Am Wochenende hatte ich mir auch so meine Gedanken zu Defiance gemacht, wobei ich mich fragte: "Wo will das Spiel mit mir hin?"
Mittlerweile bin ich auf EGO-Level 477 (max. soll 5000 sein), und ich sehe noch lange kein Ende in dem Spiel. Geographisch gesehen bewegt sich die Hauptstory langsam Richtung Süden.
Test´s habe ich bisher noch keine gelesen. Vom Gefühl her und dem, was man so von den Magazinen gewohnt ist, wird Defiance wohl eher im mittleren Bewertungsbereich landen. Mir persönlich ist das völlig schnurz.
Defiance hat für mich eine Menge zu bieten und schafft es, mich immer wieder zu überraschen. Leider aber auch zu enttäuschen. Allerdings überwiegt das Positive bei Weitem.
Anfänglich war ich noch im Glauben, dass sich Schaden und Rüstung durch immer bessere Waffen und Rüstungen steigern läßt. Von wegen! Die Outfits, welche man erspielt bzw. als Belohnung erhält, dienen ausschließlich optischen Zwecken. Die Waffen selbst variieren nur wenig in der Menge des Schadens. Es gibt natürlich Unterschiede in Magazingröße, Mindestschaden, Explosionsradius, Rückstoß, Salve, Einzelfeuer oder Dauerbeschuss usw., usw... Aber bisher habe ich noch keine Waffe gefunden oder beim Händler gesehen, welche sich extrem aus der Masse hervorhebt. Einzig die kleinen Extra-Bonis, welche die Waffen mitbringen, machen den Unterschied. Und je seltener diese sind (weiß, grün, blau, lila, orange), desto mehr Extra´s gibt es.
Mann kann die Waffen gegen Ressourcen, falls nötig, auf maximal 4 Slots für weitere Mods erweitern. Die Mods stehen hier für Verbesserungen z.B. in Sachen Magazingröße, Schadensradius, Treffergenauigkeit usw... Dann gibt es noch die Synergy-Mods. Das sind Mods, welche sich zu einem Set zusammenfügen und so das Potenzial der Waffe verstärken. Manche lila Waffe bringt schon so einen Synergy-Mod mit. Bisher habe ich die speziellen Mods nur über die kleine Truhe bekommen, welche neben den größeren Händler-Automaten stehen. Ich habe zwar jetzt mehrere lila Waffen, aber nicht einen passenden Synergy-Mod gefunden. Und davon scheint es recht viele zu geben. Und ich würde nur ungerne so einen Slot mit einem andern Mod verbauen.
Um an Waffen zu kommen gibt es verschiedene Möglichkeiten. Entweder von Gegnern als Drop, am Automaten, als Belohnung oder von speziellen Automaten in bestimmten Bereichen auf der Landkarte. Um an diese Waffen zu kommen, müssen aber bestimmte Aufgaben erfüllt werden um sich so "Sympathie-Punkte" zu verdienen. Ohne diese geht es nicht.
Was die Waffen angeht, gefällt mir die Auswahl an unterschiedlichen Variationen wie z.B. bei einem Raketenwerfer. Es gibt diese mit Zielaufschaltung, Mehrfachsprengköpfen oder (mein Liebster), nach dem Treffer entsteht noch ein weitläufiges Flammenfeld, in dem die Gegner langsam vergehen.
Eine weitere Möglichkeit seine Fähigkeiten zu verbessern funktioniert mit den Perks (manche würde es auch als Talentbäume bezeichnen). Es gibt 4 Haupteigenschaften und drumherum weitere Verbesserungen, die sich je nach EGO-Level und bereits verwendeten Eigenschaften freischalten lassen, sowie auch mit gesammelten Punkten erweitert werden können. Hierzu gibt es im Netz auch schon die ersten "Calculatoren", mit denen schon ein bisschen im Voraus geplant werden kann. Allerdings lassen sich die Perks, bzw. Punkte gegen Ressourcen jederzeit neu verteilen.
Auch scheint der Vorrat an Nebenmissionen unerschöpflich. Nach geschafften Nebenmissionen kommen oft Neue oder entsprechende Fortsetzungen. Auch nach dem absolvieren der einzelnen Missionen aus der Hauptstory folgen oft weitere Nebenmissionen.
