Jetzt von den UK-Charts irgendwelche globalen Trends abzuleiten, halte ich ehrlich gesagt für gefährlich bis irreführend.
Ich bin jetzt kein Verkaufszahlenexperte, weil die meisten Charts mittlerweile sowieso keine handfesten Zahlen mehr enthalten, sondern fast nur noch Prozentzahlen (X Prozent mehr oder weniger als Vorgänger/der bisherige Spitzenreiter/im Vergleich zur Vorwoche etc.), aber da die UK-Charts am häufigsten (nämlich wöchentlich) aktualisiert werden und immer noch konkretesten Angaben (und nicht einfach Platzierungen wie andere Charts), verfolge ich sie dennoch regemässig.
Und wenn sich eins in den letzten 2-3 Jahren gezeigt, dann dass die UK-Charts vollkommen unberechenbar sind. Mal folgen sie dem US/EU-Trend, mal laufen sie dem vollkommen entgegen. Es gab in den letzten Jahren diverse Spiele, die aufgrund der UK-Charts schon als totaler Flop abgeschrieben wurden, aber dann in den USA und/oder den kontinentaleuropäischen Ländern echte Erfolge waren oder die von den Publishern als Erfolg gewertet wurden. Bestes aktuelles Beispiel dafür ist "The Outer Worlds", das die UK-Charts jetzt auch nicht auseinandergenommen hat, bei dem 2K aber vor einigen Tagen vermeldet hat, dass es die finanziellen Erwartungen übertroffen hat.
Zudem kann man viele der Aussagen zu den UK-Charts auch beliebig interpretieren. Death Stranding ist der zweitbeste Launch eines PS-Exklusivtitels und der zweitbeste Launch einer neuen IP in UK.
Was sagt uns das jetzt? DS hat in der ersten Woche weniger verkauft als Days Gone, das in beiden Kategorien Platz 1 belegt, aber definitiv mehr als Concrete Genie, das in dessen Launch-Woche Platz 35 belegt hat und der Woche drauf aus den Top 40 erschienen ist, und mehr als Medievil, das immerhin Platz 10 erreicht hat. Und wir wissen, dass DS in UK auf jeden Fall einen erfolgreicheren Launch hatte als z.B. Anthem oder Outer Worlds, weil das auch neue IPs sind.
Das ganze Zahlenwerk bringt uns jetzt aber auch nicht viel, solange wir keine konkreten Verkaufszahlen haben und solange wir keine Vergleichszahlen haben, an denen wir diese messen können. Denn "Platz 2 in den Charts" hat auch keine Aussagekraft, solange wir nicht wissen, ob es sich dabei um eine verkaufsstarke Woche handelt oder nicht. Es gab schon sehr schwache Wochen in den UK-Charts, in denen die Experten für UK/PAL-Charts auf Basis der Prozentzahlvergleiche mit Vorgängern/anderen Spielen mögliche Verkaufszahlen in grade mal vierstelliger Höhe errechnet haben. Kurzum: Die Platzierung an sich hat auch extrem wenig Aussagekraft.
Und dann darf man auch nicht vergessen, dass die UK-Charts nur auf Disc-Verkäufen beruhen und keine digitalen Verkäufe beinhalten. Und die machen - je nach Spiel sehr schwankend - mittlerweile teilweise bis über 50% der Verkäufe aus.
Und was wir halt überhaupt nicht wissen, um überhaupt einordnen zu können, ob ein Spiel erfolgreich ist oder nicht, sind die effektiven Kosten für Entwicklung, Marketing etc.
Das von
@bigspatz erwähnte Metal Gear Solid V hatte im Jahr 2016 lt. Konami 6 Mio. Einheiten verkauft. Ist eine ziemlich hohe Zahl, wenn man bedenkt, dass damals noch viel weniger PS4/XB1-Konsolen verkauft waren als heute. Nur wissen wir halt auch, dass die Entwicklung von MGSV nicht ohne Probleme war und länger gedauert hat als erhofft. Hat Konami also am Ende die ganzen Kosten für das Spiel wieder reinholen können? Oder haben die Kosten tatsächlich fast Rockstar-Niveau erreicht, so dass es absurd hohe Verkaufzahlen weit über 6 Mio. gebraucht hätte, um aus dem Minus zu kommen?
Wissen wir alles nicht. Und wir wissen wir über Death Stranding, was das Spiel gekostet hat und wieviele Einheiten es verkaufen müsste, um ein Erfolg zu sein. Wir wissen ja nicht mal, was für Sony in dem Fall als Erfolg zählt. Im Pressebereich gibt es sowas wie Brotobjekte (ja, wird tatsächlich so genannt). Das sind Zeitungen und Zeitschriften, die Verkaufsschlager sind und das Geld heimbringen. Und über diese Brotobjekte werden diverse andere Projekte finanziert, bei denen von vorneherin klar ist, dass sie keine Umsatzbringer, oftmals sogar eher Verlustbringer sind, dafür aber eine Menge Prestige einbringen, weil sie aus publizistischer Sicht anspruchsvoller oder seriöser sind.
Es ist also durchaus möglich, dass Death Stranding in allererster Linie ein Prestigeprojekt ist, das vor allem die Marke Playstation stärken soll und langfristige Effekte erzielen soll, die es durchaus attraktiv machen, mit dem Produkt selber erstmal rote Zahlen einzufahren.
Bei der Bewertung des Erfolgs eines Spiels gibt es letztlich so viele unterschiedliche Faktoren zu berücksichtigen, dass es für uns Konsumenten nahezu unmöglich ist, ein vernüftiges Urteil fällen zu können, weil uns einfach viel zu viele Fakten und Informationen gibt, die uns gar nicht zugänglich sind.
Der Verkaufsschlager scheint es ja nicht zu werden. War aber auch abzusehen. Gibt ja sogar noch CE‘s auf Amazon. Wahrscheinlich sind auch einige Vorbesteller abgesprungen, entweder aufgrund der gemischten Reviews oder der PC-Ankündigung.
Man muss sich so langsam schon fragen, warum Du in diesem Thread überhaupt noch postest. Deine Posthistorie in diesem Thread zeigt ja mittlerweile eindeutig, dass Du kein wirkliches Interesse an dem Spiel hast.
Du postest hier einen negativ gefärbten Post nach dem anderen und weichst Diskussionen mit anderen Usern hier im Thread geschickt aus. So langsam entsteht hier wirklich der Eindruck, dass Du hier einfach nur Unruhe stiften und Deine Agenda verbreiten möchtest und absolut null Interesse daran hast, Dich mit dem Spiel oder den Meinungen anderer über das Spiel wirklich auseinanderzusetzen.
Wenn Du das Spiel wirklich so hasst wie es Deine Posts rüberbringen, warum beschäftigst Du Dich dann nicht lieber mit Spielen, die Dir gefallen?