und das unterstütze ich nicht noch mit dem Kauf eines Vollpreisspiels.

Aber auch manch Spieletestmedium hat da ein wenig übers Ziel hinweg geschossenen. Ein kurzes "Hey, wir haben kein Test Muster bekommen, Test kommt später" hätte es wohl auch getan.

Klar, es geht hier natürlich auch um Geld. Auch wenn ich selbst nur noch selten wirklich Testberichte lese, die entsprechenden Seiten leben u. a. halt von diesen Tests, je früher desto besser.

Warum jetzt Square den einen ein Test Muster geschickt hat und den anderen nicht, keine Ahnung. Neu ist das Prozedere ja nicht, ich erinner mich da an entsprechende Diskussionen als das Medium Spielemagazine noch relevant war.
 

X30 Trucase

Moderator
Team
So ein Spielemagazin muss in gedruckter Form noch viel mehr Hintergrundinformationen bereithalten, als das ein mal eben online gestellter Artikel hat. Vor allem, wenn das Heft nur einmal monatlich erscheint.
Die Gamestar stand vor demselben Problem, kein Testmuster abbekommen zu haben, und sie haben (gut begründet, wie ich fand) davon abgesehen einen Test nachzuschieben.
Wohl mindestens aus zwei Gründen:
1. Das Thema der schnellen Berichterstattung: Wen interessiert noch ein zwei Monate altes Spiel? Damit binden sie Manpower, die sie anderswo brauchen, und den Test liest dann keiner mehr.
2. Dass das mit den fehlenden Testmustern von diesem Publisher nicht zum ersten Mal passiert ist und ein Trend erkennbar ist, dass zu kritische Spielmagazine keine Muster abbekommen, weil sie vielleicht nicht unbedingt eine gewünschte Kaufempfehlung aussprechen.

Darum die Haltung, zumindest von der Gamestar, absolut nachvollziehbar.
 

StephanKo

Kaffeefahrtpendler
So ein Spielemagazin muss in gedruckter Form noch viel mehr Hintergrundinformationen bereithalten, als das ein mal eben online gestellter Artikel hat. Vor allem, wenn das Heft nur einmal monatlich erscheint.
Die Gamestar stand vor demselben Problem, kein Testmuster abbekommen zu haben, und sie haben (gut begründet, wie ich fand) davon abgesehen einen Test nachzuschieben.
Wohl mindestens aus zwei Gründen:
1. Das Thema der schnellen Berichterstattung: Wen interessiert noch ein zwei Monate altes Spiel? Damit binden sie Manpower, die sie anderswo brauchen, und den Test liest dann keiner mehr.
2. Dass das mit den fehlenden Testmustern von diesem Publisher nicht zum ersten Mal passiert ist und ein Trend erkennbar ist, dass zu kritische Spielmagazine keine Muster abbekommen, weil sie vielleicht nicht unbedingt eine gewünschte Kaufempfehlung aussprechen.

Darum die Haltung, zumindest von der Gamestar, absolut nachvollziehbar.

Beim ersten Punkt bin ich absolut bei dir, wobei man den Test sicher in einer Woche hätte nachschieben können..denke ich zumindest, wobei ich natürlich keine Einsicht in die Abläufe bei sowas habe.

Wahrscheinlich wäre aber auch das aus finanzieller Hinsicht schon zu spät gewesen. Ich sehe es ja bei mir selbst. Wenn ein Spiel erscheint, dann schaue ich, wenn ich mir nicht sicher bin ob ich es kaufen solle und es nicht im Gamepass antestbar ist, meist auf einer der Seiten nach, wo ein Test halt schon online ist..meist Eurogamer, 4players oder Gamersglobal. Bei zwei von den drei Seiten kenne ich die Tester hinsichtlich ihrer Eigenheiten, mir reicht dann meist welche für mich relevanten Stärken der Titel hat und welche nicht. Hier treffe ich dann meist meine Kaufentscheidung, die anderen Testberichte sind für mich dann eher nicht mehr relevant. Sofern hier schon was im Forum steht, sicher ich mich darüber noch ab.

Insofern schon richtig, hat eine Seite die Möglichkeit das Spiel früher zu testen, ist das in finanzieller Hinsicht ein Mehrwert.

Ganz neu ist der Trend aber nicht. Ich meine mich an Diskussionen Anfang der 2000er Jahre zu erinnern, finde da aber nichts zu. Bei 4players gab es seinerzeit ja eine große Diskussion zu dem Thema, um 2008 herum.

Die Frage ist, beeinflusst so eine negative Berichterstattung hinsichtlich fehlenden Testexemplares wirklich, ob sich jemand das Spiel holt oder nicht? Denn das wäre ja der einzige Punkt, der einen Publisher wohl von solchen Praktiken abhalten würde.
 

X30 Trucase

Moderator
Team
Bei einer Druckausgabe gibt es einen Redaktionsschluss und alles, was danach eingereicht wird, schafft es nicht mehr in das Heft und muss einen Monat später (sicher deutlich zu spät für viele Leser) erscheinen. Von daher schon ein K.O.-Kriterium.

Ich denke schon, dass Publisher um ihre Verkaufszahlen fürchten, wenn kritische Magazine ihr Produkt abstrafen. Auch hier ist die Gamestar ziemlich rigoros, weil sie nicht nur Grafik, Sound, Umfang und Spieltiefe bewerten, sondern auch den technischen Zustand.
Ich hab Games schon um zehn Punkte abgewertet gesehen, weil es in einem technisch desolaten Zustand voller Bugs war.
Wenn dann auch noch das Spiel nicht sooo toll ist, kann man eins und zwei zusammenzählen.
 
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