Für weitere Abwechslung sorgen unter anderem die Koop-Missionen, deren Anzahl sich mit der Zeit erweitert. Auch ganz nett ist Team-Deathmatch mit den Waffen und Perks, welche man sich mit der Zeit erspielt hat. Klasse fand ich die Schattenmissionen, an welchen ich aber bisher nur zweimal teilgenommen hatte, da hier für 32 Spieler nötig sind. Auf einem sehr großen Gebiet stehen 4 Fahnen, die eingenommen werden müssen. Jeweils 16 Speiler rasen also mit ihren Fahrzeugen alleine oder in Gruppen quer über das Gelände zu einer Fahne und ab geht die Schlacht.
Bis hier bin ich von Defiance sehr begeistert, allerdings steckt der Teufel wie so oft im Detail. Grundsätzlich muß man sich vieles erarbeiten. Zum einen das Menü selbst, was gerade am Anfang oft in Sucherei ausartet. Schlimm wird es dann noch, wenn man seine Waffe verändern will, aber noch nicht weiß wie es geht, und neben der Unwissenheit sich mit dem Menü ´rumschlagen muß. Denn gerade Anfänger werden es schwer haben.
Warum gibt es neben dem eigentlich Menü noch innerhalb ein Kreismenü? Und dieses ist nicht gerade klein, da es hier auch weitere Abteilungen gibt. Wie bei vielen neuen Dingen hat man sich auch hier bald eingearbeitet und findet sich blind zuecht. Aber da das Spiel kein Tutorial hat und auch keine kleinen Hilfen einblendet, ist am Anfang etwas Geduld nötig.
Dumm wird es wenn ich einige Gegenstände nicht in Ressourcen verwandeln kann, oder nicht einmal aus dem Inventar entfernt bekomme. Mal abgesehen davon, dass ich so wertvolle Plätze im Inventar verliere. Zum Glück erweitert sich das Inventar aber mit der Zeit. Die Lösung habe ich dann irgendwann selber gefunden. Man kann mehrere Builds seiner Figur anlegen und diese im Spiel jederzeit wechseln. Die Gegenstände, die in diesen Builds verwendet werden, sind aber so vor Verwertung oder Löschung gesperrt. Das muss man aber erst einmal wissen.
Die (Neben-) Missionen sind auf Dauer gesehen nicht sehr abwechslungsreich und ähneln sich bis auf die Missionsbeschreibungen. Die Missionen aus der Hauptstory sind aber noch nett in kleine Filmchen gepackt. Obwohl sich die Neben-Missionen auf Dauer ähnlich sind, sind diese aber nicht immer gleich was den Schwierigkeitsgrad angeht. Eine Mission ist in 2 Minuten und ohne Feindkontakt erledigt, bei einer anderen muß ich ein ganzes Stück Straße inkl. Straßensperren von Raiders befreien, was aber durch plötzlich auftauchendes Viehzeug verdammt schwer wird.
Dann gibt es Missionen, bei denen ich in ein feindliches Lager muß und sich dieses als Sparziergang entpuppt, und ich sogar noch Schalter betätigen kann, ohne dass ich dem Feind zu Nahe komme. Andererseits soll ich auf einer Farm Bauern befreien und finde mich plötzlich in "Gears of War" wieder und wehre mich fast 30 Minuten lang gegen anrückende Gegner, die es in sich haben. Bei den Missionen weiß man nie, was einen erwartet (was ich gut finde).
Kritik hat auch die Karte verdient. Diese könnte ruhig etwas detaillierter sein und bereits gefundene Orte anzeigen.
Die ersten beiden Koop-Missionen sind schon ganz nett. Aber im Vergleich zu den 3 nachfolgenden Peanuts. Gut so! Aber warum müssen sich gerade die unterirdischen Missionen vom Aufbau so ähneln. Schade! Denn eigentlich sind die Gegner schon fordernd und die Endbosse machen auch Spaß. Aber ein bisschen mehr Fantasie bei der Gestaltung der Dungeons hätte den Missionen gut getan.
Das waren so die Dinge, welche mir am auffälligsten erschienen. Man könnte sich noch über viel mehr Dinge reden. Im Positiven wie auch vielleicht noch im Negativen.
Unterm Strich gefällt mir Defiance sehr, sehr gut! Mal abgesehen von anfänglichen Fragen zum Spiel und Menü, kann man jederzeit einsteigen, ein bisschen spielen und wieder raus. Egal ob alleine oder mit mehreren.
Trotzdem frage ich mich weiter: ""Wo will das Spiel mit mir hin?" Wird es ein Finale geben? Versinkt das Spiel irgendwann doch in der Einfallslosigkeit? Ich hoffe nicht.
Gruß,
Tom