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Die Spiele-Industrie (Allgemeine Diskussionen)

G

Gelöschtes Mitglied 7305

Guest
Grind heißt ja nicht automatisch, dass man zwingend Geld investieren muss.
Es ging aber nicht um irgendeinen Grind in Spielen, sondern den in Spielen mit MTAs um die Leute zu verleiten sie zu kaufen. Kein Spiel wird durch Grind besser, das ließe sich immer anders lösen. Aber vielleicht sind hier auch unterschiedliche Definitionen von Grind in den Köpfen.
 

schockbock

Vizelaberkoppmeister 2025
Sponsor
Aber vielleicht sind hier auch unterschiedliche Definitionen von Grind in den Köpfen.

Sehr wahrscheinlich sogar - und ich gucke mal nicht in die Richtung der JRPGler, die im Jahr ihre zehn 150-Stunden-Schinken wegdaddeln.

Grind beginnt für mich an einer eher schwammig zu definierenden Stelle, wo ich mich in einer Art Hamsterrad finde - was übrigens ausdrücklich nichts Schlechtes sein muss.
 

yopparai

Pförtner des Altenheims
Ich werde niemnden an den Pranger stellen der da mitmacht. Wir haben alle unsere komischen Hobbies.

Ich kann von mir nur sagen in dem Moment wo man mich beim spielen dazu zwingt nachzurechnen was genau ich jetzt für wieviel Geld in welchen Paketen ich bekomme (oder auch nicht) bin ich raus. Und wenn man mir mit Zufalls-“Überraschungsmechaniken“ kommt, bin ich auch raus, ich geb generell nur Geld aus wenn ich wenigstens grob weiß was ich bekomme. Ich find das alles höchstsuspekt und irgendwie ist das für mich nicht mehr das, was ich unter Videospielen verstehe, aber ich muss letzten Endes auch sagen: Es ist mir inzwischen relativ gleichgültig.

Damals als das alles mal aufkam hatte man noch ein bisschen die unterschwellige Angst, dass bald alles Gaming so ablaufen würde. Und klar, weite Teile der Spielelandschaft sind davon auch „infiziert“. Das sind aber glücklicherweise meist Dinge die ich eh nicht spiele und das was ich spiele gibt es ja auch weiterhin noch. Von daher... Ich unterstütze das nicht und ich hab auch kein Problem damit, wenn da mal einer mit dem Regulierungshammer durchfegt, weil das tatsächlich Taktiken sind, die Schwächen in der Psychologie ausnutzen. Aber wirklich betreffen oder beeinflussen tut mich das alles auch nicht, wenn ich ehrlich bin.
 

Chibiterasu

Frührentner
Ich bin jemand, der so Skins und ähnlichen Kram total vermeidet. Trotzdem gibt es ein Genre, wo ich irgendwie regelmäßig dazu verleitet bin, für Mini DLCs Geld auszugeben, und zwar bei so manchen Aufbau-Sims und Park Manager.

Ich besitze wirklich ALLES für Anno 1800 (und da schwankt die Qualität) oder Planet Zoo und den Jurassic World Evolution Spielen.
Auch wenn ich die DLCs oft nicht einmal komplett ausreize, muss ich die einfach haben.

Jetzt steckt da mit neuen Modellen, Animationen, etc. schon mehr Arbeit drinnen als in nem neuen virtuellen Hut, aber ob der Gegenwert dem geforderten Preis entspricht weiß ich nicht so ganz.

Irgendwie nehme ich es einfach hin und sehe es als Unterstützung der Entwickler - mit dem zusätzlichen (vielleicht falschen) Gefühl, dass es die Inhalte ansonsten gar nicht geben würde...
 

Kindra

Rentenbezieher
Sponsor
Immer mehr Spiele lassen verlauten, dass sie in der Phase der Vorproduktion mit generativer AI rumhantieren. Aktuelles Beispiel wäre da das neue Crazy Taxi.

Ein Extrembeispiel, wo die CEOs sehr KI-affin sind und generative KI offensichtlich in ihrem Promo-Material und möglicherweise auch für Assets im Spiel anwenden, stellt gerade Stellar Blade: Blood Rain dar.

Um ein gegenteiliges Beispiel zu nennen: Kojima hat vor Kurzem verlauten lassen, dass er KI mittlerweile doof fände.

Das nimmt also langsam Züge an, wo das KI-Thema kaufentscheidend wird. Die Aversion gegen generativ erstellte KI-Inhalte ist teils enorm, aber ist diese auch wirklich stark genug, um Spiele zu boykottieren? Gerade Videospiele sind ein Medium, bei dem Boykottversuche noch nie geglückt waren. Wir erinnern uns alle an den legendären Screenshot einer Steam-Gruppe mit dem Namen "Boycott Modern Warfare 2 (WE WANT DEDICATED SERVERS)", wo der Großteil der Leute innerhalb der Gruppe gerade Modern Warfare 2 spielt.

Ein ähnliches Szenario erwarte ich für den Kampf gegen generativer KI in Videospielen. Das Gemecker wird groß sein, aber kaufen werden es wieder alle, weil Verzicht nicht möglich ist (mal abgesehen davon, dass der ich sag mal "Grifter-nahe" Anteil im Internet eh 100% pro KI ist, die stört das also eh nicht).

Ich vermute also, dass sich generative KI schleichend durchsetzen wird und irgendwann normalisiert sein wird - so ähnlich wie der Wegfall dedizierter Server für Multiplayer-Online-Shooter.

Wie seht ihr das?
 
Zuletzt bearbeitet:
G

Gelöschtes Mitglied 7305

Guest
Ich glaube auch, dass die Ablehnung jetzt noch stark ist aber auch stark nachlassen wird, weil man entweder nicht mehr weiß, ob KI drin steckt oder es irgendwann einach überall drin steckt. Und wenn die großen Marken erstmal mitmachen, isses für alles andere sowieso egal. 4 the playaz!
 

Chibiterasu

Frührentner
Wird sich in großen Teilen auf jeden Fall durchsetzen.

Ich bin mir noch unsicher, ob ich ein von mir herbeigesehntes Spiel boykottieren würde, wenn irgendwo Gen-AI zur Anwendung kommt.
Vermutlich nicht sofort.

Mir ist eine eigenständige künstlerische Vision bei der Gestaltung der Umgebung/Charaktere wichtig. Wie sehr das möglich ist, wenn man sich zu sehr auf Gen-AI verlässt, ist fraglich.
Für mich sehen schon jetzt 70% der Spiele, die in den Präsentationen die letzten Tage gezeigt wurden, absolut generisch aus. Irgendwie alles schon gesehen und wiedergekaut. Da macht es dann nur noch den Unterschied, dass beim einen, die Entwickler keine guten Ideen hatten und beim anderen, die KI nur Wiederverwertung betrieben hat.
Letzteres ist halt aus anderen Gründen (Umweltbelastung, Ressourcenverbrauch, Preissteigerungen, etc.) schon stärker abzulehnen.
Aber ganz wird sich das bald in fast allen Games nicht vermeiden lassen.

Beim Coding/Optimieren im Hintergrund oder platzieren von Assets in Open-Worlds etc. ist das vermutlich eh schon sehr viel drinnen. Da merkt man es weniger.
 

Khorny

Moderator
Team
Ich glaube die Auswirkungen werden unterschiedlich sein. Kleine Nischenprojekte werden von einem Boykott schneller getroffen, bzw. merklich getroffen, wenn dadurch die eh schon geringe Zielgruppe nochmal kleiner ausfällt. Crazy Taxi, um das Beispiel aufzugreifen, ist jetzt bestimmt nichts, wo Sega mit Millionen Absätzen rechnen sollte.

Bei sowas wie Genshin, CoD, GTA und Co. würde irgendein Boykott im jeweiligen Hype völlig untergehen.

Man kann es vermutlich nur schwer pauschalisieren.

Das Problem ist, dass es absolut auch Bereiche gibt, wo KI sich sinnvoll einsetzen lässt, auch was die Programmierung zu Prozesse angeht. Ich glaube aber, und das hat die Industrie gezeigt, dass hier die Verlockung viel größer ist, mit KI einfach in jeglicher Hinsicht Profite zu maximieren und Qualität auf Kosten der Einsparungen zu opfern. Das würde ohne KI aber vermutlich genau so weiter passieren, wie es das schon immer wieder tut.

Etwas was generisch und lahm ist, bleibt generisch und lahm, egal ob da 100% Menschen, oder noch zig Prozent KI beteiligt war.
 

Thommysoft

Aktuell als Moderator inaktiv.
Team
Ich verstehe die Aufrgung wegen Nutzung von KI immer nicht. Wenn sie das Spiel bereichert und deswegen keine Mitarbeiter entlassen werden - who cares?

Dass die Nutzung von KI ein Spiel bereichert, muss erstmal nachgewiesen werden.

Aber ich kann Dir gerne ein paar Punkte nennen, die erklären, warum es so eine Aufregung um die Nutzung von KI gibt, selbst wenn das bisher oder in bestimmten Fällen nicht zu Entlassungen geführt hat.

1. Generative KI basiert darauf, dass die KI-Unternehmen ihre Modelle massenhaft mit Kunst (Bilder, Audio, Videos) gefüttert hat, ohne die ursprünglichen Urheber dafür auch nur mit einem Cent zu entlohnen. Das sind also Urheberrechtsverletzungen ohne Ende, die man sogar Raubkopien nennen könnte. Nicht umsonst hängen da bereits in einigen Branchen wie Musikindustrie Klagen gegen die KI-Unternehmen an. Ohne diese Millarden an Kunst-Quellen, die dort ohne Entlohnung genutzt werden, kann generative KI mal eben gar nichts generieren, weil sie ohne Referenzmaterial nichts erfinden kann. Dazu sind diese Modelle einfach nicht in der Lage.

2. Bisher sind nicht vorher öffentlich vermerkte KI-Inhalte vor allem deshalb aufgefallen, weil sie qualitativ minderwertig sind (z.B. sowas wie zusätzliche Finger bei Charakteren). Insofern muss auch erstmal der Beweis kommen, dass die Inhalte bereichernd sein können.

3. Grade wir als VIdeospiel-Fans sind hier doppelt und dreifach betroffen, weil wir nach den LIeferkettenproblemen zu Corona-Zeiten grade erst in einer Phase angekommen waren, in der unsere Hardware etwas günstiger wurde.
Das wurde jetzt durch die KI-Unternehmen komplett zunichte gemacht, da die für ihre Datenzentren so viel Hardware brauchen, dass sie die Kazapazitäten, die für Konsumentenhardware wie Grafikkarten verfügbar waren, einfach weggkaufen. Bzw. kaufen sie in Sachen SSDs und mittlerweile auch HDDs und Prozessoren einfach den Markt leer.
Das führt eben im Umkehrschluß dazu, dass nicht PC-Hardware teurer wird, sondern auch die Konsolen. Und die letzten Preiserhöhungen werden nicht die letzten sein.
Wenn man also Videospiel-Fan also KI-Inhalte in Spielen unterstützt (oder selber auch anderweitig KI-Modelle privat nutzt), trägt man also - in kleinem Rahmen, aber dennoch - dazu bei, dass die Hardware für das Hobby immer unerschwinglicher wird. Wenn nicht für einen selbst, dann für andere. Und das hat dann für einen selber auch Konsequenzen, weil die Entwicklung von bestimmten Spielen immer unattraktiver wird, weil die Installationsbasis dafür immer kleiner wird.
Deshalb ist der Widerstand vor allem in Videospiel-Kreisen besonders groß, weil das Supporten von KI-Inhalten in Spielen das größte Eigentor überhaupt ist.

4. Und was wir als Auswirkung bisher noch kaum sehen, aber langfristig ein Problem werden wird, ist der enorme Verbrauch an endlichen Ressourcen wie Wasser oder Energie, die der Betrieb von Datenzentren für KI antreiben wird. Das hat zwar keine direkten Auswirkungen auf das Hobby. Aber indirekt werden die Energiepreise, die Umweltverschmutzung und die Lärmbelästigung auch Auswirkungen auf das Hobby haben, weil die Leute schlicht und einfach andere (finanzielle) Probleme haben werden als Videospiele.

Das sind jetzt nur ein paar der wichtigsten Punkte, aber anhand dieser dürfte eigentlich schon klar sein, dass die Auswirkungen auf unser Hobby in Bezug auf Qualität, Wachstum, VIelfalt etc. massiv sein könnten.
Wenn immer weniger Leute sich die Hardware leisten können und Qualität der Produkte durch KI-Inhalte sinkt, wird die Branche nicht weiter wachsen oder zumindest stagnieren. Und das wird dann auch indirekt zu Entlassungen führen, womit wir den Kreis dann auch schließen können, weil auch das Argument, dass durch KI keine Mitarbeiter entlassen werden, in sich zusammenfallen wird. Entlassungen wegen KI mögen jetzt noch nicht der Status Quo sein, werden aber unvermeidlich werden, wenn die Branche durch den Kostenfaktor für den Konsumenten nicht weiter wächst oder gar schrumpft.
 

X30 Neo

Natural Born Gamer
Sponsor
Na ja, ich sehe das etwas anders. Wegen KI habe ich sozusagen meinen Job verloren, aber auch gleichzeitig neue Perspektiven entdeckt.
Zu Punkt 3 kann ich nur sagen, dass es ein temporäres Problem ist und bald genügend RAM-Speicher etc. nachproduziert wird, was langfristig die Kosten wieder senken wird. Die anderen Punkte kann ich zwar nachvollziehen, finde sie aber wesentlich weniger schwerwiegend als von dir dargestellt. Aufhalten kann man KI sowieso nicht mehr. Der Zug ist im wahrsten Sinne abgefahren. jetzt muss man sehen wie man sie sinnvoll einsetzt, auch bei Games.
 
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